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Netzwoche 3/2019

24 Technology Aktuell

24 Technology Aktuell WWW.NETZWOCHE.CH Bei Swisscard nimmt eine KI das Telefon ab kfi. Beim Kreditkartenunternehmen Swisscard nimmt neu eine automatische Spracherkennungslösung das Telefon ab. Die künstliche Intelligenz hinter der Lösung sei in Zusammenarbeit mit dem Startup Spitch entwickelt worden, teilt Spitch mit. Sie verstehe sowohl Hoch- als auch Schweizerdeutsch. ▸ Webcode DPF8_123904 Schweizer Start-up macht physisches Kryptogeld osc. Tangem aus Teufen (AR) hat einen Auftrag aus Mikronesien an Land gezogen. Das Start-up wird den Marshallinseln eine physische Währung auf Blockchain-Basis produzieren, wie es in einer Mitteilung heisst. Die Währung «Sovereign» (SOV) soll dereinst zusammen mit dem US-Dollar offizielles Zahlungsmittel im Inselstaat sein. ▸ Webcode DPF8_123809 Paul Scherrer Institut für Huawei-Deal kritisiert lba. Das Paul Scherrer Institut plant laut Watson den Kauf von Huawei-Equipment für 20 Millionen US-Dollar. Wegen der anhaltenden Spionagevorwürfe gegen den chinesischen Konzern stösst der Deal auf Kritik. Der ehemalige Geheimdienst-Chef Peter Regli hält das Geschäft für gefährlich. ▸ Webcode DPF8_124186 Kantonale Verwaltung von Luzern steigt auf UCC um lha. Die kantonale Verwaltung Luzern verabschiedet sich von der klassischen Telefonie und steigt auf eine integrierte Kommunikations- und Kollaborationslösung (UCC) um. Wie der Kanton Luzern mitteilt, hat der Kantonsrat dazu einen Sonderkredit von 18,15 Millionen Franken genehmigt. Das Abstimmungsergebnis sei eindeutig ausgefallen. ▸ Webcode DPF8_123623 SBB: Neues Verkehrsmanagement-System Bild: ynamaku / Fotolia.com osc. SBB, BLS, Schweizerische Südostbahn (SOB), Rhätische Bahn (RhB) und der Verband öffentlicher Verkehr (VöV) haben eine Kooperation verkündet. Die Partner wollen gemeinsam ein neues Verkehrsmanagement-System für die durchgängige Planung und Steuerung des Zugverkehrs entwickeln. Das Programm trägt den Namen «Smartrail 4.0» und soll einen stabileren Fahrplan, mehr Verbindungen und bessere Kundeninformation ermöglichen, wie die SBB mitteilen. Auch tiefere Kosten sowie ein Mehr an Sicherheit, Effizienz und Pünktlichkeit versprechen die Initianten. Schweiz hinkt bei künstlicher Intelligenz hinterher kfi. Die Schweiz könnte den Anschluss im Wettlauf um die künstliche Intelligenz (KI) verlieren. Zu diesem Schluss kommen die Autoren der PwC-Studie «PwC CEO Surveys». Laut Studie gehen 85 Prozent der CEOs weltweit davon aus, dass KI ihr Geschäft in den nächsten fünf Jahren stark verändern werde. Dabei würden beinahe zwei Drittel der globalen Entscheidungsträger KI ein grösseres Wirkungspotenzial beimessen als dem Internet. Automatische Lösungsvorschläge bei Fahrplanabweichung Möglich sollen all dies neue Technologien und die Digitalisierung machen, wie die SBB schreiben. Die Arbeiten an Smartrail 4.0 hätten 2017 begonnen. Zeitweise hätten bis zu 100 Personen daran gearbeitet. Ende 2018 sei mit einer Simulation die Machbarkeit bewiesen worden. So seien mehrere Stunden eines Fahrplans berechnet und optimiert worden. Das neue Verkehrsmanagement-System sei in der Lage, bei einer Fahrplanabweichung rasch mehrere Lösungsvarianten zu generieren und an die anderen Systeme zu kommunizieren. Das System prüfe den Fahrplan während der Erstellung laufend auf kritische Situationen und Lösungen. Nach der Simulation gehe Smartrail 4.0 nun in die Realisierung, heisst es weiter. Bis 2028 soll diese in Etappen umgesetzt werden und die heutigen Systeme ablösen. Ein erstes Etappenziel sei die kurzfristige Fahrplanplanung, bei der das Verkehrs-Management-System ab Ende 2022 zum Einsatz kommen soll. Die Berufsprofile der Mitarbeiter in der Fahrplanplanung und Zugverkehrssteuerung sollen sich durch die Einführung des neuen Verkehrs-Management-Systems verändern. Repetitive und manuelle Arbeiten fielen weg, schreiben die SBB. Dafür kämen den Mitarbeitern höhere Kompetenzen in der optimalen Kapazitätsnutzung und der Identifizierung von kundenfreundlichen Störungsbehebungen zu. Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode DPF8_123634 Die Schweiz ist passiv Im globalen Vergleich zeige sich die Schweiz zurückhaltend. 23 Prozent der Schweizer CEOs hätten vor, in den nächsten drei Jahren einen Plan zu erarbeiten, wie KI eingesetzt werden könne. 