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Netzwoche 17/2017

42 Technology Research

42 Technology Research Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode DPF8_65028 Die Zukunft der Integratoren Den einst mehrheitlich in sich geschlossenen ICT-Markt, das ehemals übersichtliche Ökosystem gibt es nicht mehr. Heute bestimmen viele Teilmärkte mit eigenen Gesetzmässigkeiten und Gegebenheiten die weitere Entwicklung und zukünftige Ausprägung des Marktes. DER AUTOR falsch zu glauben, dass diese Entwicklung einem ruhigen Fluss gleichkommt und sich am angestammten Business so schnell nichts ändert. Die Veränderungen am Markt sind bereits messbar. So sind es im zu Ende gehenden Jahr die Cloud-Professional-Services, die für das Wachstum im Markt der ICT-Dienstleistungen verantwortlich zeichnen. Sie setzen zu einem kräftigen Sprung um mehr als 20 Prozent nach oben an, während die klassischen Projektumsätze schrumpfen. Obwohl die Cloud heute Selfservice-Modelle mit hochstandardisierten Schnittstellen und Anwendungen verspricht, ist der User oft überfordert. Und genau hier, ausserhalb seiner bisherigen Projektthemen, findet der «klassische» Integrator ein rasch wachsendes Potenzial mit einer steigenden Nachfrage in den Bereichen Planung und Evaluation des passenden ICT-Betriebsmodells, der richtigen Cloud, Migrationsservices (Systeme, Daten und Apps), Security, Schnittstellenanpassungen, Betrieb der Infrastruktur und Anwendungen, Change-Management, Aufsetzen neuer ICT- und Businessprozesse, Service und Support sowie Schulung und Training der Mitarbeiter. Mit dem auf den Wandel ausgerichteten Portfolio, den notwendigen Skills, einem smarten Team und den richtigen Partnern bieten sich dem Integrator der Zukunft immense Chancen und neue, spannnende Entwicklungsmöglichkeiten. Philipp A. Ziegler Geschäftsführer, MSM Research AG Am meisten Zuwachs verzeichnet die hybride ICT. Die Fragen, die sich im Zuge dieser Entwicklung geradezu aufdrängen: Wie viel Platz hat der klassische Systemintegrator noch im Markt? Wie viel seines bisherigen auf traditionelle ICT-Projekte und -Umgebungen ausgerichteten Leistungsportfolios braucht der Markt noch? Wo ist das Potenzial und sein künftiger Markt in dieser sich ändernden Weltordnung? Markante Verwerfungen in der Anbieter-Community Wie ich in meinen Beiträgen mehrfach analysierte, verliert die Nachfrage nach den traditionellen projektbezogenen Services deutlich an Schwung. Der Markt schrumpft. Dagegen haben cloudbezogene Integrations- und Migrationsprojekte markant zugenommen. Am meisten Zuwachs unter den Betriebsmodellen verzeichnet die hybride ICT, das heisst der Mix aus internen und externen Quellen, wie auch die Nutzung unterschiedlicher Cloud-Services (die Multi-Cloud). Der Paradigmenwechsel im ICT-Betrieb, das heisst die Verlagerung weg vom Eigenbetrieb hin zu externen Anbietern cloudbasierter Dienste wird sich zunehmend beschleunigen und die Schere mit Blick auf die Anteile der internen und externen Ausgaben für den ICT-Betrieb weiter auseinandergehen. Diese Entwicklung wird in den kommenden Jahren markante Verwerfungen in der Anbieter-Community nach sich ziehen. Ohne die Ausrichtung und eigentliche Transformation des bisherigen Leistungsportfolios auf die neuen Gegebenheiten wird sich der klassische Integrator schwertun, zu überleben. Es wäre DER PARADIGMENWECHSEL IM ICT-BETRIEB FORDERT DIE INTEGRATOREN UND ERÖFFNET NEUE CHANCEN Verschiebung der Anteile der Ausgaben für den ICT-Betrieb (Infrastruktur) Reiner Eigenbetrieb Managed und Cloud-Service 31,1 % 36 % 68,9 % 64 % Quelle: MSM Research AG 2014 2019 17 / 2017 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Technology Fachbeitrag 43 Die Cloud aus der Box Hyperkonvergente Systeme mit cleveren Lösungen erleichtern das Management einer hauseigenen IT-Architektur. Mit