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Netzwoche 14/2020

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26 Technology Focus

26 Technology Focus Durchgängigkeit und Geräteunabhängigkeit sind entscheidend Die Walliser Gemeinde Saas-Grund hat die frühere ERP-Software durch eine auf Microsoft Dynamics 365 Business Central basierende Gesamtlösung ersetzt. Nun stehen in einem einzigen System alle Funktionen zur Verfügung, Office-Programme sind angebunden und integriert und Datenexporte auf Knopfdruck möglich. Bild: katemangostar / Freepik DER AUTOR Sandro Kalbermatten Gemeindeschreiber, Einwohnergemeinde Saas-Grund Das beschauliche Ortsbild von Saas-Grund mit seinem von urchigen Häusern umrahmten Gemeindehaus mag vielleicht täuschen, aber gerade für eine kleine Berggemeinde mit rund 1000 Einwohnern ist Digitalisierung ein zentrales Thema. Dabei geht es einerseits darum, Bürgerservices wie Weg- oder Zuzugsmeldungen oder Verwaltungsinformationen online zugänglich zu machen. Andererseits muss Saas-Grund schon aufgrund der Grösse von nur rund 1000 Einwohnern die beschränkten personellen Ressourcen effizient einsetzen. Deshalb gilt es, Doppelspurigkeiten, umständliche Arbeitsabläufe und Medienbrüche in den Verwaltungsprozessen zu vermeiden. So wurde schliesslich die frühere Verwaltungs-Software durch eine zeitgemässe neue Lösung ersetzt. Durchgängigkeit und Anbindung an Microsoft-Anwendungen Ein wichtiges Merkmal ist, dass es sich dabei um ein auf Microsoft Dynamics 365 Business Central basierendes System handelt. Dadurch bringt die Software per se eine Anbindung der Office-Programme und eine Integration ins Microsoft-Ökosystem mit sich. So ist man etwa heute in der Lage, für die Erstellung von individuellen Auswertungen auf Knopfdruck die Daten ins Excel zu exportieren. Das ist eine grosse Erleichterung im Vergleich zu früher, als ein Datenexport zwar machbar, aber wegen der mangelnden Durchgängigkeit der Anwendungen sehr umständlich und zeitaufwändig war. Diese Durchgängigkeit zeigt sich allein schon daran, dass man alle Arbeiten innerhalb desselben Systems ausführen kann. Zuvor gab es für jede Verwaltungsdisziplin (Einwohnerkontrolle, Finanzen, Steuern etc.) einzelne Clients, zwischen denen während des ganzen Tages hin und her gewechselt werden musste. Die Anbindung von Office-Anwendungen zeigt sich auch beim Erstellen von Word-Dokumenten. So ist jetzt etwa eine Wohnsitzbestätigung eine Word-Vorlage innerhalb des Systems. Wollte man früher eine neue Vorlage erstellen oder eine bestehende verändern, musste man den Namen des Datenfeldes im ERP kennen, um dieses ins Formular zu übertragen. Heute wählt man aus einer Liste von Textmarken das gewünschte Feld aus, und schon werden die Daten automatisch für jeden einzelnen Geschäftsfall ins Word-Dokument übernommen. Geräteunabhängigkeit ein Muss für Digitalisierung Ein weiterer ausschlaggebender Grund für unsere Wahl war die Geräteunabhängigkeit. Unsere Verwaltungslösung ist somit automatisch mit sämtlichen Plattformen (PC, Notebook, Smartphones oder Tablets) aller Hersteller kompatibel. So kann zum Beispiel der Gemeindewerkhofleiter auf seinem Notebook Rechnungen visieren. Abgesehen davon, dass ein solcher Arbeitsschritt nun zeit- und ortsunabhängig möglich ist, ist der zugrundeliegende Kreditoren-Workflow bereits «von Haus aus» integriert. Früher wurde dafür eine separate App beansprucht, die an das Finanzmodul über eine Schnittstelle angebunden war. Digitalisierung bedeutet aber auch, dass sich die neue Lösung übers Internet mit anderen Plattformen verknüpfen lässt. So braucht man heute lediglich einen Haken setzen, um Lohnblätter den Gemeindemitarbeitenden automatisch auf dem Mitarbeiterportal anstatt auf postalischem Weg zur Verfügung zu stellen. Solche Vereinfachungen sind sehr wertvoll, spart man damit doch Arbeitszeit, die wiederum einer besseren persönlichen Betreuung der Kunden zugute kommt. Den Beitrag finden Sie auch online www.netzwoche.ch 14 / 2020 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Technology