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Netzwoche 16/2020

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52 Bild: Lena_Datsiuk / iStock Google will das traditionelle Büro abschaffen Mit Google Workspace bündelt der Tech-Gigant all seine Produktivitätstools. Die integrierte Nutzererfahrung soll das kollaborative Arbeiten vereinfachen. Zudem ändert Google mit Workspace auch die Markenidentität. Autor: Fabian Kindle Den vollständigen Artikel finden Sie online www.netzwoche.ch Mit Google Workspace hat das Unternehmen eine neue Bürosoftware mit integrierter Kollaborations- und Kommunikationsfunktion angekündigt. In der neuen Software sind alle Produktivitätsprogramme von Google gebündelt, wie Google mitteilt. Zudem setzt Google Workspace auf die integrierte Nutzererfahrung, die das Unternehmen schon mit G-Suite angekündigt hatte. Damit fasse Workspace die wichtigsten Tools für Kommunikation und Zusammenarbeit wie Chat, E-Mail, Sprach- und Videogespräche sowie Content-Verwaltung in einheitlicher Form zusammen. «Dies ist das Ende des traditionellen Büros, wie wir es kennen», sagt Javier Soltero, Vice President und General Manager von Google Workspace. Google Workspace Modelle im Überblick und eine neue Markenidentität Die verbesserte Integration stehe allen Geschäftskunden von Google Workspace zur Verfügung und soll in den nächsten Monaten auch für Privatpersonen ausgerollt werden. Momentan gibt es das Microsoft-365-Konkurrenz-Angebot in drei Modellen: Business Starter für 4,68 Euro pro User und Monat, Business Standard für 9,36 Euro pro User und Monat und Business plus für 15,60 Euro pro User und Monat. Die Angebote unterscheiden sich vor allem durch den verfügbaren Cloud-Speicherplatz, die Videokonferenzfunktion und Sicherheits- und Verwaltungsfunktionen. Eine sichere geschäftliche E-Mail-Adresse ist bei allen Modellen inklusive. Google Workspace sei auch eine neue einheitliche Markenidentität für die Produktivitätstools des Unternehmens. Deshalb sollen die Symbole dieser Tools in den kommenden Monaten vereinheitlicht werden. i NEUE FUNKTIONEN VON GOOGLE WORKSPACE ▪▪ Verlinkte Previews: Bereits heute ermöglichen verlinkte Voransichten in Docs, Sheets und Slides Nutzern, den Inhalt eines Links anzuzeigen, ohne das Originaldokument verlassen zu müssen. Dies spare Zeit. ▪▪ Smart Chips in Docs, Sheets und Slides: Bei der Personenerwähnung wird ab sofort durch @ in einem Dokument ein Popup-Fenster mit Detailinformationen angezeigt. Dies erlaube es Usern, sich direkt aus Docs, Sheets und Slides heraus miteinander und mit den Inhalten zu verknüpfen. Dies soll ihre Produktivität steigern. ▪▪ Docs-Erstellung in Räumen: In den kommenden Wochen werde Google Workspace-Nutzern ermöglichen, Docs, Sheets oder Slides-Dokumente innerhalb eines Raumes im Chat dynamisch zu erstellen und gemeinsam zu bearbeiten. Dies soll sicherstellen, dass alle Teammitglieder Einblick in die relevante Projektarbeit haben. ▪▪ Bild-in-Bild-Videomeetings über Docs, Sheets und Slides hinweg: Bereits im Juli kündigte Google an, Bild-in-Bild-Videomeetings direkt in Gmail und Chat anzubieten. In den kommenden Monaten werde Google Meet Bild-in-Bild für Docs, Sheets und Slides einführen. User werden also künftig das Gesicht einer Person sehen können, während sie in Echtzeit zusammenarbeiten. 