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Netzwoche 15/2017

20 People Live

20 People Live malerweise richtig. An der Landwirtschaftsmesse in Paris fragten mich die Journalisten, ob wir in der Schweiz zu spät dran seien. Das finde ich nicht. Wir haben den Vorteil, dass unsere Bauern gut ausgebildet sind. Die Integration von Technik auf der Betriebsstufe wird in der Schweiz einfacher sein. Es wird jetzt aber sehr schnell gehen. Wir dürfen deshalb mit Änderungen nicht mehr zu lange warten. Der Bund greift den Schweizer Bauern unter die Arme. Wie hat sich diese Förderung auf die Innovationskraft ausgewirkt? Die Frage ist, ob es einen gewissen Druck braucht, um innovativ zu sein. Manchmal funktioniert dies, wie man an der Arbeitslosigkeit in Frankreich sieht. Die Schweizer Bauern spüren vor allem finanziellen Druck. In der Schweiz verdient ein Bauer im Durchschnitt weniger als 5000 Franken pro Monat. Das ist problematisch. Es gab letztes Jahr viele Suizide in der Landwirtschaft. Der finanzielle Druck ist enorm. In einem Bericht vom Bundesamt für Landwirtschaft stand 15 Mal das Wort Digitalisierung. Die Digitalisierung scheint die Lösung für alles zu sein. Das geht doch nicht. Die Digitalisierung wird uns Lösungen bringen. Aber sie wird auch zu Problemen führen. Sie ist nicht das Allheilmittel, um alle Probleme zu lösen. Wo bleibt denn der Bauer in dieser digitalisierten Welt? Ein voll automatisierter Bauernhof, das klingt ja auch monoton. Für mich ist das Wichtigste, dass nicht die Maschinen entscheiden. In mancherlei Hinsicht sind sie sicher sinnvoll. Aber am Ende brauchen wir Menschen, um Entscheidungen zu treffen. Bauern, die Melkroboter haben, sagten mir, dass sie immer noch viel Zeit im Stall verbringen müssten. Wie es den Kühen gehe, müssten sie mit eigenen Augen sehen. Diese Erfahrung und nicht die Maschinen macht die Schönheit des Berufs aus. Sie können für viele Dinge einen Plan erstellen, aber in der Realität arbeiten wir mit der Natur. Das muss so bleiben. Welche Aufgaben hat denn die Politik bei diesen Problemen? Ich bin kein Fan von allem, was Bundesrat Schneider-Ammann sagt, aber ich finde positiv, dass er sagt, man müsse in die Richtung der Digitalisierung gehen. Wir müssten vielleicht auch Investitionshilfen haben, um die neue Technologie zu entwickeln. Dies hat beispielsweise bei der Schleppschlauch-Technik funktioniert. Diese Geräte bringen Gülle direkt auf den Boden. Dadurch konnten wir die Belastung von Ammoniak reduzieren. Am Anfang unterstützte der Bund und finanzierte einen Teil der Investitionen. Das half und brachte eine Beschleunigung. Unserer Meinung nach ist es noch zu früh, bereits jetzt die gesetzlichen Regelungen für die Digitalisierung zu entwerfen, denn es fehlt noch an Erfahrung. Es wäre falsch, jetzt eine Robotersteuer vorzuschlagen. Wir müssen zuerst die wirtschaftliche und technologische Entwicklung vorantreiben. Ob es Gesetze braucht, wird sich dann zeigen. Was meinen Sie, wie sieht die Schweizer Landwirtschaft in zehn Jahren aus? Das ist schwer zu sagen. Wir müssen unterscheiden zwischen dem, was wir wollen, und dem, was die Realität sein wird. Die Realität wird leider sein, dass wir in zehn Jahren weniger Bauernbetriebe in der Schweiz haben. Ich glaube aber auch, dass wir in zehn Jahren noch Familienbetriebe haben werden. Die Resilienz von Familienbetrieben ist sehr hoch, sie können flexibel auf Wetterprobleme oder Marktentwicklungen reagieren. Ich hoffe ausserdem, dass der Konflikt zwischen Ökologie und Produktion kleiner sein wird. Nachhaltigkeit ist wichtig, aber auch das Einkommen muss stimmen. Die Technologie wird uns helfen, Unfälle zu vermeiden. Zum Beispiel beim Tierschutz oder bei der Verschmutzung des Wassers. « Wir müssen die wirtschaftliche und technologische Entwicklung vorantreiben. » Francis Egger, Leiter des Departements Wirtschaft, Bildung und Internationales beim Schweizerischen Bauernverband Gibt es Widerstände und Berührungsängste bei den Bauern gegen diesen Einsatz von Technologie? Ja, klar. Wenn ich im SBV-Vorstand über die Digitalisierung Auskunft gebe, danken mir zwar alle, aber wir gehen dann schnell zu anderen Themen über. Ich bin aber nicht sicher, ob unsere Bauern diese Entwicklung richtig einschätzen. Wir diskutieren viel über die Agrarpolitik 22+. Aber ich bin mir sicher, dass die Digitalisierung uns mehr unter Druck setzen wird als die nächste Agrarpolitik. Das ist aber nicht allen bewusst. Wenn Sie 50 Kühe haben und Ihr Melkroboter funktioniert nicht, müssen Sie sofort reagieren können. Das erzeugt Stress. Ein anderes Problem ist, das Wissen zu haben, um die Technik verstehen zu können. Oder Sie haben zu viele Schulden, um investieren zu können. Manche stellen Fragen wie: Warum machst du bei den tiefen Preisen noch Milch? Die Antwort lautet dann immer: Weil ich investiert habe, und ich kann nicht noch mehr investieren, um etwas anderes zu produzieren. 15 / 2017 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

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