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Netzwoche 19-20/2016

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42 Focus Telko-Trends

42 Focus Telko-Trends Wenn medizinische Geräte kommunizieren Analyse-Tools, medizinische Bildgebung, Telemedizin-Geräte und sogar Roboter sowie Implantate in der Chirurgie – sie alle können bereits kommunizieren oder beginnen damit. Vom Austausch von Patientendiagnosen bis zur verbesserten Überwachung: Vernetzte medizinische Geräte sind Teil einer globalen Gesundheitsrevolution. Bild: Fotolia DER AUTOR Martin Kull Managing Director Schweiz, Orange Business Services Connected Devices, also verbundene, vernetzte Geräte, sind aus der Medizinprodukte-Industrie nicht mehr wegzudenken. In vielen Bereichen finden fundamentale Umwälzungen statt. Praktisch alle medizinischen Geräte können vernetzt werden. Konvektive Prothese revolutioniert Kardiologie Etwa seit den 2000er-Jahren verzeichnet in Frankreich die Tele-Kardiologie, die Fernüberwachung von Patienten mit künstlichen Herzimplantaten, überaus positive Ergebnisse. Etwa 38 000 Menschen haben dort ein vernetztes prothetisches Herzimplantat; eine Studie belegte die positiven Auswirkungen der Fernüberwachung auf die Patienten. Connected Prothetik ermöglicht die Früherkennung einer Anomalie, die Patienten selbst noch nicht fühlen. Das Implantat kommuniziert mit einem Sender in der Wohnung des Patienten: Das Gerät sammelt die Daten der Prothese und sendet sie zu einem Datenserver, der mit der Klinik verbunden ist. Dort überwachen medizinisches Personal und Kardiologen die empfangenen Daten fortwährend, und im Falle einer Unregelmässigkeit wird der Patient kontaktiert oder zu einer Konsultation aufgeboten. Abgesehen vom offensichtlichen medizinischen Nutzen bietet dies auch zusätzlichen Komfort für den Patienten und einen finanziellen Vorteil für das Gesundheitssystem: Fernüberwachung bedeutet, dass die Zahl der Spitalbesuche reduziert werden kann: Statt eines Termins alle drei Monate sind vielleicht nur noch ein oder zwei Termine pro Jahr notwendig. Medizinische Bildgebung im Zeitalter der Konnektivität Auch moderne Geräte für die medizinische Bildgebung erleben eine neue Dimension von Konnektivität. Der Austausch von medizinischen Bildern mittels vernetzten Geräten in der Tele-Radiologie hat diverse Vorteile: Multidisziplinäre Beratung wird standortunabhängig möglich, das Know-how bei komplexen Fällen kann geteilt und ausgetauscht werden. Insgesamt können so Barrieren im Gesundheitswesen umgangen und vermieden werden. Natürlich erfordert die Fern-Radiologie strenge und stark strukturierte Prozesse bezüglich Datenschutz und Sicherheit. Klinische Daten dieser Geräte werden über eine gesicherte Verbindung in eine sichere, cloudbasierte Gesundheitsplattform übertragen. Dort werden medizinische Applikationen sicher gehostet und gleichzeitig Patienteninformationen sowie -daten gespeichert und geteilt. Deshalb ist es unumgänglich, dass solche Plattformen allen rechtlichen Vorgaben der jeweiligen Gesundheitsministerien sowie den internationalen Datenschutzrichtlinien entsprechen. Daten dürfen nur von Organisationen gespeichert werden, die von Gesundheitsministerien eine Zulassung erhalten haben. Die enge Zusammenarbeit zwischen Telekommunikationsanbietern und Gesundheitseinrichtungen ist substanziell für solche Plattformen. Zieht man in Betracht, wie sehr der Sektor der Medizinprodukte durch den technologischen Fortschritt angetrieben wird, ist es durchaus möglich, sich eine Welt vorzustellen, in der alle medizinischen Materialien, von den Hüftprothesen zu den Kompressen in Operationssälen, miteinander verbunden sind. Manche Produkte werden dank Sensoren oder RFIC- Mikrochips in der Lage sein, das ordnungsgemässe Funktionieren oder den Verschleisszustand (z. B. einer Prothese) zu melden. Solche innovative Geräte wie auch chirurgische Robotik sind entweder noch in der Planung oder in einem frühen Entwicklungsstadium. Während Connected Devices für die Patientenfernüberwachung bereits verwendet wird, stellen sich für komplexere medizinische Aktionen wie etwa chirurgische Eingriffe noch viele rechtliche und finanzielle Fragen. 