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Netzwoche 16/2016

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22 People Live tisiert

22 People Live tisiert diese schon sind, wie gross die Wertschöpfung ist, wie innovativ die Industrie arbeitet, wie gut das Bildungssystem ist, wie es um die ICT-Infrastruktur steht und wie offen und vernetzt die jeweilige Industrie ist. Die Schweiz hat hier gute Voraussetzungen. Aber wenn ich uns mit China und Korea vergleiche, gibt es einen riesigen Unterschied in der Geschwindigkeit. Was machen die besser als wir? Die ICT-Infrastruktur wird mit einer gewaltigen Geschwindigkeit bereitgestellt, und die Unternehmen sind schnell und agil. Wir in der Schweiz müssen diesen «Sense of Urgency» deutlicher mitbekommen. Die Digitalisierung ist eine riesige Chance. Aber wir müssen sie schnell ergreifen und uns schnell positionieren. Ansonsten müssen wir uns mit den hinteren Plätzen begnügen. « Digitale Themen müssen der Bevölkerung nähergebracht werden. Ich fordere schon lange, dass man in der Primarschule etwa Programmieren lehrt. » Hans Hess, Präsident Swissmem, VR-Präsident Reichle & De-Massari Und wo stehen die USA? Die Amerikaner haben eine etwas andere Welt erschlossen, die Welt der webbasierten Businessmodelle. Das sehe ich nicht als unsere Stärke. In der MEM-Industrie und im Bereich Smart Factories sind wir weiter als die Amerikaner. Wir können auf unseren klassischen Kompetenzen aufbauen, müssen aber die neuen digitalen Technologien besser und schneller integrieren, absorbieren und nutzen. Es braucht also Beschleunigung. Genau, das ist eindeutig. Und nicht nur auf der technischen Seite, sondern auch hinsichtlich des Arbeitsmarktes. Wir müssen die tiefe Arbeitslosigkeit der Schweiz trotz des technologischen Wandels sicherstellen. Und dazu braucht es vor allem eine gute Bildung und Weiterbildung in Richtung dieser digitalen Fähigkeiten. Das ist der Schlüssel. Hier müssen wir aber proaktiver werden, auch politisch. Aber gerade bei Bildungsthemen gibt es immer wieder grosse Diskussionen. Es scheint, als ob die Politik nicht immer das macht, was für die Industrie gut wäre. Ja, dieser Eindruck täuscht nicht. Es gibt aber auch positive Entwicklungen, wie etwa der Lehrplan 21 der Deutschschweizer Erziehungsdirektoren-Konferenz. Darin sind wichtige Elemente erhalten, wie etwa mehr MINT-Ausbildung, eine bessere Berufsorientierung und kompetenzbasierte Ausbildung. Einige Kantone sind an der Einführung des Lehrplans 21. Aber auch hier: Es muss schneller gehen. Die Politik muss ausser der Bildung auch andere Rahmenbedingungen wie die Forschung und den Wissenstransfer zwischen Akademien und Firmen stärken. Die MEM-Industrie sowie die ICT-Branche sind aber in der Politik untervertreten und können politisch nicht so viel bewegen wie etwa die Bauern. Wie soll das funktionieren? Hier sprechen Sie ein schwieriges Thema an. Wir haben zu wenig Leute aus der Maschinenindustrie im Parlament. Als Verband können wir hier nur von aussen wirken. Deshalb unterstützen wir Unternehmer, die interessiert sind, in die Politik zu gehen. Wir brauchen mehr Vertreter aus der Industrie, insbesondere auch aus dem ICT-Sektor, die Fachkompetenzen in die parlamentarischen Kommissionen bringen und die Entscheidungen in die richtige Richtung lenken. Das Volk wählt das Parlament. Es scheint also dem Volk am Verständnis zu fehlen, wie wichtig Digitalisierung für unsere Land ist. Müsste das Volk besser informiert werden? Ja, da haben Sie Recht. Wir haben Nachholbedarf in der Schweiz. Digitale Themen müssen der Bevölkerung nähergebracht werden. Ich fordere schon lange, dass man in der Primarschule etwa Programmieren lehrt. Ein Smartphone zu bedienen, ist keine IT-Kompetenz. Wir wollen keine User ausbilden, sondern Leute, die Lösungen für User machen. Die Digitalisierung ist ein wichtiges Thema. Auch die Bevölkerung muss sich damit auseinandersetzen. Sie sind nicht nur Swissmem-Präsident, sondern auch VR-Präsident des Kabelherstellers Reichle & De-Massari. Was bedeuten Digitalisierung, Industrie 4.0 und IoT für R&M? Die ICT-Infrastruktur wird hinsichtlich der Leistungsfähigkeit, Zuverlässigkeit und Sicherheit immer wichtiger. Es werden unglaublich viel mehr Daten generiert und abgelegt werden, um danach wieder analysiert zu werden. Datacenter werden überall an Bedeutung gewinnen, müssen aber auch effizient arbeiten. Mit den Chancen der digitalen Technologien können wir unseren Kunden helfen, ihre Infrastruktur noch effizienter und sicherer zu betreiben – sei das im Datacenter, bei FTTH oder auch im Office. Wie digitalisiert ist R&M bereits? Bei den Schweizer Industriefirmen zeigen sich zwei Richtungen. Die einen digitalisieren ihre Produkte, wovon dann die Kunden profitieren. Die anderen nutzen die Digitalisierung, um auf dieser Hochpreisinsel Schweiz selbst effizienter zu werden. R&M gehört zur ersten Gruppe. Es wird in Zukunft aber auch ein Thema sein, die digitalen Technologien für uns selbst zu nutzen. R&M hat aber keinen Chief Digital Officer. i ZUR PERSON Hans Hess (Jahrgang 1955) ist Dipl. Werkstoff-Ing. der ETH Zürich und hält ausserdem einen Master of Business Administration (MBA) der University of Southern California in Los Angeles. Er begann seine berufliche Laufbahn 1981 als Forschungs- und Entwicklungsingenieur bei Sulzer in Winterthur, war danach Produktionsleiter und Business Unit Leiter bei Huber & Suhner in Pfäffikon und ab 1989 Business Unit Leiter und Divisionsleiter bei Leica in Heerbrugg. 1996 wurde Hess CEO und Delegierter des Verwaltungsrates von Leica Geosystems in Heerbrugg, die er nach einem Leveraged-Buy-out mit der UK-basierten Private Equity Firma Investcorp 1998 im Jahre 2000 an die Schweizer Börse SWX brachte und bis zur Übernahme durch Hexagon Ende 2005 als CEO führte. Anfang 2006 gründete er Hanesco in Pfäffikon, mit der er im Bereich Strategie- und Innovationsberatung tätig ist, verschiedene VR-Mandate wahrnimmt und in industrielle Firmen in der Schweiz investiert. Hess ist heute Präsident des Verwaltungsrats der börsenkotierten Comet Holding in Flamatt sowie der privat gehaltenen Reichle & De-Massari Holding in Wetzikon und ferner Mitglied des Verwaltungsrats der ebenfalls börsenkotierten Firmen Kaba Holding in Rümlang sowie Burckhardt Compression Holding in Winterthur. Seit 2010 ist Hess Präsident von Swissmem, dem grössten Schweizer Industrieverband, und Vizepräsident des Schweizer Wirtschaftsdachverbands Economiesuisse. Er ist ferner Mitglied in den Stiftungsräten des Science Center Technorama in Winterthur, der Entwicklungshilfeorganisation Swisscontact und der Vontobel- Stiftung. (Quelle: swissmem.ch) Artikel online auf www.netzwoche.ch Webcode NW161618 16 / 2016 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

