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Netzwoche 19-20/2016

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34 Technology

34 Technology Titelgeschichte «Bei der Forschung zum Quantencomputer ist die Schweiz Weltspitze» Auch in Zukunft wird Silizium das Material der Wahl für Computerchips sein, findet Klaus Ensslin, Professor am Solid State Physics Laboratory der ETH Zürich. Als Teil des Forschungsverbunds Quantum Science and Technology (QSIT) forscht er auch zu Quantencomputern. Interview: Christoph Grau Wie schätzen Sie die Zukunft des Siliziums als Material für Computerchips ein? Klaus Ensslin: Silizium ist ein fantastisch ausgereiftes Material. Ich glaube daher, dass Silizium technisch fast seine Grenzen erreicht hat. Dennoch kommt bisher keine andere Technologie oder Material auch nur ansatzweise an Silizium heran. « Bisher kommt keine andere Technologie oder ein Material auch nur ansatzweise an Silizium heran. » Klaus Ensslin, Professor am Solid State Physics Laboratory der ETH Zürich Grosse technologische Sprünge bei der Chip-Technologie sehen Sie also in Zukunft keine? Unsere normalen Laptops werden sich in Zukunft nicht grundsätzlich verändern. Das ist aber auch nicht schlimm. Flugzeuge fliegen auch schon seit Jahrzehnten mit dem gleichen Tempo. Verbesserungen gibt es eher bei Aspekten wie dem Energieverbrauch. Eben diese Entwicklungen mache ich auch bei den Computerchips aus. Den nächsten grös seren Schritt sehe ich aber erst mit Technologien wie dem Quantencomputer kommen. Wie weit ist die Forschung an den Quantencomputern eigentlich vorangeschritten? Bei der Grundlagenforschung gibt es noch sehr viel zu tun. Wir sind in etwa so weit, wie wir mit der klassischen Computertechnologie in den 50er-Jahren waren. Es geht aber schnell, und ich bin überzeugt, dass der Quantencomputer kommen wird. Sie forschen mit Ihrem Team auch in diesem Bereich. Wo steht die Schweiz beim Quantencomputer? In der Schweiz haben wir einen der grössten und am besten aufgestellten Forschungsverbünde zu Quantencomputern weltweit. Die Schweiz ist international absolut führend. Noch ist nicht klar, welche Materialien und welche physikalischen Methoden sich letztlich durchsetzen werden. In unserem Forschungsverbund an der ETH sind alle Ansätze vertreten. Leider ist es in der Öffentlichkeit kaum bekannt, welche internationale Bedeutung die Forschung zu Quantencomputern in der Schweiz hat. Anders sieht es etwa in Australien aus, wo Quantencomputing ein nationales Thema ist. Eventuell sind wir Schweizer Forscher in der Öffentlichkeitsarbeit etwas zu zurückhaltend. Gibt es ausser den Forschungseinrichtungen noch weitere Akteure bei der Quantencomputerforschung? Dass das Thema Quantencomputer kommen wird, ist auch an den Investitionen von grossen Playern in der ICT-Branche ersichtlich. Microsoft steckt vermutlich mehrere hundert Millionen US-Dollar in die Forschung zum Quantencomputer, dabei ist es eigentlich ein Softwareunternehmen. Auch IBM ist sehr aktiv. Es sind aber nicht die typischen Chiphersteller, die in den Quantencomputer investieren. Die Chiphersteller haben auch nicht so viel Geld zur Verfügung. Grosse Player wie Microsoft oder Google können es hingegen eher einmal verkraften, wenn eine grosse Investition nicht so schnell wie gewünscht zum Erfolg führt. Haben Sie nicht Angst, dass Firmen aus den USA wieder den Profit aus dieser Forschungsarbeit einstreichen werden und nicht Europa? Diese Gefahr sehe ich schon. Dabei haben wir auch in Europa grosses Potenzial. Firmen wie Bosch, Siemens oder auch ABB könnten mit ihren Kenntnissen über Sensoren bei der Entwicklung von Quantensensoren eine grosse Rolle spielen. Meiner Meinung nach sind die europäischen Firmen viel zu konservativ und zurückhaltend, was sich langfristig rächen könnte. Artikel online