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Netzwoche 15/2020

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36 Management & Career

36 Management & Career Focus Wie erfolgreiches Talentmanagement im IT-Umfeld funktioniert Der Kampf um gute Fachkräfte und Spezialisten ist für Schweizer KMUs und IT-Dienstleister hart. Oberste Prämisse ist deshalb, die richtigen Talente zu finden, sie zu fordern und parallel zu fördern. Schliesslich sind von Kundenseite Höchstleistungen gefragt. Lohnt sich die Investition in einen firmeninternen Performance-Coach? DER AUTOR Aleardo Chiabotti CEO und Partner, Emineo Der permanente Druck von Scope, Kosten und Zeit prägt das Projektgeschäft und erschwert die Suche nach Mitarbeitenden. Hinzu kommt die Tatsache, dass es in der Schweiz tausende spannende Start-ups gibt und viele Schweizer Firmen interne IT-Abteilungen aufgebaut haben, die nicht minder spannende Digitalisierungsprojekte vorantreiben. Gerade in der IT-Branche ist der Schulterschluss zwischen Kunde, Beratung und Entwicklung die Basis für erfolgreiche Projekte. Dabei müssen alle am gleichen Strang ziehen. Die gängigen Arbeitsmethoden moderner Organisationen allein machen jedoch noch kein Dreamteam aus. Jeder Mensch will einer sinnvollen und spannenden Tätigkeit nachgehen,aber nur die wenigsten wissen, wo ihre Talente liegen. Was den Motor antreibt Studien und Mitarbeiterumfragen belegen: Jeder Mensch will einer sinnvollen und spannenden Tätigkeit nachgehen, aber nur die wenigsten wissen, wo ihre Talente liegen. Die Beurteilung von Kompetenzen und Fachwissen ist in Recruiting-Assessments und Leadership-Programmen Standard. Doch wie steht es mit den persönlichen Stärken der Kandidaten und wie differenziert sich ein Schweizer KMU von internationalen Konzernen – insbesondere in Bezug auf die viel umworbenen Softwareingenieure, dem verlässlichen Projektleiter oder dem ambitionierten IT-Berater? und Stärken des Einzelnen lokalisiert oder teils überhaupt erst entdeckt werden. Daraufhin folgt der «Leidenschafts- Check»: Was genau sind Tätigkeiten und Aufgaben, wofür ein Teammitglied brennt? All diese Erkenntnisse werden im Kontext des persönlichen und unternehmensweiten Wertesystems reflektiert. Denn erst wer seine Stärken kennt, ist in der Lage, das volle Potenzial zu nutzen – sprich wirksamer zu sein. Jedem sein Talent Der interne Performance-Coach führt diesen Prozess und schult die Team- und Projektleiter darin, die Mitarbeitenden anhand der individuellen Talente einzusetzen und diese systematisch zu fördern. In regelmässigen oder situativ einberufenen Speed-Coachings sowie firmenübergreifenden Stärkenschulungen werden die Mitarbeitenden dort abgeholt, wo sie bei ihren Projekten und im Arbeitsalltag stehen. Das bedeutet gleichzeitig eine Investition in das gemeinsame Verständnis von Leadership. Denn Leadership betrifft innerhalb einer modernen Unternehmenskultur alle Mitarbeitenden und nicht nur Führungskräfte. Bei Emineo verfolgen wir den Grundsatz: Jeder führt. Wer die intrinsische Motivation der Mitarbeitenden fördern will, muss wissen, was sie gut können und sie – falls sie es nicht selbst bemerken – darauf aufmerksam machen. Gezieltes und aktiv eingesetztes Talentmanagement führt damit Schritt für Schritt zu zufriedenen Mitarbeitenden, begeisterten Kunden und letztlich zu einem grösseren Unternehmenserfolg. Den Beitrag finden Sie auch online www.netzwoche.ch Handeln aus der Stärke heraus Bei Emineo stellen wir drei Aspekte ins Zentrum, auf die unser Handeln ausgerichtet ist: Wesentlichkeit, Wirksamkeit und Wachsamkeit. Alle Aktivitäten und Initiativen orientieren sich an dieser Denkhaltung. Mithilfe von «Gallup» (Clifton-Stärkenanalyse) werden unabhängig von der Funktion in einem ersten Schritt die Talente der Mitarbeitenden eruiert. Das ganze Management-Team ging voran und legte das individuelle Talentprofil gegenüber der versammelten Crew offen. Sobald neue Teammitglieder dazustossen, startet das «Stärkentraining», wo die Talente i DIE CLIFTON-STÄRKENANALYSE Die Clifton-Stärkenanalyse wurde gemäss dem Marktforschungsinstitut Gallup von Psychologe Donald Clifton entwickelt und 1999 präsentiert. Sie soll dabei helfen, die Stärken und Potenziale in Menschen individuell zu erfassen. Die zu analysierende Person wählt aus 177 Aussagenpaaren diejenigen, die sie am besten beschreiben. Je nach Antworten werden den Teilnehmenden 34 Talentthemen attestiert, die sich wiederum den 4 Bereichen «Durchführung», «Einflussnahme», «Beziehungsaufbau» und «Strategisches Denken» zuordnen lassen. 