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Netzwoche 17/2020

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44 Management & Career

44 Management & Career Studie Mehr weibliche Vorbilder gefordert Die Schweiz zählt mehr als doppelt so viele männliche Start-up-Gründer wie weibliche. Eine Studie der FHNW hat untersucht, was die Gründungsbereitschaft von Frauen beeinflusst. Während des Förderprogramms Future.preneurship führte die FHNW dementsprechend Befragungen durch. Autor: Fabian Kindle Den vollständigen Artikel finden Sie online www.netzwoche.ch Es gibt mehr als doppelt so viele männliche Gründer wie weibliche. Die FHNW hat Start-ups und Studierende im Förderprogramm Future.preneurship befragt, um herauszufinden, wieso der Frauenanteil von rund zwei Dritteln in diesem Programm so hoch ist. Die Befragung wurde einmal vor und einmal nach dem Programm durchgeführt. Die Erkenntnisse der Studie sollen zur Verbesserung der Unterstützungsangebote und zum Abbau von Hürden beitragen und Frauen somit den Einstieg in das Unternehmertum und die Selbstständigkeit erleichtern. FAKTOREN, DIE ZUR TEILNAHME IM PROGRAMM MOTIVIERTEN in Prozent der Teilnehmer Männer Frauen Generelle Arbeitserfahrung Start-up-Welt kennenlernen Motivationsfaktoren fürs Programm Sowohl die männlichen als auch die weiblichen Befragten bewerten das Sammeln von Arbeitserfahrung generell und das Kennenlernen der Start-up-Szene als Hauptmotivatoren für die Teilnahme am Programm. Ausserdem gaben Frauen in grösserem Masse an, etwas Sinnvolles tun zu wollen. Dafür bewerteten sie den Verdienst als nicht so wichtig. Dagegen gaben die Männer aber zum Grossteil an, mit dem Verdienst im Praktikum zufrieden zu sein, während der Verdienst nur einem Drittel der Frauen genügt. Die Teilnehmerinnen zeigten weniger Interesse daran, in Managementpositionen zu schnuppern. Die Teilnehmenden des Programms wurden auch zur Attraktivität des möglichen Karrierewegs nach dem Studium befragt. Das Gründen oder Mitgründen eines Startups direkt nach dem Studium ist für die Befragten beider Geschlechter attraktiv. Während die Übernahme eines bestehenden Unternehmens für die meisten Programmteilnehmer unattraktiv ist. Wobei Teilnehmerinnen noch weniger Interesse daran bekundeten als die Teilnehmer. Auch das Interesse, direkt nach dem Studium in der öffentlichen Verwaltung oder im akademischen Bereich zu arbeiten, ist tief. Tendenziell bewerten Frauen in der Studie soziale oder nachhaltige Karrierewege höher als Männer. Der ersten Befragung zufolge sehen sich alle Teilnehmenden in fünf Jahren als mögliche Gründer. Management kennenlernen Geld verdienen Etwas Sinnvolles tun Teil der Start-up-Szene sein Networking In einem innovativen Umfeld arbeiten Unternehmergeist ausprobieren Quelle: Hochschule für Wirtschaft - FHNW 10 20 30 40 50 60 70 80 90 100 Meinungsänderungen durch das Programm Durch das Programm hat sich die Absicht, ein Start-up zu gründen, bei vielen Teilnehmenden geändert. Die Zahl der Befragten, die durch das Praktikum kein Start-up mehr gründen wollen, ist leicht höher als jene, die dazu motiviert wurden. Konsequenterweise stieg die Attraktivität einer Anstellung für die Befragten leicht. Die Studienautoren kommen zum Schluss, dass zeitlich begrenzte Jobs und Praktika den Einstieg in die Selbstständigkeit erleichtern. Der Einblick in den unternehmerischen Alltag und die gesammelte Berufserfahrung im Bereich Innovation steigere die Bereitschaft, nach dem Studium ein eigenes Unternehmen aufzubauen oder zu übernehmen, und das bei beiden Geschlechtern. Trotzdem müssen für Frauen mehr Faktoren passen, damit sie zu Gründerinnen werden. Die Studienautoren haben Massnahmen vorgestellt, die Unterstützungsprogramme für Frauen attraktiver machen und die Gründungsbereitschaft erhöhen sollen. Dazu sollen bestehende Programme mehr Frauen als Vorbilder in die Leitung und die Durchführung miteinbeziehen. 