Focus 27 « Die Vielfalt in den Betriebssystemen fördert die Innovation » Seit einem Jahr bietet Microsoft eine Schweizer Cloud-Infrastruktur an. Marianne Janik ist Schweizer Country Managerin des Techkonzerns. Im Interview spricht sie über die Möglichkeiten der Schweizer Cloud. Ausserdem sagt sie, warum Windows heute nicht mehr das ein und alles ist, was die Innovation der öffentlichen Hand gefährdet und warum Microsoft die KMUs nun auf oberster Ebene betreut. Interview: René Jaun Vor ziemlich genau 25 Jahren ging Microsoft mit Windows 95 an den Start. Wie wichtig ist das Betriebssystem Windows in Ihrem Ökosystem heute noch? Marianne Janik: Windows ist eine grosse Erfolgsgeschichte und wir sind glücklich, dass auch Windows 10 von den Kunden sehr gut angenommen wird. Aber natürlich beobachten wir auch, dass sich die Welt verändert und sie immer offener wird. Mit Teams sehen wir eine weitere Erfolgsgeschichte entstehen. Die vergangenen Monate haben dazu sicher ihren Beitrag geleistet. Heute ist die Teams-Community – auch in der Schweiz – sehr aktiv und baut Applikationen und Erweiterungen für die Kollaborationsplattform. « Die öffentliche Hand benötigt jetzt Handlungsspielraum, die technologischen Möglichkeiten zur Optimierung von Prozessen und für zukunftsgerichtete Innovationen zu nutzen. » Marianne Janik, Country Managerin, Microsoft Schweiz Wie gross ist der Anteil Ihrer Unternehmenskunden, die mit anderen Betriebssystemen wie Mac OS oder Linux arbeiten? Unser Betriebssystem ist sicher nach wie vor stark verbreitet. Aber darum geht es heute nicht mehr. Unsere Kunden wollen jederzeit und über alle Arten von Sensoren und Geräte auf unsere Cloud-Services zugreifen. Da spielt das Betriebssystem überhaupt keine Rolle mehr. Im Gegenteil: Die Vielfalt in den Betriebssystemen fördert die Innovation und schafft damit neue Anwendungsszenarien für unsere Kunden. Seit einem Jahr betreibt Microsoft eigene Datacenter in der Schweiz. Was hat das für Auswirkungen auf Ihre Kunden? Der Grossteil der Unternehmen in diesem Land hat sich intensiv mit der Cloud auseinandergesetzt und erkannt, dass die Cloud die effizienteste und sicherste Form ist, wie man IT-Leistungen bereitstellen und konsumieren kann. Die lokalen Datacenter spielen dabei eine zentrale Rolle, denn sie haben das Vertrauen der Kunden in die Sicherheit und in den Datenschutz gestärkt. Zudem bietet die Microsoft Cloud in der Schweiz den Kunden die Möglichkeit, Mischmodelle zu wählen, in denen sie genau definieren können, wo welche Daten gespeichert werden. Seit dem Start vor 12 Monaten freuen wir uns über eine sehr grosse Nachfrage, natürlich auch für Microsoft 365 aus den Schweizer Rechenzentren. Die Covid-Krise hat dazu geführt, dass nicht nur Grossunternehmen die Cloud nutzen, sondern jetzt auch sehr viele KMUs und Organisationen der öffentlichen Hand bereit sind, den Schritt in die Cloud zu machen. In diesem Sinne wandelt sich die Art und Weise, wie in der Schweiz IT genutzt wird, massiv und dieser Trend wird sich in den kommenden 12 Monaten noch einmal beschleunigen. Vor zwei Monaten erklärte ein Gericht das Privacy-Shield-Abkommen zwischen der EU und der USA für ungültig. Rechtsexperten übertragen dieses Urteil auch auf das Abkommen zwischen den USA und der Schweiz. Hat dies irgendwelche Konsequenzen für Ihr Angebot oder Ihre Kunden? Aus Sicht von Microsoft ist Privatsphäre ein Menschenrecht. Wir begrüssen deshalb Gesetze, die den Schutz der Privatsphäre stärken. Das Urteil des Europäischen Gerichtshofs hat keinen Einfluss auf unser Geschäft, denn unsere Geschäftskunden können weiterhin die Dienste von Microsoft in Übereinstimmung mit dem europäischen Recht nutzen. Wir bieten unseren Kunden seit Jahren einen sich überschneidenden Schutz sowohl im Rahmen der Standardvertragsklauseln (SCCs) als auch des Privacy- Shield-Frameworks für Datenübertragungen. Lesen Sie weiter auf Seite 28 Fotos: Daniel Hager www.netzwoche.ch © netzmedien ag 14 / 2020

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