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Netzwoche 19-20/2016

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36 SPECIAL Thema In

36 SPECIAL Thema In Kooperation mit xxxxxxx Bild: iStock Special All-IP In Kooperation mit Swisscom All-IP als Hebel für das Business gsa. Ende 2017 wird bei Swisscom das ISDN-Netz schrittweise rückgebaut. Mit dem Rückbau von ISDN beginnt die Umstellung auf All-IP. Die Verlagerung der Kommunikation auf das Netzwerk eröffnet Unternehmen neue Möglichkeiten der Kommunikation. So können auf Basis des IP-Protokolls Telefonie-Services und Systeme für Unified Communication und Collaboration aufgebaut und miteinander verbunden werden. Anstatt den Kollegen am Telefon eine Frage zu einem Dokument zu stellen, können die Kollegen eingeladen werden, um gemeinsam an dem Dokument zu arbeiten. Im Alltag mit Geschäftskunden eröffnen All-IP-Lösungen auch neue Ansätze in der Kundenbetreuung. So können Unternehmen etwa das VoIP-Telefon-System mit dem Customer Relationship Management verknüpfen. Wer die All-IP-Welt für sein Unternehmen erschliessen will, sollte zuvor seine Infrastruktur auf den Prüfstand stellen. Oft ergibt sich dann die Frage: Muss man als Unternehmen alles selbst planen, installieren und warten? Oder lohnt es sich, die Infrastruktur von einem Provider zu mieten? Welche Möglichkeiten sich beim Mieten der Infrastruktur ergeben, erklärt Beat Döos, Head of All IP Transformation bei Swisscom, im Dossier. 1920 / 2016 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

In Kooperation mit Swisscom All-IP SPECIAL37 All-IP – mehr als nur eine Eins-zu-Eins- Umstellung All-IP ist wie ein Smartphone: Entweder man nutzt es nur zum Telefonieren, wie das bereits ein Handy vor 20 Jahren konnte, oder man nutzt die komplette Funktionsvielfalt des Smartphones. Die Funktionsvielfalt von All-IP vereint die klassische Telekommunikation mit IT. Etwas sticht besonders heraus: Netz und Services sind strikt getrennt. DER AUTOR Beat Döös Head of All IP Transformation, Swisscom Die All-IP-Service- und Netzplattform hat eine vollständig digitale DNA und ist das neue Betriebssystem für die digitalisierte Schweizer Wirtschaft. Beat Döos, Head of All IP Transformation, Swisscom Swisscom plant bis Ende 2017, alle auf der herkömmlichen Festnetztelefonie-Technologie basierenden Dienste auf die zukunftsorientierte IP-Technologie (Internetprotokoll) umzustellen. Ab 2018 wird die alte TDM-Festnetztelefon-Infrastruktur in den Zentralen schrittweise ausser Betrieb genommen. All-IP ist die Antwort auf die Konvergenz von Telekommunikation und IT. Damit ist es mehr als nur ein Technologieersatz für das bisherige TDM-Netz. All-IP ist eine komplett neue und einheitliche Service- und Netzplattform für die nächsten Jahrzehnte, die Swisscom seit mehreren Jahren von Grund auf neu baut. All-IP setzt auf eine klare Trennung zwischen dem Netz und den Services. Die gesamte Servicepalette wird IP-basiert hergestellt, unabhängig von der verwendeten Netzübertragungstechnologie. So wird künftig auch die Konvergenz zwischen Mobilfunk und Festnetz möglich. Die Kunden interessiert es nicht mehr, mit welcher Netzzugangstechnologie sie auf ihre Dienste zugreifen, sondern sie wollen den Zugriff auf alle Dienste immer und überall und auf allen Geräten: Konnektivität als Konsumgut. Serviceentwicklung unabhängig vom Netz Die neue Architektur folgt dem allgemeinen Trend von der Hardware zur Software. Was früher ganze Hallen mit Hardware füllte, sind heute Codezeilen auf einem virtualisierten System. In diesem Sinne verschmelzen Teile der Telekommunikation mit der IT. Es wäre wenig nachhaltig für die Zukunft, die bisherigen Systeme, die für einen anderen Zweck gebaut wurden, für diese neue Ausgangslage anzupassen. Es wäre so, also würde man ein Auto mit einem Pferd ziehen. Die All-IP-Service- und Netzplattform hat eine vollständig digitale DNA und ist das neue Betriebssystem für die digitalisierte Schweizer Wirtschaft. Die bestehenden Netze werden weiterhin als Transportmittel verwendet, die eigentlichen Services wie Sprachverkehr, Daten oder TV übergeordnet vollständig auf IP-Basis produziert. Hier liegt der Unterschied zu der bisherigen Vorgehensweise, die Service- und Netztechnologie verknüpfte. Der Vorteil ist, dass zukünftige Technologieablösungen nicht mehr zur Folge haben, das bestimmte Services nicht länger funktionieren. Die Services können netzunabhängig entwickelt und produziert werden. und er läuft. Dasselbe Erlebnis soll der Kunde mit All-IP haben. Ändert das lokale Elektrizitätswerk (EW) nun seinen Strom-Mix oder würden AKWs abgestellt, hat das keinerlei Einfluss auf meinen Toaster-Service, ich kann weiterhin toasten. Sinngemäss ist es unser Ziel, dass künftig der Kunde bei einem Umzug seinen Router mitnimmt, am neuen Ort einsteckt und sofort wieder verbunden ist – eben dank dieser Trennung der Netzinfrastruktur von den Services. Damit können sich Services und Netztechnologien zeitlich voneinander losgelöst entwickeln. Was Glen Fahrn und Sprüngli verbindet Wie sich die neue Service- und Netz-IP-Plattform unterscheidet, illustrieren die beiden Kundenbeispiele Glen Fahrn und Sprüngli. Glen Fahrn ist auf edle Spirituosen und Weine spezialisiert und betreibt acht Filialen, die Confiserie Sprüngli betreibt mehr als zwei Dutzend Filialen. Früher benötigte jede Filiale eine eigene lokale Telekommunikationsinfrastruktur mit Internetzugang. Über den Internetzugang erfolgte die Anbindung an die IT-Systeme. Mit der neuen, einheitlichen All-IP Service- und Netz-Plattform setzen beide Kunden auf eine IP-Anbindung, die den Einsatz von Telefonie, Internet, IT und Zusatzservices nach einem Baukastensystem ermöglicht. Statt einer lokalen Teilnehmervermittlungsanlage setzen beide Kunden auf virtuelle (Cloud-)Lösungen. Strom, Wasser, Telko-Services – always on Das Stromnetz ist überall verfügbar, ich kann meinen Toaster (sic!) an jedem Ort, an den ich komme beziehungsweise ziehe, einstecken Mit All-IP wird die Telefonie stärker in die Dateninfrastruktur von Unternehmen eingebunden. Bild: iStock www.netzwoche.ch © netzmedien ag 1920 / 2016

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