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Netzwoche 16/2016

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10 Business Nachgefragt

10 Business Nachgefragt «Wir wollen die Zahl unserer Mitarbeiter verdoppeln» Der Westschweizer IT-Dienstleister Blue-Infinity hat seine Präsenz in der Deutschschweiz gefestigt. Mit einem Standort in Basel will das Team sein Geschäft als Anbieter im Bereich digitale Transformation ausbauen. Welche Strategie das Unternehmen dafür verfolgt, erklärt Pierre Aebischer, Managing Partner bei Blue-Infinity. Autor: George Sarpong Weshalb haben Sie sich für einen Standort in Basel entschieden? Pierre Aebischer: Wir arbeiten schon seit mehreren Jahren mit Kunden in der deutschsprachigen Schweiz und in Deutschland. Mein Geschäftspartner Christophe Martin ist gebürtiger Elsässer und ich bin Berner. Daher war es für uns selbstverständlich, unsere Aktivitäten in die Deutschschweiz zu erweitern. Anfang dieses Jahres hatten wir dann die Möglichkeit, durch die Akquisition eines lokalen Dienstleisters in Basel ein Büro zu eröffnen und zugleich unsere Präsenz im Pharmabereich zu verstärken. « Wir können bei Run-und- Support-Aktivitäten sehr kosteneffizient arbeiten, ohne Kompromisse eingehen zu müssen. » Pierre Aebischer, Managing Partner, Blue-Infinity Wie gross ist das Team in der Deutschschweiz? Wir haben heute zehn Festangestellte in Basel, die durch Teams aus unseren anderen Büros ergänzt werden. Wir suchen aktiv neue Talente und beabsichtigen, die Anzahl der Mitarbeiter unseres deutschschweizer Teams in den nächsten Monaten zu verdoppeln. Wie sieht Ihre Marktstrategie aus? Wir helfen führenden Organisationen, durch den Einsatz von wegweisenden digitalen Lösungen besser mit ihren Kunden, Mitarbeitern und Partnern zu kommunizieren und zusammenzuarbeiten. In der heutigen Welt sind die Zielgruppen unserer Kunden ständig online und greifen immer häufiger auf digitale Medien zu. Durch unsere einzigartige Kombination aus kreativem Denken und technischem Know-how sind wir in der Lage, unsere Kunden bei der Umsetzung ihrer digitalen Strategien zu begleiten und ihnen komplette Lösungen anzubieten, um ihre Zielgruppen an jedem digitalen Touch-Point kohärent anzusprechen. Unsere digitalen Dienstleistungen und Lösungen adressieren folgende Bereiche: Marketing, CRM, Commerce and Retail, Services, Tracking, Collaboration, Process Automation und Workplace. Wer ist Ihre wichtigste Zielgruppe? Unsere Zielgruppe besteht hauptsächlich aus grossen und mittelgrossen Unternehmen, die sowohl auf dem lokalen Markt als auch international tätig sind. Unsere Kunden schätzen besonders die Vielfalt der Kompetenzen und Kulturen bei Blue-Infinity. Bei uns sind über 40 Nationalitäten vertreten, und unsere Teams bringen internationale Erfahrungen in mehreren Industrien mit. In der Deutschschweiz gibt es zahlreiche IT-Dienstleister, die qualitativ gute Lösungen zu einem vernünftigen Preis anbieten. Wie wollen Sie sich gegen die Konkurrenz durchsetzen? Durch die einmalige Kombination aus hoher technischer Kompetenz mit UX/CX und kreativem Talent unterscheiden wir uns von den traditionellen IT-Dienstleistern. Auf diese Weise konnten wir auch internationale Kunden überzeugen, zuletzt vor allem in Deutschland. Wir sind Goldpartner von Salesforce mit dem grössten Team an Experten in der Schweiz. Unsere Arbeit wurde mehrfach bei internationalen Wettbewerben ausgezeichnet und an Konferenzen wie der Dreamforce in San Francisco präsentiert. Darüber hinaus arbeiten wir eng und gut eingespielt mit unserem Near-Shore-Team in Portugal zusammen. Wir können bei Run-und-Support-Aktivitäten sehr kosteneffizient arbeiten, ohne Kompromisse bei unseren Schweizer Qualitätsstandards einzugehen. Wo wollen Sie in einem Jahr stehen? Unser Ziel ist es, Schweizer Marktführer im Bereich der digitalen Transformation zu werden mit Aktivitäten, die weit über die nationalen Grenzen hinausreichen. i BLUE-INFINITY Der IT-Dienstleister Blue-Infinity hat seinen Hauptsitz in Genf. Das Unternehmen beschäftigt über 400 Mitarbeiter in mehreren Ländern. Blue- Infinity hat kürzlich in Basel Räumlichkeiten mit rund 100 Quadratmetern Fläche bezogen. Diese werden für flexible Arbeitsplätze genutzt. So können auch Mitarbeiter von Blue- Infinity etwa aus der Westschweiz, aus Portugal oder Tschechien im Rahmen von Projekten im deutschsprachigen Raum zusammenarbeiten. Geleitet wird das Team in der Deutschschweiz von Managing Partner Pierre Aebischer. (Quelle: