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Netzwoche 15/2016

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26 Technology Aktuell

26 Technology Aktuell WWW.NETZWOCHE.CH Bei der FHNW lügen die Chatbots gcr. Die Hochschule für Wirtschaft der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) hat einen Lügenbot entwickelt. Die Idee zum «Liebot» kam von Wirtschaftsinformatiker und Philosoph Oliver Bendel, der im Bereich Maschinenethik forscht, wie die FHNW mitteilt. Mit dem Lügenbot will Bendel zeigen, dass «lügende» Maschinen erkannt und vermieden werden können. Es sei wichtig, dass Chatbots und virtuelle Assistenten verlässlich und vertrauenswürdig seien. ▸ Webcode NW151621 Hochschule Luzern erforscht Blockchain asc. Die Hochschule Luzern hat begonnen, Software zum Handel von Aktien auf Basis von Blockchain zu erforschen. Partner des Projekts sind Swisscom, ZKB, Six, TI&M, Intvetx und Incore. Laut Mitteilung entwickeln sie einen Prototyp. Die Blockchain-Software soll den Handel beschleunigen und sicherer machen. ▸ Webcode NW151622 Uni Zürich erforscht Digitalisierung cgr. Mitte September hat die Universität Zürich die «UZH Digital Society Initiative» lanciert. Mit der Forschungsinitiative will die Universität «zu einem Zentrum zur Erforschung und Reflexion der Digitalisierung von Gesellschaft und Wissenschaft werden», wie sich Uni-Rektor Michael Hengartner in einer Mitteilung zitieren lässt. Mit der Initiative sollen Digitalisierungsprozesse kritisch begleitet und zukunftsorientiert gestaltet werden. Die Uni Zürich sieht sich mit der Initiative in einer «internationalen Pionierrolle». Der interdisziplinäre Ansatz soll alle Fakultäten der Hochschule umfassen, da die Digitalisierung nahezu alle gesellschaftlichen Bereiche berühre. Informatikprofessor Abraham Bernstein stiess die Initiative massgeblich an, wie es in der Mitteilung weiter heisst. «Mit der ‹UZH Digital Society Initiative› werden wir die Forschungen aus den unterschiedlichsten Fachbereichen zur Digitalisierung bündeln und Synergien schaffen», lässt sich Bernstein in dem Communiqué zitieren. In den ersten vier Jahren der Startphase sollen neue Forschungsfelder entstehen. Im September startet etwa ein Projekt zu ethischen und rechtlichen Fragen von Cybersecurity. Dieses läuft unter dem Dach der europäischen Forschungsinitiative Horizon 2020. Auch der Schweizer Nationalfont finanziert ein Forschungsprogramm zum Thema Big Data. Die Projekte sollen auch die Vorteile der Uni Zürich als Hochschule mit verschiedenen Forschungsfeldern hervorheben, heisst es in der Mitteilung weiter. So werde etwa im geografischen Institut der Hochschule im Zusammenspiel mit Informatik und Psychologie anhand von 3-D- Simulationen untersucht, wie Personen unter Stress mit Abraham Bernstein, Professor für Informatik an der Uni Zürich, stiess die «UZH Digital Society Initiative» massgeblich an. einem digitalen Assistenten im Raum navigieren. Im Gesundheitsbereich werde erforscht, unter welchen rechtlichen und ethischen Rahmenbedingungen persönliche Gesundheitsdaten mit unpersönlichen Informationen vereint werden können, um eine individuelle Therapie zu ermöglichen. «Eine solche Fragestellung kann man nur interdisziplinär angehen, auch wenn die Lösung rein technisch eigentlich einfach ist», erklärte Bernstein. Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode NW151634 MÜLLERS KLEINES ABC S wie Scrollen Christopher Müller Inhaber und CEO von Die Ergonomen Usability AG. Theorie: Hier das Scrollen an sich zu erklären, ist wohl so überflüssig, wie einen Kühlschrank in die Antarktis zu stellen. Interessant hingegen ist, wie sich die Haltung der Webbranche dazu gewandelt hat. Nebenbei: Der Begriff stammt von «scroll», dem englischen Wort für Schriftrolle, und hat mit «Bildlauf» eine deutsche Entsprechung, die sich aber nie durchsetzen konnte. Praxis: Sie erinnern sich? Vor zehn, fünfzehn Jahren noch wurde jedem Screendesigner (oder wie auch immer die damals hiessen) eingebläut: Du sollst deine Seiten kurz halten, auf dass der Nutzer nicht scrollen muss. Scrollen ist böse, hiess es damals, vergrault die Surfer und lässt sie nie mehr wiederkehren. Und heute? Seit das Schicksal den Menschen das Smartphone beschert hat, scheint sich Scrollen zum Volkssport gemausert zu haben. Nun macht es glücklich, weil es die grossartigsten Inhalte selbst auf die kleinsten Bildschirmchen bringt. Und, nicht zu vergessen: Es hat uns diese vertikale Wischbewegung geschenkt, mit der wir fortan unnachahmlich elegant durch den Cyberspace schweben. Doch, mal ehrlich: Wer sich früher sklavisch dem Scroll-Verbot unterwarf, lief Gefahr, überstrukturierte, x-spaltige Seiten voll blut armem