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Netzwoche 17/2017

32 Best of Swiss Apps

32 Best of Swiss Apps Nachgefragt « Wir sind noch in einer frühen Phase » Das Jahresthema von Best of Swiss Apps 2017 ist Augmented- und Virtual Reality. Gian Paolo Santopaolo, Dev Team Lead bei IBV Informatik, hat eine der ersten Hololenses von Microsoft in die Schweiz gebracht. Seit mehr als einem Jahr arbeitet er mit der Brille. Im Interview berichtet er über seine Erfahrungen. Interview: Christoph Grau Wie sind Sie zur Hololens gekommen? Gian Paolo Santopaolo: Am 15. Januar 2015, als Microsoft die Hololens präsentierte, habe ich sie das erste Mal gesehen. Am 29. April 2015 kündigte Alex Kipman auf der Microsoft Build in San Francisco an, dass eine begrenzte Zahl von Entwicklern die Möglichkeit erhalte, die Hololens auszuprobieren. Ich war glücklich, an der ersten Hololens Academy teilzunehmen zu können. Nachdem ich zum ersten Mal das Gerät aufgesetzt hatte, hatte ich das Gefühl, als ob die Welt sich verändert habe. Es war eine sehr frühe Version, und ich erinnere mich noch daran, dass auf jeder Hololens ein Aufkleber mit der Aufschrift: «Prototype … Not FCC approved» prangte. Ein Jahr nach der Präsentation kündigte Kipman auf der Microsoft Build 2016 in San Francisco an, dass die Hololens zunächst für eine begrenzte Zahl von Entwicklern in den USA und Kanada zum Kauf bereitstehe. Ich war vor Ort und hatte das Privileg, eines der ersten Geräte zu bekommen. Im April 2016 war unsere Brille von IBV eine der ersten, die den Weg über den Atlantik geschafft hatte. In welchen Bereichen erprobten Sie die Hololens? Wir entwickelten Use Cases in verschiedenen Bereichen. Medizinische, um Medizinstudenten bei Operationen zu trainieren, aber auch Projekte für die Armee und Luftfahrt. Im Bereich Finanzen und Versicherungen haben wir ein Projekt, um grosse Datenmengen in der realen Welt zu visualisieren. Im Bereich Unterhaltung entwickelten wir eine Holo-Schatzsuche. Sind aus den Projekten produktive Applikationen entstanden? Die meisten dieser Projekte waren Machbarkeitsstudien und noch keine Anwendungen, die reif für die Produktion gewesen wären. Denn wir befinden uns noch in einer sehr frühen Phase der Entwicklung – sogar noch vor den Early Adopters. Derzeit nutzen nur Innovatoren, also Entwickler und Unternehmen mit einer langfristigen Vision, diese Technologie. Sie wollen einen Eindruck davon bekommen, wie sie diese künftig in ihrem Produktionsumfeld nutzen könnten. Einen richtigen Boom für die Technologie erwarten wir erst in den kommenden Jahren. Rückblickend können wir diese Proof of Concepts aber als Erfolg verbuchen: Alle Kunden waren zufrieden und planen weitere Investitionen in diesem Bereich. Gleichzeitig können wir aus dem Feedback unserer Kunden schliessen, dass die erfolgreichen Projekte in naher Zukunft im echten Produktionsprozess enden könnten. Wir hoffen, dass wir mit dem nun aufgebauten Know-how in Zukunft erfolgreiche Projekte umsetzen können. Was sind für Sie die zentralen Vor- und Nachteile der Hololens? Die Hololens und Mixed Reality befinden sich noch in einem frühen Entwicklungsstadium. Daher stecken auch viele Tools und Instrumente noch in einer frühen Phase, in der sie stetig weiterentwickelt werden. Darin sehe ich den Hauptnachteil. Denn was heute noch funktioniert, kann morgen schon nicht mehr funktionieren, wenn etwa plötzlich ein grundlegender Technologiewandel erfolgt. Dies ist der Preis, den wir als Entwickler zahlen müssen. Der Vorteil ist gleichzeitig, dass wir durch die Arbeit in dieser sehr frühen Phase Know-how aufbauen können, das andere nicht haben. Damit gewinnen wir einen Vorsprung gegenüber Konkurrenten, der für sie nur schwer aufzuholen sein wird. Gleichzeitig bringt uns dies an die Spitze eines sich entwickelnden Marktes. Wo sehen Sie den grössten Verbesserungsbedarf? Die Informationen von Microsoft zu neuen Releases sind mangelhaft. Nach unserer Erfahrung braucht es drei Versionen eines Produkts, bis es in Massenproduktion gehen kann. Bei der Hololens sind wir noch im ersten Release. Eine offizielle Ankündigung, wann die zweite Version erscheinen wird, gibt es nicht. Die Kunden sind daher unentschlossen, ob sie wirklich in dieser frühen Phase der Entwicklung einsteigen sollen. Ich bin aber optimistisch, dass sich dies bald ändern wird. Gian Paolo Santopaolo, Dev Team Lead bei IBV Informatik. « Die Informationen von Microsoft zu neuen Releases sind noch mangelhaft. » Gian Paolo Santopaolo, Dev Team Lead, IBV Informatik Artikel online auf www.netzwoche.ch Webcode DPF8_65148 17 / 2017 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

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