Aufrufe
vor 2 Jahren

Netzwoche 17/2017

40 Technology Aktuell

40 Technology Aktuell WWW.NETZWOCHE.CH WPA2 ist nicht mehr sicher mur. Der Sicherheitsforscher Mathy Vanhoef hat die obsolete WPA1-Verschlüsselung und den Nachfolger WPA2 erfolgreich angegriffen. Den Angriff nennt er Krack – Key Re-Use Attack. Vanhoef nutzte Schwachstellen in den WLAN-Standards 802.11i und 802.11ad. Sie ermöglichten es, Inhalte im Netz mitzulesen, ohne das Passwort des WLANs zu kennen. Das funktionierte mit fast allen Betriebssystemen und Access Points. Für die betroffenen Systeme gibt es bereits diverse Updates. ▸ Webcode DPF8_63158 Autonomes Postauto fährt bald bis zum Bahnhof Sion Seit mehr als einem Jahr fährt das autonome Postauto durch Sion. Kalifornien erlaubt autonome Autos ohne Fahrer mur. Kurven selbstfahrende Autos in Kalifornien bald ohne Fahrer herum? Das California Department of Motor Vehicles (DMV) will das laut The Verge ab Mitte 2018 erlauben. Laut dem Onlineportal testen 42 Firmen rund 285 autonome Fahrzeuge auf Kaliforniens Strassen. Dafür gebe es fast 1000 registrierte «Safety drivers». ▸ Webcode DPF8_62491 cgr. Seit Juni 2016 verkehren in der Walliser Stadt Sion zwei autonome Postautos. Die Tochtergesellschaft der Schweizerischen Post erprobt die Technologie dort mit der Unterstützung des Bundesamts für Strassen. Nach erfolgreicher Erprobung erweiterte Postauto nun die Teststrecke. Künftig soll der Bus bis zum Bahnhof Sion fahren. Damit verdoppelt sich die Strecke von 1,5 auf fast 3 Kilometer, wie es in einer Mitteilung heisst. Damit erhöhe sich die Komplexität des Verkehrs. Die Busse müssten stärker frequentierte Strassen passieren. Zudem gelte es, an der Avenue de la Gare zwei Ampeln zu überwinden. Gemäss Mitteilung ist dies für selbstfahrende Busse im öffentlichen Verkehr eine Premiere. Die Ampeln würden mit einem Sensor nachgerüstet, sodass der Bus mit der Ampel kommunizieren könne. Bis Ende dieses Jahres soll der Betrieb der längeren Strecke in Angriff genommen werden. Die Fahrt mit dem sogenannten Smartshuttle soll gratis bleiben. Der Test soll noch bis mindestens Ende 2018 dauern, ein Weiterbetrieb sei möglich. Bisher beförderten die Busse nach Angaben von Postauto 60 000 Passagiere. Dabei eingerechnet sind jedoch auch Vorführungen ausserhalb von Sion, etwa an der Cebit in Hannover. Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode DPF8_63440 MÜLLERS KLEINES ABC X wie Generation X Christopher Müller Inhaber und CEO von Die Ergonomen Usability AG. Theorie: Zur Generation X zählt man im anglo-amerikanischen Raum mehr oder weniger die Menschen, die zwischen 1960 und 1980 geboren sind. Damit entsprächen sie im deutschen Kontext etwa der Generation Golf (hier ist das Auto gemeint und nicht der Sport). In der IT rechnet man sie den digitalen Immigranten zu und, was unser Thema hier betrifft: Sie gelten im Umgang mit allem Digitalen als eher etwas begriffsstutzig, als schwierig eben. Realität: Bevor wir uns nun überhaupt mit vermeintlichen oder tatsächlichen Eigenarten der Generation X befassen, soll darauf hingewiesen werden, dass dieses Konzept ursprünglich aus der Werbebranche stammt. Dort wird es unter anderem beim Planen von Trendkampagnen eingesetzt. Obschon die wissenschaftliche Grundlage dünn ist, arbeitet mittlerweile nicht nur die Informatik mit solchen Generationenschubladen, sondern beispielsweise auch das Personalwesen. Selbst die Qualitätsmedien trommeln eifrig mit. Für die Ergonomie freilich bietet das Getue rund um die Generation X wenig Verwertbares. Im Labor jedenfalls unterscheidet sie sich nicht signifikant von der Generation Y. Am ehesten lässt sich noch vermuten, dass die Generation X eher dazu tendiert, den Fehler bei sich selbst zu suchen, wenn sie an schlechter Usability scheitert. Heisst: Ist etwas schiefgelaufen, versuchen sie es nochmals neu, während die Y-er schon längst den Bettel hingeschmissen haben. Mit viel bösem Willen liesse sich jetzt postulieren, dass eine Nutzerschnittstelle für die Generation X durchaus etwas schlampiger gestaltet werden darf als die für jüngere Generationen. Aber das ist ja auch kein tragfähiges Konzept. Fazit: Behandeln Sie die Generation X nicht wie digital Behinderte. So wie es heute verhandelt wird, liefert das Konzept keine brauchbaren Anforderungen für diese heterogene Menschengruppe. Sicher ist nur eines: Die Technik entwickelt sich rasant weiter, die Menschen auch – und die Generation Y von heute wird flugs zur Generation X von morgen. Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode DPF8_63440 17 / 2017 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Technology Aktuell 41 Schweizer wollen das Steuer in der Hand behalten sma. Nur jeder achte Schweizer würde freiwillig in ein selbstfahrendes Auto steigen. Das ergab eine repräsentative Umfrage des Vergleichsdienstes Comparis.ch. 47 Prozent der Befragten wollen sich auf gar keinen Fall in ein autonomes Fahrzeug setzen, so die Studie. Angst vor Kontrollverlust «Für die meisten ist es heute noch unvorstellbar, sich in völlige Abhängigkeit eines Autos ohne Lenkrad und Fusspedale zu begeben», wird Harry Meier, Automobil-Experte bei Comparis.ch, in der Mitteilung zitiert. «Vielen ist dabei allerdings nicht bewusst, dass wir schon längst auf dem Weg dorthin sind und entsprechende Teil-Technologien bereits heute in vielen Autos verbaut sind.» 32 Prozent der Befragten seien sich sicher, dass das autonome Fahren die Zukunft bestimmen werde. Jeder dritte Schweizer sehe dem autonomen Fahren freudig entgegen. Bei 34 Prozent der Befragten überwiegt hingegen das Misstrauen. Ganze 53 Prozent der Schweizer wollen das Steuer selbst in der Hand behalten – sie fürchten einen Kontrollverlust durch selbstfahrende Autos. Für die Umfrage hat Comparis.ch 911 Autofahrerinnen und -fahrer in allen Teilen der Schweiz befragt. Die Weltkarte der autonomen Autos Passend zur Comparis-Studie wurde am 23. Oktober eine Weltkarte onlinegestellt, die verrät, an welchen Orten bereits autonome Fahrzeuge unterwegs sind. Sie zeigt, dass die USA, die Niederlande und Grossbritannien beim Testen der neuen Technologie vorne dabei sind. In der Schweiz verkehren laut Karte bisher keine autonomen Fahrzeuge. Das soll sich bald ändern, schreibt Comparis.ch. Denn im November komme das erste eingeschränkt autonome Auto auf den Schweizer Markt. Doch autonome Fortbewegungsmittel sind in der Schweiz durchaus vertreten: Man denke an das autonome Postauto in Sion (Seite 40). Auch in Deutschland sind zurzeit keine selbstfahrenden Autos im Einsatz, obwohl sich deutsche Autobauer stark in der Technologie engagieren. Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode DPF8_64599 Russland plant eigene Kryptowährung osc. Mitte Oktober hat der Vizechef der russischen Zentralbank angekündigt, gegen Internetplattformen vorzugehen, die Kryptowährungen wie Bitcoin anböten. Doch ganz verabschieden will sich das Land von den digitalen Währungen anscheinend nicht. Wie das Webmagazin T3n unter Berufung auf die russische Wochenzeitung «Argumente und Fakten»berichtet, genehmigte Präsident Wladimir Putin höchstpersönlich die Schaffung einer staatlichen Kryptowährung. Wie der russische Kommunikationsminister Nikolai Nikiforow an einem Banker-Treffen in Moskau verraten habe, seien die gesetzlichen Grundlagen für den «Krypto- Rubel» bereits geschaffen worden. Die Einführung der Währung soll nun «schnell» erfolgen, schreibt T3n. Staatliche Kryptowährung Der «Krypto-Rubel» lasse sich nicht «minen», sei nicht dezentral konzipiert und unterliege strenger Regulierung. Emittent sollen die russischen Behörden sein. Ein Umtausch in Rubel sei jederzeit möglich, allerdings sei bei Kauf und Verkauf eine Einkommenssteuer in Höhe von 13 Prozent auf mögliche Gewinne geplant. Die russische Zentralbank will eine eigene Kryptowährung. Bild: typographyimages / Als Motiv für die Schaffung des «Krypto-Rubels» vermutet T3n nicht die Konkurrenz zu Bitcoin & Co. Es gehe vielmehr darum, den Mitgliederstaaten in der Eurasischen Wirtschaftsunion zuvorzukommen. «Wenn wir das jetzt nicht machen, werden unsere Nachbarn in der Eurasischen Wirtschaftsunion das in zwei Monaten tun», zitiert T3n Kommunikationsminister Nikiforow. Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode DPF8_62757 pixabay.com KOLUMNE Der Schuster und seine Schuhe Vertrauliche Daten von Accenture auf ungeschützten Webservern. Leaks von vertraulichen Daten durch mehrere Monate dauernde Hackerangriffe auf Deloitte. Weitergabe von vertraulichen Prüfungsinhalten bei KMPG … Was ist eigentlich los mit den Experten, die man als Security-Götter bezeichnen müsste, würde man ihren «Marketing-Slogans» glauben schenken? Ausgerechnet jene grossen Prüfungs- und Beratungsgesellschaften, deren Expertise sich viele Unternehmen kaufen, um ihre Sicherheit zu verbessern, gegebenenfalls ihre Compliance nach einem Standard herstellen müssen, zeigen uns auf eine dilettantische Weise, wie man es gerade nicht machen sollte. Dabei handelt es sich bei den bekannt gewordenen Vorfällen wahrlich nicht um Marketing- Gags dieser Beratungsgiganten. Schnell heisst es dann vonseiten ihrer Pressestellen: «Wir haben es vermasselt, aber ist ja nichts Schlimmes passiert.» Ernsthaft? Wer sich von den glitzernden Werbe-Slogans und Security- Surveys so mancher «Big Player» nicht beeindrucken lassen will, sollte eventuell regionale Experten als Alternative in Betracht ziehen. Es lohnt sich in jedem Fall, ein bilaterales NDA abzuschliessen. Denn am Ende kochen alle nur mit Wasser. Orkan Yoksulabakan arbeitet bei ITSENSE. Artikel online auf www.netzwoche.ch Webcode DPF8_63179 Orkan Yoksulabakan www.netzwoche.ch © netzmedien ag 17 / 2017

Archiv