Aufrufe
vor 3 Wochen

Netzwoche 15/2020

  • Text
  • Bundesamt
  • Digitalisierung
  • Digital
  • Mitarbeitenden
  • Digitale
  • Schweizer
  • Netzmedien
  • Swiss
  • Schweiz
  • Unternehmen

10 Business Studie In

10 Business Studie In der Schweiz sind besonders die Gesundheitsbranche So verändern sich die Digitalisierungspläne durch die Pandemie Mehr Digitalisierung, Fernarbeit und gesicherte Lieferwege: Eine Befragung von CEOs weltweit zeigt, welche Trends auch über die Pandemie hinaus anhalten werden. Besonders die Schweizer Gesundheits- und Finanzbranchen stehen unter Druck, in puncto Digitalisierung vorwärtszumachen. Autor: Kevin Fischer Den vollständigen Artikel finden Sie online www.netzwoche.ch und die Finanzdienstleister gefordert, ihr Produktangebot weiter zu digitalisieren. Das ist eine Erkenntnis aus einer Befragung des Wirtschaftsprüfers PWC, der für die Studie 699 CEOs weltweit befragte. Mit dem «CEO Panel Survey» wollte PWC erfahren, was die CEOs von den aktuellen Trends und neuen Geschäftsmodellen halten, die infolge der Coronapandemie aufgetreten sind. Dabei identifizierten die Befragten gemäss Mitteilung drei Probleme, die längerfristige Auswirkungen haben werden: die digitale Infrastruktur in Unternehmen, die Digitalisierung von Produkten und Dienstleistungen sowie flexible und sichere Arbeitsmodelle. Für die Hälfte der CEOs ist die Digitalisierung ein Top-Thema Für 61 Prozent der CEOs gehört die Digitalisierung der wichtigsten Geschäftsbetriebsabläufe und -prozesse zu den drängendsten Themen derzeit. Schweizer Unternehmen hätten sich in diesem Bereich gut weiterentwickelt. «Allerdings wird sich die Digitalisierung weiter beschleunigen, besonders im Hinblick auf Fernarbeit», sagt Peter Kasahara, Managing Partner Digital Intelligence and Customer Centric Transformation bei PWC Schweiz. «Es sind nicht nur flexiblere Arbeitsmodelle nötig, sondern Schweizer Unternehmen müssen auch effiziente Rekrutierungsprozesse sowie professionelle Einstellungsverfahren einrichten.» Weltweit sehen über drei Viertel der befragten CEOs die Fernarbeit und die Automatisierung als bleibende Veränderungen. 54 Prozent sind ausserdem der Meinung, dass der Trend zu zeitlich befristeten Anstellungen von Selbstständigerwerbenden anhalten werde und herkömmliche Beschäftigungsverhältnisse an Popularität verlören. Gesundheits- und Finanzbranche stehen unter dem grössten Digitalisierungsdruck Den Ergebnissen zufolge sind in der Schweiz besonders die Gesundheitsbranche und Finanzdienstleister gefordert, ihr Produktangebot weiter zu digitalisieren. «Mit der vorhandenen Telemedizin und digitalen Patientendienstleistungen, die es bereits vor der Pandemie gab, ist der Schweizer Gesundheitssektor mit grossem Vorsprung gestartet», sagt Kasahara. «Die Öffentlichkeit hat digitale medizinische Leistungen in den letzten Monaten erheblich stärker akzeptiert und nachgefragt. Anbieter müssen nun ihr Angebot und ihre Kontaktpunkte anpassen und optimieren.» Weltweit werde die Prioriät von virtuellen Geschäftsmodellen in der Gesundheitsbranche und dem Finanzdienstleistungssektor wahrscheinlich zunehmen, gaben die befragten CEOs an. Die Pandemie legte Abhängigkeit von Lieferanten offen Eine der direkten Folgen der Pandemie sei die vorübergehende Unterbrechung der internationalen Lieferketten gewesen. Dabei wurden gemäss PWC die Abhängigkeit von Lieferanten und Handelspartnern sowie die Vernetzung von Prozessen deutlich. Zwei von fünf CEOs rechnen mit mehr Onshoring und Insourcing. Gleich viele gehen von einer erhöhten Bedeutung von Nationalismus aus. Auf der anderen Seite nehmen zwei