15 / 2020 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Management & Career Focus 37 Wie smartes Lernen den Geldbeutel schont In den letzten Monaten wurden in Firmen coronabedingt viele neue Applikationen ausgerollt, die das Arbeiten im Homeoffice ermöglichen sollen. Doch wer unterstützt die Mitarbeitenden dabei, sich mit den vielen Tools zurechtzufinden? Die klassischen Lernmethoden helfen nicht wirklich weiter. Wir alle wissen es aus eigener Erfahrung: Die Einführung neuer Software erzeugt Stress. Viele Anwender fühlen sich unzureichend auf neue Arbeitsweisen vorbereitet, sind überfordert von vielen Updates und wissen sich im Falle eines Problems nicht selbst zu helfen. Die Kollegin, die ich sonst immer fragen konnte, arbeitet gerade im Homeoffice. Die Handbücher sind mühselig und seit dem vorletzten Release nicht mehr aktualisiert worden. Und der Support- Hotline anrufen hiesse, sich vom Rest des Vormittags zu verabschieden. Der durch die Coronakrise beschleunigte Trend zum digitalen Arbeitsplatz birgt somit ein grosses Frustpotenzial. Zusätzlich ist es fraglich, ob sich die Investitionen in die neuen Applikationen rechnen, wenn die Mitarbeitenden nicht optimal mit ihnen arbeiten können. Learning by doing Smartes Lernen mittels Digital-Adoption-Plattformen gilt hier als Lösungsansatz für schnelle Applikationseinführungen – ganz ohne formale Schulung. Die Idee ist simpel und aus der Gaming-Industrie abgekupfert: Die Leute einfach mal anfangen lassen und sie individuell dort unterstützen, wo sie im Arbeitsprozess nicht weiterkommen. Technisch funktioniert das so, dass die Hilfestellungen direkt in die Applikation geschrieben werden. Sie schweben also im Browser immer im Hintergrund mit und können vom Nutzer aktiviert werden, wenn sie benötigt werden. Oder der Applikationsverantwortliche lässt die wichtigen Neuerungen gleich in der Applikation erscheinen. Entscheidend sind dabei zwei Dinge: ·· Die Hilfestellungen erscheinen im Kontext des Arbeitens und dann, wenn der Mitarbeitende sie braucht. Damit sind sie den individuellen Bedürfnissen angepasst («smart»). ·· Die Tipps und Tricks kommen nicht vom Softwareproduzenten und auch nicht aus der hauseigenen IT, sondern von anderen Nutzern aus dem Geschäftsbereich selbst. Damit werden sie verständlich, spezifisch und relevant. Die Hilfestellungen können dabei in verschiedenen Formaten angezeigt werden. Sei dies als einfache Information in Form von Text, Bild oder Kurzvideo, sei es als «Workflow», der Mitarbeitende Schritt für Schritt durch komplexe Prozesse führt, als würde eine Expertin neben ihnen stehen und sie anleiten. Zu Digital-Adoption-Plattformen werden solche Lösungen, indem weitere Leistungsmerkmale wie etwa das Monitoring der Nutzung verschiedenster IT-Applikationen hinzukommen. Erfolgreiche SaaS-Strategie dank effektiver Mitarbeiterunterstützung Auch die Forschung beschäftigt sich mit dieser neuen Lernform, so etwa das Swiss Competence Center for Innovation in Learning der Universität St. Gallen. Für Digital- Adoption-Plattformen wird ein grosses Potenzial insbesondere auch in der Schweizer Wirtschaft gesehen. Statistiken zur «Learning & Development»-Branche in den USA zeigen, dass Firmen im Durchschnitt rund 1300 US-Dollar pro Mitarbeitenden pro Jahr ausgeben, wobei diese rund 40 Stunden jährlich mit betriebsbezogenen Trainings verbringen. Die Zahlen werden in der Schweiz wohl vergleichbar sein. Der Druck auf diese Zeit- und Geldbudgets wird mit jeder neuen Softwareeinführung grösser, sodass mit Fug und Recht gesagt werden kann: Eine SaaS-Strategie ohne Unterstützung durch Digital-Adoption-Lösungen wird Mühe haben, zum Erfolg zu kommen. DER AUTOR Lukas Stricker CEO, Gravity Global Den Beitrag finden Sie auch online www.netzwoche.ch Eine Digital-Adoption-Plattform auf Basis einer Salesforce-Anwendung. www.netzwoche.ch © netzmedien ag 15 / 2020

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