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Netzwoche 17/2019

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12 Business Studie Swiss

12 Business Studie Swiss Software Industry Survey 2019: Das sind die Ergebnisse Mehr Umsatz, mehr Gewinn, mehr Mitarbeiter: Schweizer Softwareunternehmer blicken zuversichtlich auf das kommende Geschäftsjahr. Die Erlöse mit standardisierten Cloud-Angeboten sollen steigen – zulasten des Geschäfts mit Individualsoftware. Autoren: Joël Orizet und Oliver Schneider Schweizer Softwareunternehmer blicken optimistisch in die Zukunft. Sie rechnen mit mehr Umsatz, steigendem Gewinn und wachsender Belegschaft, wie aus der Swiss Software Industry Survey (SSIS) hervorgeht. Für 2019 rechnen die Befragten mit einer Umsatzsteigerung von 9,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. 2020 soll das Wachstum um weitere knapp 2 Prozentpunkte zulegen. Die Profitabilität habe sich gegenüber dem Vorjahr verbessert, heisst es in der Mitteilung: Der Betriebsgewinn auf Stufe Ebit sei 2018 um 1,5 Prozentpunkte gestiegen. Im Vorjahresvergleich lag der Ebit-Zuwachs bei 8,2 Prozent. Der Aufwärtstrend soll sich auch beim Personal bemerkbar machen: 2019 soll die Zahl der Mitarbeiter gemäss den Befragten um 11,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr steigen. Im kommenden Jahr soll die Belegschaft sogar um fast 15 Prozent wachsen. Die Befragten gehen davon aus, dass sie anteilsmässig mehr und mehr Umsatz mit der Cloud machen. Cloud- Angebote machen derzeit 7,5 Prozent des Branchenumsatzes aus. Bis 2021 soll der Anteil auf 11,5 Prozent ansteigen. Dieser Trend hin zu skalierbaren Standardprodukten und -dienstleistungen gehe zulasten des bisher umsatzstärksten Zweigs: dem Vertrieb von Individualsoftware: Bis 2021 soll der aktuelle Anteil von 39,2 Prozent am Branchenumsatz rund 5 Prozentpunkte sinken. Wie die Softwarebranche zu mehr Produktivität kommt Der Dachverband ICT-Switzerland und die Universität Bern stellten die neue Ausgabe des SSIS am 19. CNO Panel in Bern vor. Andreas Kälin, Geschäftsführer von ICT-Switzerland, war zufrieden mit der Umfrage. Zum einen wegen des Wachstums der Branche, zum anderen wegen der Beteiligung. Noch nie hätten so viele Firmen mitgemacht, wie in diesem Jahr, sagte er. 2019 legte der SSIS einen Schwerpunkt auf die Produktivität. Das Thema gab in der Diskussion nach der Vorstellung der Studie zu reden. Gastgeber Pascal Sieber forderte die Gäste auf, in Gruppen zu vier Thesen Stellung zu nehmen: ·· Die Nachfrage nach Software steigt von Jahr zu Jahr, und wir haben einen Fachkräftemangel. Dies veranlasst die Softwarefirmen, ihre Produktivität zu steigen. Standardsoftware wird deshalb in den nächsten Die Befragten gehen davon aus, dass sie anteilsmässig mehr und mehr Umsatz mit der Cloud machen. Den vollständigen Artikel finden Sie online www.netzwoche.ch Andreas Kälin, Geschäftsführer von ICT-Switzerland, stellte die SSIS 2019 vor. Jahren einen immer grösseren Marktanteil gewinnen. ·· Wandel hin zu Cloud-Dienstleistungen – weiterhin stark individualisiert oder doch standardisiert? Individualsoftware wird es in zehn Jahren nicht mehr geben. ·· «Doing things better» anstatt «doing new things»: Softwarefirmen haben keine radikalen Ansätze, um die Produktivität zu steigern. Es gibt nur «Pflästerlipolitik». ·· WTO-Ausschreibungen des Bundes sind nicht viel mehr als verdeckte Subventionen für Beratungsfirmen und den Espace Mittelland? Die Teilnehmer der Diskussion waren sich einig, dass die Schweizer Softwarebranche produktiver werden müsse. Es zeichnen sich dazu zwei Wege ab. Auf der einen Seite die Nutzung von standardisierten Bausteinen und Schnittstellen, der Einsatz von künstlicher Intelligenz sowie die Einbindung der Mitarbeitenden. Der zweite Weg war radikaler. Die Ideen lauteten: Dienstleistungen nicht mehr auf Stundenbasis zu verkaufen, Hierarchien abzuschaffen, Start-up-Mentalität einzuführen, Personal nur noch für einzelne Projekte einzustellen und Prozesse konsequent zu automatisieren. Vor allem kleinere, jüngere Firmen täten dies bereits erfolgreich. Allerdings seien diese in der SSIS nicht präsent, gab ein Teilnehmer zu bedenken. «Wir haben die Ambition, dass sie nächstes Jahr mit dabei sind», sagte Sieber. 