von fünf CEOs an, dass Onshoring nur ein vorübergehendes Phänomen sein werde, und 43 Prozent erwarten einen Rückgang des Nationalismus auf das Niveau von vor der Coronapandemie. Doch seien sich die CEOs bezüglich sicherer Lieferketten einig: Gemäss PWC bezeichneten 58 Prozent die Sicherung der Lieferketten als zentrales Element ihrer Digitalisierunginitiative. «Die Sicherung und Diversifizierung von Lieferketten dürfte alternativlos sein, doch kann das Investieren in ein widerständiges operatives Geschäft auch einen klaren Wettbewerbsvorteil darstellen», sagt Roger Kunz- Brenner, Advisory Partner bei PWC Schweiz. Seiner Meinung nach sollten Unternehmen folgende Massnahmen zur Absicherung ihrer Lieferketten in Betracht ziehen: ·· Um Ausfälle oder Verzögerungen der Lieferkette zu vermeiden, braucht jedes Geschäft einen Plan B. Zweitoder Drittlieferanten müssen für die Bereitstellung von Kapazitäten jedoch entlohnt werden. Somit bewirkt eine Reduzierung der Abhängigkeiten auch höhere Kosten. ·· Kurzfristig könnten Unternehmen ihre Lager- und Reservebestände erhöhen, etwa von zwei Wochen auf drei Monate. Aber auch hier verursacht das gebundene Kapital höhere Kosten. ·· Als langfristige Lösung sollten die Unternehmen in der Lagerverwaltung Puffer anlegen, um alternative Lieferkanäle zu prüfen und aufzubauen. 15 / 2020 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Business Studie 11 Düstere Aussichten für die Weltwirtschaft 65 Prozent der CEOs erwarten für das kommende Jahr ein rückläufiges Wachstum der Weltwirtschaft, wie es weiter heisst. In Afrika sorgen sich die Befragten am meisten um eine globale Konjunktur, gefolgt von Zentral- und Osteuropa, Asien und Lateinamerika. Weniger als ein Drittel der CEOs gingen davon aus, dass die Regierungen die Unternehmen weiter unterstützten, trotz der düsteren Wachstumsaussichten. Einer von fünf Befragten habe Staatshilfen während der Pandemie abgelehnt. SO BEWERTEN CEOS DIE DERZEITIGEN TRENDS Priorisieren Sie die Trends, die Sie am meisten adaptieren wollen. Rang 1 Rang 2 Rang 3 Digital durch Digitalisierung von Kerngeschäftsvorgängen 24% 20% 17% Virtuell durch Hinzufügen digitaler Produkte und Dienstleistungen Flexibel durch Erhöhung des Anteils von Fernarbeitern und vorübergehend Beschäftigten Mitarbeiterorientiert durch Ausweitung der Sicherheitsund Gesundheitsprogramme 17% 15% 11% 11% 13% 14% 11% 8% 12% Schlank durch Verringerung der Mitarbeiterzahl 9% 10% 7% Automatisiert durch den Ersatz menschlicher Arbeit 5% 8% 8% Nachhaltig durch Verringerung des ökologischen Fussabdrucks 4% 6% 8% Lokal durch Umstellung der Lieferkette von Offshore- auf Onshore-Anbieter 4% 2% 5% Asset-light durch Verringerung des Immobilienvolumens Akquisitorisch durch wachsende Marktanteile durch Fusionen und Übernahmen 3% 3% 4% 5% 4% 6% Antworten der CEOs auf die Frage: Welche Trends bleiben? Anhaltende Veränderung Keine Veränderung Temporäre Veränderung Telearbeit 78% 2% 21% Automatisierung 76% 17% 7% Weniger Mitarbeiter im Büro 61% 5% 35% Sicherheit der Supply Chain 58% 11% 31% Gig Economy 54% 24% 21% Öffentliche Sicherheit 50% 7% 43% Klimaschutz 47% 28% 25% Distanzregeln 45% 11% 45% Nationalismus 39% 18% 43% Insourcing und Onshoring 39% 22% 39% Angaben der CEOs zu den Prioritäten ihrer Digitalisierungsprojekte. Rang 1 Rang 2 Rang 3 Technologie, Medien und Telekommunikation 24% 12% 9% Gesundheitsindustrie 24% 12% 19% Finanzielle Dienstleistungen 23% 12% 8% Industrielle Fertigung 17% 16% 7% Verbrauchermärkte Energie, Versorgungsunternehmen und Ressourcen 11% 10% 12% 15% 7% 8% Quelle: PWC www.netzwoche.ch © netzmedien ag 15 / 2020

Archiv