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Netzwoche 17/2018

58 Management & Career

58 Management & Career Fachbeitrag WWW.NETZWOCHE.CH Digitalisierung der Schweizer Arbeitswelt kfi. McKinsey hat eine Studie zu den Chancen der Digitalisierung für die Schweiz veröffentlicht. Den Ergebnissen zufolge lässt sich die Produktivität der Schweizer Wirtschaft um einen Prozentpunkt pro Jahr steigern. Ein derartiger Produktivitätsschub sei dringend nötig, schreiben die Studienautoren. ▸ Webcode DPF8_110688 Digitalswitzerland frischt sein Lernportal auf jor. Der Verein Digitalswitzerland hat sein Lernportal Educationdigital.ch neu aufgelegt. Dazu gehören ein neues Design, verbesserte Navigation und 800 neue Kurse, wie die Organisatoren mitteilen. Unter dem Stichwort «lebenslanges Lernen» will der Verein zu einem breiteren Bildungsangebot beitragen und insbesondere digitale Kompetenzen vermitteln. ▸ Webcode DPF8_111226 Weniger Firmengründungen in der Schweiz kfi. Crif hat Firmengründungen und -löschungen in der Schweiz während des dritten Quartals 2018 untersucht. Gemäss Studie wurden im Vergleich zum dritten Quartal des Vorjahres 3,1 Prozent weniger Unternehmen gegründet. ▸ Webcode DPF8_110731 Das verdienen Chefs von Start-ups im Silicon Valley osc. Die Venture-Capital- Firma Andreessen Horowitz hat eine Lohnliste von Führungskräften in Silicon-Valley-Start-ups veröffentlich. Gemäss «Handelszeitung» gelangte die eigentlich vertrauliche Liste an die Öffentlichkeit. Die Gehälter seien im Verhältnis zum US- Durchschnittslohn von rund 58 000 US-Dollar sehr hoch. Der Chef eines Tech-Start-ups in Finanzierungsphase A könne bereits mit 250 000 Dollar Gehalt pro Jahr rechnen, schreibt die «Handelszeitung». ▸ Webcode DPF8_110079 Vier Methoden, um IT-Entwickler in einem Boom-Markt zu gewinnen und zu halten Gemäss dem «Michael Page Swiss Job Index» besteht in der Schweiz für IT-Entwickler eine Rekordnachfrage. Diese stieg von Juni bis Juli 2018 um 18,5 Prozent. Erfahrungen von Kudelski Security und Michael Page fassen die wichtigsten Methoden zusammen, um Fachkräfte gewinnen und halten zu können. 1. Projekte stehen für Fachkräfte im Fokus Geht es darum, qualifizierte Fachkräfte zu gewinnen und zu halten, sind Projekte der entscheidende Faktor – nicht die Entlöhnung. Entwickler arbeiten gern an neuen Tools. Sie wollen sich an Projekten beteiligen, bei denen sie Neues lernen, sich weiterentwickeln und im Idealfall bei der Wahl der verwendeten Technologien mitbestimmen können. Entwickler mögen Veränderungen mehr als die meisten anderen Berufsgruppen. Dank ihrer ausgezeichneten Vernetzung in zahlreichen IT-Communitys sind sie über bevorstehende interessante Projekte bestens informiert. Aus diesem Grund müssen Arbeitgeber die Vorzüge ihrer Projekte – zum Beispiel in Bezug auf Technologie, Projektmanagement und die potenzielle Förderung von Fähigkeiten im Bereich Personalmanagement – wirkungsvoll kommunizieren. 2. Flexibilität ist gefragt Flexibilität ist ein Schlüsselfaktor bei der Gewinnung und Bindung von Fachkräften. Für Entwickler ist es äusserst wichtig, ihre Zeit selbst einteilen zu können. Arbeitgeber sollten daher sowohl bei den Arbeitszeiten als auch bezüglich des Arbeitsorts flexibel sein. Wenn Fachkräfte etwa in Zürich wohnen und nicht nach Genf ziehen wollen, sollten Betriebe eine entsprechende Lösung finden. Da die Nachfrage das Angebot an Entwicklern in der Schweiz übersteigt, müssen Arbeitgeber auch bereit sein, Fachkräfte von überall her zu verlagern. 