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Netzwoche 19-20/2017

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20 Business Titelgeschichte funkstandards, verbinden Asut wie auch Economiesuisse damit. Ansonsten liessen sich aus den Antworten der Verbände keine Schwerpunkte herauskristallisieren. Fachkräfte und Bildung sind wunde Punkte Für die Marktforscher und auch Verbände wird die Fachkräftesituation in den nächsten Jahren weiter angespannt bleiben. Laut Holger Greif, Partner, Head Digital Transformation & CDO of Digital Services bei PWC, «könnten gewisse Fachkräfte durch moderne Technologien ersetzt werden». Dennoch gebe es immer noch einen hohen Bedarf an Ingenieuren und Technikern. Gefragt seien vor allem Kreativität und soziale Kompetenzen, antwortete Markus Koch, Head Strategic Development C&IP bei Deloitte Schweiz. Der Vorteil dieser Kompetenzen sei vor allem, dass sie «kaum automatisierbar sind», betonte Koch. Thomas Ruck, Managing Director bei Accenture Digital – Accenture Interactive, erwartet, dass «es noch einige Jahre dauern wird, bis der Bedarf an Spezialisten in der Schweiz gedeckt ist». Diese Auffassung vertrat in seinen Antworten auch Stefan Pfister, CEO von KPMG Schweiz. Andreas Bodenmann, Partner und Chief Digital Officer bei EY in der Schweiz, sieht sogar einen «War for Talent». Dieser finde nicht nur in der Schweiz statt, sondern wirke über die Grenzen hinaus. Zwar liessen sich Fachkräfte auch aus dem Ausland rekrutieren, Bodenmann sprach sich jedoch dafür aus, diese vor Ort in der Schweiz anzuwerben. Für die Ausbildung der benötigten Fachkräfte müssten Unternehmen und Bildungseinrichtungen sorgen, betonte sie. Für KPMG-Schweiz-CEO Stefan Pfister brauche es eine Anpassung der Aus- und Weiterbildungspolitik in der Schweiz. Auch sei die Politik gefordert, die nötigen Kontingente für Drittstaatler bereitzustellen und die bilateralen Verträge mit der EU zu erhalten. Nur so könne der benötigte Zuzug von Fachkräften garantiert werden. Aber auch die Unternehmen müssen nach Ansicht der Verbände im nächsten Jahr ihre Hausaufgaben machen. Die Digitalisierung verspreche mehr Effizienz, neue Geschäftsmodelle und grosses ökonomisches Potenzial. Doch um dieses auszuschöpfen, müssten noch einige Hürden überwunden werden. Asut fordert die Schweizer Wirtschaft dazu auf, eine «Innovations- und Risikokultur» zu entwickeln, Neues zu wagen und in die digitale Transformation zu investieren. Economiesuisse sieht die «Gefahr, dass einzelne Unternehmen die Zeichen der Zeit nicht erkennen und von der Konkurrenz überholt werden». Ein Problem, dem insbesondere kleinere Firmen gegenüberstehen, wie Swico betont: «Viele KMUs haben die Notwendigkeit und die Vorteile der Digitalisierung noch nicht erkannt.» Hier sieht Swico auch die Verbände selbst in der Pflicht, an den Grundlagen mitzuwirken. Noch viel zu tun, aber Ausblick positiv Das Jahr 2018 wird viel Bewegung in die ICT-Branche bringen, wie der Blick auf die Erwartungen der Marktforscher, Berater und Verbände zeigte. Die Herausforderungen an die IT-Entscheider in Unternehmen sind vielfältig. Die Cybersicherheit wird eine zen trale Rolle spielen. Auch die Hype-Themen Blockchain und KI werden weiter omnipräsent sein. Die erste konkreten Anwendungen für das Business müssen sich jedoch erst noch zeigen. In der Schweiz wird sich der Einfluss der Digitalisierung verstärken. Das grösste Hemmnisse auf dem Weg wird 2018 der Fachkräftemangel sein. Hinzu kommen noch Unsicherheiten bei den politischen Rahmenbedingungen. Dennoch zeigten sich alle Befragten optimistisch, dass die Chancen der Digitalisierung für die Schweiz grösser sind, als die Gefahren. « Es wird noch einige Jahr dauern, bis der Bedarf an Spezialisten in der Schweiz gedeckt ist. » Thomas Ruck, Managing Director, Accenture Digital – Accenture Interactive Politik und Unternehmen sind gefordert Weitgehend einig sind sich die Wirtschaftsverbände, wenn es um die Reaktion der Politik auf die Digitalisierung im kommenden Jahr geht. Eine