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Netzwoche 19-20/2016

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30 Technology Event Asut

30 Technology Event Asut zeigt die Megatrends in der Mobilität Artikel online auf www.netzwoche.ch Webcode DPF8_15269 Wilfried Steffen von Steffen Advisory. cgr. Am 16. November hat der Verband Asut sein 17. Kolloquium im Kursaal in Bern abgehalten. Rund 400 Gäste erschienen zur Veranstaltung, die unter dem Motto «Mobilitätsstadt Schweiz» stand. In zahlreichen Vorträgen betrachteten die Referenten die Zukunft der Mobilität weltweit und in der Schweiz. Als Partner des Events fungierten der Touring Club Schweiz (TCS) und die Schweizerische Verkehrstelematik-Plattform. Moderiert wurde die Veranstaltung von Florence Boinay von FLO Communications. Digitalisierung erfasst Mobilität immer stärker Als erster Referent trat Wilfried Steffen von Steffen Advisory auf die Bühne. Er war bis vor kurzem Leiter Business Innovation beim Autohersteller Daimler. Unter seiner Leitung führte das Unternehmen den Carsharing-Dienst «Car- 2Go» ein, den Daimler inzwischen weltweit betreibt. Die Digitalisierung in der Mobilität ist für Steffen einer der wesentlichen Treiber der Veränderungen, da sie neue Geschäftsmodelle ermöglicht. Er nannte diese Entwicklung «E-Commerce in der Mobilität», die bestehende Strukturen durcheinanderwirft. Ähnlich wie Amazon oder Zalando den Einzelhandel veränderten, bringen neue Player wie Lyft oder Uber Bewegung in den traditionellen Mobilitätsmarkt. Als einen weiteren Treiber der Veränderungen identifizierte Steffen das autonome Fahren. Viele Autohersteller seien auch schon dort eingestiegen. McKinsey rechnet in einer Studie etwa, dass bis 2030 15 Prozent aller Autos autonom fahren werden, wie Steffen sagte. Damit eröffne sich auch ein neuer Kreis für Nutzer. Ältere Menschen, behinderte Personen oder auch Kinder könnten autonome Fahrzeuge nutzen, ein Führerschein werde dafür nicht mehr gebraucht. Gleichzeitig ist das autonome Fahren ein Bereich, in dem viele unterschiedliche Technikgruppen zusammenkommen. Das autonome Fahren ist eine Gemeinschaftsleistung, die nicht nur ein Unternehmen alleine stemmen kann, wie Steffen betonte. Autohersteller haben bereits reagiert Ein weiterer grosser Trend sei das elektrische Automobil. Vor wenigen Jahren sei diese Technologie noch belächelt worden, sagte Steffen. Mit dem Markteintritt von Tesla und dem «Dieselgate» um VW habe sich dies grundlegend geändert. Der Technologie gehöre die Zukunft, zeigte sich Steffen überzeugt. Die Automobilindustrie schaut sehr genau auf diese Entwicklung, wie Steffen betonte. Mit Partnerschaften und Zukäufen reagieren diese auf die Herausforderungen. «Die Automobilindustrie ist für Partnerschaften so offen wie nie zuvor», sagte er. Zudem seien Autokonzerne für Start-ups die idealen Partner, da sie ausser Kapital auch Kunden und die nötigen Infrastrukturen mitbrächten. Die Automobilindustrie müsse sich zwar neu erfinden, sie sei aber schon mittendrin, sagte Steffen. Anzeige Cloud Day 2017 – 18. Januar 2017 Holen Sie sich die neusten Erkenntnisse und Praxiserfahrungen rund um das Thema Cloud. 30 Sessions in 6 Tracks: Service Management, Development, Data Science, Sourcing, Security & Operation. Melden Sie sich jetzt an: www.digicomp.ch/cloudday 044 447 21 21, info@digicomp.ch, www.digicomp.ch 1920 / 2016 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Technology Fachbeitrag 31 Conversational Interfaces als Alternative zum Onlineformular Die Diskussion rund um Chatbots zeigt, dass textbasierte Applikations-GUIs immer wichtiger werden. Es ergibt Sinn, sich bereits heute damit zu befassen, wie die von Messaging-Apps gewohnten «Conversational Interfaces» bestehende Applikationen