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Netzwoche 18/2019

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36 Technology Focus

36 Technology Focus Vertrauen in die Cloud ist gut, Kontrolle ist besser Dienste und Daten befinden sich inzwischen in der Public, Private oder Hybrid Cloud. Diese neue Komplexität wirkt sich insbesondere auf das Troubleshooting aus: Der IT-Administrator muss schnell erkennen, wo ein Problem liegt. Ohne entsprechendes Monitoring ist dies im Arbeitsalltag nahezu unmöglich. DER AUTOR Steven Feurer, CTO, Paessler Zu einem effizienten Cloud-Computing gehört ein zentrales Cloud- Monitoring-Tool. Inzwischen ist die Cloud nicht nur in Grossunternehmen, sondern auch im Mittelstand präsenter denn je – und zwar quer durch alle Branchen, ob Gesundheit und Tourismus, Logistik und Maschinenbau oder ICT. Die Vorteile von Cloud-Computing liegen auf der Hand: ortsunabhängiger, flexibler und schneller Zugriff auf IT-Ressourcen. Insbesondere kleinere Unternehmen setzen auf Onlinedienste, denn diese erfordern keine hohen Anschaffungskosten für Hard- und Software und sind leicht in die vorhandene Infrastruktur zu integrieren. Doch Cloud-Dienste werden innerhalb eines Unternehmens auf verschiedene Weise verwendet, und das oft ohne das Wissen der IT-Abteilung. Diese unkoordinierte Nutzung birgt jedoch Gefahren für den Datenschutz und die IT-Sicherheit. Unter anderem deshalb herrschen in IT-Abteilungen hinsichtlich Cloud-Nutzung häufig noch Bedenken. IT- Teams müssen stets über die Leistung ihrer physischen und virtuellen IT-Komponenten informiert sein. Gibt es mit einem Cloud-Dienst ein Problem, wird dies oftmals zu spät erkannt oder kann vom IT-Administrator nicht selbst gelöst werden. Um solche Szenarien zu verhindern, Kosten CLOUD SERVICES zu sparen und weiterhin den Überblick über die eigenen IT-Ressourcen zu behalten, bietet sich ein umfassendes Cloud-Monitoring an. Monitoring neu gedacht Doch aufgrund der aktuellen IT-Landschaft mit unterschiedlichen Umgebungen und hybriden Infrastrukturen muss auch das Monitoring entsprechend angepasst werden. Traditionelle Monitoring-Prinzipien gelten nach wie vor für herkömmliche On-Premises-Netzwerke und Hardware wie Router, Switches oder Server. Doch in Unternehmen sind inzwischen hybride Infrastrukturen zum Standard geworden. IT-Umgebungen nutzen unterschiedliche Technologien, und Dienste werden in mehreren Clouds ausgeführt. Dies bringt natürlich auch eine gewisse Komplexität für das Monitoring mit sich. Da Cloud-Service-Provider bereits eigene Monitoring- Funktionen bereitstellen, muss sich die Netzwerk-Monitoring-Software nicht auf diese Dienste konzentrieren. Vielmehr ist es Sache der IT-Experten, zu entscheiden, welche dieser Metriken für sie den grössten Wert haben, um eine Möglichkeit zu finden, die dort erhobenen Daten in einen Kontext zu stellen. Werden so Daten aus verschiedenen Quellen gesammelt, sollte eine zentrale Übersicht über alle wichtigen Aspekte der Infrastruktur geschaffen werden. Dies bedeutet, alle Daten zu sammeln, zusammenzufassen und auf einem einzigen Dashboard anzuzeigen. Den Artikel finden Sie auch online www.netzwoche.ch Windows Linux VMWare Apple Fazit Zu einem effizienten Cloud-Computing gehört ein zentrales Cloud-Monitoring-Tool. Der Netzwerkadministrator kann mit entsprechendem Werkzeug alle verwendeten Onlinedienste zuverlässig überwachen – dies spart Zeit, Geld und Nerven. Egal ob es sich um Speicherplatz-Engpässe, unerlaubte Zugriffe oder auffällige Datenabflüsse handelt, das Tool gibt frühzeitig Warnungen heraus, noch bevor es zu Ausfällen oder ernsthaften Problemen kommt. Übergreifende Monitoring-Lösungen können die am weitesten verbreiteten Bedenken aus dem Weg räumen und unterstützen Unternehmen bei einer erfolgreichen Umsetzung ihrer individuellen Cloud-Strategie. 