UBS und ihre Partner gewannen mit der App «Paymit» im letzten Jahr den «Master of Swiss Apps». Eingaberekord für Best of Swiss Apps So viele Teilnehmer hatte Best of Swiss Apps noch nie: Es gab dieses Jahr 219 Einreichungen. Am 16. November werden die Sieger in Zürich ausgezeichnet. Autor: Marcel Urech Die Anmeldefrist von Best of Swiss Apps ist abgelaufen: 219 Einreichungen werden am 16. November um den Titel für die beste App des Jahres kämpfen. So viele Eingaben gab es für den App-Award noch nie. Die Jury tagte vom 3. bis zum 7. Oktober bei Digicomp in Zürich, um die Eingaben zu bewerten (Seite 26). Die Shortlist publizierten sie am 12. Oktober, seither gibt es auch Tickets für den Event. Weitere Informationen zum Ticketkauf finden sich auf der Website www.bestofswissapps.ch. Alle Einreichenden erhalten am 12. Oktober einen persönlichen Ticketaccount per E-Mail. Die Tickets müssen über diesen Account personalisiert werden. Die Anzahl der verfügbaren Plätze für die Preisverleihung ist begrenzt. Am Event werden zwei Keynotes gehalten. Ralf Günthner, Head of Industrial Internet of Things und Industry 4.0 bei Swisscom, wird über die unternehmerischen Dimensionen des Internets der Dinge (IoT) sprechen. Der zweite Redner ist der Schweizer Unternehmer, IoT-Experte und Tüftler Thomas Amberg. Amberg organisiert diverse Technologie-Treffen in Zürich. Etwa das «Internet of Things Zurich Meet-up» mit über 1000 Interessenten auf meetup.com, oder die 3-D-Printing- und Hardware-Start-up-Meet-ups. Aus den Einreichungen dieses Jahres identifizierten die Veranstalter folgende vier Trends: ·· Bei vielen der App-Cases sei die «digitale Transformation» angekommen. Apps würden inzwischen in allen Branchen und Ebenen eine wesentliche Rolle spielen. ·· Die Anzahl der digitalen Geräte nahm zu, was auch die Komplexität für die Jury erhöhte. Dazu zählen neben zahlreichen Smartphones und Tablets zunehmend auch TV-Boxen, VR-Brillen und sogar Kaffeemaschinen. ·· Data-Driven-Prozesse nahmen zu, etwa mit Live-Daten, georeferenzierten 3-D-Karten, intuitiven Navigationsfunktionen oder mit Mixed Reality Integration. ·· Die Apps wiesen im Schnitt eine hohe Qualität aus, dies auch im internationalen Vergleich. Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode NW161617 AWARD NIGHT Datum: 16.11.2016 Ort: Im Aura beim Paradeplatz in Zürich Beginn: 17.00 Uhr Ticketverkauf: ab 12.10.2016 www.netzwoche.ch © netzmedien ag 16 / 2016

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