Aufrufe
vor 2 Jahren

Netzwoche 19-20/2017

40 Technology

40 Technology Fachbeitrag Kabellos: Mehr Freiraum und Flexibilität für Arbeitnehmer Von Ethernet bis Headsets – die Arbeit mit kabelgebundenen Geräten geht zulasten der Produktivität. Das Wireless-Office macht Schluss mit Kabelsalat und Kompabilitätsproblemen. DER AUTOR Mischa Sturzenegger Senior Sales Manager DACH bei Polycom Der Arbeitsplatz der Zukunft kann auch das Lieblingscafé sein. Die «5-Minuten-Meetingsteuer» ist ein gängiger Begriff im Büroalltag. Sie beschreibt die Zeit vor einem Meeting, um nach Kabeln, Adaptern und Anschlüssen für die Technik in Konferenzräumen zu suchen. Ein Mitarbeiter, der durchschnittlich 60 Meetings pro Monat besucht, verliert mehr als 5 Stunden, in denen er mit der Vorbereitung und Einrichtung von Telekommunikationstechnik und Zubehör beschäftigt ist – wertvolle Zeit, die für Team arbeit, Ideenentwicklung oder Entscheidungsfindungen genutzt werden kann. Der Umkehrschluss: Unternehmen, die Kabel aus ihrem Betriebsalltag entfernen, steigern ihre Produktivität. Keinen Appetit auf Kabelsalat Das Kabel verliert immer mehr an Bedeutung: Ob Smart- Devices, Kopfhörer oder IT-Peripherie – unser Arbeitsumfeld wird zunehmend kabellos. Das «Wireless Office» ist auf dem Vormarsch. Vergleichbar ist diese Entwicklung mit dem papierlosen Büro: Sie bringt mehr Effizienz in Arbeitsabläufe, spart Zeit und schont die Umwelt. Im privaten Alltag ist es mittlerweile ohnehin Standard, drahtlos zu kommunizieren und Inhalte zu teilen. Im Rahmen dieses technologischen Wandels nutzen Unternehmen zunehmend neue Geräte, um die Zusammenarbeit weiter zu verbessern. Das beginnt beim Versenden einer E-Mail vom Mobiltelefon oder Tablet aus und endet bei der gemeinsamen Nutzung von Multimedia-Inhalten via Stream. Befeuert wird dieser Trend von flexiblen Arbeitsbedingungen. Eine aktuelle Studie von Polycom, an der rund 25 000 Angestellte in zwölf Ländern teilgenommen haben, zeigt: Kollaborationswerkzeuge helfen mehr als einem Drittel (35 Prozent) der Befragten dabei, schneller Entscheidungen treffen zu können. Fast zwei Drittel (62 Prozent) erwarten vom Arbeitgeber, moderne Kollaborationstechnologie bereitgestellt zu bekommen, um von überall aus kabellos agieren zu können. Flexibilität und Freiräume im Arbeitsalltag Im Rahmen dieses technologischen Wandels nutzen Unternehmen zunehmend neue Geräte, um die Zusammenarbeit weiter zu verbessern. Moderne Lösungen zur Zusammenarbeit machen Kabel, Adapter und andere Peripherie überflüssig. Ideen, Daten und Dokumente lassen sich einfacher, effizienter und schneller austauschen. Zeit, die sonst in das Entwirren von Kabeln und in die Verbindung von allerlei Endgeräten investiert werden muss, kann sinnvoller verwendet werden. Ein Aspekt fällt allerdings allzu oft unter den Tisch: Sogar Flexibilität und Freiräume im Arbeitsalltag werden vom neuen Trend beeinflusst. So sind Mitarbeiter nicht ortsgebunden. Unternehmen indes profitieren, weil sie Arbeitnehmern ein modernes Umfeld bieten und mehr Freiräume lassen können. Direkt damit verbunden ist die Tatsache, dass sie den Wettbewerb um begehrte Talente für sich entscheiden können. Um das zu gewährleisten, müssen allerdings Prozesse und Kulturen in Unternehmen entsprechend angepasst und flexibles Arbeiten in den Alltag integriert werden. Präsentationen, Videokonferenzen, Schulungen oder auch Webinare lassen sich mit den neuen Technologien effektiver gestalten. Homeoffice, das Lieblingscafé, der Park: Flexiblem Arbeiten gehört die Zukunft und der Kabelsalat in den Abstellraum. 