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Netzwoche 15/2017

12 Business Event « Wir

12 Business Event « Wir zeigen die Reise der digitalen Transformation » Zum achten Mal führt Namics im Gottlieb Duttweiler Institut den Smart Business Day durch. In diesem Jahr steht die Kundenperspektive im Mittelpunkt. Tim Dührkoop, Client Service Director und Partner von Namics, spricht über die Chancen der digitalen Transformation und die Highlights des Events am 30. Oktober 2017. Interview: Oliver Schneider Tim Dührkoop von Namics sagt, was Besucher am Smart Business Day erwartet. vielen Branchen, dass digitale Geschäftsmodelle und neue digitale Konkurrenten einen wesentlichen Einfluss auf die Marktentwicklung haben. Wichtig ist uns aber, nicht immer nur die Gefahren zu sehen, sondern vor allem die Chancen: Digital komme ich näher an den Kunden, kann neue geografische Märkte mit geringeren Kosten erschliessen, Produkte schneller testen – alles tolle Geschäftschancen, die es sich lohnt zu nutzen! « Digital komme ich näher an den Kunden. » Tim Dührkoop, Client Service Director und Partner, Namics Der Smart Business Day 2017 steht unter dem Motto «The Customer Perspectives». Weshalb haben Sie diesen Schwerpunkt gewählt? Tim Dührkoop: Nach unserer Erfahrung ist konsequente Kundenorientierung der zentrale Erfolgsfaktor der digitalen Transformation. «Das tun, was der Kunde von uns will», klingt banal, ist aber für traditionelle Unternehmen oft sehr schwierig umzusetzen. Im Weg stehen bestehende Vertriebskanäle und Prozesse, die dafür gebauten Systeme und oft auch die Kultur und Organisation. Wir wollen zeigen, wie grosse Unternehmen aus Kundensicht an die digitale Transformation herangehen und damit Erfolg haben. Wichtig ist uns dabei, nicht nur ein rosa Bild zu zeichnen. Unsere Referenten zeigen auch die Schwierigkeiten und Hürden und wie sie sie überwunden haben. An welche Zielgruppe richtet sich die Veranstaltung? Der Smart Business Day ist eine Veranstaltung für Leader, die in ihrem Berufsalltag mit digitaler Transformation zu tun haben. Einerseits Leute, bei denen «Digital» im Berufstitel steht, vor allem aber auch Entscheider, die in ihrer Rolle in den Bereichen Marketing, Business, IT oder im Topmanagement digitale Transformation täglich als Chance und Herausforderung erleben. «Wer nicht transformiert, verliert», heisst es auf Ihrer Website. Was kommt auf Schweizer Unternehmen in der digitalen Transformation zu? Der Satz reimt sich so schön, deshalb fand unser Marketing ihn gut. Spass beiseite, wir sehen inzwischen in sehr Welche Themen erwarten die Gäste am Smart Business Day 2017? Wir zeigen die Reise der digitalen Transformation von sechs Unternehmen: Swisscom als Grossunternehmen mit sehr spannenden Managementansätzen; Postfinance mit der Ambition, «digitales Powerhouse» als zentrales Strategieelement zu sein; Vorwerk mit einem hoch erfolgreichen digitalen Ökosystem rund um – auf den ersten Blick – klassische Produkte; Axa als internationaler Konzern mit der Perspektive des lokalen Unternehmens; VIU als erfolgreiches Schweizer Start-up mit einer aussergewöhnlichen Customer Experience; Covestro als B2B-Unternehmen, das die digitale Customer Journey neu denkt. Und noch ein kleiner Impuls von Google zur Zukunft der Werbung. Auf was freuen Sie sich persönlich? Wir führen den Smart Business Day in diesem Jahr schon zum achten Mal durch. Inzwischen gibt es eine kleine Community von regelmässigen Besuchern mit führenden Rollen in der Digitalisierung von Schweizer Unternehmen, die sich ein Mal im Jahr bei uns austauschen. Ich freue mich sehr darauf, diese Community wieder im GDI zu begrüssen und zu hören, welche Fortschritte es im vergangenen Jahr gab, welche Schwierigkeiten überwunden und welche Chancen gepackt werden konnten. Wie hat sich der Smart Business Day im Vergleich zum Vorjahr verändert? Auch wir transformieren und arbeiten immer am Format. Kürzere Impuls-Vorträge, Interviews und eine etwas kürzere Gesamtdauer sind einige Beispiele. Und die klassische Paneldiskussion der Referenten, in der sich immer alle einig sind, während draussen eigentlich schon der Apéro wartet, haben wir einfach abgeschafft. 