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Netzwoche 19-20/2016

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38 SPECIAL All-IP In

38 SPECIAL All-IP In Kooperation mit Swisscom Der Einsatz von All-IP- Lösungen ermöglicht neue Prozesse für das Business. Neue Filialen oder Anpassungen in Filialen sind nur noch eine Frage von wenigen Klicks und ein paar Minuten, sobald die IP- Konnektivität in den einzelnen Filialen aktiv ist. Statt grosser Investitionskosten bezahlen beide Kunden pro Service respektive pro Teilnehmer einen planbaren monatlichen Betrag. Die Anlage wächst mit der Firma. Mit der einheitlichen IP-Basis ist auch die Integration zusätzlicher Bausteine einfach. Sprüngli hat etwa sein CRM-System mit der virtuellen Telefonanlage verbunden. Statt wie bisher in zwei getrennten IT- und Telekomwelten zu agieren, werden diese mit All-IP näher zueinandergeführt. Das IT-Rack im Büro wird obsolet Die All-IP-Service- und Netzplattform ersetzt das klassische Telekomprodukt Festnetztelefonie. Mit den Business Network Services (BNS), die Swisscom im November 2016 eingeführte, funktionieren nun weitere Services aus dem klassischen IT-Netzwerkbereich auf dem All-IP-Netz. Statt wie bisher auf dezentrale und inselbetriebene Hardware zu setzen, werden die Netzwerkelemente virtualisiert in der Cloud softwarebasiert hergestellt. Als eine der ersten Anbieterinnen weltweit setzt Swiss com auf virtual Customer Premise Equipment (vCPE). Router, Firewall, DNS- oder DHCP-Server werden damit neu aus der Cloud geliefert. Die Virtualisierung dieser Netzwerkfunktionen ermöglicht eine nahezu 100-prozentige Automatisierung. Statt lokaler Interventionen an dezentralen Anlagen erfolgt die Steuerung zentral über ein Dashboard. Die IT-/Netzwerkverantwortlichen und deren Partner haben damit einen vollen und transparenten Zugriff auf sämtliche Parameter. Damit entfallen – wie heute üblich – die Vor-Ort-Zugriffe auf Netzwerkelemente (z. B. Router), um Netzwerkfunktionen zu Die Virtualisierung der Netzwerkfunktionen ermöglicht eine nahezu 100-prozentige Automatisierung. Beat Döos, Head of All IP Transformation, Swisscom konfigurieren. Die Produktion über die Cloud beschleunigt die Umsetzung, statt Tage und Wochen dauert es nur noch einige Minuten. Das Potential für Unternehmen – ökologisch und ökonomischer All-IP ist also mehr als nur ein Ersatz für die bisherige Festnetztelefonie. Die Firma Rohrmax aus Grüningen etwa organisiert sämtliche Prozesse von der Auftragsentgegennahme bis zur Auftragsausführung über All-IP. Alle Standorte sind dank All-IP vernetzt, Kunden werden schnellstmöglich bedient. In Spitzenzeiten verteilen sich die Kundenanrufe auf freie Mitarbeitende an unterschiedlichen Standorten. Die Zentrale schickt die Aufträge über das Mobilfunknetz mit den nötigen Plänen der betroffenen Liegenschaft direkt an ein dem Auftragsort nahegelegenes Einsatzfahrzeug. Der Servicetechniker druckt die Dokumente im Auto aus. Rohrmax spart dank dieser Lösung bis zu 10 000 Kilometer Fahrstrecke pro Jahr und Fahrzeug. Ein grosser ökonomischer und ökologischer Vorteil bei über 110 Fahrzeugen in der Flotte. Nuno Ribeiro, Verkaufsleiter, meint zur Umstellung auf All-IP: «Die All-IP-Technologie ist für uns die Basis, um die Digitalisierung der Arbeitsprozesse unabhängig vom Standort weiter vorantreiben zu können». Mit einem Smartphone kann man auch heute noch telefonieren, wir nutzen es jedoch die meiste Zeit für anderes. So kann man auch All-IP als Ersatz des Bestehenden betrachten und sich fragen, wofür die ganze Umstellung nötig ist – man will ja nur telefonieren. Oder man erkennt den Paradigmenwechsel und überlegt sich heute, wie All-IP die Kommunikation im Unternehmen verbessert und Prozesse und Abläufe vereinfachen kann. UMSTELLUNG AUF ALL-IP PER ENDE 2017 Mit All-IP schafft Swisscom die technologische Voraussetzung für die Digitalisierung des Wirtschaftsstandorts Schweiz; dabei investiert sie jährlich rund 1,7 Milliarden Franken in den Ausbau und in die Modernisierung ihres Netzes. Swisscom plant, bis Ende 2017 alle auf der herkömmlichen Festnetztechnologie basierenden Dienste auf die zukunftsorientierte IP-Technologie (Internetprotokoll) zu überführen. Bis dahin ist der Support der herkömmlichen Technologie sichergestellt. Ab 2018 wird die alte Festnetztelefonie-Infrastruktur schrittweise ausser Betrieb genommen. Kunden, die zu diesem Zeitpunkt noch nicht auf ein IP-Produkt umgestellt haben, werden von Swisscom dabei begleitet. Heute nutzen mehr als zwei Drittel respektive fast 1,5 Millionen Swisscom-Kunden die Vorteile der IP-Produkte. 1920 / 2016 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

