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Netzwoche 17/2018

18 SPECIAL Logistik

18 SPECIAL Logistik Opacc Software AG Eine besondere Herausforderung für das Warehouse-Projekt stellte aber die Automatisierung des Nachschubprozesses beziehungsweise der Lagerbestandsüberwachung dar. Wir dürfen vorausschicken, dass die Opacc-Projektmitarbeiter diese Challenge mit Bravour bestanden haben. Um die automatische Nachschubsteuerung für feste Lagerplätze zu aktivieren, mussten verschiedene Einstellungen stimmen. Vorbereitend mussten Lagertyp, der Lagerplatztyp und Lagerplätze definiert werden, beziehungsweise bereits im System vorhanden sein. Das System berechnet den Nachschub gemäss der definierten Minimal- und Maximalmenge. Ist der Bestand kleiner als der Minimalbestand, wird die Nachschubsteuerung ausgelöst. Dabei ist die Nachschubmenge auf die optimale Menge berechnet. Spezialbehandlung muss das System auch für Tiefkühlware einplanen: Die Kühlkette darf nie unterbrochen werden! Für die Planung und Einrichtung des «OpaccERP Warehouse»- Systems bei Gmür plante man ein gutes Jahr ein. Das Projekt wurde durch ein kleines Projektteam von drei Mitarbeitern aus drei Abteilungen der Firma Gmür unterstützt, sodass das notwendige Know-how über die in der Firma existierenden Systeme, Applikationen, Werkzeuge und Datenstrukturen vorhanden war. Nach Installation und Konfiguration der Software wurden die physischen Datenstrukturen mithilfe von Opacc erzeugt und das Warehouse erstmals mit Daten versehen. Funktionen und Ergebnisse konnten dann anhand eines mehrstufigen Testkonzepts von unterschiedlichen Organisationseinheiten überprüft werden. Fazit: Ziele erreicht Bereits wenige Stunden, nachdem das System endgültig in Betrieb genommen worden war, sprachen die Beteiligten von einem Erfolg. Das Projektkernteam stellte fest, dass die Ziele für den Produktivstart erreicht waren. Zum Gelingen beigetragen haben sicher die klaren Projektziele und regelmässige Fortschrittskontrollen, aber auch die detaillierte Go-Live-Planung inklusive eines Rollback- Szenarios. Auf den Logistikbetrieb wirkt sich das System optimierend aus: Es erlaubt die ständige Übersicht über alle Rüstaufträge und deren Priorisierung. Die Verwertung wird optimiert (Ablaufdaten), und Warenbewegungen können rückverfolgt werden. Bestandsaufnahmen und -korrekturen sind auf verschiedenen Ebenen möglich. Kurz: Effizienz und Transparenz werden durch den Einsatz des Systems nachdrücklich erhöht. KUNDE: E.J. GMÜR AG Die E.J. Gmür AG wurde 1951 als Käsehandelsfirma gegründet und offeriert heute umfangreiche Dienstleistungen für die Gastronomie. Dazu gehören die Lagerung und Kommissionierung von rund 5000 Frisch-, Tiefkühl- und Trockenprodukten, die mit einer eigenen Flotte von 30 Lastwagen an Grossverbraucher verkauft und vertrieben werden, sowie der Import und die Vermarktung von Ethno-Food aus aller Welt. Gmür übernimmt für viele Gastronomen die Rolle als einziger Zulieferer für verschiedene Produktkategorien, erleichtert dadurch den Alltag und bringt bessere Einkaufskonditionen. Gmür beschäftigt 80 Mitarbeitende. Ausgangslage : Die E.J. Gmür AG, ein Multidienstleister für die Gastronomie, setzt als Zulieferer auf höchste Produktqualität und absolute Zuverlässigkeit. Das Unternehmen ist schon seit 2005 Opacc-Kunde (ERP, Shop, CRM); dazumal ging es um die Einführung eines vollständig digitalisierten Lagerverwaltungssystems für mehr Effizienz, Transparenz und Zuverlässigkeit. Lösung: «OpaccERP Warehouse» und «MobileWarehouse» bieten eine Plattform, von der aus sämtliche logistischen Prozesse gesteuert und überwacht werden können. Die Digitalisierung funktioniert durchgehend: Der Warenfluss, von der Beschaffung bis zur Auslieferung an den Kunden, kann verfolgt und – etwa im Fall von Rückrufaktionen einzelner Artikel – genau nachvollzogen werden. Nutzen: «OpaccERP Warehouse» bei Gmür integriert sich total in den bisherigen Prozess und durchdringt diesen mit erhöhter Effizienz. Die Lösung macht verschiedene logistische Prozessschritte überflüssig. So können Aufträge wesentlich schneller abgewickelt werden. Parallel sind die Fehlerquoten gesunken, sodass auch die Zahl der Retouren verringert werden konnte. 