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Netzwoche 14/2017

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48 Service

48 Service Verbandsnachrichten Blockchain für einen digital fitten Staat Wo immer sie durchstürmt, gestaltet die Digitalisierung Prozesse neu, effizienter, bruchfreier und nutzerfreundlicher. Davon könnten insbesondere der Staat und die öffentliche Verwaltung profitieren. In der Schweiz tun sie es erst sehr zaghaft. ASUT Asut, der Schweizerische Verband der Telekommunikation, repräsentiert heute die Telekommunikations branche und sämtliche Wirtschaftszweige sind in ihm vertreten. Die Schweiz soll sich durch fairen, freien und dynamischen Wettbewerb als Land mit dem weltbesten Kommunikationsnetz und mit First-Class-Services positionieren, durch resiliente Systeme und smarte Infrastrukturen differenzieren und als ein auf die digitale Gesellschaft und Wirtschaft zugeschnittener Bildungs- und Forschungsplatz etablieren. www. asut.ch DIE AUTORIN Christine D’Anna- Huber Redaktion, Asut-Bulletin Produktiv, bürgernah, klug im produktiven, transparenten, sicheren und innovationsfördernden Umgang mit Daten: So wäre ein Staat, der digital fit ist. Es gibt Bei spiele: Estland, das nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion aus dem Nichts eine eigene Verwaltung aufbauen musste und dabei voll auf die Digitalisierung setzte, ist das wohl berühmteste. Die Schweiz aber, Innovationschampion, Sitz einiger der besten Forschungsstätten weltweit und, laut OECD- Vergleich, eines der Länder mit der Der Kanton Zug will seiner Bevölkerung eine digitale Identität auf Blockchain- Basis zur Verfügung stellen. höchsten Internetnutzung, hinkt in Sachen E-Government hinterher. Im E-Government-Ranking der UNO belegt sie Platz 28 – weit abgeschlagen hinter England, Frankreich, Deutschland, den Niederlanden, Dänemark, Finnland und Schweden. Auch beim «E- Government Report» der EU schneidet die Schweiz schlechter ab als die Mehrheit der übrigen westlichen Industrienationen. Woran liegt das? Vor welche He rausforderungen stellt die Digitalisierung den Staat und die Verwaltung? Darüber macht sich in der neuesten Nummer des Asut-Bulletins unter anderem Andreas Spichiger, Leiter des E- Government-Instituts an der Berner Fachhochschule, Gedanken. Und das Schweizer Start-up Procivis stellt seine Plattform für öffentliche Dienstleistungen vor, die es nach dem Vorbild Estlands entwickelt. Im Mittelpunkt stehen elektronische Identitäten, die von den Behörden verifiziert und mittels Blockchain-Technologie abgesichert werden. So können Bürgerinnen und Bürger von einer wachsenden Zahl von digitalen Behördendienstleistungen Gebrauch machen und gleichzeitig die Hoheit über ihre Daten im Netz schrittweise zurückgewinnen. Von Blockchains ist bisher hauptsächlich im Zusammenhang mit Kryptowährungen wie Bitcoin die Rede. Doch das ist nur eine ihrer möglichen Anwendungen. Die Technologie basiert auf einem Netzwerk von Computern und Servern, die gemeinsam eine verschlüsselte Liste führen. Blockchains sind deshalb eher als eine Infrastruktur zu sehen, die als dezentral geführte Datenbank verschiedene Anwendungen ermöglicht. So können mithilfe der Blockchain jede Art von Werten wie Aktien, Patente, Zertifikate und andere Dokumente von einer Person oder Institution zu einer anderen verschoben und gleichzeitig ihre Entstehung und jede an irgendeiner Stelle der «Blockkette» vorgenommene Veränderung nachvollzogen werden. Ausserdem können auf Blockchain-Infrastrukturen unterstützende Programme, sogenannte Smart Contracts, aufgesetzt werden, bei denen durch bestimmte Inputs automatisch Handlungen ausgelöst werden, die in einem zuvor definierten Output resultieren. Somit kommt zum Aspekt der Datensicherheit im gesamten Blockchain-Ökosystem das zusätzliche Element der Prozesssicherheit hinzu, das einen automatischen und einheitlichen Ablauf von vordefinierten Prozessen sicherstellt. Das ermöglicht beispielsweise fälschungssichere E-Voting-Systeme und elektronische Identitäten. Eine solche digitale Identität auf Blockchain-Basis will Zug, Mekka der Verschlüsselungstechnologie in der Schweiz, seiner Bevölkerung zur Verfügung stellen. 14 / 2017 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