15 / 2017 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Business Porträt 13 Von der Schafweide in den Chefsessel Patrick Schmid wohnt auf einem Bauernhof und hält Schafe. Seit Juni leitet er die Geschäfte von Dacor Informatik. Der Luzerner IT-Dienstleister mit Wurzeln im lokalen Gewerbe baut unter dem neuen Chef ein Beratungsgeschäft auf. Autor: Joël Orizet Patrick Schmid machte einen Umweg, um da zu landen, wo er heute steht. Seine Faszination für Computer entdeckte er zwar früh. Als Zwölfjähriger verbrachte er seine Nachmittage vor einem Commodore 64. «Später folgten meine ersten Versuche als Programmierer», schmunzelt er. Doch beruflich schlug Schmid einen anderen Weg ein. Statt in die Gefilde der IT zog es ihn an die frische Luft. Schmid absolvierte eine Lehre als Landschaftsgärtner. Seine Verbindung zur Natur begleitet ihn bis heute. Er wohnt auf einem Bauernhof, hält Hütehunde und rund 80 Schafe. Dies scheint ihn zu erden, denn Schmid tritt bodenständig auf. «Ich packe gerne mit an», sagt er. Von der Natur über die Technik zur Strategie Seinen ersten Beruf übte Schmid nicht lange aus. Aus gesundheitlichen Gründen musste er umsatteln. Im Nachhinein ein Glücksfall, wie sich Schmid erinnert: «Ich machte schliesslich mein Hobby zum Beruf.» Nachdem er sein Diplom in Wirtschaftsinformatik erlangt hatte, durchlief er mehrere Weiterbildungen. Die Welt der IT betrat Schmid als Techniker. Er arbeitete für kleine Computerfirmen, bei Banken im IT-Support und beim Systemhaus Also Comsyt, das heute zu Bechtle gehört. Später leitete Schmid zehn Jahre lang die IT-Abteilung der Stiftung für Schwerbehinderte in Luzern. Eines Tages sei er an einen Scheideweg gelangt, sagt Schmid. «Jeder, der in der IT-Welt Karriere machen will, muss sich früher oder später entscheiden: Will ich mich technisch weiter spezialisieren oder will ich lernen, Strategien zu entwickeln.» Schmid entschied sich für Letzteres. IT fürs regionale Gewerbe Seit Juni 2017 leitet Schmid die Geschicke der Dacor Informatik. Der IT-Dienstleister blickt auf eine 40-jährige Geschichte zurück. Dacor entstand als Tochterfirma der Gewerbe-Treuhand. Die Steuerberatungsfirma gehört wiederum dem Gewerbeverband des Kantons Luzern. Dacor Informatik besinnt sich bewusst auf die Region Innerschweiz, wie der neue Geschäftsführer erklärt. Der Kundenkreis bestehe ausschliesslich aus lokalen KMUs, die aus verschiedenen Branchen stammen. «Wir bedienen alle möglichen Mittel- und Kleingewerbeunternehmen, vom Schreiner bis hin zum Velomechaniker», sagt Schmid. Massgeschneiderte Standardlösungen für ERP Seit 1997 bietet Dacor ERP-Lösungen an. «Damals war die Firma noch ein kleiner Partner von Navision», sagt Schmid. Der dänische Softwarehersteller gehört seit 2002 zu Microsoft. Deswegen liess sich Dacor drei Jahre später zum Microsoft-Partner zertifizieren. Heute erstellt Dacor Informatik ERP-Lösungen mit Microsoft Dynamics NAV. Die Software liege nahe am ERP- Standard, erklärt Schmid. Um sie branchenspezifisch anzupassen, entwickelt die Firma Add-ons. «Auf diese Weise können wir unseren Kunden beides bieten: Eine Standardlösung sowie Erweiterungen, die wir auf die Bedürfnisse unserer Kunden zuschneiden», sagt Schmid. Ein neues Standbein wächst Der neue Geschäftsführer will die Firmentradition fortsetzen und dennoch Neues schaffen. Er habe festgestellt, dass eine grosse Nachfrage nach Expertise im Bereich Datensicherheit bestehe. Zudem zeigt Schmid Freude daran, sein Know-how weiterzugeben. Bereits vor seiner Anstellung stand fest: Schmid tritt an, um das Beratungsgeschäft von Dacor Informatik aufzubauen. In einem ersten Schritt nimmt der neue Geschäftsführer die Zügel selbst in die Hand. Erste Mandate konnte Schmid bereits gewinnen. Er verfolge das Ziel, die Kunden auf ihrem Weg in die digitale Transformation zu unterstützen und der Firma Dacor ein weiteres Standbein zu sichern. Beratung lebt von Vertrauen «Viele KMUs entscheiden sich zurzeit für oder gegen eine Cloud-Lösung», sagt Schmid. «Wir wollen den Kunden beratend zur Seite stehen und sie bei diesem Entscheid unterstützen.» Mit Risikoanalysen und betrieblichem Kontinuitätsmanagement will Schmid seinen Kunden helfen, ihre IT-Risiken zu verringern. Besonderen Wert legt Schmid auf Ehrlichkeit. «Als Berater müssen Sie ehrlich sein und Ihre Kunden herstellerunabhängig beraten», sagt Schmid und ergänzt: «Wer dies versäumt, verspielt sein wichtigstes Kapital, nämlich das Vertrauen seiner Kunden.» Artikel online auf www.it-markt.ch Webcode DPF8_57925 « Als Berater müssen Sie ehrlich sein und Ihre Kunden herstellerunabhängig beraten. » Patrick Schmid, Geschäftsführer, Dacor Informatik www.netzwoche.ch © netzmedien ag 15 / 2017

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