1920 / 2016 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Focus Telko-Trends 43 «Einen Espresso und den Wi-Fi-Code bitte» Früher sassen Gäste in einem Café, genossen den Tag, tranken einen Espresso. In dringenden Fällen baten sie den Wirt, kurz das Telefon benutzen zu dürfen. Heute posten Gäste Bilder des Espresso auf Tripadvisor, Instagram und Snapchat. Selbstverständlich über das WLAN-Netz des Wirts. Dies ist mit Kosten für den Gastronomen verbunden, eröffnet diesem aber auch neue Chancen. DER AUTOR Thomas Gahlinger Head SMB Direct Sales, UPC Business Vom Telefon zum Wi-Fi: Die Anforderungen an die Kommunikationsinfrastruktur von Gaststätten steigen. Bild: Fotolia Ein professionelles Gäste-Internet ist mehr als eine nette Geste und in den letzten Jahren essenziell geworden. Die Erwartungshaltung an einen Gastronomiebetrieb hat sich durch die rasante Entwicklung der «digitalen Konsumenten» verändert. Die Vorteile der «Grundversorgung» Die kostenlose Grundversorgung der Gäste mit einem leistungsstarken Internet bringt viele Vorteile für den Gastronomen. Denn ein Wi-Fi-Hotspot wird von den digitalen Konsumenten als zuverlässiger Internetzugang bewertet, während mobile Netzwerke wegen ungenügender Abdeckung an einer Örtlichkeit oder wegen grosser Nachfrage an ihre Leistungsgrenzen stossen können. Diese Trends sowie die neuen Arbeitsmethoden via Cloud und die verbesserte Kommunikation via Internet sind Realität und werden sich so schnell nicht ändern. Sie werden sich weiter ausbreiten und unseren Lebensstil weiterhin prägen. Der Gastronom kann sich dieser Entwicklung verschliessen, oder er nutzt die vielfältigen und interessanten Möglichkeiten. Gewinnung neuer Kunden Die Verfügbarkeit eines kostenlosen Wi-Fi-Hotspots ist mitunter zu einem wichtigen Entscheidungskriterium der Gäste für oder gegen den Besuch eines Betriebs geworden. Grössere Unternehmen wie McDonalds und Starbucks haben diesen Trend schon vor Jahren erkannt und stark geprägt. Die Konsumenten wissen, dass es dort einfachen und schnellen Zugang zum Wi-Fi gibt. Dieser wird rege genutzt. Steigerung der Kunden-Loyalität Der Wi-Fi-Hotspot beziehungsweise der Log-in-Prozess bietet die Möglichkeit, an wertvolle Kundeninformationen zu gelangen und diese wiederum zu Marketingzwecken einzusetzen. So können mit der Wi-Fi-Infrastruktur mitunter Gäste-Frequenzen gemessen werden. Bereicherung des Kundenerlebnisses Leistungsstarkes und zugängliches Internet wird vom Gast geschätzt und macht gegenüber einem nicht-erschlossenen Gastronomiebetrieb einen grossen Unterschied aus. In einer kürzlich durchgeführten Befragung gab jeder dritte Hotelgast an, seit langem nicht mehr in einem Hotel mit kundenfreundlichem Internet gewesen zu sein. Digitale Kommunikation Beim Zugangsprozess ins Internet können den Gästen Fragen gestellt werden, wie etwa nach der E-Mail-Adresse, um diese künftig für einen digitalen Newsletter zu nutzen. Die Vorteile liegen nun auf der Hand – der erfolgreiche Gastronom nimmt sich der Thematik an und nutzt diese konsequent für sich aus. i NETZWERK-STUDIE Die Studie «Cisco Visual Networking Index: Global Mobile Data Traffic Forecast Update (2015-2020)» zeigt die Bedarfsentwicklung an Bandbreite im Web auf. www.netzwoche.ch © netzmedien ag 1920 / 2016

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