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Netzwoche 18/2019

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08 Business Aktuell

08 Business Aktuell WWW.NETZWOCHE.CH HP Inc. bestätigt Übernahmegespräche mit Xerox kfi/fpo. HP Inc. hat bestätigt, dass Xerox einen Vorschlag zur Übernahme machte, wie «Techcrunch» berichtet. Xerox erwägt gemäss einem Bericht des «Wall Street Journal» die Übernahme des Drucker-Konkurrenten. Grund seien fehlende Optionen für notwendige Kostensenkungen der beiden Unternehmen. HP Inc. hat aktuell einen Marktwert von rund 27 Milliarden US-Dollar. Nach Bekanntgabe der Übernahmegespräche legten die Aktien von Xerox und HP Inc. im einstelligen Bereich zu. In Europa entsteht ein neuer RZ-Gigant osc. Interxion wechselt den Besitzer. Der niederländische Rechenzentrumsanbieter, der hierzulande ein Datacenter in Glattbrugg betreibt, geht in die Hände von Digital Realty. Der kalifornische RZ-Gigant bezahlt für Interxion 8,4 Milliarden US-Dollar, wie es in einer Mitteilung heisst. Zusammen mit Interxion werde Digital Realty in 17 europäischen Städten Rechenzentren haben und einen geschätzten Jahresumsatz von 1,1 Milliarden Dollar machen. Zum Vergleich: Europas grösster Player Equinix erzielt gemäss eigenen Angaben aktuell 1,8 Milliarden Dollar. Tineo übernimt Mehrheit an Nexellent jor. Tineo hat die Mehrheit am Glattbrugger Serviceprovider Nexellent übernommen. Die beiden Anbieter von IT-Infrastruktur verfolgen mit dem Deal zwei Ziele, wie es in einer Mitteilung heisst: sich regional breiter aufstellen und den Kunden eine grössere Palette an Produkten und Services anbieten. Die bisherigen Nexellent-Eigentümer bleiben weiterhin an Bord, wie ein Sprecher von Tineo-Eigentümer Waterland auf Anfrage mitteilt. Die Firmennamen sollen vorerst bestehen bleiben. Swisscom legt Abteilungen zusammen Marc Werner, Leiter Geschäftsbereich Sales & Services, verlässt Swisscom. jor. Swisscom verliert ein Konzernleitungsmitglied. Marc Werner, Leiter Sales & Services, verlässt das Unternehmen, um eine neue Herausforderung anzunehmen, wie es in einer Mitteilung heisst. Werner wechselt in die Pharmabranche. Im April soll er beim Berner Apotheken- und Gesundheitskonzern Galenica die Nachfolge von CEO Jean-Claude Clémençon antreten, wie «Finanz und Wirtschaft» berichtet. Sales und Marketing werden zusammengelegt Der Verwaltungsrat und die Konzernleitung von Swisscom bedauern laut Mitteilung den Weggang von Marc Werner. Derweil verkündet der Telko, dass er Werners Geschäftsbereich Sales & Services (SAS) mit jenem für Products & Marketing (PMK) per Anfang 2020 zusammenlegen will. Die Leitung der neuen Abteilung namens Retail Customers übernehme der heutige PMK-Chef Dirk Wierzbitzki. Die Bereichszusammenlegung teilte Swisscom anlässlich der Bekanntgabe seines Finanzergebnisses zum dritten Geschäftsquartal 2019 mit. In den ersten neun Monaten des Jahres verbuchte der Telko einen Rückgang des Umsatzes wie auch des Reingewinns. Den Betriebsgewinn habe Swisscom hingegen steigern können. Swisscom wächst in Italien und schrumpft in der Schweiz Als Grund für den Umsatzrückgang nennt Swisscom den Preisdruck in der Branche sowie den Rückgang der Festnetztelefonie. Hierzulande sank der Umsatz von Swisscom um 3,3 Prozent auf 6,37 Milliarden Franken. Der Betriebsgewinn auf Stufe Ebitda schrumpfte im Schweizer Kerngeschäft Den vollständigen Artikel finden Sie online www.netzwoche.ch um 1,5 Prozent auf 2,74 Milliarden Franken. Mit Fastweb laufe das Geschäft hingegen gut. Globale IT-Ausgaben steigen – ein bisschen rja. Die globalen IT-Ausgaben steigen dieses Jahr zwar an, jedoch bei Weitem nicht so stark wie in den letzten Jahren, wie Marktforscher Gartner mitteilt. Laut der neuesten seiner vierteljährlich erscheinenden Prognosen dürften die IT-Ausgaben 2019 um 0,4 Prozent steigen und insgesamt 3,73 Billionen Dollar betragen. Letztes Jahr erhöhten sich die IT-Ausgaben um 3,9 Prozent. Und auch für 2020 geht das Unternehmen von einem höheren Wachstum von 3,7 Prozent, was 3,87 Billionen Dollar entspricht, aus. Dass die IT-Ausgaben dieses Jahr weniger stark zunehmen, ist nicht neu: Bereits im April 2019 prognostizierte Marktforscher Gartner für das aktuelle Jahr ein Wachstum von 1,1 Prozent; im Sommer korrigierte das Unternehmen die Prognose auf 0,6 Prozent. Schlechte Zeiten für Hardware, gute für Unternehmenssoftware Bedenken bezüglich einer möglichen Rezession drücken weiter auf die Ausgabenbremse, und Unternehmen dürften mit der Anschaffung optionaler Komponenten weiter zuwarten. Die Wachstumszunahme sei vor allem dem Bereich Unternehmenssoftware und dem Unterbereich Security zu verdanken. Die globalen IT-Ausgaben im Sicherheitsbereich hätten 2019 bereits um 10,9 Prozent zugenommen. Was die Ausgaben im Bereich Cloud-Sicherheit angeht, erwartet Gartner in den kommenden fünf Jahren ein Wachstum von 41,2 Prozent. Hierbei gehe es nicht nur darum, die «Bad Guys» fernzuhalten, sondern auch um die Einhaltung von Datenschutz sowie Zoll- und Markenrechtsgesetzen. Deutlich pessimistischer sind die Gartner-Prognosen für den Hardwarebereich. Hier wird für das Jahr 2019 ein Ausgabenrückgang um 5,3 Den vollständigen Artikel finden Sie online www.netzwoche.ch Prozent vorausgesagt. Für 2020 rechnen die Marktforscher mit einem Wachstum von 1,2 Prozent. 