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Netzwoche 19-20/2016

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28 Technology Aktuell

28 Technology Aktuell WWW.NETZWOCHE.CH T-Systems erhält Zuschlag für Forschungscloud jor. Der IT-Dienstleister T-Systems hat einen Rahmenvertrag für die Entwicklung einer Hybrid Cloud erhalten, wie die Deutsche Telekom in einer Mitteilung schreibt. Die geplante Plattform namens Helix Nebula Science Cloud wurde vom Cern in Auftrag gegeben. Die Forschungscloud soll Wissenschaftler bei leistungsund datenintensiven Anwendungen unterstützen. ▸ Webcode DPF8_16397 Schweiz verbessert sich im ICT Development Index cgr. Die in Genf ansässige Internationale Fernmeldeunion (ITU) hat zum zweiten Mal eine umfassende Studie zur weltweiten ICT-Entwicklung vorgelegt. Kernstück der Erhebung ist der «ICT Development Index» (IDI). Die Schweiz erreichte im IDI 8,68 von 10 möglichen Punkten. Damit verbesserte sie sich im Vergleich zur Vorjahreserhebung von Rang 5 auf 4. Auf den ersten Platz kam wie schon im Vorjahr Südkorea, mit einem Wert von 8,84. ▸ Webcode DPF8_16186 Adnovum gibt Tipps für ein sicheres Internet der Dinge Adnovum-CTO Tom Sprenger in Zürich. mur. «Seit 2008 gibt es mehr vernetzte Geräte als Menschen», sagte Tom Sprenger, CTO von Adnovum, an einem Anlass Mitte November in Zürich. Er sprach über die Security-Herausforderungen im Internet der Dinge (IoT). Die Industrie setze ihre Geräte oft 20 Jahre ein. Hersteller sollten Hardware darum mit Software-Updates versorgen. Ist ein Gerät nicht updatefähig, empfehle es sich nicht. Firmen sollten zudem Anbieter meiden, die ihre Geräte nicht regelmässig aktualisieren. Unternehmen investieren laut Sprenger zwar in Identity- und Access-Management- (IAM)-Lösungen. Diese würden IoT-Geräte aber oft nicht erfassen. Firmen sollten den Geräten darum Identitäten geben und IAM auch im Internet der Dinge umfassend implementieren. Bluetooth sei nicht gleich Bluetooth, und nicht alle Protokolle seien gleich sicher, sagte Sprenger. Unternehmen sollten sich damit befassen. Da sie nicht auf alle Layer im OSI-Modell Zugriff hätten, sollten Firmen den Applikationslayer so sicher wie möglich machen. Firmen müssten sich auch fragen, wie vertrauenswürdig ihr Server-Betreiber sei. Dieser sollte Server physisch und auf Netzwerkebene absichern und auf Identity und Access Management setzen. Oft seien auch Verschlüsselung und Mitarbeiter-Trainings sinnvoll. Software sollte ausserdem «secure by design» sein. Auch wenn das Business Druck mache und Produkte möglichst schnell ausliefern wolle. Penetrationstests, Vorgaben für Partner, Code-Reviews und mindestens ein 4-Augen-Prinzip könnten hier helfen. Aufgrund der hohen Vernetzung und Heterogenität seien die beschriebenen Massnahmen aber oft nicht ausreichend, sagte Adnovum. Es empfehle sich darum, auch ein Monitoring zu nutzen. Unternehmen könnten so sicherheitsrelevante Anomalien entdecken und schnell reagieren. Firmen sollten auf vertrauenswürdige Hersteller und sichere Passwörter setzen. Dienste und Sensoren, die niemand nutze, sollte man ausschalten. Und Endkunden müssen wissen, dass IoT-Geräte vertrauliche Daten abfangen. MÜLLERS KLEINES ABC N wie Neudeutsch Christopher Müller Inhaber und CEO von Die Ergonomen Usability AG. Theorie: «Neudeutsch», gelegentlich auch «Neusprech», wird meist abwertend für eine Ausdrucksweise verwendet, die charakteristisch für eine gerade modische (neudeutsch: hippe) Lebensform oder Verhaltensweise steht. Realität: Eine wichtige Funktion hat Neudeutsch bei den Jugendlichen. Ihnen hilft es, sich von ihren verkrampften (uncoolen) Eltern sprachlich abzugrenzen und gleichzeitig ihre Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe (Community) zu verlautbaren. Klar, das mag zuweilen nerven, dient aber offensichtlich der Entwicklung unserer lieben Kleinen. Kommunikativ gesehen, hält sich der Schaden eh in Grenzen – wer will, wer kann denn schon die Pubertierenden verstehen? Schwierig wird’s hingegen, wenn Neudeutsch unreflektiert ins Geschäftsleben überschwappt, und das tut es gerade in der IT-Branche recht häufig. Dann passiert es schon mal, dass Tante Klara via FAQ den Tipp bekommt, ihr bockendes Handy doch einfach zu rebooten. Dem Hundefrisör um die Ecke wird per Mailing wärmstens empfohlen, zur Steigerung des Traffic auf seiner Website ein SEO-Package zu buchen. Die Buchhalterin mit dem Drucker-Problem erhält vom Admin die Anweisung, eine Remote Session auf ihrem Device zu initialisieren. Nun, die Chancen stehen gut, dass Tante Klara nervös wird und ihr Handy am Ende doch lieber bei der nächsten Filiale vorbeibringt. Der Hundefrisör wird sich vermutlich kurz hinter den Ohren kratzen und die E- Mail dann löschen. Die Buchhalterin, als eher dünnhäutig bekannt, wird wohl gleich losbrüllen, sie habe jetzt keine Zeit für solchen Remote- Quatsch, und den Hörer aufs Telefon knallen. Fazit: Die Kommunikation mit Nutzern oder Kunden ist definitiv der falsche Ort, sich sprachlich vom Rest der Welt zu differenzieren. Wer hier Jargon säht, wird nicht Respekt, sondern Unverständnis ernten. Deshalb: Halten Sie es einfach (keep it simple) und denken Sie daran (remember): Ein Drucker ist ein Drucker und kein Printer. Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode DPF8_16943 1920 / 2016 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Technology Research 29 Die Big-Five-Märkte 2017 – Pfeiler des Wachstums, Teil 3 Nach den Themen Mobility, Cloud, Analytics und Internet of Things (IoT) analysieren wir die Entwicklung im Markt für ICT- Security. Mit diesem Artikel schliessen wir den Blick auf die Entwicklung für das kommende Jahr ab. Damit zum fünften Teil der Big Five: dem alles umfassenden Thema der Security. Gerade für die Entwicklung der Digitalisierung spielen die Sicherheit und der Datenschutz eine zentrale Rolle. Die steigende Vernetzung von Devices, Maschinen und Prozesse schürt noch vielerorts Unsicherheit und Bedenken. Dies belegen auch die Resultate unserer aktuellen Studie zum Security-Markt in der Schweiz: Die grösste Zunahme in der künftigen Bedrohung sehen die Unternehmen im Bereich der Vernetzung durch das Internet of Things (IoT) und der steigenden Digitalisierung. Heute nennen dies 12 Prozent der Befragten. Diese Zahl wird bis in zwei Jahren auf 44 Prozent steigen. Anforderungen steigen – Budgets schrumpfen Die derzeitige Bedrohungslage stellt grosse Herausforderungen an die ICT-Abteilungen aller Unternehmen und Organisationen. Und die Bereitstellung entsprechender Mittel ist derzeit ein Dauerthema auf der Agenda der Security-Chefs. Das Dilemma: Die Anforderungen an die ICT- Sicherheits-Verantwortlichen steigen und die Budgets schrumpfen, der Spardruck der vergangenen Jahre hat auch bei den Security-Budgets seine Spuren hinterlassen. Trotzdem – obwohl die prozentualen Aufstockungsraten der ICT- Budgets gesunken sind – legen die Ausgaben für die Sicherheit nach wie vor mehr zu als die Spendings für andere ICT-Bereiche. Im Schweizer ICT-Security Markt erreichen die Ausgaben im Businessbereich 2016 ein Volumen von knapp 2,2 Milliarden Franken, damit fliesst rund jeder achte Franken des ICT-Gesamtbudgets der Anwender in die Taschen von Security-Anbietern. Im kommenden Jahr rechnen wir mit einem Plus der gesamten Security-Ausgaben von 3,7 Prozent, wobei die Projektservices um 6,8 Prozent und die Managed/Cloud-Services um beachtliche 9,8 Prozent zulegen werden. Zunehmend pragmatische Sichtweise Neben der steigenden Bedrohung durch Cybercrime ist es die zunehmende Mobilität, Digitalisierung, Nutzung von Cloud-Diensten und der Fachkräftemangel respektive mangelndes Expertenwissen, welche die Verantwortlichen dazu verstärkt antreibt, externe Security-Services in Anspruch zu nehmen. Gerade bei kleineren und mittleren Unternehmen ist eine zunehmend pragmatische Sichtweise festzustellen. Es setzt sich die Erkenntnis durch, dass die eigenen Ressourcen und Skills intern oft nicht mehr reichen, um die notwendige Sicherheit zu gewährleisten. Managed Security Service Provider (MSSP) bieten in der Regel auf individuelle Bedürfnisse zugeschnittene Security-Services und sind in der Lage, rasch und agil auf sich ändernde Bedrohungslagen zu reagieren – und dies zu transparenten, planbaren Kosten und klar definierten Services. DER AUTOR Philipp A. Ziegler Geschäftsführer, MSM Research AG BEDROHUNGSLAGE GESTERN UND MORGEN Welche Bedrohung hat aus Ihrer Sicht in den vergangenen 12 Monaten am meisten zugenommen, welche wird in den kommenden 24 Monaten am meisten zunehmen? Mehrfachantworten möglich n=74 Schäden durch Betrug, Cybercrime (Organisierte Kriminalität) Böswillige Attacken durch Hacker Gefährdung durch nicht aktuell gepatchte Systeme Die Gefährdung durch mobile Devices und Apps (BYOD & BYOA) Zunehmende Nutzung von externen Cloud-Services Schäden durch Wirtschaftsspionage (Patentverletzungen) Die starke Vernetzung durch das Internet der Dinge resp. die zunehmende Digitalisierung 12,2 % 12,2 % 17,6 % 24,3 % 20,3 % 18,9 % 39,2 % 43,2 % 35,1 % 37,8 % 31,1 % 31,1 % 35,1 % 44,6 % 0 % 10 % 20 % 30 % 40 % vergangene 12 Monate nächste 24 Monate Quelle: MSM Research AG Artikel online auf www.netzwoche.ch Webcode DPF8_17300 www.netzwoche.ch © netzmedien ag 1920 / 2016

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