Aufrufe
vor 2 Jahren

Netzwoche 18/2017

  • Text
  • Apps
  • Unternehmen
  • Schweizer
  • Schweiz
  • Netzmedien
  • Swiss
  • Webcode
  • Eingereicht
  • Digitalisierung
  • Gesellschaft

44 Technology Research

44 Technology Research SaaS treibt den Markt für Business- Software an Nach der anfänglichen Nutzung vorab durch die grossen Unternehmen hat Software-as-a-Service (SaaS) auch die kleineren und mittleren Betriebe erreicht. Auf der Basis unserer Marktanalysen und Felderhebungen zur Nutzung von Businesslösungen gehen wir davon aus, dass bis 2020 mehr als die Hälfte der Spendings für Geschäftslösungen in SaaS-Angebote fliessen wird. DER AUTOR Philipp A. Ziegler Geschäftsführer, MSM Research AG Die Software als Service aus der Cloud ist zu einem wichtigen Business-Enabler geworden und spielt auf dem Weg in die Digitalisierung eine bedeutende Rolle. So lassen sich bei der Schaffung neuer Businessmodelle rasch auch neue Anwendungen einführen und testen. Finanziell fallen zudem nur Kosten für die effektive Nutzung an, und in der Regel entfallen auch Aufwendungen für einen zusätzlichen, umfangreicheren Ausbau der eigenen ICT-Infrastruktur (Hardware). Aber auch im Bereich traditionell genutzter Businessanwendungen locken SaaS-Angebote die Verantwortlichen. Der Kostendruck fordert die Anwenderunternehmen heraus, auch im ICT-Bereich über mögliches Sparpotenzial nachzudenken. Dabei stehen nicht nur reine Kostenüberlegungen im Vordergrund, auch der Wunsch oder vielmehr die Vorgaben der Geschäftsleitung nach mehr Kostentransparenz und Kalkulierbarkeit spielen eine entscheidende Rolle bei der Diskussion und Prüfung neuer Betriebsmodelle. Echte Alternativen liefern Lösungen aus der Cloud. Das Angebot an SaaS-Diensten bietet heute für das ganze Bedarfsspektrum entsprechende Services. Unsicherheiten wie in den vergangenen Jahren, hier allenfalls in ein «vermintes Gelände» zu laufen, sind kein Thema mehr. Enge Bandbreiten stellen keinen Hinderungsgrund mehr dar. Verfügbarkeiten sind heute durch optimal definierte SLAs abgesichert. Ausgaben für SaaS-Lösungen steigen sprunghaft an Mit Blick auf den Gesamtmarkt für Business-Software entfällt heute noch der grössere Teil der Ausgaben auf On- Premise-Lösungen (Lizenzbetrieb im eigenen Hause). Das Wachstum dieser Ausgaben ist aber zum Stillstand gekommen, und mehr noch, in einer zunehmenden Anzahl von Teilsegmenten sogar markant im Schrumpfen begriffen. Konkret rechnen wir für 2017 mit einem Rückgang der Spendings für standardisierte Businessapplikationen (ohne SaaS) um knapp 7 Prozent. Dagegen wird der Markt für SaaS - vorab für Lösungen aus der Pubic Cloud - um rund 30 Prozent zulegen. Das Ranking für aus der Cloud genutzte Lösungen wird angeführt von Services aus den Bereichen ERP, Communication, Collaboration, Office und CRM. Der Big Shift im ICT-Betrieb, das heisst die Verlagerung weg vom Eigenbetrieb hin zu externen Anbietern ist auch im Bereich der Software angekommen. Die Schere mit Blick auf die Anteile der internen und externen Ausgaben wird weiter auseinandergehen. Im zu Ende gehenden Jahr rechnen wir mit einem Anteil von 30 Prozent für SaaS, bis 2020 steigt dieser auf deutlich mehr als 50 Prozent. Der SaaS-Markt trägt heute und in den kommenden Jahren wesentlich zum Wachstum des ICT-Gesamtmarktes und der Business-Software bei. SAAS VERDRÄNGT DEN TRADITIONELLEN EIGENBETRIEB VON BUSINESSANWENDUNGEN Verschiebung der Anteile der Ausgaben für Business-Software On-Premise SaaS 23 % 77 % 60 % 40 % Artikel online auf www.netzwoche.ch Webcode DPF8_67904 Quelle: MSM Research AG 2016 2020 18 / 2017 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Business Konferenz 45 Wer bei Open Source nicht mitmacht, verpasst die digitale Transformation Offene Technologien sind aus der Enterprise-IT nicht mehr wegzudenken. Für die Redaktion war das Grund genug, mit Sandro Köchli einen Experten an den Open Source Summit nach Prag zu schicken. Der