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Netzwoche 3/2019

22 Web Event Warum es

22 Web Event Warum es sich lohnt, den Datenschutz zu wahren Die EU-DSGVO prägt die Revision des Schweizer Datenschutzgesetzes. Über dieses Spannungsfeld diskutierten rund 200 Anwälte und Juristen an der zwölften Tagung zum Datenschutz in Zürich. Eine Schlussfolgerung lautete: Datenschutz ist kein Bremsklotz, sondern eine Chance. Autor: Joël Orizet Daniela Fábián Masoch, Sandra Husi und Martina Arioli (v. l.) an der 12. Tagung zum Datenschutz in Zürich. Dossier online auf www.netzwoche.ch/eu-dsgvo Es gibt etwas, worüber sich Datenschutzexperten derzeit einig zu sein scheinen: Vieles bleibt ungeklärt; wir müssen die Rechtsprechung abwarten, denn alles ist Auslegungssache. Natürlich haben Juristen Recht, wenn sie sagen, die Sachlage sei komplex – um nicht zu sagen: kompliziert. Wer sich aber als Laie um Compliance bemüht, will wissen, was Sache ist. Was muss ein KMU tun, um die Anforderungen zu erfüllen? Was passiert tatsächlich, wenn jemand die Vorschriften verletzt und dabei auffliegt? Und was kommt mit der Revision des Datenschutzgesetzes (DSG) auf uns zu? Über solche Fragen diskutierten Rechtsanwälte und Juristen an der 12. Tagung zum Datenschutz im «Lakeside» am Zürichhorn. Rund 200 Gäste folgten der Einladung des Europa-Instituts. Datenschutz als Chance Mythen entzaubern, mit Ängsten aufräumen – das war das erklärte Ziel von Sandra Husi, stellvertretende Datenschutzbeauftragte des EJPD. Einer dieser Mythen laute: Datenschutz-Folgeabschätzungen machen alles kompliziert. «Solche Abklärungen bedeuten aber keinen Mehraufwand sondergleichen», sagte Husi. Aufwändig sei dies höchstens bei Unternehmen, die besonders schützenswerte Daten verarbeiten, die also beispielsweise Lernsoftware an Schulen verkaufen oder Daten von Fitnesstrackern verarbeiten. «In solchen Fällen muss die Folgeabschätzung bereits im Projekt angelegt sein, sonst kann es teuer werden.» Ein weiterer Mythos: Mit dem Datenschutzberater wird alles kompliziert. Zum einen «haben wir in der Schweiz derzeit eine ‹Kann›-Bestimmung», sagte Husi. Nur wenn die Kerntätigkeit eine systematische Überwachung von Personendaten erfordert, ist die Bestimmung eines Datenschutzberaters Pflicht. «Man nimmt also Rücksicht auf KMUs, die Personendaten nur am Rande bearbeiten», sagte Husi. Zum anderen könne eine Organisation von einem Datenschutzberater profitieren: Ein hohes Compliance-Niveau sei schliesslich ein Marktvorteil. Zudem liesse sich dies auch als Argument für Marketingzwecke einsetzen. Grundsätzlich gelte die Devise: «Datenschutz ist also kein Bremsklotz, sondern eine Chance», sagte Husi. Von Anfang an mitdenken Diese Ansicht teilte Rechtsanwältin Daniela Fábián Masoch von der Kanzlei Fabian Privacy Legal. «Datenschutz ist heute ein entscheidender Erfolgsfaktor für jedes Unternehmen», sagte sie. Allerdings bestünden im Umkehrschluss hohe Risiken im Falle von Datenschutzverletzungen. Bussgeldforderungen wögen noch nicht einmal am schwersten. «Langfristig können Reputationsschäden, Vertrauensverlust und Wettbewerbsnachteile viel gravierender sein.» Wer dies alles ernst nehme, müsse das Prinzip «Privacy by Design» anwenden: Datenschutz muss demnach von Beginn an in der Konzeption von Datenverarbeitungssystemen und Geschäftsprozessen integriert werden. Zudem müsse man die Datenschutzgrundsätze wie etwa Transparenz, Vertraulichkeit und Datensicherheit nicht nur einhalten. Sondern man müsse auch nachweisen können, dass man sich an diese Prinzipien halte. Das alles sei allerdings nichts Neues: «Privacy by Design» gelte seit Jahren als Best Practice. Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode DPF8_124709 03 / 2019 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Web Projects 23 Ihr Webprojekt in der Netzwoche Haben Sie eine Website umgesetzt, ein Redesign vorgenommen oder neue Technologien implementiert? Informieren Sie die Redaktion per E-Mail an desk@netzmedien.ch – mit etwas Glück stellen wir Ihr Webprojekt vor. Wir benötigen folgende Angaben: URL, Datum der Aufschaltung, Kontaktperson, beteiligte Unternehmen (Auftraggeber, Auftragnehmer, Partner) und die genutzten Technologien. Wir freuen uns auf Ihre Eingaben! Autor: Oliver Schneider NEUE WEBSITES www.baloise.com Die Versicherungsgruppe Baloise hat zusammen mit der Berliner Agentur Aperto die neue Website baloise.com neu kreiert. Aperto war bei dem Relaunch kreativer und technischer Partner und verantwortete Konzept, UX, Visual Design sowie Frontend- und Backend- Implementierung, wie Baloise schreibt. Ziel der Website sei es, den Zielgruppen einen klaren Einstieg in die jeweiligen Themenfelder und die für sie relevanten Informationen zu geben. Dazu seien die Inhalte von sieben Websites zusammengelegt worden. Medienmitteilungen sowie der Unternehmens- und Karriereblog sollen sich über die Website hinweg zu einem «Data-Driven-Newsroom» zusammenfügen. Besonders viel Wert hätten die Entwickler auf interaktive Elemente wie das «Investoren-Cockpit» gelegt. Auftraggeber: Baloise Group Auftragnehmer und Partner: Aperto – An IBM Company, Magnolia Technologien: Grunt, SAAS, ECMAScript 6, Java, MySQL, Solr Online seit: Februar 2019 www.gkb.ch/anlegen Die Graubündner Kantonalbank (GKB) hat einen neuen Online- Anlage- Assistenten. Wie das Unternehmen mitteilt, soll die Website Kunden helfen, die für sie passende Anlagelösung zu finden. Anleger könnten wählen, wie viel Beratung gewünscht wird und welche Unterstützung die Bank bei Entscheiden und Transaktionen leisten soll. Die Website präsentiert sich aufgeräumt und mit einer klaren Struktur. Zur Anlagelösung geht es Schritt für Schritt. Der Nutzer kann aus drei finanziellen Zielen auswählen, die Art der Beratung bestimmen, eine Einschätzung seiner Kenntnis der Finanzmärkte abgeben und die Höhe des Vermögens festlegen, das investiert werden soll. Am Ende präsentiert ihm die GKB ein Angebot, das am besten zu seinen Bedürfnissen passt, wie die Bank verspricht. Auftraggeber: Graubündner Kantonalbank Auftragnehmer und Partner: Graubündner Kantonalbank, Spotwerbung, Elca Technologien: HTML, Java, Sharepoint Online seit: Februar 2019 www.profond.ch Sergeant hat für die Pensionskasse Profond eine neue Firmenwebsite entwickelt. Der Webauftritt soll der erste Baustein der Digitalisierungsstrategie des Unternehmens sein, schreibt die Agentur. Die Seite spreche die beiden Zielgruppen von Profond – Unternehmen (Broker) und Versicherte – an und biete eine Übersicht über wichtige Themen der Vorsorge. In Workshops mit Kunden und User Testings habe sich herausgestellt, dass besonderes Augenmerk auf einfache Nutzerführung, verständliche Inhalte und ausgebaute Suchfunktionen gelegt werden sollte. Im Rahmen des Website-Relaunches seien auch Elemente des Brandings neu definiert worden. Als Nächstes stehe nun die Erneuerung der Kundenportale von Profond auf dem Plan. Auftraggeber: Profond Vorsorgeeinrichtung Auftragnehmer: Sergeant Technologien: Drupal 8, Symphony, Twig, SCSS, jQuery Online seit: Januar 2019 www.netzwoche.ch © netzmedien ag 03 / 2019

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