17 / 2020 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Management & Career Event 45 Was Schweizer Verwaltungen aus der Coronakrise lernen Welche Lehren kann man schon heute aus der Coronakrise ziehen? Wie sieht die Zukunft der digitalen Verwaltung in der Schweiz aus – und was bringt der Trend zum Homeoffice? Auf diese und weitere Fragen antworteten die Referenten der Plenartagung Städte- und Gemeindeinformatik 2020. Autor: Joël Orizet Die jährliche Plenartagung Städte- und Gemeindeinformatik (SGI) ist bereits zum zwölften Mal über die Bühne gegangen – doch zum ersten Mal auf diese Art. Aus bekannten Gründen fand die Veranstaltung rein virtuell statt. Die Veranstalter boten den rund 110 Teilnehmern aber dennoch die Möglichkeit, sich in die Diskussionen einzubringen. So stellten die Zuschauer ihre Fragen per Chat an die Referenten. Und via QR-Code waren die Gäste auch eingeladen, Feedbacks abzugeben. Das Leitthema der Tagung lautete: «Plötzlich digital – Erfahrungen aus der Coronakrise». Es ging also um die «lessons learned» aus der Covid-19-Pandemie in der Verwaltungsinformatik, um neue Arbeitsmodelle und Arbeitsweisen und darum, was nach der Krise bleibt. « Das hat dem BAG dieses Jahr offensichtlich gefehlt: ein klares Konzept, wie die ganze Seuche verfolgt werden kann – von der Quelle einer Krankheit über die Übertragungswege bis hin zum Ziel.» Martin Huber, Geschäftsleiter der Schweizerischen Informatikkonferenz (SIK) Digitale Seuchenbekämpfung: Klingt neuer, als es ist «Was heisst schon plötzlich», sagte Martin Huber, Geschäftsleiter der Schweizerischen Informatikkonferenz (SIK), gleich zum Auftakt. Huber nahm die Zuhörer mit auf eine Zeitreise – zurück zu vergangenen Zukunftsprojekten der Schweizer Verwaltungsinformatik. Ein erstaunlicher Rückblick: Huber zeigte auf, dass es hierzulande schon seit 30 Jahren Bestrebungen gab, um mit digitalen Hilfsmitteln die Eindämmung von Seuchen zu unterstützen. 1992 ging es beispielsweise um die Ausrottung der Tollwut durch eine räumliche Impfstrategie. Und um die Bewältigung von Tierseuchen wie der Maul- und Klauenseuche. «Schon damals ging es darum, Technologien einzusetzen, um aus ‹trockenen› Daten aussagekräftige Informationen zu gewinnen», sagte Huber. 2001 gab es bereits Projekte, die mithilfe von Echtzeit- Datenanalysen den Schutz von besonders vulnerablen Bevölkerungsgruppen – etwa Kinder und betagte Menschen – verbessern sollten. An einem dieser Projekte war Huber selbst beteiligt. Er habe damals für den Kanton Basel-Stadt ein System gebaut, mit dem man genau berechnen konnte, wie man im Falle eines Virusausbruchs die Menschen am besten evakuieren kann. «Etwas in dieser Art hat dem BAG dieses Jahr offensichtlich gefehlt: Ein klares Konzept, wie die ganze Seuche verfolgt werden kann – von der Quelle einer Krankheit über die Übertragungswege bis hin zum Ziel.» Der Satz, man sei nun – im Jahre 2020 – plötzlich digital, sei für ihn ein Déjà-vu, sagte Huber. Auch die Vorstellung eines digitalen Verwaltungsarbeitsplatzes sei schon fast 30 Jahre alt. «Digitalisierung passiert nicht plötzlich», sagte Huber. «Wir haben es uns alle einfach zu bequem gemacht. Doch mit einer Haltung, die man in Bern als ‹gäbig› bezeichnen würde, ist man schlecht beraten, wenn es darum geht, ein Land digital voranzubringen.» Gefragt seien Visionen, Kompetenzen, Organisation und verantwortungsbewusstes Management. Mit gebündelten Kräften aus dem Hintertreffen raus Wie organisiert sich die digitalisierte Schweizer Verwaltung von morgen? Um diese Frage drehte sich das nächste Referat – erneut von Martin Huber, zusammen mit Cédric Roy, Leiter der Geschäftsstelle E-Government Schweiz. Huber und Roy zeigten das Ziel auf, das hinter der neu geschaffenen Organisation Digitale Verwaltung Schweiz (DVS) steht. Die DVS soll die Schweizerische Informatikkonferenz und die Geschäftsstelle E-Government Schweiz ab 2022 zusammenführen und dafür sorgen, dass sich Bund, Kantone und Gemeinden untereinander abstimmen – beispielsweise in www.netzwoche.ch © netzmedien ag 17 / 2020

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