der richtigen Lösung funktioniert auch die eigene Cloud. Für IT-Planer in Unternehmen ist die «digitale Transformation» mit sehr praktischen Fragen verbunden. Vereinfacht dargestellt geht es im Kern um Folgendes: Muss die klassische Architektur weg? Gibt es Mittelwege? Muss sofort eine vollständige Migration in die Cloud erfolgen oder gar der Weg eines kompletten Outsourcings gegangen werden? Welche Architektur die richtige ist, hängt von den Anforderungen des Nutzers ab. Die herkömmliche Art und Weise des Aufbaus eines hauseigenen Rechenzentrums bestand darin, verschiedene Architekturkomponenten zusammenzustellen und selbst zu konfigurieren. Das ist ein komplizierter und mühsamer Prozess. Eine solche selbstentwickelte Lösung ist aufwändig zu managen und birgt erhebliche Risiken im Betrieb. Vor allem für KMUs und für die Fast IT bei Grossunternehmen sind deshalb als Mittelweg konvergente Systeme – sogenannte Referenzarchitekturen – interessant. Dabei handelt es sich um eine Palette leistungsfähiger integrierter Systeme, die als All-in-One-Pakete ausgeliefert werden und alle nötigen Komponenten wie Server, Storage, Netzwerkkonnektivität und Software kombinieren. Der hohe Integrationsgrad und das einheitliche Management solcher Systeme spart Aufwand, Kosten und vereinfacht Prozesse und den Betrieb. Sie werden entweder als sofort einsatzbereite oder als anpassbare Referenzarchitekturen ausgeliefert, die einfach an kundenspezifische Anforderungen angepasst werden können. Ausgerüstet mit den entsprechenden Appliances entsteht durch sie ein hohes Mass an Einfachheit im Hinblick auf Virtualisierung, Big Data und High Performance Computing. Unkompliziertes Servermanagement ist dabei der Schlüssel zu einem effizienteren IT-Betrieb. Es muss sämtliche Funktionen für einen ausfallsicheren, flexiblen und automatisierten 24x7-Serverbetrieb bieten, also alle Elemente, die für die professionelle Verwaltung von Serversystemen während ihres Lebenszyklus erforderlich sind. Dazu gehören unter anderem eine permanente Statusüberwachung und umfassende Kontroll- und Analysemöglichkeiten bei Funktionsstörungen sowie generische Managementfunktionen für die Installation, Überwachung und Verwaltung der Systeme. Aus hyperkonvergenten Infrastrukturen heraus lassen sich mit einer entsprechenden Lösung «Cloud-in-a-Box- Unkompliziertes Servermanagement ist der Schlüssel zum effizienten Betrieb. Services» bereitstellen. Das erfolgt durch die Integration eines sogenannten «Catalog Managers» auf Open-Source- Basis. Dabei werden mandantenfähige Selfservice-Portale für hybride Cloud-Dienste eingerichtet. Diese Portale lassen sich an das Corporate Design des Unternehmens anpassen und ermöglichen es, Cloud-Angebote automatisiert bereitzustellen. Diese Lösung bietet Unternehmen die Flexibilität und Skalierbarkeit von Services und Software aus der Cloud, lässt sich aber über Systeme im hauseigenen Rechenzentrum verwalten. Unternehmen können somit Usern einen gemanagten, nutzungsbezogenen Zugang zu Cloud- Diensten zur Verfügung stellen, inklusive Funktionen für das Identity Management, die Abrechnung der Services und die Verwaltung der Abonnements. Die Lösung lässt sich auf einfache Weise an andere Public-Cloud-Services anbinden. Mit einer solchen Referenzarchitektur können Nutzer eine getestete Systemkonfiguration wählen, die ihren Bedürfnissen für eine private Cloud-Infrastruktur entspricht. Dazu gehört auch die nötige Flexibilität, das System an andere unternehmensspezifische Bedürfnisse anzupassen – unter anderem bei der Ausfallsicherung für Hardware und Software oder beim Software-defined Networking. Bild: bloomicon / Fotolia.com DER AUTOR Martin Nussbaumer Head of Product Sales Switzerland & Austria, Fujitsu www.netzwoche.ch © netzmedien ag 17 / 2017

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