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Netzwoche 18/2017

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42 Technology Aktuell

42 Technology Aktuell WWW.NETZWOCHE.CH Die Schweiz ist ein Bot-Land cgr. Der Sicherheitsanbieter Norton hat auf einer interaktiven Karte die Bot-Verteilung in Europa dargestellt. Bots sind von Hacker gekaperte Rechner, die für kriminelle Zwecke, etwa DDoS­ Attacken, eingesetzt werden können. Norton wertete dafür sein eigenes «Global Threat Intelligence Network» aus. Das Land mit den meisten Bots ist Russland. Was die Bot-Dichte pro Internetnutzer betrifft, liegt die Schweiz auf dem dritten Platz. ▸ Webcode DPF8_66437 Die Zürcher Polizei kann jetzt auch Whatsapp sma. Die Kantonspolizei in Zürich hat einen Whatsapp- Chat eingerichtet. Eine erste Testphase läuft seit dem 31. Oktober und soll mehrere Monate dauern, teilt die Polizei mit. Wer mit der Polizei über Whatsapp in Kontakt treten will, kann das unter der Nummer 079 82 21 117 tun. Mit dem Chat will die Polizei der Bevölkerung eine «niederschwellige Kontaktmöglichkeit» bieten. Notrufe soll man weiterhin an die Nummer 117 richten, betont die Polizei. ▸ Webcode DPF8_66474 Programmierer hassen Perl, Delphi und VBA jsc. T3N hat ein Ranking der unbeliebtesten Programmiersprachen veröffentlicht. Es beruht auf einer Umfrage von Stack Overflow. Mit den Sprachen Perl, Delphi und Visual Basic for Applications arbeitet laut der Umfrage kaum ein Informatiker gerne. Auch PHP, Objective C, Coffeescript und Ruby sind bei etwa 10 Prozent der befragten Entwickler sehr unbeliebt. Und etwa 5 Prozent der Befragten hegen auch Aversionen gegen Java, C# und C++. ▸ Webcode DPF8_66870 Logitech arbeitet an einer virtuellen Tastatur osc. Logitech will die Tastatur in die virtuelle Realität (VR) holen. Wie techcrunch.com berichtet, arbeitet der Schweizer IT-Hersteller an einer Software, mit der Nutzer physische Tastaturen in VR-Umgebungen nutzen können. Tastatur besteht aus drei Teilen Die virtuelle Tastatur von Logitech unterstützt das VR-System HTC Vive und besteht laut Techchrunch aus drei Teilen. Einer physischen Tastatur, einem Sensor, der die Vive über die Position der Tastatur informiert sowie einem Software Development Kit namens «Bridge» für Entwickler. Damit osc. Die Melde- und Analysestelle Informationssicherung (Melani) hat ihren Bericht für die erste Jahreshälfte 2017 vorgelegt. Im Zentrum des Berichts stehen die beiden Verschlüsselungstrojaner Wannacry und Notpetya, wie Melani in einer Mitteilung schreibt. Aber auch dem Thema Sicherheit von privaten Geräten und der neuen EU-Datenschutzverordnung widmeten die Cybersicherheitsexperten des Bundes ihre Aufmerksamkeit. soll sich die echte Tastatur und die Hände des Nutzers in virtuellen Welten auf verschiedene Weisen abbilden lassen. Wie Vincent Tucker, Director Of Innovations & Strategy bei Logitech, auf der Website von HTC Vive schreibt, will das Unternehmen 50 Entwickler mit dem System ausstatten und Erfahrungen sammeln. Interessierte Entwickler aus den USA können sich bis zum 16. November online für die Vergabe bewerben. Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode DPF8_67123 Verschlüsselungstrojaner und Privathandys beunruhigen Melani Erpressung aus dem Cyberspace Ransomware, also Schadprogramme, die ihre Opfer zu erpressen versuchen, sei bereits seit Längerem ein Problem, heisst es im Bericht. Mit Wannacry und Notpetya habe die Methode allerdings eine neue Virulenz erreicht. Im Vergleich zu anderen Ländern wie der Ukraine habe die Schweiz die beiden Attacken zwar glimpflich überstanden, Melani weist allerdings auf Besonderheiten der beiden Schadprogramme hin. Die Art, wie Wannacry und Notpetya in Umlauf gesetzt wurden und ihre Opfer erpressten, trage Züge von gezielter Sabotage, schreibt Melani. Ein rein finanziell motivierter Hintergrund sei dagegen weniger wahrscheinlich. Beweisen lasse sich dies indes nicht. «Während die Welt über Motivation und Herkunft des Angriffs spekuliert, kann sich der Angreifer in der Anonymität des Internets verstecken», heisst es im Bericht. Kritisch merkte Melani an, dass Informationen über die Sicherheitslücke, die sich Wannacry und Notpetya zunutze machten, möglicherweise vom US-Geheimdienst NSA gestohlen wurden. Sicherheitsdienste seien hier in der Pflicht, auf schwere Schwachstellen aufmerksam zu machen. Zum Schutz vor Ransomware empfiehlt Melani den einzelnen Nutzern, regelmässige und vor allem sichere Back-ups. Unternehmen, die Steuerungssysteme für Industrie und Infrastruktur betreiben, sollen auf die Sicherheit dieser kritischen Bereiche besonderes Augenmerk legen. Wer auf offen erreichbare oder schlecht gesicherte Steuerungssysteme im Internet stosse, solle diese Melani melden. Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode DPF8_66987 Bild: Sergey / Fotolia.com 18 / 2017 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Technology Fachbeitrag 43 Der Mensch und seine Maschinen Roboter! Künstliche Intelligenz! Denkende Maschinen! Was soll man davon halten? Sind die nun gut oder eher böse? Erlösen sie uns von aller Mühsal oder stürzen sie uns ins Elend? Aus Sicht der Ergonomie sind sie zumindest ausgesprochen interessant. Eine Annäherung. Lassen Sie uns mal grundsätzlich über die Beziehung von Mensch und Maschine nachdenken. Der Zeitpunkt jedenfalls scheint günstig, bei all dem Rummel um intelligente Maschinen. Dabei geht es zum Beispiel darum, ob Computer besser Auto fahren können als Menschen und wenn ja, ob die das auch dürfen sollen. Es geht darum, ob Sprachassistenten die Kommunikation mit der Maschine endlich einen grossen Sprung vorwärtsbringen oder ob sie bloss ein weiterer Schritt hin zu einer gigantischen Überwachungsmaschinerie sind. Und schliesslich wären da noch die Roboter. Werden die uns bald von aller Mühsal bei der Arbeit entlasten? Oder werden sie uns selbige zuerst stehlen und uns danach gar unterjochen? Der Klügere gibt nach Die Debatte ist voll von Hoffnungen und Ängsten. Die einen sehen das Ende der Menschheit am Horizont, die anderen freuen sich auf eine schöne neue Welt. Aber worum geht es hier wirklich? Eigentlich ist die Entwicklung hin zu intelligenten Maschinen eine logische Folge aller Bemühungen, den Nutzern die Bedienung von Technik zu erleichtern. Da gibt es noch viel zu tun, denn ist es nicht – aller ergonomischen Bemühungen zum Trotz – so, dass wir uns noch immer weitgehend auf die Bedürfnisse der Maschine herablassen müssen, wenn wir von ihr profitieren wollen? Tastatur, Maus oder Touchscreen sind so betrachtet bloss unbequeme Krücken für die Interaktion zwischen ungleichen Partnern. Der Klügere gibt eben nach – womit für den Moment auch geklärt wäre, wer sich wem unterordnet. Nun kommen die Sprachassistenten ins Spiel. Sie sollen uns künftig die Hände für Gescheiteres als für Getippe und Geklicke freihalten. Das klingt nach Computerarbeit ohne Nackenschmerz und Karpaltunnelsyndrom, also paradiesisch. Doch es befreit uns nicht von den rigiden Anforderungen, die Computer an uns stellen. Nach wie vor wollen sie über standardisierte Befehle angesprochen werden – gern in Englisch, mindestens in Schriftdeutsch. Wer Wortschatz und Syntax nicht kennt, hat Pech gehabt. Kein Wunder, dass das hier kaum jemand braucht, und schon gar nicht in der Öffentlichkeit. Bei den Robotern sieht es noch viel dürftiger aus. Die sind Lichtjahre davon entfernt, ein schnuckeliger R2D2 zu sein. Für den Schweizer KI-Forscher Rolf Pfeifer sind sie nichts weiter als «iPhones auf Rädern». Will heissen, sie sind zwar nicht klüger als Smartphones, dafür etwas mobiler. Keine Spur aber von Empathie, von Intuition. An eine Kommunikation auf Augenhöhe ist nicht zu denken. Das dürfte nach Meinung Pfeifers auch noch lange so bleiben – länger jedenfalls als die Propheten des posthumanen Zeitalters zu träumen wagen. Trotzdem, die Mensch-Maschinen-Kommunikation wird weiter voranschreiten. Selbstfahrende Autos werden kommen, schon nur, weil es wirklich nicht viel braucht, bis sie besser fahren als der durchschnittliche Autolenker. Damit werde ich als moderner Arbeitsnomade wieder eine Schnittstelle los und kann mich während der Fahrt produktiveren Dingen widmen – beispielsweise dem Schreiben eines Artikels. Weil mein Sprachassistent dann auch schon mehr kann – Schweizerdeutsch etwa –, wird er ihn für mich schreiben. Zuerst wohl noch nach Diktat, später einmal nach Briefing. Dann brauche ich ihn nur noch mit ein paar meiner besonders gelungenen Artikel (wegen des Stils) und mit den wesentlichen Stichworten (wegen der Botschaft) zu füttern und schwupp, purzelt mir der erste Entwurf auf die Datenbrille. Wäre das nicht traumhaft? Bis es aber so weit ist, freue ich mich über jede gelungene Nutzeroberfläche und jede logische Navigation. Bild: Ociacia / shutterstock.com DER AUTOR Christopher H. Müller Inhaber und CEO von Die Ergonomen Usability AG. www.netzwoche.ch © netzmedien ag 18 / 2017

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