17 / 2019 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Digital Economy Award Nachgefragt 13 « Nehmt uns mit auf die Transformations reise! » Anke Bridge Haux ist Head Digitalization & Products von Credit Suisse Schweiz – und Jurypräsidentin der Kategorie «Digital Transformation NPO / Public» beim Digital Economy Award 2019. Im Interview spricht sie über die Kür der Sieger und die Diversität in der IT-Branche. Interview: Marc Landis Als Jurypräsidentin der Kategorie «Digital Transformation NPO / Public» haben Sie ein breites Spektrum an Projekten beurteilt. Worauf kommt es in dieser Kategorie besonders an? Anke Bridge Haux: Die Digitalisierung wird Teil der Zukunft sein und alle Branchen und Unternehmen aller Grössen erfassen. Besonders Nonprofit-Organisationen verfügen oftmals über geringere finanzielle Mittel als Unternehmen in anderen Branchen. Umso spannender war es für uns als Jury zu sehen, mit welcher Vision, Strategie und Kultur die teilnehmenden Firmen die Digitalisierung ihres Geschäftsmodells und damit die Transformation vorangetrieben haben, um das Kundenerlebnis weiter zu verbessern. Wie haben Sie den Juryprozess erlebt? Sowohl die Bewerber als auch unser Jury-Team waren sehr engagiert und professionell. Wir konnten auf eine Expertenrunde aus den unterschiedlichsten Bereichen und Disziplinen setzen – beste Voraussetzung, um die Projekte aus jedem Blickwinkel zu betrachten. Zusätzlich konnten wir die Kandidatinnen und Kandidaten am Jurytag persönlich kennenlernen, was sehr spannend war. Unser Dank gilt auch der Swiss-ICT-Fachgruppe für die gezielte Unterstützung während des gesamten Prozesses. « Vielfalt ist entscheidender Bestandteil unseres Geschäfts und ein Treiber von Innovation. » Anke Bridge Haux, Head Digitalization & Products, Credit Suisse Schweiz Für die Finalisten geht es nun in die zweite Runde mit Pitches und Interviews. Welche Tipps haben Sie für die Bewerber? Bleibt euren Projekten treu und nehmt uns mit auf die Transformationsreise eurer Firma zur weiteren Verbesserung des Kundenerlebnisses! Die beste Idee ist genau so viel Wert, wie sie Kunden einen Mehrwert bringt. Der Mensch bleibt auch mit fortschreitender Digitalisierung im Mittelpunkt. Und für den Pitch selbst: Haltet fest an eurem Herzblut und positiver Energie! Frauen sind in den Führungsgremien noch immer untervertreten – insbesondere in der Digitalwirtschaft. Wie sehen Sie das? Vielfalt ist entscheidender Bestandteil unseres Geschäfts und ein, wenn nicht sogar der wichtigste Treiber von Innovation. Dies wurde bereits in diversen Studien aufgezeigt. Unter anderem in der diesjährigen Ausgabe des Berichts «CS Gender 3000», die offenlegt: Es gibt einen Zusammenhang von Geschlechtervielfalt und einer herausragenden Unternehmensperformance. Dabei ist es leider eine Tatsache, dass Frauen in den obersten Geschäftsführungspositionen noch untervertreten sind. Wie kann man das Ihrer Ansicht nach ändern? Daran arbeiten wir konsequent. Vielfalt geht in meinen Augen über die Geschlechterfrage hinaus, hin zur Vielfalt auf weiteren, ganz unterschiedlichen Ebenen in Richtung kognitive Diversität. Also: Wie denkt eine Person? Wie löst sie ein Problem? Ein in diesem Sinne möglichst diverses Team wird die besten Ergebnisse erarbeiten. Voraussetzung dafür ist ein gemeinsam definiertes Ziel sowie eine vertrauensbildende Kultur. Das vollständige Interview finden Sie online www.netzwoche.ch www.netzwoche.ch © netzmedien ag 17 / 2019

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