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Netzwoche 19-20/2016

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Bild: iStock FOCUS TELKO-TRENDS Was All-IP bringt gsa. Swisscom wird 2017 ihr ISDN-Netz zurückbauen. Wer dann noch telefonieren will, sollte auf das IP-Netz wechseln. Das stellt Unternehmen vor Fragen. Inwieweit kann die bestehende Infrastruktur weiter genutzt werden? Wer kann mir dabei helfen? Bernd Büttner, Director Strategic Marketing bei Bintec-Elmeg, empfiehlt CIOs, frühzeitig mit einem ICT-Partner die Vor- und Nachteile geeigneter Lösungen zu analysieren. Büttner erklärt, worauf man bei der Zusammenarbeit achten sollte. Auch im Gesundheitswesen beschäftigen sich IT-Entscheider mit dem Wechsel auf All-IP. Wer hier auch gleich seine Infrastruktur anpasst, kann nicht nur den Mitarbeitern VoIP anbieten. Mit einem robusten Netzwerk sind Spitäler auch bereit für neue Anwendungen, wie etwa vernetzte medizinische Geräte. Weshalb sich eine Revolution im Gesundheitswesen anbahnt, erklärt Martin Kull, Managing Director von Orange Business Services Schweiz. Nicht nur die Umstellung auf VoIP-Telefonie lässt die Datenmengen im Netz in die Höhe schnellen. Ein Leben ohne Internet ist für viele kaum noch vorstellbar. Insbesondere auf Reisen wollen Gäste Breitband, etwa um ihren Lieben zuhause Bilder oder Videos von ihren Abenteuern zu senden. Der Wunsch nach Breitband setzt Hotels, aber auch Gastrobetriebe unter Druck. Denn Touristen sind hart: Kein WLAN, kein Konsum. Wer Gästen WLAN anbietet, kann also für zahlende Gäste sorgen und ihnen mitunter auch zusätzliche Services anbieten. Was Gastronomen beachten sollten, erklärt Thomas Gahlinger, Head SMB Direct Sales bei UPC. 1920 / 2016 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Focus Telko-Trends 41 All-IP – Zeit für das neue Netz Mit der Abschaltung des ISDN-Netzes beginnt das IP-Zeitalter endgültig auch im Festnetz. Trotz noch zahlreich vorhandener ISDN-Basisanschlüsse zeichnet sich aber deutlich ab, dass ab 2016 erstmals mehr Anschlüsse auf Basis von VoIP- Zugängen über DSL realisiert wurden als über die herkömmlichen Anschlussvarianten. Doch All-IP-Projekte sind komplex. Bei der Planung helfen Partner aus dem Fachhandel. 2017 wird Swisscom das ISDN-Netz abstellen. Dabei hat die heisse Phase der All-IP-Umstellung bei vielen Unternehmen bereits begonnen. Mit der Verfügbarkeit von SIP-Trunk- Anschlüssen steht die bislang fehlende Lösung für die meisten Businesskunden bereit und wird Handlungsdruck ausüben. Hier setzen Spezialisten im Fachhandel an, die IT-Entscheider darin unterstützen, Lösungskonzepte zu erarbeiten und All-IP-Projekte zu planen. Schliesslich müssen bei der All-IP Umstellung, die gerade für Unternehmenskunden häufig nicht nach einem einheitlichen Schema erfolgt, individuelle Gegebenheiten berücksichtigt und ausgearbeitet werden. Es empfiehlt sich, unbedingt bereits frühzeitig mit dem ICT-Partner seines Vertrauens die Vor- und Nachteile der geeigneten Lösungen zu analysieren. Eine detaillierte Analyse der aktuell genutzten Infrastruktur zeigt dabei sehr schnell eventuell vorhandene Problemstellungen und Schwierigkeiten auf, denn es geht bei der Betrachtung der vorhandenen Systeme nicht nur um die Telefonanlage, sondern um die gesamte ICT-Infrastruktur – also etwa Telefonie-Endgeräte, Fax-Lösungen, Türkamerasysteme – aber auch um Subsysteme wie Alarmanlagen, Kassensysteme bis hin zu Fahrstühlen. Partner aus dem Fachhandel unterstützen IT-Entscheider bei der ganzheitlichen Planung von All-IP-Projekten. Migration der ISDN-TK-Anlage Der Migrationsansatz ermöglicht den Weiterbetrieb der aktuellen ISDN-Telefonanlage, indem ein All-IP-Media- Gateway zwischen ISDN-Anlage und All-IP-Anschluss geschaltet wird. Bei dieser Lösung kann die bislang eingesetzte Hardware weiter genutzt und es müssen keine Änderungen an der ISDN-TK-Anlage durchgeführt werden. Dringend empfohlen werden professionelle Media- Gateway-Systeme für den Geschäftsalltag, die genügend ISDN-Anschlüsse bereitstellen und so etwa die Anbindung eines vorhandenen Faxgeräts oder eines Cash-Terminals zusätzlich ermöglichen. All-IP-Neuinstallation Ergibt eine Migration der bestehenden ISDN-TK-Anlage technisch oder wirtschaftlich keinen Sinn mehr, steht die Integration einer neuen All-IP-fähigen Sprach- und Datenlösung an. Hierbei muss jedoch bedacht werden, dass ausser der reinen Telefonanlage auch bislang verwendete Endgeräte zumeist nicht oder nur teilweise weiter genutzt werden können. Die Anschaffung neuer IP-basierter Endgeräte muss genau kalkuliert werden, da dieser Aspekt insbesondere in Unternehmen mit einer grösseren Anzahl von digitalen und meist proprietären System-Endgeräten einen nicht zu unterschätzenden Kostenaspekt darstellt. DER AUTOR Bernd Büttner Director Strategic Marketing, Bintec-Elmeg «All-IP-Projekte sind komplex. Bei der Planung helfen Partner aus dem Fachhandel.» Bernd Büttner, Director Strategic Marketing, Bintec-Elmeg Migration oder Austausch? Grundsätzlich stehen zwei Lösungsansätze zur Auswahl. Die Migration der bestehenden Telefonanlage mithilfe eines All-IP-Media-Gateways oder deren Austausch und die damit verbundene Integration einer All-IP-Kommunikationslösung für Sprache und Daten. All-IP – individuell Bereits an der einfachen Fragestellung, ob Migration oder Neuinstallation, wird deutlich, dass das Thema All-IP ein individuelles Projektthema mit individueller Analyse ist. IT-Entscheider sollten von ihren Partnern aus dem Fachhandel ganzheitliche Beratungsleistungen einfordern. All-IP bietet zudem die Chance, vollständige Ökosysteme aufzubauen und – neben der Telefonanlage und den zugehörigen Endgeräten – auch weitere Technologiefelder zu erschliessen. Gerade hierbei zeigt sich der Vorteil konvergenter IP-Netze, die verschiedene Technologien ohne Technologie-Bruch vereinen. www.netzwoche.ch © netzmedien ag 1920 / 2016

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