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Netzwoche 17/2017

12 Business Nachgefragt

12 Business Nachgefragt « Wir müssen mit den besten Ländern im digitalen Gleichschritt bleiben » Das Europa Forum Luzern am 13. November steht ganz im Zeichen der digitalen Revolution. Direktor Christof Wicki verrät, warum das Thema gewählt wurde und was die Besucher im KKL erwartet. Interview: Oliver Schneider Das Europa Forum Luzern steht im Herbst 2017 unter dem Motto «Die digitale Revolution». Weshalb haben Sie diesen Schwerpunkt gewählt? Christof Wicki: Das Thema ist aktuell. Die Unternehmen sehen sich zunehmend gezwungen, auf disruptive Entwicklungen zu reagieren, um weiter konkurrenzfähig und erfolgreich zu bleiben. Sie wollen wissen, wie das andere Unternehmen erfolgreich tun. Darüber hinaus spielt die Politik beim Thema Digitalisierung eine immer wichtigere Rolle – Stichwort digitaler Binnenmarkt –, nicht zuletzt auch in der EU. Das passt alles perfekt für ein Europa Forum. « Wir wollen wichtige und aktuelle Fragen zum Standort Schweiz erörtern. » Christof Wicki, Direktor Europa Forum Luzern i VERANSTALTUNG Das nächste Europa Forum Luzern steht ganz im Zeichen der Digitalisierung. Am 13. November 2017 treffen sich im Kultur- und Kongresszentrum Luzern mehr als 1000 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft. Diskutiert wird über die Chancen und Herausforderungen der digitalen Transformation für Unternehmen. Die Keynote hält Bundespräsidentin Doris Leuthard. www.europaforum.ch Artikel online auf www.netzwoche.ch Webcode DPF8_64021 Welche Ziele verfolgt das Europa Forum Luzern? Wir wollen wichtige und aktuelle Fragen zum Standort Schweiz erörtern. Das Motto Wirtschaft, Wissenschaft und Politik im Dialog ist unser Leitfaden. Der Netzwerkgedanke spielt dabei eine zentrale Rolle. Interessierten Wirtschaftsvertretern wollen wir regelmässig einen hochstehenden Erfahrungsaustausch zu Europa ermöglichen. Der Förderkreis 92 verfolgt dieses Ziel zudem in einem exklusiven Community-Kreis mit zusätzlichen Veranstaltungen. An welche Zielgruppe richtet sich die Veranstaltung? Am Symposium der Wirtschaft nehmen primär CEOs und Verwaltungsräte von Unternehmen teil, namentlich von solchen, die in irgendeiner Form direkt oder indirekt einen Bezug zum internationalen Business haben. Mit der öffentlichen Veranstaltung richten wir uns an die interessierten Bürger der Schweiz. Welche Herausforderungen stellen sich der Schweizer Wirtschaft in der digitalen Revolution? Wir müssen den Fokus darauf legen, mit den besten Ländern im digitalen Gleichschritt zu bleiben. Zudem müssen wir unseren Spitzenplatz als innovatives und wettbewerbsfähiges Land in diesem Bereich verteidigen und ausbauen. Hier sind die Hochschulen, aber auch die Investitionen in Start-ups ein wichtiger Faktor. Schliesslich soll die Digitalisierung dabei hilfreich sein, Arbeitsplätze in der Schweiz zu halten und neue zu generieren. Welche Themen erwarten die Gäste an den Executive Sessions? Wir haben bewusst einen breiten Mix gewählt, um möglichst viele Interessenbereiche abzudecken. Die Session thematisieren die Bereiche Artificial Intelligence, Cyber Security, Digital Business, Digital Transformation und E- Commerce. Worauf freuen Sie sich persönlich? Ich freue mich immer auf den ganzen Event – er ist ja ein Puzzle aus mehreren verschiedenen und aufeinander abgestimmten Events. Besonders freue ich mich auf den Auftritt von Bundespräsidentin Doris Leuthard – nach 15 Jahren ist es wieder einmal der Fall, dass uns die Landesregierung am Symposium der Wirtschaft beehrt. Sonst ist der Auftritt eines Bundesrates jeweils an der öffentlichen Abendveranstaltung. Sie haben zum Europa Forum nicht nur viele spannende Gäste, sondern auch Start-ups zu Pitches eingeladen. Was werden die Jungunternehmen in Luzern zeigen? Primär lassen wir uns natürlich selbst überraschen. Das Besondere ist, dass es sich um Start-ups handelt, die bereits erfolgreich ins Unternehmertum gestartet sind und nicht noch in der ersten Entwicklungsphase stecken. Wir werden also erfahren, was mögliche Erfolgsfaktoren eines Start-ups sein können. 