3. Kompromissbereitschaft bei Qualifikationen Verfügt ein Bewerber über 80 Prozent der für eine Stelle erforderlichen Qualifikationen und ist bereit, sich die fehlenden Kenntnisse anzueignen, dann sollte ihm ein Angebot gemacht werden. Fachkenntnisse sind in diesem Bereich schnell veraltet. Gute Bewerber können jederzeit unter zwei oder drei verschiedenen Angeboten auswählen. Arbeitgeber müssen die Bewerber aufspüren, sobald sie verfügbar sind und schnell mit einem guten Angebot zur Hand sein. Stellenbeschreibungen mit zu vielen Anforderungskriterien verringern die Chancen deutlich, eine Stelle zu besetzen. Bild: Yuri Arcurs / Fotolia.com DIE AUTOREN Julien Gibert Executive Director, Pagegroup Martin Dion Vice President of EMEA Services, Kudelski Security 4. Ausserhalb der IT-Berufe suchen Bestimmte Positionen lassen sich erfolgreich mit potenziellen Fachkräften ausserhalb des IT-Entwicklungsbereichs besetzen. Besonders dann, wenn diese eine gewisse Vorliebe für IT haben, gut mit Geschäftspartnern und Kunden umgehen können und kulturell zum Unternehmen und zum Projekt passen. Wenn ein Finanzinstitut zum Beispiel ein neues Tool entwickelt, braucht es Leute, die das Business verstehen und sich in der Branche auskennen. Diese Positionen werden als «Business Analysts» bezeichnet und mit Personen aus anderen Bereichen (Finanzen, Personal oder Vertrieb) besetzt. Auch Anwälte mit praktischer IT-Erfahrung erweisen sich als erfolgreich, da diese es verstehen, mit Mandanten zu verhandeln und ihnen Risiken und Nutzen bestimmter Vorgehensweisen zu vermitteln. Der Mangel an IT-Entwicklern wird sich in der Schweiz in naher Zukunft noch verschärfen. Denn die wachsende Nachfrage kann durch Schweizer Arbeitnehmer und Hochschulen nicht vollumfänglich befriedigt werden. Die Schweiz besitzt kein Silicon Valley mit einem riesigen Pool von Entwicklern. Daher ist die Bereitschaft, die 80/20-Regel zu befolgen, immens wichtig. 17 / 2018 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Management & Career Fachbeitrag 59 Wissen gewinnt – spielerisches Lernen mit Lernen 4.0 Wir alle kennen die Situation nur zu gut: Die Lernveranstaltung ist spannend und der vermittelte Inhalt interessant – und trotzdem, nach kurzer Zeit ist das meiste Erlernte wieder verflogen. Wir sprechen hier ironisch von einer Lern- und Vergessenskurve. Die Kombination dreier Trends, die in den letzten Jahren im Schulungsbereich Einzug gehalten haben, ermöglichen der Vergessenskurve ein Schnippchen zu schlagen: ·· Microlearning: Lernen in Wissenshäppchen und kurzen Schritten. Es spricht vor allem die heutige Generation an, deren Aufmerksamkeitsspanne einiges kürzer geworden ist. ·· Game-based Learning: verbindet Lernen mit Spielen und macht den Lernprozess angenehmer und attraktiver. ·· Lernen 4.0: umfasst die Digitalisierung und insbesondere die Vernetzung und allgegenwärtige Verbreitung von Smartphones. Die Kombination dieser drei Trends ermöglicht eine spielerische Lernumgebung, die ein breites Spektrum von möglichen «Spielern» anspricht und