Blue-Infinity) 16 / 2016 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Business Porträt 11 Bei Avectris einen CISO mieten Unter dem Namen Avectris will die ehemalige Axpo-Informatik am Schweizer Markt wachsen. Ein Ansatz ist ein Mietservice für IT-Security-Spezialisten. Welche weiteren Pläne das Unternehmen verfolgt, erklärt Geschäftsführer Thomas Wettstein. Autor: David Klier Etwas mehr als ein Jahr ist es jetzt her. Im Juni 2015 richtete der Axpo-Verbund den eigenen IT-Dienstleister Axpo Informatik neu aus. Neue Strategie, neuer Name. Avectris heisst die Firma jetzt. Ein Wortspiel. Angelehnt an «avec» – französisch für «mit». Die Endung «tris» sei erfunden, sagt CEO Thomas Wettstein. Aber mit etwas – französischer – Fantasie erinnere sie an die Wurzel, an die Herkunft der Firma. An «électricité», Elektrizität. Wettstein führt durch den zweiten Stock des ABB- Power- Towers in Baden. Grossraumbüro. Es ist still. So still, dass man beinahe den eigenen Atem hört. Hier sitzen Wirtschaftsinformatiker, Programmierer und Systemingenieure konzentriert bei der Arbeit. Etliche Arbeitsplätze sind leer. «Homeoffice», flüstert Wettstein. «Letztlich ist uns egal, wo unsere Leute sitzen. Die Arbeit muss einfach erledigt werden.» Neuer Name für neue Kunden Wettstein kam zu Avectris, als die Firma noch Axpo Informatik hiess. Im Jahr 2014. Die rund 200 Mitarbeiter kümmerten sich damals ausschliesslich um die IT der zur Axpo-Gruppe gehörenden Energieversorger. Die standen aber zunehmend unter Druck. Marktliberalisierung und fallende Strompreise führten dazu, dass sich die Beziehungen zwischen den einzelnen Versorgern veränderten, wie Wettstein sagt. Axpo Informatik war davon direkt betroffen. Denn die Versorger der Gruppe waren ja die einzigen Kunden des IT-Dienstleisters. Wettstein sollte Axpo Informatik deshalb neu ausrichten. Und das tat er. Mit dem neuen Namen öffnete Wettstein die Firma für Kunden ausserhalb der Axpo-Gruppe. «Wir haben seither schon verschiedenste Kunden gewonnen», sagt Wettstein. Darunter seien Firmen aus dem Gesundheitsbereich, aus der Logistik, aus der klassischen Industrie. Die öffentliche Hand hätten sie auch schon bedient. Namen nennt Wettstein nicht. Die genannten Branchen seien bei Avectris gut aufgehoben, da sie in Bezug auf die Komplexität ihrer Prozesse mit denen der Versorger vergleichbar seien. Unternehmen ab 100 bis etwa ein paar 1000 Mitarbeitern. Für alles darüber hinaus sei Avectris zu klein. Für alles darunter gebe es häufig andere Provider, die diese Firmen besser bedienen könnten. Für die Kunden, die Avectris bedient, sei die Cloud ein wichtiges Thema, sagt Wettstein. Avectris ist Mitglied von Microsofts Cloud OS Network Program, bietet Azure und Office 365 an. Dazu komme Beratung für SAP-Module oder die Integration von Sharepoint. Innovationsthemen wie LoRa und die kürzlich bekannt gegebene Partnerschaft mit der Post – bezüglich des Postboten, der die Zählerablesung vornimmt – sind die Themen, die Avectris vorantreibt. Avectris kümmert sich aber auch um die Infrastruktur, virtualisiert Server und Desktops, verwaltet das Netzwerk. Die Dienste bietet die Firma aus zwei Rechenzentren in der Schweiz an. Auf privater oder gemeinsam genutzter Hardware. Je nach Wunsch. Neuer Service: Rent a CISO Abseits der Cloud und virtueller Server bietet Avectris vor allem Expertise, Fachwissen und Manpower. Wettstein bündelte das in einem Angebot, das er «Rent a CISO» nennt, «Miete einen Chief Information Security Officer». Sicherheit gehe heute in vielen Unternehmen über die klassischen Schutzmassnahmen wie Firewall und Virenschutz hinaus. «Das ist eine eigene Disziplin», sagt Wettstein. Jeden Tag gebe es neue Fragen, neue Probleme. «Es betrifft nicht mehr nur den Client oder das Netz. Alles hängt zusammen.» Man brauche deshalb verschiedenste Spezialisten an einem Tisch. Viele Unternehmen würden da an ihre Grenze stossen. Ihnen fehle das Spezialwissen oder die Ressourcen. Bei «Rent a CISO» bekommen die Kunden von Avectris eine Ansprechperson, die sich um all das kümmert. Dieser gemietete CISO hat das Sicherheitsteam, die Spezialisten von Avectris hinter sich. Für jede Frage finde er so in kurzer Zeit eine Antwort, sagt Wettstein. « Sicherheit geht heute über klassische Schutzmassnahmen hinaus. Es ist eine eigene Disziplin. » Thomas Wettstein, CEO, Avectris Artikel online auf www.netzwoche.ch Webcode NW161609 www.netzwoche.ch © netzmedien ag 16 / 2016

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