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Netzwoche 17/2019

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40 Technology Aktuell

40 Technology Aktuell WWW.NETZWOCHE.CH Tool verwandelt komplizierte KI in Farben und Formen rja. Ein Start-up der ETH Lausanne namens L2F will komplexe Künstliche-Intelligenz- Algorithmen durchschaubarer machen. Konkret liefert «Giotto» eine Reihe von Tools, mit denen sich die Daten eines KI-Algorithmus in multidimensionalen Graphen darstellen lassen. Damit sollen sich laut ETH Lausanne die grundlegenden Strukturen in den Daten aufspüren lassen. Es sei nicht nötig, dass der Anwender die Mathematiktheorie beherrsche, um «Giotto» einzusetzen. Die Software sei nutzerfreundlich umgesetzt. Google gelingt Durchbruch in der Quantenforschung rja. Forschern ist es gelungen, mit einem von Google entwickelten Computerchip in 200 Sekunden eine Berechnung durchzuführen, für die der schnellste Supercomputer der Welt 10 000 Jahre gebraucht hätte. Damit, schreibt Google weiter, habe man mit dem «Sycamore» genannten Chip zum ersten Mal die so genannte «Quantenüberlegenheit» bewiesen. Google-CEO Sundar Pichai spricht in einem Blogbeitrag von einem «klaren Meilenstein für die Quantenforschung». Anzeige Olaf Swantee und Ken Hu stehen hinter 5G osc. Zum zehnten Mal hat Huawei sein Mobile Broadband Forum veranstaltet. In diesem Jahr wählte der chinesische Telko-Ausrüster Zürich als Austragungsort der Messe rund um die Mobilfunk-Lösungen aus dem eigenen Hause. Den vollständigen Artikel finden Sie online www.netzwoche.ch Deputy Chairman fordert Liberalisierung Rund 1500 Besucher fanden sich laut Angaben von Huawei in der Messe Zürich ein. Begrüsst wurden sie von Ken Hu, Deputy Chairman des Unternehmens. Hu pries die Schweiz als 5G-Pionierland und zeigte sich erfreut darüber, wie schnell sich die neue Mobilfunk-Generation verbreite. Viele Carrier hätten mit dem Aufbau von Netzen begonnen, mehr als 30 Endgeräte seien bereits auf dem Markt. Das Wichtigste sei, dass 5G bei den Nutzern gut ankomme, sagte Hu. Doch es gebe auch Hürden auf dem 5G-Weg, so Hu. Erstens müsse das Frequenzspektrum ausgebaut werden. Zweitens brauche es finanzielle Entlastungen für die Carrier. Und drittens sollte der Staat den Aufbau der Infrastruktur unterstützen. Als Beispiel nannte Hu Shanghai. Die Stadt habe Strassenlaternen mit 5G-Antennen ausgerüstet. Generell müssten die Reglemente für die Mobile-Branche gelockert werden. rja. Unter dem Motto «Embrace the Hackers» hat sich die Schweizer IT-Security-Szene am 15. Oktober im Berner Kursaal zur zehnten Cyber Swiss Storm getroffen. «Die Zeit ist reif», begründete Co-Organisator und Programmleiter Christian Folini den Slogan. Spätestens seit dem öffentlichen Intrusion-Test des E-Voting-Systems der Schweizerischen Post seien Bug-Bounty-Programme auch hierzulande in den Fokus geraten, und Hacker werden gezielt eingeladen, zur Aufdeckung von Schwachstellen in Softwaresysteme einzubrechen. Dass Hacker durchaus aus gutem Willen handeln, wurde im Verlauf der Konferenz mehrfach wiederholt. So verglich Dave Lewis, Global Advisory CISO bei Cisco- Tochter Duo Security, die Hacker mit Haifischen: Haie tragen zu einem ausgeglichenen Ökosystem bei, halten die Ozeane sauber und inspirieren uns Menschen zu smartem Design. Lewis plädierte dafür, aus vergangenen Fehlern zu lernen und in sichere, einfacher zugängliche Tools zu investieren. Schon in den 1960er-Jahren seien Olaf Swantee geht es zu langsam Aber nicht nur die Politik, auch die Branche selbst müsse aktiver werden, sagte Hu. Es brauche mehr Bereitschaft zur Kooperation über Branchengrenzen hinweg, ein «frisches Mindset bei Carriern und Händlern», um 5G zur vollen Blüte zu bringen. Ein Beispiel hierfür sei etwa das «5G Joint Innovation Center», das Huawei und Sunrise eröffneten. Dieses Lob des Deputy Chairman war eine Steilvorlage für Olaf Swantee. Er warb am Forum ebenfalls für das Thema 5G – und das heisst vor allem für mehr Tempo. Swiss Cyber Storm: «Embrace the Hackers» Passwörter geknackt worden. «Jetzt haben wir 2019 und noch immer das gleiche Problem», sagte er. Dabei gäbe es heute sichere, quelloffene Login-Standards, die jedoch kaum jemand nutze. Die Sache mit dem Abstimmen – digital und analog «She really left her mark on Swiss Security», sagte Christian Folini über die wohl bekannteste Rednerin an der Swiss Cyber Storm: Sarah Jamie Lewis, Leiterin der Open Privacy Research Society, die im Frühling mehrere gravierende Schwachstellen des von der Schweizerischen Post betriebenen