Teilnehmer via Smartphone jederzeit und von jedem Ort aus mit Häppchen von beispielsweise Fachwissen konfrontiert. So kann in einem Wissensduell Fachinhalt sehr gut in kleinen Lernschritten abgebildet werden. Teilnehmer können andere Teilnehmer zu einem kleinen Wettkampf herausfordern oder auch Bild: Robert Kneschke / Fotolia.com «nur» gegen den Computer spielen und so spielerisch lernen. Dabei werden wichtige Motivatoren «eingebaut», die jeweils ganz bestimmte und individuelle Triggerpunkte der Spieler ansprechen. Den Menschen treiben drei Motive an Gemäss dem Psychologen David McClelland sind es drei Basismotive, die uns Menschen antreiben: das Anschluss-, Macht- und Leistungsmotiv. Menschen mit einem hohen Anschlussmotiv streben danach, Beziehungen zu anderen aufzubauen, aufrechtzuerhalten oder einfach «dabei zu sein». Beim Machtmotiv werden Personen angesprochen, die einen hohen Wert auf Status und Anerkennung legen also etwa als «Gewinner» dazustehen oder eine Auszeichnung zu erhalten. Das Leistungsmotiv beschreibt den Antrieb, Erfolg zu haben und anspruchsvolle Ziele zu verfolgen. Menschen mit hoher Leistungsmotivation streben danach, besser und effizienter zu sein, definieren sich hauptsächlich über Leistung und haben Spass am Wettbewerb. Das Leitner-Prinzip (auch als Lernkartei bekannt), ist eine zusätzliche didaktische Hilfe, die sicherstellt, dass vor allem Fragen, die noch nie oder falsch beantwortet wurden, entsprechend öfters gestellt werden. Wichtig ist, dass Überraschungsmomente wie Joker oder Bonus-Fragen eingebaut werden, die jeweils Glücksgefühle auslösen. Dies schafft zusätzliche Reize, was eine solche Lernplattform unbewusst attraktiver macht. Die Möglichkeit, eine Prüfung abzulegen und bei Erfolg auch ein persönliches Zertifikat zu erhalten sowie äussere Anreize und Impulse wie kleine Preise für den besten Teilnehmer oder das beste Team erhöht die Attraktivität für den Teilnehmer weiter. Ist die Lernplattform dann auch jederzeit und überall auf dem Smartphone verfügbar, so ist die Schwelle, «schnell eine Runde zu spielen», relativ tief. So wurden in über 500 Apotheken über 2000 Mitarbeitende über eine Periode von drei Monaten in Fachwissen geschult. In dieser Zeit wurden 32 000 Wissensduelle gespielt und dabei rund 500 000 Fragen beantwortet. Solche «Spiele» übertreffen typischerweise die Akzeptanz seitens der Teilnehmer im Vergleich zu klassischem E-Learning mehr als deutlich – und vor allem bietet ein solches Spiel eine Messbarkeit des langfristigen Lernfortschritts. i DER AUTOR QUIZMAX Jürg Hofer Geschäftsführer, Prime Competence «Quizmax» ist eine auf einem Wissensduell aufgebaute Lernplattform, welche die drei Basismotive implementiert. Der Wettbewerbscharakter spricht das Machtmotiv (Gewinner) als auch das Leistungsmotiv (Wettbewerb) an. Zusätzliche Funktionalitäten wie die Chatfunktion, eine Rangliste oder Stufen und Auszeichnungen bedienen alle drei Motive. Die Möglichkeit, das zu lernende Wissen in einer digitalen Bibliothek nachzuschlagen, sowie die Übersicht, wo man selbst oder im Vergleich zu anderen steht, spricht Teilnehmer mit einem hohen Leistungsmotiv oder auch Anschlussmotiv an. www.quizmax.com www.netzwoche.ch © netzmedien ag 17 / 2018

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