18 / 2019 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Technology Focus 37 Kosten- und Ressourcentransparenz in Hybrid-Cloud-Umgebungen Unternehmen wählen immer sorgfältiger aus, was sie aus einer Public Cloud beziehen. An öffentlichen Angeboten wird die Elastizität geschätzt, die Lastspitzen ohne Performance-Einbussen abfangen können. Für planbare Workloads aber wird die private Cloud bevorzugt – und zwar aus Kostengründen. Damit wir uns richtig verstehen: Unternehmen stellen nicht generell die Vorteile des Cloud Computing infrage, im Gegenteil. Sie entscheiden rational für jeden einzelnen Workload, welches die jeweils beste technische wie auch finanzielle Umgebung ist. Organisationen handeln also völlig rational, wenn sie sowohl in Private-Cloud-Umgebungen investieren, als auch gezielt Angebote der Public Cloud nutzen und auf Hybrid-Cloud-Umgebungen setzen. Das Problem ist aber: Die Welt lässt sich nicht in klar voneinander abgrenzbare stabile Workloads einteilen und auch nicht in vorhersehbare Lastspitzen. Konstanter Wandel Vielmehr sind ein konstanter Wandel, Änderungen im Bedarf und damit in der Ressourcenauslastung an der Tagesordnung. Unternehmen wachsen, stossen Firmenteile ab, strukturieren sich neu. Wenn Applikationen auf den Markt kommen, wechseln Anwender von einem Angebot zum nächsten, das passendere Funktionalitäten verspricht. Prozesse, Abläufe, Nutzerzahlen für die verschiedenen Anwendungen ändern sich. All dies führt dazu, dass einmal getroffene Entscheidungen für die private oder öffentliche Cloud regelmässig überprüft und korrigiert werden müssen, weil sie ihre Gültigkeit verloren haben. Automatisierte Empfehlungen Unternehmen brauchen darum eine Lösung, die automatisch den Ressourcenbedarf und -verbrauch sowie die laufenden Kosten ermittelt – und zwar sowohl in den genutzten öffentlichen Cloud-Umgebungen als auch in privaten. Die automatisierte Anomalie-Erkennung ist in diesem Zusammenhang wichtig, weil sich auf dieser Grundlage automatisiert Empfehlungen erstellen lassen, ob die Anwendungsumgebung nicht besser gewechselt werden sollte, von einer privaten hin zu einer öffentlichen Cloud und umgekehrt. All das sollte nicht nur für eine bestimmte, sondern die gängigen öffentlichen Cloud-Umgebungen wie AWS oder Microsoft Azure möglich sein. In einem ersten Schritt analysiert eine solche Lösung die aktuellen Kosten und den Ressourcenverbrauch, etwa auf der Ebene der einzelnen Services, Accounts oder Workloads. Danach ermittelt sie Einsparpotenziale durch ungenutzte Ressourcen, wie stillgelegte virtuelle Maschinen, nur teilweise benötigte IP-Adressbereiche oder ein Zuviel an abonnierten Accounts. In einem dritten Schritt erlaubt sie, diese Potenziale automatisiert zu realisieren. Fundierte Entscheidungsgrundlage Eine solche Lösung stellt zudem die Kosten und die Ressourcenauslastung der Private-Cloud-Umgebung dar und unterbreitet Vorschläge für Erweiterungen auf Basis der Entwicklung des Ressourcenverbrauchs. Mit diesem Grad an Kosten- und Ressourcentransparenz können Unternehmen dynamisch für jeden Workload entscheiden, welche Cloud-Umgebung sie jeweils bevorzugen. Das bedeutet natürlich nicht, dass Organisationen in jedem Fall die kostengünstigste Wahl treffen sollten. Schliesslich kann es sinnvoll sein, besonders schützenswertes geistiges Eigentum in der privaten Umgebung zu halten, auch wenn dies mit höheren Ausgaben verbunden ist. Jedoch liefert ihnen eine solche Lösung eine fundierte Entscheidungsgrundlage. Grafik: z_wei / iStock.com DER AUTOR Florian Koeppli Country Manager Switzerland, Nutanix Den Artikel finden Sie auch online www.netzwoche.ch www.netzwoche.ch © netzmedien ag 18 / 2019

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