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Netzwoche 17/2017

60 Management & Career

60 Management & Career Event David Gemmet von der Fernfachhochschule Schweiz referierte an der Advanceing 2017 über die Stolpersteine der Digitalisierung. Schweizer Unternehmen kommen an der IT nicht vorbei An der Jobmesse Advanceing haben Firmen aus der Technologiebranche nach neuen Arbeitskräften gesucht. Die Digitalisierung stellt Unternehmen und Mitarbeiter vor besondere Herausforderungen. IT-Fachkräfte sind gefragt. Autor: Oliver Schneider osc. Mitte Oktober hat in Zürich die Jobmesse Advanceing stattgefunden. An der Veranstaltung präsentierten sich Technologiefirmen, Bildungsinstitute und Personaldienstleister potenziellen Arbeitnehmern aus dem MINT-Bereich (Mathematiker, Informatiker, Naturwissenschaftler und Techniker). War sie in der Vergangenheit auf Ingenieure spezialisiert, legte die Advanceing in diesem Jahr zum zweiten Mal den Fokus auch auf ICT-Berufe. Und das mit gutem Grund, wie ein Messerundgang zeigte. Eine breite Palette von ICT-Ausstellern war zugegen. Von mittelständischen Unternehmen wie Noser Engineering über bekannte Schweizer Industriefirmen wie Ems Chemie bis hin zu internationalen Konzernen mit zehntausenden Angestellten wie T-Systems oder EY. Sie alle haben eines gemeinsam: Sie suchen nach Informatikfachkräften. Auf der Jagd nach IT-Spezialisten Industrie ohne IT-Fähigkeiten sei heute gar nicht mehr denkbar, machten verschiedene Referenten an der Messe deutlich. «Wir müssen uns mit den digitalen Möglichkeiten auseinandersetzen», meinte etwa David Gemmet, Studiengangsleiter für den MAS Industrie 4.0 an der Fernfachhochschule Schweiz (FFHS). Allerdings sei vielen Unternehmen nicht klar, was Digitalisierung konkret bedeute. Gemmet zeigte deshalb Branchen auf, in denen der digitale Wandel bereits in vollem Gange sei, und andere, denen die grossen Veränderungen noch bevorstünden. Dazu gehörten etwa Banken, das Gesundheitswesen oder Autofirmen. Für Industrieunternehmen bedeute Digitalisierung in erster Linie die intelligente Vernetzung von Komponenten zu einem neuen Ökosystem. Ideen, die unter dem Begriff «Industrie 4.0» Verbreitung fänden. Der Begriff «Industrie 4.0» bereite vielen Führungskräften in KMUs Kopfzerbrechen, sagte Gemmet. Es fehle an ausgebildetem Personal, an Know-how und an Klarheit über die notwendigen Schritte zum Ziel. An der IT komme die Branche aber nicht mehr vorbei. Neue Berufsbilder und Geschäftsmodelle entstünden. Fazit des Referenten: «Schweizer Unternehmen müssen umdenken und sich transformieren.» Attraktives «Employer Branding» Dass die Advanceing den Fokus auf Arbeitnehmer legt, die bereits berufstätig sind, bestätigte Lothar Schmidt, Gesellschafter der Dr. Schmidt & Partner Group, die als Perso- 17 / 2017 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Management & Career Event 61 naldienstleister Veranstalter der Messe ist, die in diesem Jahr bereits zum fünften Mal stattfand – mit den erwarteten rund 800 Besuchern. Viele Schweizer Industriefirmen suchen aktuell nach IT-Fachleuten, wie Schmidt sagte. Ihnen empfiehlt er, sich bekannt zu machen und sich ein attraktives «Employer Branding» zu geben. Sie haben laut Schmidt interessante Storys zu erzählen und bieten spannende Aufgaben, die IT-Fachkräfte ansprechen. Quereinsteigern bieten sich Möglichkeiten Nicht jedes KMU könne eine Anziehungskraft wie Google entwickeln, aber mit etwas Mut könnten auch sie «Visionen, die Erfolg versprechen» vermitteln. Auf die Grösse käme es dabei gar nicht so sehr an. KMUs zeichneten sich oft durch weniger Hierarchien und schnellere Entscheidungswege aus. Grossunternehmen könnten sich dagegen jahrelang transformieren, ohne dass es konkrete Resultate gebe, meint Schmidt. Auch Quereinsteigern bieten sich laut Veranstalter im MINT-Bereich viele Möglichkeiten. Der Schweizer Arbeitsmarkt sei vergleichsweise offen für Leute, die aktiv nach neuen Herausforderungen und alternativen Arbeitsmodellen suchten. Arbeitnehmer zu halten, ist eine Kunst Auch Denis Druzic, Business-Unit-Leiter Projekte bei Noser Engineering, sagte, dass es spannende Projekte brauche, um Ingenieure zum Einstieg ins Unternehmen zu motivieren. Noser Engineering nehme zum zweiten Mal an der Advanceing teil und suche intensiv neue Mitarbeitende. Die Auftragslage der Firma sei sehr gut, es bestünde allerdings eine grosse Nachfrage nach Experten, um Projekte professionell umzusetzen, meinte Druzic. Noser suche nicht nur nach erfahrenen Entwicklern mit Mobile-, .Net-, Java- und Embedded-Know-how, sondern kümmere sich auch mit viel Leidenschaft um die Weiterbildung seiner Belegschaft. Erst kürzlich sei die ganze Firma gemeinsam für eine Woche für die Weiterbildung auf einem Kreuzfahrtschiff gewesen, sagte Druzic. Laut Schmidt findet die sechste Ausgabe der Advanceing am Dienstag, den 9. Oktober 2018, statt. Rund 800 Besucher kamen laut Veranstalter an die Advanceing 2017. Artikel online auf www.netzwoche.ch Webcode DPF8_63766 Anzeige EXPERTEN FÜR GEMEINSAMEN ERFOLG Erfolg ist nichts, was man in Auftrag gibt. Erfolg ist etwas, was wir gemeinsam erreichen. Wie zum Beispiel unsere Kunden – gemeinsam mit den passenden Experten von uns. www.netzwoche.ch © netzmedien ag 17 / 2017

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