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Netzwoche 19-20/2017

10 Business Aktuell

10 Business Aktuell WWW.NETZWOCHE.CH Raiffeisen und Avaloq trennen sich cgr. Raiffeisen hat seine Avaloq-Aktien veräussert. Die Bank verkaufte den bisherigen Anteil von 10 Prozent mit Gewinn an Investor Warburg Pincus, wie Raiffeisen mitteilt. Raiffeisen trennte sich auch vom Joint Venture Arizon. ▸ Webcode DPF8_69570 Roche eröffnet IT- Innovationszentrum cgr. Der Pharmakonzern Roche hat seine IT in der Schweiz am Standort in Kaiseraugst zusammengezogen. Wie die NZZ berichtet, bezogen die IT-Spezialisten in den vergangen Wochen ihr neues Büro. ▸ Webcode DPF8_70570 Die Schweiz bekommt eine E-ID jor/sma. Das Projekt für eine elektronische Identität (E-ID) hat einen weiteren Schritt nach vorne gemacht. Die Schweizerische Post, die SBB, Swisscom, Credit Suisse, Raiffeisen, UBS, die Zürcher Kantonalbank, der Finanzdienstleister Six und die Schweizerische Mobiliar einigten sich auf einen Schulterschluss. Sie wollen eine vertrauenswürdige Schweizer Marke für die E-ID aufbauen, wie die Unternehmen gemeinsam mitteilen. Die neun Unternehmen unterzeichneten eine Absichtserklärung, um ein gemeinsames Unternehmen zu gründen. Dieses trägt den Namen Swisssign Group und soll die «Tätigkeiten der heutigen Swisssign integrieren und die Swiss-ID-Lösung weiterentwickeln», wie es in der Mitteilung heisst. Swisssign, das Joint Venture der Post und der SBB, hatte den elektronischen Identitätsnachweis namens Swiss-ID im vergangenen Mai lanciert. Die Träger der Swisssign Group wollen laut Mitteilung digitale Identitäten effizienter, nutzerfreundlicher und einfacher aufstellen, als dies bislang der Fall war. Die E-ID soll sowohl national wie auch international genutzt werden können. Privatwirtschaftlich getragen, staatlich zertifiziert Das Unternehmen soll die Grundlagen schaffen für eine privatwirtschaftlich getragene, aber staatlich zertifizierte Lösung. Das Vorgehen entspreche den Absichten des Bundesrates, eine Aufgabenteilung zwischen Staat und Privatwirtschaft vorzusehen, schreiben die Partner. Als CEO des neuen Unternehmens wurde Markus Naef, zurzeit CEO von Swisssign, bestimmt. Der Datenschutz werde strikt eingehalten, heisst es weiter. Der Eidgenössische Datenschutzund Öffentlichkeitsbeauftragte (EDÖB) begrüsst die Tatsache, dass er in Zukunft einen einzigen Ansprechpartner bezüglich E-ID haben wird. Der EDÖB hält das Projekt für äusserst bedeutsam, wie er sagt. Bedeutsam sei auch die Rolle des Staates, heisst es in der Mitteilung weiter. Der Bund bestimme den rechtlichen Rahmen des Projekts. Und er allein könne staatliche Identitäten definieren und verifizieren. Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode DPF8_70122 Anzeige SNP Interface Scanner Schnittstellen in SAP Systemlandschaften im Griff Schnittstellen sind kritisch für Geschäftsprozesse, da sie den Informationsaustausch innerhalb Ihrer Systemlandschaft und zu externen Kommunikationspartnern gewährleisten. Nicht dokumentierte oder obsolete Schnittstellen bergen mitunter erhebliche Sicherheitsrisiken. Veraltete und inkompatible Schnittstellen können zu empfindlichen Störungen im Betriebsablauf führen. Der SNP Interface Scanner ermöglicht es Ihnen, Ihre Schnittstellen mit geringem Aufwand automatisch zu analysieren und zu dokumentieren. Erfahren Sie mehr über den SNP Interface Scanner unter: www.snpgroup.com SNP 1920 | / The 2017 Transformation Company www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Business Aktuell 11 Amazon kommt in die Schweiz fpo. Der Schweizer Markteintritt von Amazon steht offenbar kurz bevor. Der Onlinehändler schloss ein Kooperationsabkommen mit der Schweizerischen Post ab. Wie die «Bilanz» schreibt, wird die Post künftig die Verzollung für Amazon vornehmen. Eine involvierte Person sagt in dem Bericht: «Wir rechnen damit, dass im Dezember oder Januar die ersten Päckli kommen.» Laut Felix Stierli, Leiter der Postverzollung, ist die Post im Gespräch mit Amazon, es gebe aber noch operative Details zu klären. Die Verzollung durch die Post soll maximal drei Stunden dauern, womit 24-Stunden-Lieferungen aus dem Ausland machbar seien. Ein solches Kooperationsmodell verfolgt Amazon auch in den Niederlanden, Österreich und der Türkei. Das sagen die Schweizer Händler Die Redaktion hat bei Schweizer Retailern und E-Tailern nachgefragt, welche Folgen sie durch Amazons Schritt in die Schweiz erwarten, und wie sie darauf reagieren. Martin Rusterholz, CEO von Media Markt Schweiz, zeigt sich nicht überrascht vom Markteintritt Amazons. Der Onlineanteil der Schweizer CE-Branche