Kurzfutter zu bauen. Die wollte keiner mehr als ein Mal sehen, und dort fand sich auch kaum jemand zurecht. Oder anders herum: Wer heute meint, er könne seine 200-seitige Website samt grosszügig dazwischengestreuter Werbung in zwei, drei vertikale Rubriken abfüllen (oder von einem dieser praktischen Responsive-Plug-ins abfüllen lassen), ist ebenso auf dem Holzweg. Fazit: Der Nutzer braucht ein angemessenes Layout und eine stimmige Struktur in der Horizontalen wie in der Vertikalen. Nicht zu wenig, nicht zu viel soll es sein, sondern genau so viel, wie zum Thema, der Botschaft und selbstverständlich der Zielgruppe passt. Gutes Screendesign entsteht also nicht durch Befolgen irgendwelcher gerade angesagter Ge- oder Verbote, sondern durch Nachdenken, Ausprobieren und Optimieren. Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode NW151602 15 / 2016 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Technology Research 27 Projekt- und ICT-Services im Umbruch Die Themen Internet der Dinge oder Internet of Things (IoT), Cloud Computing, Analytics & Big Data, Security sowie Mobility zählen aktuell zu den «Big Five»-Themen auf unserem Research-Radar. Die Projekte in diesen Bereichen werden in den kommenden Jahren zu Hauptträgern der Umsätze im Business der Projektservices. DER AUTOR Philipp A. Ziegler Geschäftsführer, MSM Research AG Die «Stuck in the Middle»- Gefahr ist gross, bestimmt künftige Strategieüberlegungen und wird die bislang eher traditionell aufgestellten Serviceanbieter in Bedrängnis bringen. Schon heute tragen die professionellen Dienstleistungen in den Segmenten ICT-Security, Cloud Computing und Mobility wesentlich zum Wachstum und Marktvolumen bei. 2016 werden Schweizer Unternehmen auf der Basis unserer aktuellen Prognosen insgesamt 3274 Millionen Franken für Projekte ausgeben, dies entspricht einem Wachstum von 2,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Darin inbegriffen sind Spendings für individuelle Softwareentwicklung, Beratung, Schulung, Implementierung und Systemintegration. Noch haben eher traditionelle Projektthemen beachtlichen, wenn auch sinkenden Einfluss auf die Entwicklung und das künftige Wachstum des Marktes. Der Paradigmenwechsel und «Big Shift», das heisst, die zunehmende Auslagerung des ICT-Betriebs (weg von Assets, hin zu Managed und Cloud-Services) sowie der starke Trend hin zu hybriden Infrastrukturen, generiert weitreichende und grundlegende Veränderungen im Markt der Projektdienstleistungen. Aber auch die starke Zunahme der Vorhaben im Digitalisierungssegment wird die klassisch aufgestellten Dienstleister herausfordern. Eine Neuorientierung mit Blick auf das künftige Leistungsangebot, Businessmodell und die erfolgreiche Differenzierung im Markt ist gefragt. Dieser Trend zu einer Neugestaltung des Marktes wird nicht nur das Segment des Projektgeschäftes im oben beschriebenen Kontext betreffen, der gesamte Markt der ICT- Services inklusive der Sourcing-Dienste und Supportleistungen wird davon betroffen sein. Der Impact der Cloud und der Digitalisierung ist gross. Hier ist viel in Bewegung, alles fliesst und strukturiert sich neu. Disintegration im ICT-Markt Die ganze Entwicklung wird dazu führen, dass die Anbieter-Community in den kommenden Jahren auseinanderdriftet. Wir werden eine weitere Disintegration, das heisst Weltenteilung im ICT-Markt beobachten und miterleben können. Die Disintegration führt weg von Anbietern der «traditionellen Mitte», einerseits hin zu Anbietern mit hochstandardisierten Services wie etwa im Bereich der Cloud-Dienste und Digitalisierungsplattformen und andererseits hin zu hochspezialisierten Dienstleistern mit viel Business-, Branchen- und Prozessexpertise. Die «Stuck in the Middle»-Gefahr ist gross, bestimmt künftige Strategieüberlegungen und wird die bislang eher traditionell aufgestellten Serviceanbieter in Bedrängnis bringen. PROJEKTSERVICES IN DER SCHWEIZ Prognose 2016 – Herbst-Update: Total Ausgaben in der Schweiz (B2B) 3274,2 Millionen Franken, plus 2,1 Prozent gegenüber 2015 Custom-Software ICT-Consulting ICT-Ausbildung Implementierung & Integration Ausgaben für Projekt services in der Schweiz (B2B) in Prozent 46 % Ausgaben für Projektservices in der Schweiz (B2B) in Millionen Franken 699,5 762 9,4 % 306,5 Die Weltenteilung und Neustrukturierung des Marktes wird manchem Dienstleister viel Transformationsarbeit abverlangen, aber auch die Bühne frei machen für einen frischen Blick auf kommende Chancen und Potenziale im Markt. Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode NW151603 Quelle: MSM Research 21,4 % 23,3 % 1 506,1 www.netzwoche.ch © netzmedien ag 15 / 2016

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