E-Voting-Systems öffentlich gemacht hatte. Der Sarkasmus war unüberhörbar, als sie sagte: «Es gab tatsächlich ein Missverständnis mit den kryptografischen Algorithmen, aber es lag nicht bei mir, Den vollständigen Artikel finden Sie online www.netzwoche.ch Ken Hu, Deputy Chairman, Huawei. sondern beim Softwareanbieter». E-Voting-Systeme sollten quelloffen und öffentlich kontrollierbar sein. 17 / 2019 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Technology Research 41 Aus dem traditionellen ICT-Markt wird ein Servicemarkt Die Ausgaben für ICT-Services (B2B) im Schweizer Markt belaufen sich auf der Basis unseres Herbst-Updates Ende dieses Jahres auf 12,24 Milliarden Franken. Damit entfallen auf die Dienstleistungen 65,5 Prozent des gesamten ICT- Marktes. Die restlichen 34,5 Prozent verteilen sich auf Hardware, Software (on Premise) und Kommunikation. Zwei von drei Franken fliessen somit in die Taschen von Dienstleistern, Beratern und Providern. Die Entwicklung von Services versus traditioneller ICT (Hardware und Software im Eigenbetrieb sowie Kommunikation) wird weiter zugunsten der Dienstleistungen voranschreiten. Für das kommende Jahr rechnen wir mit einem Anstieg des Anteils der Dienstleistungen am gesamten ICT-Markt auf 68 Prozent. Auch wenn sich der weitere Anstieg in den kommenden Jahren geringfügig abschwächen wird, so ist leicht abzusehen, dass wir irgendwann einen annähernd zu hundert Prozent von Services dominierten ICT-Markt haben werden. Nur eine Hypothese? Vielleicht. Aber werfen wir erst einmal einen Blick auf die aktuellen Keydriver des ICT- Services-Marktes, die für das überdurchschnittliche Wachstum der Ausgaben für Dienstleistungen verantwortlich zeichnen. Der ICT-Markt (B2B) wächst 2019 insgesamt um 3,5 Prozent und im kommenden Jahr, so unsere Herbstprognose, um 3,9 Prozent. 2020 werden die Ausgaben (ohne Sourcing-Services) um rund 12 Prozent zurückgehen, während die Sourcing-Services um knapp 16 Prozent zulegen werden. Damit ist bereits einer der wichtigsten Schlüsselfaktoren für den Wandel des ICT-Marktes hin zu einem Servicemarkt festgemacht. Heute entfallen 34 Prozent des gesamten ICT-Marktes oder mehr als die Hälfte des Servicemarktes auf Cloud und Managed Services. Im Kielwasser des rasch wachsenden Marktes für Public und Private Clouds folgen die entsprechend benötigten Professional Services. Diese generieren im laufenden Jahr Ausgaben in der Höhe von 2,5 Milliarden Franken. Dazu zählen wir Ausgaben für individuelle Anpassungen im Software- und Schnittstellenbereich, Technologieconsulting, Strategie- und Architekturberatung, Transformationsbegleitung, Ausbildung und Training sowie Aufwendungen für die Cloud-Implementierung und -Integration. Bereits im nächsten Jahr legt der Anteil der Cloud Professional Services weiter markant zu. Mit seinem dann 38 Prozent- Anteil am ICT-Markt wird Den Artikel finden Sie auch online www.netzwoche.ch er zum zweiten starken Treiber hin zum Dienstleistungsmarkt zählen. Und in den kommenden Jahren werden neue Themen wie Analytics, Big Data, Blockchain, künstliche Intelligenz oder auch Robotics weiteres Potenzial für Services schaffen. Ein grösserer Teil dieser künftigen Kerntechnologien und Dienste wird auf Cloud-Plattformen zur Verfügung stehen und vom User direkt als externer Service genutzt werden. Hybride Infrastrukturen legen zu Die genannte Prämisse des Wandels hin zum reinen Servicemarkt lässt sich so allerdings nicht halten. Denn unsere letzten Analysen zur Zukunft des ICT-Betriebs in Schweizer Unternehmen haben auch aufgezeigt, dass sogenannte hybride Infrastrukturen, das heisst ein Mix aus externen und internen Sourcing-Services, in den kommenden Jahren sogar zulegen werden. In diesen Umgebungen verbleibt ein Teil der Daten und Anwendungen auch auf eigenen Rechnern und Speichern. Auch wenn der prozentuale Anteil schrumpft, so wird ein Teil der ICT- Ausgaben weiterhin für eigene Hard- und Software in gemischten Umgebungen aufgewendet werden. DER ICT-MARKT IST EIN SERVICEMARKT Total der ICT-Ausgaben 2019 in der Schweiz: 18 739 Mio. Fr. (B2B), +3.5% Wachstum (Herbst-Update) Hardware, Software und Kommunikation (on Premise) Professional Services und Outsourcing 65,5 % Davon 53 % Cloudund Managed Services 34,5 % Quelle: MSM Research AG DER AUTOR Philipp A. Ziegler Geschäftsführer, MSM Research AG Ein Teil der ICT-Ausgaben wird weiterhin für eigene Hard- und Software in gemischten Umgebungen aufgewendet werden. www.netzwoche.ch © netzmedien ag 17 / 2019

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