sei einer der höchsten in Europa. Doch Media Markt sei es gewohnt, in einem kompetitiven Marktumfeld erfolgreich zu bestehen. Wenig konkret fiel die Antwort von Fust aus. Fust-Sprecherin Sabine Weber sagt auf Anfrage, dass Fust jedem Mitbewerber sportlich begegne. Die Geschäftspolitik von Fust sei auf langfristige und nachhaltige Kundenkontakte ausgerichtet. Die Schweizerische Post bringt Amazon in die Schweiz. Brack.ch-Sprecher Daniel Rei sagt auf Anfrage, dass der Schritt Amazons in die Schweiz schon länger abzusehen gewesen sei. Er prognostiziert, dass der Schweizer Onlinehandel Amazons Schweizer Markteintritt auf jeden Fall spüren werde. Amazon werde die Verschiebung des Handelsvolumens von stationär zu online weiter beschleunigen. Digitec Galaxus schickte auf Anfrage ein Statement seines CEOs Florian Teuteberg. Darin sagt Teuteberg, dass sich das Unternehmen seit Jahren auf eine stärkere Präsenz von Amazon in der Schweiz vorbereite und sich auch schon länger an der Preisgestaltung Amazons orientiere. Artikel online auf www.netzwoche.ch Webcodes DPF8_70790, DPF8_71064 WWW.NETZWOCHE.CH Smartphones von Apple und Samsung sind beliebt mur. Innofact hat im Oktober für Comparis schweizweit 1036 Personen im Alter zwischen 18 und 74 Jahren zu ihren Smartphones befragt. Die Umfrage habe gezeigt, dass Apple und Samsung rund 80 Prozent des hiesigen Smartphone-Marktes beherrschten. Laut den erfassten Daten sollen etwa 93 Prozent der Schweizer ein Smartphone besitzen. Die zehn meistgenutzten Smartphones stammen laut Comparis-Umfrage von Apple und Samsung. ▸ Webcode DPF8_70346 Advandoo expandiert nach Deutschland cgr. Das auf den digitalen Handel spezialisierte Unternehmen Advandoo hat eine Niederlassung in Berlin eröffnet. Von dort bietet Advandoo seine Dienstleistungen in Deutschland an, wie es in einer Mitteilung heisst. Es ist die erste Auslandsniederlassung des Zürcher Unternehmens. Aktuell besteht das Team in Berlin aus zwei Mitarbeitern, die den Standortaufbau verantworten. ▸ Webcode DPF8_70232 DIGITALE TRANSFORMATION DER IT Der erste Digitaltag Schweiz vom 21. November 2017 hat nur so gestrotzt vor Zuversicht und den zum Greifen nahen neuen Möglichkeiten. Wie wir wissen, war dies bereits in den vergangenen industriellen Revolutionen der Fall. Also, keine Sorge, haben gleich drei Bundesräte dem Volk verkündet. Aber es ist gar nicht so einfach, Tritt zu fassen in der «Brave new World», die uns die digitale Zukunft verheis st. Schwer vorstellbar, wie man sich mit klobiger VR-Brille und Robotern als neue Arbeitskollegen im Alltag zurechtfinden mag. Angst zu haben ist bekanntlich kein guter Ratgeber. Aber etwas Respekt hilft bestimmt, nicht allzu blauäugig ins potenzielle Verderben zu stürzen. Der süsse Apfel der Versuchung reift nicht schneller, wenn man daran zieht. Wir sind es gewohnt, alles unter Kontrolle zu haben. Unsere Fehlerkultur ist in engen Toleranzgrenzen gefasst. «Failure is not an Option», hat sich als Leitsatz seit der zuerst havarierten, dann glücklicherweise erfolgreichen Rettung der Apollo-13-Mission 1970 in unsere Managementprinzipien eingenistet. Die neue, disruptive Technologie kommt, ob wir wollen oder nicht. Gene Kranz sagte als Flight Director der Apollo-13-Mission aber auch: «Gentlemen, wir müssen lernen, ein eckiges Schwein durch ein rundes Loch zu schieben – und zwar schnell.» Wir müssen nun also auch lernen, unseren inneren Schweinehund zu überwinden und den neuen Weg zu gehen – wie unsicher er uns auch erscheinen mag. Fehler machen ist nun wieder en vogue. Damit wird das Arbeiten auch wieder etwas menschlicher. Jeder ist gefordert und jeder hat seine individuellen Fähigkeiten und persönlichen Erfahrungen. Aber nur gemeinsam meistern wir die Reise der digitalen Transformation. Es braucht das gegenseitige Vertrauen, dass jeder im Grunde nur das Beste will für das Team, das Unternehmen und die Kunden. Durch hierarchisches Vorgeben und Kontrollieren entsteht nichts Disruptives. Alternative Herangehensweisen und Freiräume zulassen, haben das grössere Potenzial, dass etwas Neues entsteht, als an starren Denkmustern festzuhalten. Stolpern ist nun bewusst erlaubt. Möglichst oft, früh und schnell soll man auf die Nase fallen und daraus lernen. Falsche Fährten werden so rascher als solche erkannt und in Zukunft gemieden. Was die Zukunft bringt, kann ich eh erst morgen sagen. Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode DPF8_70668 Ein guter Stolperer fällt nicht Martin Andenmatten Gründer und Geschäftsführer, Glenfis www.netzwoche.ch © netzmedien ag 1920 / 2017

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