18 / 2019 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Business Event 09 Biometrisch, kryptografisch, chinesisch: So zahlen wir morgen, oder auch nicht Bezahl-Apps, kontaktlose Karten und QR-Codes waren gestern. Morgen bezahlen wir mit dem Körper, unsichtbar und fast automatisch, wie Referate am Swiss Payment Forum in Zürich gezeigt haben. Die Frage ist: Sind Dienstleister, Händler und Kunden in der Schweiz bereit dazu? Und was ist eigentlich mit dem Bitcoin? Autor: Oliver Schneider Der Auftakt zum diesjährigen Swiss Payment Forum dürfte manchem Besucher ein mulmiges Gefühl beschert haben. Der Start-up-Berater Damir Bogdan zeigte im Zürcher Hotel Marriott, wie Chinas berühmt-berüchtigtes «Social Credit System» im Alltag funktioniert. Wer eine Strasse bei Rot überquert, wird dabei von einer Kamera erfasst und auf einem grossen Screen neben dem Fussgängerstreifen an den digitalen Pranger gestellt. Heute geschieht dies noch anonym, in Zukunft werde die Person aber für jedermann zu erkennen sein – und Punkte im chinesischen Bürger- Ranking verlieren. Was hat das mit dem Schweizer Zahlungswesen zu tun? Bogdan wollte mit dem Beispiel verdeutlichen, welche Art von Technologien im Alltag ankommen. Was vor Kurzem noch wie Zukunftsmusik klang – Gesichtserkennung, Robotik, künstliche Intelligenz –, sei heute einsatzfähig. Und bei vielen Innovationen sei China führend, auch beim digitalen Bezahlen, sagte Bogdan. Dazu müsse man nur nach Interlaken gehen und dort zusehen, wie chinesische Touristen ihr Geld ausgeben. Für die Schweizer Zahlungsdienstleister bedeutet dieser Blick nach Osten, sich dem Wandel in der Branche bewusster zu sein. Sie müssten neue Technologien und Geschäftsmodelle genau beobachten, sagte Bogdan. Nur so könnten die Unternehmen verhindern, Trends zu verpassen und von schnelleren Playern überholt zu werden. Hat der Franken eine Zukunft? Der erste Tag des Swiss Payment Forums stand im Zeichen kommender Zahlungsmethoden. Doch am Ende ging es auch dabei immer noch um das Bezahlen mit klassischen Währungen. Um Alternativen zu Franken, US-Dollar und Euro drehte sich das Abschlussreferat von Aleksander Berentsen. Der Professor für Wirtschaftswissenschaften an der Universität Basel stellte die Frage, ob wir diese Währungen in Zukunft überhaupt noch brauchen. Berentsen liess keinen Zweifel daran, dass er Kryptowährungen für eine bahnbrechende Idee hält. «Bitcoin ist etwas vom cleversten, was im Zahlungswesen in den letzten 30 Jahren geschaffen wurde», sagte er. Die dezentrale Verwaltung der Eigentumsrechte, die Zugänglichkeit für jedermann, die kryptografische Absicherung auf einer Blockchain und die hohe Resistenz des Netzwerks gegenüber Attacken seien einzigartig. Am Ende handle es sich beim Bitcoin zwar nur um eine Datenbank, aber eben eine, die sich nicht von einer zentralen Instanz manipulieren lasse. Von Facebooks Libra-Projekt und anderen Stablecoins hielt Berentsen wenig. Sie verfügten weder über die Zensur- Resistenz noch über die Offenheit des Bitcoin – und seien deshalb keine Alternative. Trotzdem zeigte er Verständnis für den Widerstand der Regulatoren gegen Libra. Facebook könnte auf einen Schlag ein globales Zahlungssystem für Milliarden von Nutzern einführen. Das wäre eine echte Konkurrenz für Fiat-Währungen. Sollten die Zentralbanken denn selbst Kryptowährungen herausgeben? «Das ist eine Schnapsidee», sagte Berentsen. Sinnvoller sei es, wenn die Notenbanken klassische Währungen in elektronischer Form anböten. Das werde auch die Schweizerische Nationalbank über kurz oder lang tun. Über Bitcoin und Libra müssen sich die Zahlungsdienstleister also keine Sorgen machen – über Ethereum allerdings schon, so Berentsen. Darauf aufgebaute Smart Contracts ermöglichen seiner Ansicht nach eine breite Palette an Finanzprodukten ohne Intermediär. Mit Ethereum anzulegen sei, wie selbst ein Flugzeug zu fliegen, nachdem man bislang immer nur mitgeflogen sei. «Ethereum und seinen Erfinder Vitalik Buterin können Sie nicht stoppen», sagte Berentsen. Den vollständigen Artikel finden Sie online www.netzwoche.ch « Vor Bitcoin als Zahlungssystem müssen Sie keine Angst haben. » Aleksander Berentsen, Professor an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Basel www.netzwoche.ch © netzmedien ag 18 / 2019

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