Aufrufe
vor 3 Wochen

Netzwoche 18/2019

  • Text
  • Ausschreibung
  • Fournet
  • Digitalisierung
  • Zuschlag
  • Schweizer
  • Swiss
  • Apps
  • Schweiz
  • Netzmedien
  • Unternehmen

16 Business Fachbeitrag

16 Business Fachbeitrag Was man vor einem Outsourcing-Projekt wissen sollte Im Idealfall reduziert Outsourcing sowohl Kosten wie auch Aufwände eines Unternehmens. Allerdings gilt es einige Faktoren zu beachten, bevor man eine solche Kunden-Lieferanten-Beziehung eingeht. Welche das sind und wie sich Business Process Outsourcing vom klassischen Outsourcing unterscheidet, zeigt Thomas Rautenstrauch von der HWZ. DER AUTOR Thomas Rautenstrauch Studiengangsleiter des Departments Business Analytics & Technology an der Hochschule für Wirtschaft Zürich (HWZ) Bild: Feodora Chiosea / iStock.com Aus Sicht der Wirtschaftswissenschaften ist Outsourcing effizient, wenn die Kosten für die Koordination von Transaktionen über den Markt niedriger sind, als wenn diese intern durch die eigenen Mitarbeitenden erfolgt. Beim Outsourcing entsteht eine langfristige, spezifische Kunden-Lieferanten-Beziehung. Diese ist geprägt durch vertraglich dokumentierte «harte» und «weiche» Faktoren, wie Vertrauen, Verhaltensweisen oder Machtverhältnisse. Harte und weiche Faktoren sind keinesfalls unabhängig voneinander. Das gilt vor allem, wenn wegen unvollständiger vertraglicher Vereinbarungen Regelungslücken bestehen. In diesen Fällen wird die «Beziehungsqualität» zwischen den Outsourcing-Partnern durch weiche Faktoren geprägt. Deshalb gilt es für Outsourcing-Partner, frühzeitig eine Analyse zu starten, in der die strategischen, rechtlichen und finanziellen Risiken beurteilt und überprüft werden. Beim seit vielen Jahren populären Business Process Outsourcing (BPO) wird einer oder werden mehrere Geschäftsprozesse an einen externen Dienstleister übertragen. Im Unterschied zum herkömmlichen Outsourcing, bei dem eine organisatorische Einheit oder Abteilung ausgelagert wird. BPO kommt vor allem in Backoffice-Bereichen zum Einsatz. Dabei werden die BPO- Anbieter häufig auch in strategische Überlegungen des Outsourcers einbezogen, da BPO eine umfassende Transformation bei der Prozess- und IT-Architektur erfordert. Grundsätzlich gibt es folgende, wesentliche Motive für BPO: 1. Verbesserung der Kosteneffizienz und Effektivität der ausgelagerten Geschäftsprozesse 2. Nutzung innovativer Erfolgspotenziale durch die Digitalisierung beziehungsweise Automatisierung der ausgelagerten Geschäftsprozesse 3. Fokussierung auf die Kundenbedürfnisse Während bei BPO vor allem Rationalisierung und Kosteneinsparung im Vordergrund standen, werden diese zunehmend um Ziele zur Qualitätsverbesserung und Leistungserweiterung ergänzt. Hierbei ist die IT ein massgeblicher Treiber. In Zeiten des Fachkräftemangels ermöglicht BPO Unternehmen die Nutzung von spezifischem, technischem Know-how, um die eigene Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. In der Finanzbranche konnten durch BPO teure Eigenentwicklungen mit hohem Pflegeaufwand vermieden werden – im Front-End mit der Schaffung elektronischer Berater- und Kundenschnittstellen und im Back-End mit der Vollautomatisierung interner Abwicklungsprozesse. Robotics Process Automation verdrängt BPO zusehends Aber BPO bringt auch einige Nachteile mit sich: Die Auslagerung von Aufgaben bedingt einen gewissen Kontrollverlust, denn der externe Partner erhält praktisch die Hoheit über den gesamten Geschäftsprozess. Zudem macht sich ein Unternehmen vom Outsourcing-Partner abhängig. Gerade dann ist das Kommunikationsverhalten in Outsourcing-Beziehungen von hoher Bedeutung und es kommt dort zu Reibungsverlusten, die das erhoffte Einsparpotenzial verringern. Somit ist es nicht verwunderlich, dass mit dem Aufkommen von Robotics Process Automation (RPA) das klassische BPO zunehmend verdrängt wird. Der Einsatz von Software- Robotern erlaubt weit höhere Effizienz- und Produktivitätszuwächse als die Übertragung von Prozessen an einen externen Dienstleister. Es werden bereits