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Netzwoche 15/2017

10 Business Aktuell

10 Business Aktuell WWW.NETZWOCHE.CH Toshiba verkauft Chip- Sparte für 18 Milliarden cgr. Nach mehreren Monaten Suche nach einem Käufer hat Toshiba seine Chip-Sparte nun verkauft. Für 18 Milliarden US- Dollar geht sie an Bain Capital, wie Toshiba mitteilt. Toshiba musste die Chip-Sparte verkaufen, um eine drohende Insolvenz abzuwenden. Zunächst verbuchte der Konzern aufgrund eines Bilanz-Skandals Verluste in Milliardenhöhe. Dann kam die Insolvenz der US-Tochterfirma Westinghouse hinzu. Diese war im Atomenergiesektor tätig. ▸ Webcode DPF8_58696 Crealogix steigert Umsatz und Gewinn osc. Das Schweizer Fintech- Unternehmen Crealogix hat Umsatz und Gewinn im vergangenen Geschäftsjahr gesteigert. Der Umsatz wuchs von 63,3 auf fast 75 Millionen Franken, wie Crealogix in einer Mitteilung schreibt. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) habe sich auf 7,3 Millionen Franken erhöht. Unter dem Strich steht laut Geschäftsbericht ein Gewinn von 1,4 Millionen Franken. Im Vorjahr wies Crealogix hier noch einen Verlust von 613 000 Franken aus. ▸ Webcode DPF8_58171 Postfinance krempelt Filialen, Beratungscenter und Backoffice um osc. Postfinance verordnet sich einen Umbau. Insbesondere das Kundengeschäft soll im Rahmen des Programms «Victoria» Veränderungen erfahren, wie der «Blick» berichtet. Aber auch das Backoffice ist betroffen. 45 von rund 1000 Stellen in der Abteilung «IT and Operations» will Postfinance streichen. Hier setzt das Unternehmen auf die Digitalisierung und Automatisierung von Prozessen, wie Mediensprecher Johannes Möri auf Anfrage sagte. ▸ Webcode DPF8_58940 Swisscoms Blockchain-Tochter startet jsc. Die Gründung von Swisscom Blockchain ist nun offiziell bestätigt. Wie der Telko mitteilt, soll das neue Unternehmen vorwiegend Beratung, Umsetzung von Blockchain-Anwendungen sowie Unterstützung bei Initial Coin Offerings (ICOs) anbieten. Anfang Oktober sollen dafür mehrere Mitarbeiter von EY zu Swisscom Blockchain wechseln. Der CEO der neuen Firma, Daniel Haudenschild, war zuvor ebenfalls bei EY. Mehrere Projekte in Arbeit Die Kombination von Beratung, Entwicklungskompetenz und Blockchain-Infrastruktur sei in der Schweiz bisher noch einmalig, sagt Robert Gebel, Leiter Banking & Industries bei Swisscom und Verwaltungsratspräsident von Swisscom Blockchain. Den Entwicklern der Swisscom-Tochter stehe eine virtuelle Werkstatt sowie die Blockchain-Crypto-Infrastruktur zur Verfügung. Auf dieser Plattform könnten Pilotprojekte und sogenannte Minimal Viable Products sma. Der ICT-Markt in Europa werde 2017 stärker wachsen als 2016. Das sagt ein Marktbericht des deutschen «Bundesverbands Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien» (Bitkom). Das Telekommunikations- und IT-Geschäft befindet sich laut Mitteilung im (MVP) getestet werden. Zusammen mit der Zürcher Kantonalbank und anderen Partnern realisierte Swisscom bereits die OTC Swiss Blockchain (OTC = Over the Counter). Dabei handelt es sich um einen Software-Prototyp einer auf Blockchain basierenden Lösung für den ausserbörslichen Handel. Technisch realisiert werden die meisten Blockchain-Projekte auf Hyperledger Fabric, einer Plattform der Linux Foundation. Swisscom arbeite im Rahmen von Digital switzerland zudem an einem Handelsregister-Prototyp. In einem weiteren Projekt gehe es um eine digitale Aktie, heisst es weiter. Swisscom forscht bereits seit 2015 an Anwendungen für Blockchains. Der Telko ist seit Ende 2016 Mitglied des Hyperleger Projects, einem globalen Blockchain-Konsortium von Firmen aus den Bereichen Finance, Banking, IoT, Supply Chain, Hightech und Produktion. Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode DPF8_58762 Europäischer ICT-Markt soll aufblühen PROGNOSTIZIERTER UMSATZ DES ICT-MARKTES 2017 IT (in Milliarden) 1800 1400 Welt Quelle: European IT Observatory Telekommunikation (in Milliarden) 294 389 Europa Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode DPF8_58809 Aufschwung. In der EU sollen die ICT-Umsätze dieses Jahr um 1,9 Prozent auf 683 Milliarden Euro wachsen. Im vergangenen Jahr waren es noch 1,3 Prozent. Bitkom sieht den Trend bestätigt, dass sich der IT-Sektor in Europa stärker entwickle als die Telekommunikationsbranche. Das Geschäft mit Software, Hardware und Dienstleistungen für IT soll in Europa um 3 Prozent auf 389 Milliarden Euro zulegen. Der Telekommunikationsmarkt hingegen wachse lediglich um 0,3 Prozent auf 294 Milliarden Euro, prognostiziert Bitkom. Digitalisierung steigert die Umsätze Weltweit sei die Schere zwischen Telekommunikation und IT nicht so weit geöffnet. Die Informationstechnik wachse um 3,4 Prozent auf 1,4 Billionen Euro, die Telekommunikation um 3,3 Prozent auf 1,8 Billionen Euro. Das liege daran, dass die Telekommunikation in den Schwellenländern stark im Aufwind sei, sagt Bitkom-Chefvolkswirt Axel Pols. Hauptgrund für den europäischen ICT-Aufschwung seien die Bereiche Software (plus 5,4 Prozent) und IT-Dienstleistungen (plus 2,7 Prozent). «Die starke Entwicklung der Umsätze mit Software und IT-Dienstleistungen ist Ausdruck der fortschreitenden Digitalisierung der Gesamtwirtschaft. Unternehmen aller Branchen investieren in digitale Technologien wie zum Beispiel Cloud Computing und Big Data», sagt Pols weiter. 15 / 2017 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Business Aktuell 11 VMware setzt auf Sicherheit KOLUMNE cgr. Bereits zum neunten Mal hat VMware in Barcelona die europäische Ausgabe seine Hausmesse VMworld veranstaltet. In diesem Jahr fand der Event vom 12. bis zum 13. September statt. Das Unternehmen informierte am Event über neue Produkte. Zudem präsentierten sich Partner und Kunden mit ihren Lösungen. Am ersten Tag trat VMware-CEO Pat Gelsinger als Hauptredner auf. Entsprechend voll besetzt der Raum. Die VMworld 2017 Europe wuchs erneut. Rund 11 000 Gäste zählten die Veranstalter. Dies sind 1000 mehr als im Vorjahr, wie Jean-Pierre Brulard, Senior Vice President und General Manager EMEA, an der Eröffnung sagte. Nach einer kurzen Begrüssung übergab er das Wort an Gelsinger, der das Unternehmen seit vier Jahren leitet. Produktfeuerwerk blieb aus Wer ein Feuerwerk an Neuankündigungen erwartet hatte, der wurde enttäuscht. Dieses hatte es bereits zwei Wochen zuvor an der VMworld in Las Vegas gegeben. Die meiste Beachtung fand dabei die Kooperation von VMware mit Amazon Web Services (AWS). Schon vor einem Jahr war die Zusammenarbeit angekündigt worden. In Las Vegas präsentierten die Firmen erste Ergebnisse. Die Lösungen von VMware können nun auch bei AWS in der Cloud betrieben werden. Damit macht VMware einen ersten grossen Schritt in Richtung Multi-Cloud-Anbieter. Auch am Event in Barcelona ging Gelsinger zunächst auf diese Ankündigung ein. Eine prominente Rolle nahm während der Keynote die Partnerschaft von VMware mit IBM ein. Die Firmen hatten ihre Zusammenarbeit bereits vor einem Jahr angekündigt. In der Keynote zog David Kenny, SVP IBM Watson and Swisscom-CIO und -CTO Heinz Herren (l.) im Gespräch mit VMware-COO Sanjay Poonen. Cloud Platform, eine positive Zwischenbilanz. Gemeinsam gewannen die Firmen laut Kenny bereits über 1400 Kunden, die VMware in der IBM Cloud nutzen. Etwas beiläufig gab Gelsinger eine neue Partnerschaft mit HPE bekannt. Diese