In Kooperation mit Swisscom All-IP SPECIAL39 «Der Kunde bezahlt nur, was er braucht» Was bedeutet die Umstellung von ISDN auf All-IP für Unternehmen? Beat Döos, Head of All IP Transformation bei Swisscom, beantwortet die wichtigsten Fragen und räumt typische Missverständnisse aus. Interview: George Sarpong Telefonanlage gegen den Router tauschen, fertig. So einfach ist die Umstellung auf All-IP ja nicht. Was gilt es bei All-IP- Projekten zu beachten? Beat Döos: Beim Privatkunden ist es tatsächlich so, dass man das Festnetztelefon an den Router anschliesst und alles funktioniert. Es ist wichtig, im Geschäftskundenbereich, die Umstellung nicht einfach als einen Produktwechsel anzusehen, sondern als ein Projekt. Das Unternehmen sollte sich über die Arbeitsprozesse und Organisationsebenen Gedanken machen. Es ist sinnvoll, wenn sich das Unternehmen eine klare Digitalisierungsstrategie überlegt: Wie sieht meine Welt morgen aus? Wohin will ich mit meinem Unternehmen? Wo habe ich Verbesserungspotenzial im Sinne von einfacher und effizienter werden und beim Kontakt zum Kunden? Des Weiteren müssen auch die Sonderanwendungen wie Lifttelefone, Alarmanlagen oder Haustechniksteuerungen geprüft und im Bedarfsfall auf IP-fähige Systeme umgerüstet werden. Was sind die drei grössten Missverständnisse von Kunden bei der Umstellung auf All-IP? Dass es teuer und kompliziert ist. Mit massgeschneiderten ITund Kommunikationslösungen bezahlt das Unternehmen genau das, was es braucht. Firmen befürchten, dass All-IP weniger sicher ist – bereits heute telefonieren 80 Prozent der Kunden mit DECT-Telefonen und können bei einem Stromausfall nicht telefonieren. Auch gibt es ältere, analoge Modelle, die nicht «stromausfalltauglich» sind. Mit der IP-Festnetztelefonie hat jeder Kunde die Möglichkeit, im Kundencenter oder via Hotline seinen Festnetzanschluss auf das Handy oder eine beliebige andere Nummer umzustellen. Das war bisher nicht möglich. Auch dass Sonderanwendungen wie Lifttelefone, Alarmanlagen, Faxgeräte oder Haustechnikinstallationen nicht IP-fähig sind, hören wir oft. Dabei sind die meisten Sonderanwendungen IP-fähig und können an der analogen Schnittstelle des Routers betrieben oder mit wenig Aufwand auf IP umgerüstet werden. All-IP plus ergänzende Dienste dürfte die Telefonie verteuern. Das Basisangebot Festnetztelefonie-IP ohne Zusatzservice kostet gleich viel wie ein herkömmlicher Festnetzanschluss und bietet kostenlose Services wie Anrufbeantworter, die Möglichkeit, unerwünschte Anrufer zu sperren oder bei Anrufen direkt den Telefoneintrag des Anrufenden anzuzeigen. Der Callfilter, der unerwünschte Werbeanrufe automatisch verhindert, dürfte viele Kunden ebenfalls sehr erfreuen. Weitere neue Möglichkeiten, wie das Festnetz auch auf dem Smartphone unterwegs zu nutzen oder zwei Gespräche gleichzeitig zu führen, werden von den Kunden geschätzt. Was raten Sie KMUs, die auf die Kosten schauen müssen? Durch die Pauschaltarife für die Schweiz und das Ausland (inkl. Gratisminuten) und der Möglichkeit, die passende Anzahl Sprachkanäle oder bedürfnisgerechte Kommunikationspakete auszuwählen, sind die Kosten planbar. Bei den KMU-Kombiangeboten profitiert der Kunde zusätzlich von KMU-Paketvorteilen auf den «Natel Business infinity (plus)»-Abos. Wie werden wir in 20 Jahren kommunizieren? Die technische Entwicklung in der Informations- und Kommunikationstechnologie hat in den letzten Jahren unser Kommunikationsverhalten revolutioniert. Besonders deutlich wird dies beim Mobilfunk: kein öffentliches Verkehrsmittel, indem nicht telefoniert, gechattet und gesurft wird. Mit All-IP sind diese Entwicklungen auch im Festnetzbereich möglich. « Durch die Pauschaltarife sind die Kosten planbar. » Beat Döos, Head of All IP Transformation Swisscom, Funktion Wie unterstützt Swisscom Unternehmenskunden bei der Umstellung von ISDN auf All-IP? Unsere Berater analysieren gemeinsam mit dem Kunden dessen bestehende Telefoninfrastruktur und klären ab, welche künftigen Anforderungen an die IT- und Kommunikationssysteme erfüllt werden müssen. Gemeinsam mit Swisscom oder einem Swisscom-Partner wählt der Kunde aus dem leistungsfähigen Produktportfolio seine individuelle Lösung aus. Von der Bestandsaufnahme über die Auswahl der Lösung und die Installation wird der Kunde von Swisscom betreut. Beat Döos, Head of All IP Transformation Swisscom. www.netzwoche.ch © netzmedien ag 1920 / 2016

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