die ersten Outsourcing-Lösungen und Shared Service Center von Schweizer Konzernen kritisch hinterfragt oder durch RPA- Lösungen ersetzt. Den Artikel finden Sie auch online www.netzwoche.ch 18 / 2019 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Business Event 17 Fujitsu will das eine tun – und das andere nicht lassen Fujitsu hat seine Kunden und Partner zur Europa-Hausmesse nach München geladen. Das japanische Unternehmen will das Geschäft mit Dienstleistungen ausbauen, ohne die Hardware aufzugeben. Es setzt dazu auf Blockchain, künstliche Intelligenz und einen Quasi-Quantencomputer in einem Chip. Autor: Oliver Schneider « Das Infrastrukturgeschäft wird für Fujitsu in Europa weiterhin eine ganz wichtige Rolle spielen. » Rupert Lehner, SVP Central/Eastern Europe and Products Europe, Fujitsu des Unternehmens bleiben werde. «Das Infrastrukturgeschäft wird für Fujitsu in Europa weiterhin eine ganz wichtige Rolle spielen», sagte er. Das Unternehmen stellte in München denn auch neue Hardware vor: ·· drei Mono-Socket-Server der «Primergy»-Serie mit Fokus auf KMUs ·· neue Modelle der «Eternus AF»-All-Flash-Arrays und «Eternus DX»-Hybridspeichersysteme sowie ein Garantieprogramm ·· die Management-Suite «Infrastructure Manager» (ISM) soll Unternehmen die Verwaltung von softwaredefinierten Rechenzentren ermöglichen Es gibt ein Leben nach Augsburg. Vor einem Jahr versuchte Fujitsu an der Hausmesse in München die Wogen zu glätten, welche die Schliessung seines Werks in Augsburg verursacht hatte. Und das Management stellte sich neu auf, um die Wandlung vom Produkthersteller zum Dienstleister in Angriff zu nehmen. Am Fujitsu Forum 2019 zeigte das japanische IT-Unternehmen nun, wo es steht und wohin die Reise geht. Das Ziel sei klar, sagte Zentraleuropa-Chef Rupert Lehner zur Eröffnung des Forums vor Journalisten. Fujitsu wolle ein Service- und Digitalisierungsunternehmen werden und seine Kunden bei der digitalen Transformation unterstützen. Dabei setzt das Unternehmen auf Partnerschaften. Dies umfasse Start-ups und Channelpartner, aber auch Forschungsinstitutionen und IT-Mitbewerber wie Microsoft oder SAP. Besonders Aus- und Weiterbildung haben es Fujitsu angetan, wie Lehner sagte. Ein Beispiel dafür ist die «Central Europe Academy». Ein Ausbildungsprogramm, das laut Lehner auch in der Schweiz vorangetrieben werden soll. Infrastrukturgeschäft bleibt Standbein Mit Blick auf die strategische Neuausrichtung versicherte Lehner aber auch, dass Hardware weiterhin ein Standbein Den vollständigen Artikel finden Sie online www.netzwoche.ch Der Fokus lag aber auch 2019 ganz auf den Services. Und in diesem Bereich wolle Fujitsu in Deutschland, Österreich und der Schweiz 500 bis 600 neue Mitarbeitende einstellen, sagte Lehner. Was das Unternehmen mit dieser Workforce anbieten will, zeigte EMEIA-CTO Joseph Reger. Fujitsu setze im Vergleich zur Konkurrenz auf weniger, dafür aber projekt- und tragfähige Technologien: künstliche Intelligenz (KI), Blockchain und der vom Quantencomputer inspirierte «Digital Annealer». Für die Entwicklung auf diesen drei Feldern betreibe Fujitsu einen eigenen «digitalen Inkubator», sagte Reger. Dort würden junge Teams an Lösungen arbeiten, bis diese reif für den Markt seien. Die Erfahrungen mit dem Inkubator seien gut. Sowohl aufseiten der Spezialisten, die Fujitsu habe anwerben können, als auch hinsichtlich der Auftragslage. Der nächste Schritt sei es nun, die Projekte zu skalieren und die Stärken der Technologien miteinander zu verbinden. KI, Blockchain und Quantencomputing – das machen heute viele IT-Firmen. Bedenken, dass sich Fujitsu von seinen Mitbewerbern nicht genügend differenzieren kann, hatte CTO Reger aber keine. Im Unterschied zu anderen Playern habe das japanische Unternehmen nämlich einsatzfähige Lösungen und einen klaren Fokus. «Kunden können auf unsere langfristige Ausrichtung vertrauen», so Reger. Die Resonanz der neuen Technologien auf dem Markt bestätige dies, ergänzte DACH-Chef Lehner. www.netzwoche.ch © netzmedien ag 18 / 2019

Archiv