17 / 2017 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Business Event 13 Analytics Experience 2017: SAS schickt die KI aufs Fussballfeld SAS hat nach Amsterdam zur Analytics Experience 2017 geladen. Der Softwareentwickler will zeigen, wie Predictive Analytics unsere Arbeits- und Alltagswelt umkrempeln. Big Data soll die humanitäre Hilfe voranbringen und die Fussballstars von morgen entdecken. Autor: Simon Mathis Vom 16. bis 18. Oktober hat in Amsterdam die Analytics Experience 2017 stattgefunden. Veranstalter war der USamerikanische Softwareentwickler SAS, der die neuesten Trends in Sachen Predictive Analytics vorstellte. Natürlich durften dabei die aktuellen Hype-Themen «Internet der Dinge» (IoT) und «künstliche Intelligenz» (KI) nicht fehlen. An der ersten Keynote ging es aber auch um die konkreten Fragen, wie Big Data humanitäre Hilfe voranbringen könnte und wie Echtzeit-Analysen die Fussballwelt der Zukunft revolutionieren könnten. durchführe. «Obwohl wir ein eigenes Entwicklerteam beschäftigen, hat Smart Aid noch einen langen Weg vor sich», berichtete der Prinz. «Das Projekt ist auf die Unterstützung von Datenanalysten angewiesen.» Auch bei menschengemachten Katastrophen sollen Daten mitunter über Leben und Tod entscheiden. Darauf verwies Leonard Doyle von der International Organization for Migration (IOM). Er präsentierte eine einfache App der IOM, die Informationen darüber sammle, wer in einem Krisengebiet was und wo benötige. « Alle vier Jahre brauchen Unternehmen ein neues Wort, um ihr Produkt an den Mann zu bringen. » Jim Goodnight, CEO und Mitgründer von SAS Machine Learning? Hokuspokus! In der IT-Branche könne man sich derzeit kaum einmal umdrehen, ohne das Schlagwort KI an den Kopf geworfen zu bekommen. Jim Goodnight, CEO und Mitgründer von SAS, findet erfrischend direkte Worte zum Hype. «Alle vier Jahre brauchen Unternehmen ein neues Wort, um ihr Produkt an den Mann zu bringen», sagte er am Presse event. «In den letzten Jahren war es die Cloud, in den nächsten Jahren wird es die künstliche Intelligenz sein. Dabei reden die Leute auch viel Unsinn über KI.» Den Begriff Machine Learning betitelte Goodnight gar als «Hokuspokus». Zum Lernen im strengen Sinn seien Maschinen gar nicht in der Lage. Für KIs bot Goodnight eine simple Definition an: Sie seien Maschinen, die Entscheidungen fällten. Eine Maschine sei bereits dann eine KI, wenn sie sagen könne: «Du bist zwölf Jahre alt? Kein Bier für dich!» Das reiche schon. Die Entzauberung durch den SAS-Chef Goodnight hinderte allerdings die Teilnehmer nicht daran, an der Analytics Experience fleissig über KI zu sprechen. So wollte Ajay Agrawal vom Creative Destruction Lab die Anwesenden davon überzeugen, dass künstliche Intelligenz zu grundlegend neuen Geschäftsmodellen führe. Laut Agrawal ist die KI-Technologie im Aufschwung. Nicht zufällig fahre Google einen strammen KI-Kurs. Auf der Suche nach dem nächsten Shaqiri Das niederländische Start-up Scisports will mit Analytics in Echtzeit Fussballspiele unter die Lupe nehmen. Wie schnell schiesst der Stürmer aufs Tor? Wie bewegen sich die Spieler auf dem Feld? Solche Fragen sollen künftig direkt auf dem Fernsehbildschirm beantwortet werden. «Dann hätten die Zuschauer ähnliche Statistiken wie bei den Videospielen ‹Football Manager› und ‹Fifa› – einfach mit echten Daten», erklärte Giels Brouwer, CEO von Scisports. Zurzeit nutzten Fussballclubs das Programm, um die Stars von morgen zu entdecken. «Scisports hat bereits 40 Jungtalente für unterschiedliche Clubs gefunden», sagte Brouwer. Brouwer rechnet damit, dass die Echtzeit-Analyse in etwa vier Jahren ausgereift sei. Die Technologie von Scisports habe das Potenzial, die Fussballbranche auf den Kopf zu stellen. Artikel online auf www.netzwoche.ch Webcodes DPF8_63674, DPF8_64109 Analytics im Dienst der humanitären Hilfe Die Analytics Experience 2017 hatte auch royalen Besuch: Prinz Pieter-Christiaan van Oranje-Nassau sprach als stellvertretender Vorsitzender des niederländischen Roten Kreuzes. Er stellte das Projekt Smart Aid vor, das Hilfeleistungen bei Naturkatastrophen rascher und effizienter Jim Goodnight, CEO von SAS, Giels Brouwer, CEO von Scisports, und Oliver Schabenberger, CTO von SAS, im Gespräch (v. l.). www.netzwoche.ch © netzmedien ag 17 / 2017

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