1920 / 2017 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Technology Event 41 Das war der erste Schweizer Digitaltag Digitalswitzerland hat den Digitaltag veranstaltet. Die Redaktion war am Bahnhof Zürich vor Ort. Die Besucher konnten unter anderem AR und VR ausprobieren – und Robotern die Hand schütteln. 150 000 Besucher verfolgten das Spektakel in der ganzen Schweiz. Rechnet man die digitalen Besucher mit, waren es doppelt so viele. Autoren: Julia Schlegel und Simon Mathis Bundesrat Johann Schneider-Ammann betonte in seiner Ansprache, dass die Digitalisierung für den Forschungsstandort Schweiz entscheidend sei. Auch Bundesrat Alain Berset beteiligte sich am Digitaltag. Impressionen vom Digitaltag in der Zürcher Bahnhofshalle. « Wir wollen die erste Stufe der Digitalisierungsrakete Schweiz zünden. » Doris Leuthard, Bundespräsidentin Am 21. November ist der erste Schweizer Digitaltag über die Bühne gegangen. Gut 100 Veranstaltungen sollten die Chancen der Digitalisierung greifbar machen. 150 000 Personen haben die verschiedenen Events besucht, schreibt die Standortinitiative Digitalswitzerland, Organisatorin des Digital Day. Weitere 150 000 User hätten den Tag digital mitverfolgt, heisst es weiter. Drei Bundesräte mischten mit Bundespräsidentin Doris Leuthard eröffnete den Digital Day morgens am Zürcher Hauptbahnhof. Sie reiste in einem besonders eingerichteten Digitalwagen der SBB an. Der Wagen fuhr den ganzen Tag zwischen Genf und St. Gallen hin und her. «Wir wollen die erste Stufe der Digitalisierungsrakete Schweiz zünden», sagte Leuthard an der Eröffnung. Die Digitalisierung solle jeden einzelnen, aber auch Wirtschaft und Wissenschaft, vorantreiben. Digitalzentrum Zürcher Hauptbahnhof Die mit Abstand meisten Veranstaltungen fanden in der Bahnhofshalle des Zürcher Hauptbahnhofs statt. Besonders fasziniert schienen die Besucher und Passanten vom Thema Robotik. Beim Industrieroboter Yumi von der ABB versammelten sich Passanten und beobachteten, wie Yumi seinen eigenen Namen auf Karten schrieb und diese verteilte. Dabei wurde Yumi aber durchaus kritisch beäugt – war er mit seinen muskulösen «Armen» vielleicht zu furchteinflössend? Roboter Pepper von den SBB – oder vielleicht besser Roboterin Pepper, denn sie erscheint einem eher weiblich – gewann hingegen sofort Fans, die ihr die Hand schütteln wollten. Den gleichen Roboter hatte auch Accenture als Maskottchen dabei. Accenture hatte die besten Vorschläge zur Umsetzung der Digitalisierung aus der Schweizer Bevölkerung gesammelt – und hatte auch erfasst, wie weit die Schweiz in verschiedenen Bereichen der Digitalisierung ist. Die Zusammenfassungen beider Erhebungen konnte man sich am HB erläutern lassen. Vor Ort war auch Google – mit einem Game namens Quick Draw. Es soll das Prinzip des maschinellen Lernens veranschaulichen. Am selben Stand konnte auch das Game «Brain Runners» gespielt werden – ein virtuelles Rennen mit Gedankensteuerung. Entwickelt haben es die ZHdK und die ETH Zürich. Am digitalen Fake-News-Quiz des SRF konnte man seine Leichtgläubigkeit auf die Probe stellen. Ein schönes Fazit: kritisch zu sein, empfiehlt sich immer – auch wenn etwas digital und spektakulär ist! Positives Fazit Marc Walder, Initiator von Digitalswitzerland und Präsident des Lenkungsausschusses, zeigte sich begeistert: «Drei Bundesräte haben sich engagiert. Tausende Menschen haben teilgenommen. Der Tag hat gezeigt, dass die Bevölkerung ein grosses Interesse hat, die Digitalisierung mitzugestalten und sich mit der Zukunft auseinanderzusetzen.» Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode DPF8_70366 www.netzwoche.ch © netzmedien ag 1920 / 2017

Archiv