Mitgründer und Verwaltungsrat des IT-Dienstleisters Adfinis Sygroup sagt: Wer bei Open Source nicht mitmacht, verpasst die digitale Transformation. Der Open Source Summit der Linux Foundation gilt als eine der wichtigsten Veranstaltungen der Open-Source- Community. Über die Jahre ist sie stark gewachsen und in Interessengebiete aufgeteilt worden. Die interessantesten sind Linux-Con, Container-Con und Cloud-Open. Sie finden parallel zur gleichen Zeit und am gleichen Ort statt. Der Open Source Summit stand im Zeichen der digitalen Transformation. Im Vergleich zu diversen Veranstaltungen von Softwareherstellern hörte man die allgegenwärtigen Marketing-Buzzwords aber nicht. Hier beschäftigte sich noch mindestens jeder zweite Vortrag mit genau den Technologien, die für die moderne IT relevant sind. Auch Linux-Legende Linus Torvalds (r.) hatte in Prag seinen Auftritt. Wie Google Kubernetes der Community übergab Die Hauptthemen waren Automatisierung, Orchestrierung und die Cloud. Das grösste Momentum hat gerade Kubernetes. Eine Container-Orchestrierung, die sich im Laufe der letzten zwei Jahre zum Quasi-Standard gemausert hat. Zur Community zählen auch grosse Open-Source-Firmen wie Red Hat oder Suse. Kubernetes entsprang aus der Container-Orchestrierung bei Google. Unter dem internen Namem «borg» ist sie dort seit Jahren im Einsatz. Die Technologie ist also millionenfach bewährt. Google stellte die Lösung als «Kubernetes» der Community zur Verfügung. Die Übergabe wurde laut Sarah Novotny sauber und detailliert geplant. Das erklärte die Google-Mitarbeiterin an ihrer Keynote in Prag. Einer der grössten Unterstützer von Kubernetes ist Microsoft. Das Unternehmen finanziert wichtige Leute in der Community. Vor ein paar Jahren war das noch undenkbar. Microsoft-Mitarbeiter hielten am Summit rund ein Drittel aller Vorträge zu Kubernetes. Obwohl Red Hat, das grösste Open-Source-Unternehmen der Welt, Kubernetes in Openshift nutzt. Und Suse mit seiner CaaS-Plattform ebenfalls ein Kubernetes-Produkt anbietet. Die Bezeichnung Microsoft-Mitarbeiter mag in diesem Zusammenhang irreführend sein. Diese Personen sind zwar bei Microsoft angestellt und erhalten auch von Microsoft ihr Einkommen. Unabhängig davon sind sie aber Open-Source-Entwickler wie jene bei Red Hat. Die Übergänge sind inzwischen fliessend. Man spricht von DevOps Engineers oder Automation Engineers. Die Plattformen und Workflows verschmelzen. Der Quellcode von Kubernetes wird zum Beispiel auf Github gepflegt – und Github selbst betreibt sein Angebot auf Kubernetes. Wer nicht mitmacht, bleibt auf der Strecke Der Summit zeigte einmal mehr: Wer sich Open Source entzieht, verpasst die digitale Transformation. Das kann sich auf Dauer kein Unternehmen leisten. Bereits heute gibt es Softwarehersteller, die Produkte nur noch in Containern ausliefern oder für traditionelle Deployments einen Aufpreis verlangen. Einheitliche Deployment-Strukturen bringen Zuverlässigkeit und weniger Probleme. Durch die Container-Orchestrierungen haben Entwickler, Tester und Endkunden die gleiche Basis. Software wird nicht mehr installiert, sondern als Container ausgerollt, auf einem einheitlichen Abstraktionslayer. Ein Update ersetzt einfach bestehende Container. Das Konzept bedingt einen neuen Mindset. Traditionell denkende IT-Leute haben damit oft Schwierigkeiten und pochen auf alte Strukturen. Das mag eine Weile funktionieren. Firmen geraten aber spätestens dann unter Druck, wenn das Management merkt, dass sie gegenüber der Konkurrenz im Rückstand sind und bei Produktivität und Entwicklungstempo nicht mehr mithalten können. DER AUTOR Bereits heute gibt es Softwarehersteller, die Produkte nur noch in Containern ausliefern oder für traditionelle Deployments einen Aufpreis kalkulieren. Artikel online auf www.netzwoche.ch Webcode DPF8_65360 Sandro Köchli Mitgründer und Verwaltungsrat des IT-Dienstleisters Adfinis Sygroup www.netzwoche.ch © netzmedien ag 18 / 2017

Archiv