unterstreiche auch die Unabhängigkeit des Unternehmens von Dell-EMC, sagte er. VMware will auch weiterhin eigenständig und unabhängig von Herstellern sein, wie Gelsinger gegenüber der Presse betonte. Referenzkunde Swisscom Gelsinger bat zur Demonstration der Innovationen von VMware immer wieder Kunden des Unternehmens auf die Bühne. Darunter war auch Swisscom-CIO und -CTO Heinz Herren. VMware-COO Sanjay Poonen interviewte ihn. Die Wahl sei auf Swisscom gefallen, da der Telko mit seinem Weg in die Cloud eine Vorbildfunktion einnehme, sagte Poonen. Viele Schweizer Unternehmen stehen noch am Anfang ihrer digitalen Transformation und viele treiben die Virtualisierung nur halbherzig voran, wie Herren sagte. Es gebe noch zu viele Legacy-Architekturen und zu wenig werde automatisch abgewickelt. Daher habe Swisscom zusammen mit VMware vor einem Jahr eine neue Strategie entwickelt. Vor einem Jahr habe Swisscom seine Cloud- Architektur vollständig auf VMware umgestellt. Dazu seien die Firmen eine strategische Partnerschaft eingegangen. Daraus sei die neue Enterprise Cloud von Swisscom entstanden. Die Lösung ersetze eine Eigenentwicklung mit «Swiss Finish», erklärte Herren. Sicherheit rückt mehr in den Fokus Für Gelsinger ist das Thema Sicherheit «das wichtigste Thema überhaupt», wie er zum Abschluss sagte. Es brauche einen neuen Ansatz, wie Sicherheit gedacht werde. Er plädierte für einen Paradigmenwechsel. Anstelle «chasing bad» sollte es «ensure good» heissen. Im Klartext soll man nicht mehr Schadprogramme wie Nadeln im Heuhaufen suchen. Dies sei ein unmögliches Unterfangen. Zielführender sei es, auf Anomalien zu reagieren. Erreichen will VMware dies mit dem neu vorgestellten Produkt Appdefence. Mithilfe von Maschinenlernen soll Appdefence abweichendes Verhalten erkennen. Das Angebot ist zwar zunächst nur in den USA verfügbar, soll aber im Laufe des Jahres 2018 auch in ganz Europa ausgerollt werden, wie Gelsinger sagte. Ausser den Keynotes gab es an den Tagen auch ein breites Programm an Vorträgen, Breakout-Sessions, Weiterbildungen und Diskussionsrunden. Die Konferenzhallen in Barcelona waren jederzeit gut frequentiert. Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode DPF8_57161 Schutz von Patientendaten – eine lästige Bürokratie Am 25. Mai 2018 tritt die neue EU-Datenschutzgrundverordnung (EU-DSGVO) in Kraft. Für die Schweiz ist es wichtig, dass das schweizerische Datenschutzrecht im Wesentlichen mit der EU-DSGVO übereinstimmt, damit die Voraussetzungen erfüllt sind, dass das schweizerische Recht von der EU anerkannt wird. Andernfalls wird der wichtige Datenaustausch von Unternehmen innerhalb der EU spürbar erschwert. Zudem drohen hohe Strafen bei nachweislicher Rechtsverletzung. Um eine EU-DSGVO-konforme Datenverarbeitung personenbezogener Daten zu gewährleisten, haben Unternehmen einiges aufzuholen. Oft treffe ich auf Fälle, bei denen nicht einmal die nationale Gesetzgebung der Schweiz zum Datenschutz adäquat eingehalten wird. Einer der kritischen Bereiche ist der Gesundheitssektor. Das notwendige Bewusstsein zum Schutz der Patienten- und Kundendaten lässt zuweilen erheblich zu wünschen übrig. So trifft man etwa in Spitälern oftmals auf nicht gesperrte PCs mit geöffneten Aktenseiten oder gar auf herumliegende Patientenakten. Wenn man dann höflich darauf hinweist, erhält man Antworten wie: «Wissen Sie, wir müssen uns im Sinne des Pa tienten um Gesundheitsfragen kümmern – das Bürokratische ist zweitrangig.» Orkan Yoksulabakan ITSENSE Artikel online auf www.netzwoche.ch Webcode DPF8_57550 Orkan Yoksulabakan www.netzwoche.ch © netzmedien ag 15 / 2017

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