optimieren können. Vor dem technologisierten Zeitalter wurden Dialoge «frei von der Leber weg» geführt. Die Zunahme der Komplexität des gesellschaftlichen Lebens machte es aber notwendig, Hilfsmittel zu entwickeln, um diese Konversationen besser zu führen: um Fehler zu reduzieren, Konsistenz zu gewährleisten und die Dialoge zu dokumentieren. Zu diesem Zweck wurden Formulare erfunden. Seither haben sie einen erstaunlichen Siegeszug angetreten, und das Internet hat ihnen nochmals einen massiven Schub verliehen. Als Endnutzer oder -kunden füllen wir mehr Formulare aus denn je. «Selfservice» ist eines der dominanten Elemente vieler Digitalisierungsinitiativen, und Formulare spielen eine zentrale Rolle an der Kunden- und Benutzerschnittstelle. Aber bei den Formularen verhält es sich wie beim E- Mail: Sie sind ein einfach einsetzbares Mittel und werden deshalb für Zwecke genutzt, für die sie nicht geschaffen sind. Die Konsequenzen spüren wir täglich. Wie oft ist es uns schon passiert, dass wir uns beim Ausfüllen eines Onlineformulars überfordert fühlten und deshalb schliesslich doch zum Telefonhörer griffen? Oder wer findet es toll, ein komplexes Formular auf dem Mobiltelefon auszufüllen? Der übermässige Einsatz von Formularen kann zudem den Eindruck erwecken, dass Banken, Versicherungen und Behörden ihre Arbeit an die Konsumenten oder Bürger auslagern. Aber erinnern wir uns, Formulare wurden einst erfunden, um Konversationen besser zu strukturieren. Wie die Chatbot-Diskussion zeigt, geht das Pendel momentan genau in die entgegengesetzte Richtung: die Sehnsucht nach Rückkehr zum «reinen» Dialog. Dies geht auch einher mit dem Drang, starre Strukturen zu überwinden und die Individualität wieder stärker in den Vordergrund zu rücken. Vom Formular zum Dialog Messaging-Apps haben über die Jahre eine immer grössere Popularität erhalten. Wir nutzen sie tagtäglich und haben uns an die textbasierten Interfaces von Chats gewöhnt. Dank Fortschritten im Bereich der Verarbeitung von unstrukturierten Informationen sind sie heute nicht nur in der Mensch-zu-Mensch-Kommunikation einsetzbar, sondern stellen eine immer wichtiger werdende Interaktionsmethode für andere Anwendungen dar, bei denen bisher Onlineformulare eingesetzt wurden. Der dialogunterstützende Aufbau von «Conversational Interfaces» erlaubt es, Informationen auf natürlichere Weise zugänglich zu machen und so Informationserfassungsund Entscheidungsprozesse zu vereinfachen. Es gibt diverse Anwendungsfälle, in denen Conversational Interfaces die benutzerfreundlichere und damit geeignetere Alternative zum Formular darstellen. Dies bedeutet aber nicht, dass wir alle Formulare abschaffen und die Benutzer ihre Anwendungen nur noch via Chat bedienen werden. Für gewisse Interaktionen stellen Formulare durchaus die bessere Wahl dar – gerade bei häufig wiederkehrenden Aufgaben. Wichtig ist es, zu identifizieren, wo die Nutzer Probleme mit bestehenden Formularen haben, um diese gegebenenfalls durch Conversational Interfaces zu ersetzen. Die Appway-Plattform erlaubt es, sowohl Formulare wie auch Conversational Interfaces basierend auf derselben bestehenden Geschäftslogik zu implementieren. Conversational Interfaces sind damit eine sinnvolle Ergänzung bestehender Applikationen. Dabei können Applikationsentwickler bereits heute wichtige Erfahrungen mit einem stattfindenden Paradigmenwechsel machen: Bei den Conversational Interfaces steht der Verlauf der Konversationen sowie deren Tonalität im Zentrum und nicht die ausgeklügelte zweidimensionale Aufbereitung von Information und Funktionalität. Online-Formular Conversational Interface DER AUTOR Jürg Truniger Product Marketing Lead, Appway www.netzwoche.ch © netzmedien ag 1920 / 2016

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