49 Am nächsten 18. Asut-Kolloquium diskutieren unter anderen (v.l.) Peter Grütter, Präsident Asut, Jürg Röthlisberger, Direktor Bundesamt für Strassen (Astra) und Peter Goetschi, Zentralpräsident TCS, darüber, was mit Smart Data heute bereits realisiert werden kann und was künftig möglich sein wird. 18. Asut-Kolloquium: Smart Data – Chancen für die Mobilität Was haben automatisiertes Fahren, digitale Verkehrsleitsysteme, intermodale Verkehrsplattformen und Bike- oder Car-Sharing ausser der Mobilität gemeinsam? Natürlich Daten! Autorin: Christine D’Anna- Huber Das Management der Verkehrsinfrastrukturen und neue Mobilitätsdienstleistungen sind ohne intelligente Datenanalyse nicht möglich. Gleichzeitig erzeugen Nutzerinnen und Nutzer oder deren Fahrzeuge unterwegs Unmengen an neuen Daten. Eine erfolgreiche Umsetzung neuer Mobilitätsangebote und die effiziente Auslastung der Infrastrukturen gelingt daher nur, wenn aus den immensen Datenbergen die richtigen Datenpunkte und Datenquellen ausgewertet und miteinander verknüpft werden – nicht Big Data, sondern Smart Data wird zu einer erfolgreichen zukünftigen Mobilität führen. Aber wie werden Daten smart und können intelligent genutzt werden? Welche neuen Geschäftsmodelle werden dadurch möglich, wo liegen die Grenzen bei der Datennutzung und wie werden Datensicherheit und Datenschutz gewährleistet? Antworten dazu liefern Experten aus Forschung, Politik und Wirtschaft. Sie zeigen auf, was mit Smart Data heute bereits realisiert werden kann und was künftig möglich sein wird. Dazu gehören auch Aspekte rund um neue Technologien, Vernetzung und Sicherheit, damit zukünftige Verkehrssysteme sicher betrieben und vor Missbrauch und Manipulation geschützt werden können. Konferenz und Ausstellung Unter dem Motto «Smart Data» werden in einer gemeinsamen Konferenz des Schweizerischen Verbands der Telekommunikation (Asut), des Bundesamts für Strassen (Astra), der Schweizerischen Verkehrstelematik-Plattform (its-ch) und des Touring Club Schweiz (TCS) diese und weitere Fragen aus verschiedenen Blickwinkeln analysiert und diskutiert. Während des ganzen Tages findet begleitend zur Konferenz eine Ausstellung statt, an der Firmen ihre Produkte und Dienstleistungen vorstellen. Damit wird den Teilnehmenden die Gelegenheit geboten, sich über die neue sten Trends zu informieren, mit Experten zu diskutieren und Networking und wertvolle Kontakte über die Branchengrenzen hinweg zu pflegen. i 18. ASUT-KOLLOQUIUM / FACHTAGUNG ASTRA, ITS-CH UND TCS Smart Data – Chancen für die Mobilität 22. November 2017, Kursaal Bern Referenten sind unter anderem: ▪▪ Dr. Martin Bastians, Leitung Vertriebsplanung und Innovation, Hamburger Hochbahn ▪▪ Dr. Peter de Haan, Mobilitätsforscher, Partner EBP ▪▪ Peter Goetschi, Zentralpräsident TCS ▪▪ Edith Graf-Litscher, Nationalrätin und Vizepräsidentin KVF-N ▪▪ Peter Grütter, Präsident Asut ▪▪ Frank Henschke, CTO Ericsson Schweiz ▪▪ Dr. Dominik Herrmann, Fachbereich Informatik, Universität Hamburg ▪▪ PD Dr. Peter G. Kirchschläger, Universität Luzern / Yale University ▪▪ Nils Planzer, CEO Planzer Transport ▪▪ Jürg Röthlisberger, Direktor Bundesamt für Strassen (Astra) Weitere Informationen und Anmeldung unter: https://events.asut.ch Experten zeigen am 18. Asut-Kolloquium die Möglichkeiten von Smart Data auf. www.netzwoche.ch © netzmedien ag 14 / 2017

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