Überregulierung von einzelnen Bereichen könnte die Innovation hemmen und ziele an den eigentlichen Herausforderungen vorbei. «Was die Politik angeht, bleibt zu hoffen, dass die Politiker die Digitalisierung nicht mit neuen Gesetzen abwürgen», schreibt etwa Swiss-ICT. Asut fordert mehr «Marktvertrauen». Ein stärkeres Engagement von Bund, Kantonen und Gemeinden erhoffen sich die Verbände, wenn es um die Infrastruktur, die elektronische Identität und den Ausbau des E-Government-Angebots geht. Economie suisse will vor allem bessere Rahmenbedingungen für die digitale Wirtschaft bei den Themen 5G, Glasfaser, Open Data und internationale Standards. «Gute Wirtschaftspolitik ist gute Digitalisierungspolitik», ist der grösste Dachverband der Schweizer Wirtschaft überzeugt. Organisation DIESE THEMEN SIND BERATERN UND MARKTFORSCHERN 2018 WICHTIG Cybersicherheit KI Blockchain Datenanalyse IoT Robotic Prozess Automation Cloud Computing EY KPMG Deloitte IDC Gartner Forrester AR/VR Customer Experience PWC Accenture 1920 / 2017 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Advertorial Rückblick: I 2 – Inspire & Innovate 17. November 2017 im StageOne, Oerlikon Die I 2 – Inspire & Innovate Businesskonferenz wurde durch Microsoft Schweiz sowie ausgewählten Partnern ins Leben gerufen, um sich über Innovationen der digitalen Technologie im Hinblick auf das Schweizer Unternehmen auszutauschen. Der Nachmittag war in zwei Teile aufgeteilt: Der «Inspire»-Teil sorgte mit drei Keynotes über Trends, Mindset und Leadership für reichlich Denkstoff. Im praxisnahen «Innovate»-Teil standen sechs Breakout Sessions und Diskussionen mit Fachexperten auf dem Programm und erlaubten so eine Vertiefung in die verschiedenen Themengebiete. Lassen wir den Nachmittag kurz Revue passieren: Dr. Steffi Burkhart verweist in ihrer Keynote-Präsentation «Generation Y – Mindset als Treiber für ein agiles Unternehmen» auf die Wichtigkeit junger Generationen im Schweizer Unternehmen. Denn diese besitzen das Know-how, um die digitale Transformation im Unternehmen umzusetzen. Doch genau hier liegt die Krux: Junge Leute sind eher dazu geneigt, sich gleich nach dem Studium selbstständig zu machen oder ein Start-up zu gründen. Das macht den Unternehmen Konkurrenz. Deshalb sollten diese ihre digitale Infrastruktur optimieren und verschiedene Arbeitsmodelle anbieten, um junge Talente zu halten. In seinem Vortrag «Core Competence Shift Happens» verdeutlicht Prof. Dr. Gunter Dueck anhand zahlreicher Beispiele den Kompetenzwandel – hervorgerufen durch die digitale Transformation. So kommt die Light L16 Camera ohne Objektiv aus und ist stattdessen mit vielen kleinen Linsen ausgestattet. Erst ein komplexer Algorithmus setzt das Bild zusammen. Also: Mathematik ersetzt das Objektiv. In einem anderen Beispiel wird die IT zum «Mechaniker», indem sie selbstfahrende Autos kreiert und dafür sorgt, dass keine Unfälle entstehen. Ein Kompetenzwandel bedeutet also einen Wandel im Beruf. Oder er wird im schlimmsten Fall obsolet. Um dem entgegenzuwirken, muss man sich auf ein viel höheres Niveau ausbilden lassen. Breakout Sessions Wie kommt die Schweiz von einer Industriegesellschaft in eine Informations- und Wissensgesellschaft? Dr. Marianne Janik, General Manager Microsoft Switzerland, sieht die Schweiz als Erfolgsmodell, welche alle Rahmenbedingungen erfüllt, um in die Informationsgesellschaft zu starten. Auch beim Global Competitiveness Report 2017-2018 steht die Schweiz an erster Stelle. In diesen Wettbewerbsvorteil soll investiert werden. Und dazu möchte Microsoft Schweiz einen Beitrag leisten. « Wir verpflichten uns zu einem aktiven Dialog mit der Bevölkerung, den Unternehmen und Institutionen in der Schweiz rund um die Themen: Innovation, Sicherheit und Bildung. Gemeinsam nehmen wir den Weg ins digitale Zeitalter in Angriff und stellen uns den Herausforderungen – demokratisch, gemeinschaftlich und transparent. « Marianne Janik, General Manager Microsoft Switzerland

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