16 / 2020 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Management & Career Studie 53 Je digitalisierter, desto deprimierter Dank Digitalisierung erhalten viele Arbeitnehmende mehr Eigenverantwortung im Unternehmen. Zu schaffen machen ihnen dagegen Überwachungsmassnahmen, wie eine Studie zeigt. Die Autoren warnen derweil vor Vorurteilen gegenüber älteren Arbeitnehmenden. Autor: René Jaun Der HR-Barometer, eine regelmässige Untersuchung der ETH gemeinsam mit den Universitäten Luzern und Zürich, befasst sich dieses Jahr mit den Auswirkungen der Digitalisierung auf die Arbeitnehmenden. Aus Sicht der Befragten seien die Arbeitgebenden in der Schweiz relativ offen gegenüber neuen Technologien, heisst es in einer Mitteilung. Über 74 Prozent der Beschäftigten gaben an, dass ihr Arbeitgeber gewillt sei, digitale Lösungen zu nutzen. Aber: «Je höher der Digitalisierungsgrad des Unternehmens, desto geringer ist die Arbeitszufriedenheit», schreiben die Autoren weiter. « Je höher der Digitalisierungsgrad des Unternehmens, desto geringer ist die Arbeitszufriedenheit. » Schweizer HR Barometer 2020 Selbstständigkeit und Überwachung In einer digitalisierten Arbeitswelt spiele die Eigenverantwortung der Beschäftigten eine immer wichtigere Rolle. Zwei Drittel der Befragten sagten aus, dass sie von ihren Vorgesetzten befähigt würden, selbstständig Entscheidungen zu treffen. Für Unzufriedenheit sorgen jedoch Sicherheits- und Überwachungsmassnahmen: Bei 46 Prozent der Befragten blockiere der Arbeitgeber bestimmte Internet seiten. 22 Prozent gaben an, ihr Arbeitgeber überwache ihren Internetverkehr. Entsprechend fühlten sich 20 Prozent in ihrer Privatsphäre eingeschränkt, führen die Autoren aus. «Die Ergebnisse zeigen, dass sich Beschäftigte mit ihrem Unternehmen weniger stark verbunden fühlen, wenn elektronische Überwachung zu oft eingesetzt wird.» Ältere Arbeitnehmende: Negative Stereotypen verringern digitale Selbstwirksamkeit Einen weiteren Schwerpunkt setzt der HR-Barometer 2020 auf die Alterung unserer Gesellschaft. In der Schweiz seien Vorurteile gegenüber älteren Arbeitnehmenden weit verbreitet, schreiben die Autoren. Nur etwas mehr als 10 Prozent der befragten Beschäftigen hätten keine negativen Vorurteile beobachtet. Es bestehe erheblicher Handlungsbedarf für Arbeitgebende, Führungspersonen sowie Arbeitskollegen, denn «herrschen negative Altersstereotypen vor, verringert dies die digitale Selbstwirksamkeit der Betroffenen. Das heisst: Ältere Beschäftigte schätzen die eigenen Fähigkeiten im Umgang mit digitalen Technologien tendenziell geringer ein.» Zudem wirken sich Vorurteile gegenüber älteren Beschäftigten negativ auf ihre Bereitschaft aus, über das Rentenalter hinaus zu arbeiten. i ÜBER DIE STUDIE Für den diesjährigen HR-Barometer befragten die Forscher 1995 Schweizer Angestellte in der Zeit zwischen März und Mai 2020. Jedes Jahr befasst sich die Studie mit einem anderen Schwerpunktthema. 2016 lieferte der HR-Barometer etwa Erkenntnisse zu den Themen Loyalität und Zynismus. Den vollständigen Artikel finden Sie online www.netzwoche.ch ERWARTUNGEN VS. ANGEBOTE VERBREITUNG VON ALTERSSTEREOTYPEN IM UNTERNEHMEN Gegenüberstellung von Erwartungen der Arbeitnehmenden und den wahrgenommenen Angeboten der Arbeitgeber Arbeitnehmende erwarten Arbeitgeber bieten Verbreitung von Altersstereotypen im Unternehmen voll und ganz eher ja teilweise eher nicht überhaupt nicht angemessene Entlohnung Entwicklungsmöglichkeiten Loyalität Quelle: Schweizer HR-Barometer 2020 Möglichkeiten, Fähigkeiten vielfältig einzusetzen Arbeitsplatzsicherheit interessante Arbeitsinhalte Möglichkeiten, Eigenverantwortung zu übernehmen Möglichkeiten, mit neuesten digitalen Technologien zu arbeiten 1 2 3 4 5 Negative Vorurteile gegenüber älteren Beschäftigten im Unternehmen 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% 80% 90% 100% Quelle: Schweizer HR-Barometer 2020 www.netzwoche.ch © netzmedien ag 16 / 2020

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