17 / 2018 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Opacc Software AG Logistik SPECIAL19 « Der Change-Prozess verlief nicht ganz schmerzfrei » Der Zürcher Gastronomie-Dienstleister E.J. Gmür hat seine Logistik- und Lagerorganisation auf ein Warehouse-System von Opacc umgestellt. Nikola Apostoloski, Leiter Lager & Logistik, gibt Einblicke in die Details und Herausforderungen des Projekts. Interview: Oliver Schneider Sie schreiben, die Lösung von Opacc könne den gesamten Waren fluss überwachen. Wie setzen Sie dies technisch um? Nikola Apostoloski: Der altbewährte Strich- oder EAN-Code vereinfacht seit Jahrzehnten das Versorgungsmanagement und erleichtert es, den Material- und Warenfluss im Blick zu behalten. Dies machen wir uns auch hier zunutze. Mithilfe von «OpaccERP Warehouse» werden die Prozesse durchleuchtet und in verschiedenen Supply-Chain- Stufen widergespiegelt. «Pick by Voice» oder «Pick by Scan» standen zur Debatte. Letztlich setzte sich «Pick by Scan» durch. Die Entscheidung fiel uns leicht, denn aufgrund unserer Grösse als mittleres Unternehmen ist es so viel angenehmer zu arbeiten. Die geringere Fehleranfälligkeit, direkte Rückmeldung an das Kommissioniersystem und die vielen Informationen, die man jederzeit abrufen kann, vereinfachen das Tagesgeschäft der Logistiker. Worin bestehen die grössten Herausforderungen bei der Digitalisierung der Logistik- und Lagerorganisation? Meine grösste Befürchtung war, dass die Digitalisierung negative Auswirkungen vor allem bei den älteren Kollegen haben wird. Im Nachhinein muss ich gestehen, dass dieser Change-Prozess nicht ganz schmerzfrei verlief. Er bedurfte des Umdenkens und einer schnellen Ausbildung von Mitarbeitern, um einen möglichst reibungslosen Übergang zu gewährleisten. Learning by doing und hoher Praxisbezug der Lerninhalte waren das Motto. zu identifizieren, Mut zum Ausprobieren zu entwickeln, Lösungen zu erproben und das Wichtigste, unsere Mitarbeiter, mitzu nehmen. Welche Probleme traten im Zuge der Zusammenarbeit auf? Gewisse Vereinbarungen und Zielsetzungen wurden falsch interpretiert, was zu nicht erwünschten Prozessabläufen führte. Doch diese Probleme wurden schnell behoben, was allerdings zu Verspätungen des Go-Live geführt hat. Zum Glück standen wir nicht unter Zeitdruck und hatten solche Verzögerungen eingeplant. Wie lösten Sie diese Probleme? Es waren hauptsächlich Scripting-Änderungen seitens Opacc notwendig, die ein Mitarbeiter von Opacc in enger Zusammenarbeit mit uns gelöst hat. Welche Lehren zogen Opacc und Gmür aus dem Projekt für die Zukunft? Ich glaube, es war ein lehrreicher Weg für beide Parteien. Ich lernte die Sprache der Projektleiter, und sie lernten die Fragestellungen aus Sicht der User zu stellen. Wir haben alle uns vorgenommenen Ziele mit Bravour erreicht, und wenn Sie mich fragen würden, ob ich es wieder machen würde, dann lautet die Antwort: mit dieser Besetzung und den Menschen, die mitgewirkt haben, ja. Wo läuft die Software des Systems? Beim Kunden on-premise, bei Opacc oder in einer Public Cloud? Das Herz der Enterprise-Software, «OpaccOXAS» und «Opacc ERP», betreiben wir selbst in Zürich, die Webanwendungen «OpaccEnterpriseShop» und «EnterpriseCRM» sowie die das «MobileWarehouse» wird bei Opacc im Cloudcenter betrieben. Wo werden die Daten gehostet? Es ist eine gemischte Installation mit On-Premise und Cloud. Die Daten werden zentral bei der Firma Gmür gehostet und gesichert. « Wir wollten uns als Logistikdienstleister den neuen Technologien ebenso stellen, wie unsere Kunden und Auftraggeber. » Nikola Apostoloski, Leiter Lager & Logistik, E.J. Gmür Weshalb haben Sie sich für diese Infrastruktur entschieden? Seit Längerem wird von der Industrie 4.0 gesprochen. Wir wollten uns als Logistikdienstleister den neuen Technologien ebenso stellen wie unsere Kunden und Auftraggeber, die zunehmend auf «digital» setzen – wobei es gilt, eigene Innovationspotenziale www.netzwoche.ch © netzmedien ag 17 / 2018

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