auf www.netzwoche.ch Webcode DPF8_17327 1920 / 2016 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Advertorial Softwarefirmen sind gefordert Die Harmonisierung des Schweizer Zahlungsverkehrs bedingt ein Update der Finanzsoftware. PostFinance hat festgestellt, dass noch nicht alle Softwareanbieter mit ihren Produkten auf Kurs sind. gemeinsam beschreiten müssen, wenn er erfolgreich sein soll. Dazu braucht es vor allem eine verbindliche Basis und einen klaren Fahrplan. Hier übernimmt PostFinance eine sehr wichtige Rolle.» «Die Zeit drängt», sagt Alfred Meyenberg von PostFinance. «Ich glaube, dies ist einigen Softwareanbietern noch nicht bewusst.» Meyenberg trägt bei PostFinance die Verantwortung für die Umsetzung der «Harmonisierung Zahlungsverkehr». Mit dem Projekt stellt der Finanzplatz die Weichen für die Digitalisierung und gleicht Schweizer Normen an den internationalen ISO-20022-Standard an. Wenig überraschend: Die Harmonisierung bedingt ein Update der Finanzsoftware bei allen Unternehmen in der Schweiz – und die vorgängige Entwicklung der entsprechenden Updates durch die Anbieter der Software. Implementierung braucht Zeit PostFinance weist Softwareanbieter seit längerer Zeit darauf hin, ihre Produkte schnellstmöglich auf ISO 20022 anzupassen und den gemeinsamen Kunden ein entsprechendes Update zur Verfügung zu stellen. Kunden, die ihre Finanz software bis Ende 2017 nicht umstellen konnten, werden ab dem 1. Januar 2018 ihren Zahlungsverkehr bei PostFinance nicht mehr wie gewohnt abwickeln können. «Es ist menschlich, zu denken, dass bis Ende 2017 noch viel Zeit bleibt», sagt Meyenberg. Aber die Umstellung und die Migration der Kunden müssen bei PostFinance vorbereitet und die aktualisierten Softwares auch bei Kunden getestet werden. «Dafür müssen die Anbieter uns und unseren gemeinsamen Kunden genügend Zeit einräumen», gibt Meyenberg zu bedenken. KMUs frühzeitig schulen Sage Schweiz ist eine jener Firmen, die ihre Software früh ISO-20022-ready gemacht haben. Country Manager Marc Ziegler lobt den einheitlichen Standard, weil er «eine Spielwiese für neue Ideen» biete und die Transparenz erhöhe. «Ausserdem sehen wir die Harmonisierung als Chance, unseren Kunden noch bessere Softwarelösungen anbieten, Prozesse automatisieren und mehr Zeit fürs eigentliche Business schaffen zu können.» Man habe aber vor allem deshalb früh agiert, «weil 95 Prozent unserer Kunden KMUs sind». Ihnen will Sage Schweiz genügend Zeit für die Umstellung und die Schulung bieten. Deshalb hat das Unternehmen klare Roadmaps pro Produkt definiert. Weiter steht für Marc Ziegler die Zusammenarbeit im Fokus: «Grundsätzlich ist die Harmonisierung ein Weg, den Finanzinstitute, Softwarehersteller und Unternehmen Testplattform steht zur Verfügung Die optimale Betreuung der gemeinsamen Kunden von Softwarefirmen und PostFinance ist auch das Hauptanliegen von Alfred Meyenberg: «Wir wollen vermeiden, dass es zu Engpässen kommt.» Um dieses Ziel zu erreichen, unterstützt PostFinance die Softwarepartner mit einer Reihe von Massnahmen. Die wichtigste ist eine Testplattform, auf der die Entwicklungen erprobt werden können. Online stehen zudem alle Spezifikationen in der jeweils aktuellen Version für den Download zur Verfügung. Softwarefirmen können aber auch persönliche Beratung anfordern. Im Gegenzug erwartet PostFinance jedoch verbindliche Roadmaps der Softwarepartner. Bis spätestens Ende Juni 2017 müsse das jeweilige Produkt ready für den Kunden sein, betont Meyenberg und ergänzt: «Erhalten wir nicht rechtzeitig eine Zusage, müssen Kunden Alternativen prüfen.» Mehr Informationen: www.postfinance.ch/harmonisierung-zv Testplattform: postfinance.ch/testing PostFinance AG Mingerstrasse 20 T: 041 848 888 700 3030 Bern www.postfinance.ch

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