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Netzwoche 14/2020

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Bild: Adrien Thevenint / AdobeStock Big Tech mit Herz für die Schweiz FOCUS ÖKOSYSTEM MICROSOFT rja. Der Techkonzern Microsoft feiert dieses Jahr gleich mehrere Jubiläen. Für Schlagzeilen sorgte der 25. Geburtstag des Betriebssystems Windows 95: Es kam am 24. August 1995 offiziell in die Läden und löste das textbasierte MS-DOS ab. Die grafische Oberfläche sorgte massgeblich für den Boom der Heimcomputer zur Jahrtausendwende und bescherte dem Redmonder Unternehmen während Jahren eine Quasi-Monopolstellung auf dem Markt der PC-Betriebssysteme. Vor etwas mehr als zehn Jahren, am 10. Februar 2010, ging derweil die Cloud-Plattform Azure online. Es war Microsofts Antwort auf Amazon, dessen Angebot AWS auch heute noch den weltweiten Cloud-Markt anführt. «Das Unternehmen ist gewissermassen die Mutter des Cloud Computings», sagte Marc Holitscher, Technologiechef von Microsoft Schweiz, gegenüber der «Netzwoche». «Daher hat es einen gewissen Vorsprung.» In der diesjährigen CIO-Umfrage der «Netzwoche» bezeichnete dagegen eine Mehrheit von 61 Prozent Microsoft als ihren bevorzugten Cloud-Anbieter, während auf AWS 12 Prozent entfielen. Ende August 2019 lancierte Microsoft schliesslich die Schweizer Version der Azure Cloud, mit Datenzentren in Zürich und Genf. Man verstehe, dass die hiesigen Kunden ein «urschweizerisches Verlangen danach haben, die eigenen Daten im eigenen Land gespeichert zu haben», sagte Holitscher dazu. Was sich seit dem Start von Azure Schweiz getan hat, lesen Sie im Interview mit Marianne Janik, Country Managerin von Microsoft Schweiz, ab Seite 27. Microsoft ist schon seit mehr als 30 Jahren in der Schweiz präsent. Für den Vertrieb von Lösungen an KMUs ist ein umfangreiches Netzwerk von lokalen Partnern verantwortlich. In der Schweiz seien es 4600, sagt Marianne Janik. Manuel Meyer vom Microsoft-Integrator Trivadis zeigt in einem Fachbeitrag auf Seite 25, welche Fallstricke einem Unternehmen auf dem Weg in die Cloud begegnen können, und wie sich diese umgehen lassen. Sandro Kalbermatten ist Gemeindeschreiber von Saas- Grund (VS). Seine Gemeindeverwaltung vollzog erst kürzlich den Wechsel in die Cloud, und ihre Lösung basiert auf dem Microsoft-Angebot Dynamics 365. Kalbermatten erläutert auf Seite 26, warum sich seine Gemeinde für dieses Angebot entschieden hat und welche Vorteile es bringt. 14 / 2020 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Technology Focus 25 Die drei häufigsten Stolpersteine auf dem Weg in die Azure Cloud Der Schritt in die Cloud ist für die meisten Unternehmen nur noch eine Frage der Zeit – wenn sie nicht bereits drin sind. In der ganzen Euphorie geht vergessen, dass verschiedene Fallstricke lauern. Hier unsere Top 3 und wie sie zu vermeiden sind. Mit der Eröffnung der Azure-Datacenter in der Schweiz sind weitere Hürden für den Schritt in die Public Cloud gefallen. Entsprechend stehen viele Unternehmen mit einem Bein bereits in der Cloud. Dies ist nicht verwunderlich, denn die Cloud hält viele Chancen bereit: von Kosten- und Security-Vorteilen über die günstige Erprobung neuer Ideen bis hin zu schnellerer Time-to-Market. Der Haken an der Sache: Es lauern auch Fallstricke, die ein Cloud-Vorhaben ins Chaos führen können. Dabei lassen sie sich mit wenig Aufwand vermeiden. Im Folgenden unsere Top 3. Fehler 3: Keine Optimierungsphase «Die Migration ist abgeschlossen, alles läuft jetzt in der Cloud.» Klingt gut, oder? Bei genauerem Hinsehen stellt sich jedoch fast immer heraus, dass die Cloud-Migration eine grosse Enttäuschung war. Die Kosten sind viel zu hoch, und ob die Vorgaben der Cloud-Strategie umgesetzt wurden, weiss niemand. Bezüglich der Security herrscht ebenso Unklarheit, und wie die Plattform betrieben werden soll, ist auch noch nicht ausdiskutiert. In den meisten Fällen liegt das Problem darin, dass keine Optimierungsphasen geplant wurden. Diese sind aber ein zwingender DER AUTOR Manuel Meyer Azure Solution Architect, Trivadis Fehler 1: Kein Azure-Know-how «Die Mitarbeitenden, die in der Vergangenheit für die Onpremises-Umgebung zuständig waren, sind ab sofort für die Cloud-Infrastruktur verantwortlich. Ist ja eigentlich dasselbe – sind ja nur virtualisierte Maschinen in einem Datacenter.» Eben nicht! Die Cloud ist eine neue aufregende Welt, die auch Gefahren mit sich bringt. Fehlendes Azure-Know-how ist darum die Ursache Nummer eins, warum Azure-Cloud-Projekte scheitern. Die Umgebung ist dann nicht nur instabil und langsam, sondern auch unsicher – und kostet ein Vermögen. Enttäuschung macht sich breit, da die versprochenen Vorteile ausbleiben. Deshalb: Know-how ist bei einem Cloud-Projekt der wichtigste Schlüssel zum Erfolg. Fehler 2: Kein strukturiertes Vorgehen «Wenn die Lösung nicht mehr im eigenen Datacenter betrieben wird, kann ich mich auf meine Geschäftsfälle konzentrieren und muss mich nicht um die Infrastruktur kümmern.» Falsch. Bei genauerem Hinsehen bestätigt sich zwar, dass einzelne Aufgaben wie die Virtualisierung oder die physische Hardware komplett an den Cloud-Anbieter übergehen. Der grösste Teil der Themen aber bleibt in der Verantwortung des Cloud-Nutzers. Er muss ein Konzept haben für das Identity & Access Management, das Auditing und Reporting, die Netzwerkinfrastruktur, das Security Management und vieles weitere. Ansonsten geraten grundlegende Anforderungen in Vergessenheit und zeigen sich erst spät im Projektverlauf – dann, wenn es eigentlich schon zu spät ist. Bestandteil jedes Cloud-Projekts. Nur durch Analyse und Optimierung der bestehenden Umgebung können die Vorteile der Cloud voll ausgenutzt werden. Einsparungen von weit über 50 Prozent für gewisse Services sind hier keine Seltenheit. Die Optimierung zu vergessen, ist ein kapitaler Fehler, der sich kurz- und längerfristig rächt. Wir sehen: Die Cloud hält viele Chancen bereit. Will man diese vollumfänglich nutzen, gilt es, obenstehende Fallstricke gut im Auge zu behalten. Um ganz auf Nummer sicher zu gehen, lohnt sich die Einbeziehung eines cleveren Partners, der einen sicher durch den Cloud-Dschungel führt. Bild: Dooder / Freepik Einsparungen von weit über 50 Prozent für gewisse Services sind hier keine Seltenheit. Den Beitrag finden Sie auch online www.netzwoche.ch www.netzwoche.ch © netzmedien ag 14 / 2020

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