30 Prozent hätten sich für einen sehr begrenzten Ansatz entschieden. Weniger als 10 Prozent hätten bereits eine KI in ihrem Geschäft implementiert. Rund 40 Prozent der befragten Schweizer CEOs sollen angegeben haben, im Moment keine KI-Anwendungen zu planen. Weltweit treffe das nur auf 23 Prozent der CEOs zu. Als Gründe für die allgemeine Zurückhaltung der Schweizer CEOs nennt PwC etwa Vorbehalte gegenüber der Leistungsfähigkeit der Technologie oder eine generell kritische Einstellung bezüglich der Automatisierung. Zudem spiele der Umgang mit Daten sowie deren Verfügbarkeit eine wichtige Rolle. Mindestens so bedeutend seien auch die staatlichen Fördermassnahmen, die regulatorische Rahmenbedingungen und die Förderung von Bildung und Forschung betreffen, wie es in der Studie heisst. Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode DPF8_123201 03 / 2019 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Technology Research 25 KI-Projekte verlangen viel Expertise Als Hypethema ist die künstliche Intelligenz seit geraumer Zeit im Markt angekommen. Die aktuelle Entwicklung deutet darauf hin, dass sie sich in den kommenden Jahren als ein auf breiter Basis rasch wachsender Markt materialisieren wird. Es sind zwar erst rund 8 Prozent der im Rahmen unserer neuen Studie befragten Schweizer Unternehmen, die sich mit dem Thema künstliche Intelligenz (KI) konkret befassen. Auch die Ausgaben für KI-Projekte im Schweizer Markt 2018 liegen mit knapp 100 Millionen Franken im Vergleich zu den ICT-Gesamtausgaben noch im marginalen Bereich. Aber bereits 2021 steht die KI für die befragten Verantwortlichen an erster Stelle der ICT-Agenda. Damit hat sie das Momentum, in den kommenden Jahren zum Game Changer und zu einer der kommenden Kerntechnologien zu werden. Unternehmen sind in Sachen KI noch skeptisch Für viele der befragten Unternehmen ist die Zeit heute noch nicht reif, um sich mit künstlicher Intelligenz intensiver zu beschäftigen, respektive in den Markt einzusteigen. Derzeit rechnet nur jedes fünfte Unternehmen damit, dass KI in der eigenen Branche bereits in den kommenden ein bis zwei Jahren in vollem Umfang Realität wird. Heute ist es vor allem die fehlende Expertise innerhalb der Unternehmen sowie der (noch) nicht klar erkennbare, kommerziell messbare Nutzen von KI, das die Unternehmensverantwortlichen vom Einstieg in diesen Bereich abhält. Die Mehrheit von ihnen wartet zudem noch auf – aus ihrer Sicht – ausgereiftere Technologien und sieht keine dringende Veranlassung, heute schon KI-Lösungen einzuführen. Die Unternehmen haben den Weckruf zwar gehört, die Chancen und möglichen Zielsetzungen sind ihnen in Umrissen bekannt. Mit Blick auf einen künftigen Einsatz entsprechender KI-Lösungen und Echtzeit-Analysen beabsichtigen sie in erster Linie eine erhöhte und intelligente Automatisierung ihrer Geschäftsprozesse und die Schaffung strategischer Marktvorteile durch rasches Reagieren auf kurzlebige Chancen. Ein Schritt in die richtige Richtung, denn auf den heute zunehmend digitalisierten Märkten dreht sich alles um Reaktionszeiten und das Erkennen von individuellen Kundenbedürfnissen. KI kann Unternehmen darin unterstützen, schnell – vor allem aber schneller als der Wettbewerb – auf Veränderungen an der Kunden- und Marktfront zu reagieren. KI hilft, das Leistungsangebot entsprechend individualisiert, personalisiert und damit matchentscheidend auszurichten. DER AUTOR Philipp A. Ziegler Geschäftsführer, MSM Research AG HEMMFAKTOREN UND HÜRDEN BEI KI Welche Hemmfaktoren bzw. welche Hürden stehen der Einführung einer Anwendung im Bereich künstliche Intelligenz im Wege? Mehrfachantworten möglich, n=51 Fehlendes internes Know-how und kaum Expertise / Mitarbeiter Quelle: MSM Research AG Benefit (noch) nicht ersichtlich Noch zu früh, um einzusteigen, Technologien noch nicht ausgereift Hohe Kosten Unsere ICT-Umgebung ist noch nicht bereit dafür (Legacy-Systeme) Sicherheitsaspekte Fehlende Transparenz am Markt (Lösungen, Anbieter, Plattformen) KI wird die Marktverhältnisse neu ordnen Das Momentum und die Geschwindigkeit der Innovationen und zu erwartenden Veränderungen im Markt sind gross und keinesfalls zu unterschätzen. Das was die künstliche Intelligenz in den kommenden Jahren auf breiter Front auslösen wird, wird die Marktverhältnisse neu ordnen. Und wie bei allen grossen Veränderungen und sich neu eröffnenden Chancen und Risiken für die Marktteilnehmer gilt: rasch den Stand-by-Modus verlassen, mit kleinen Schritten und iterativen Schleifen starten und erste Schritte wagen. Wer erst einmal abwartet, im Stillstand verharrt und dann (zu) spät und überhastet auf unbekanntes Terrain einsteigt, riskiert, den Anschluss zu verlieren oder zu scheitern. Regulatorische Hürden Management, VR oder Leitung sind dagegen 59 % 45 % 43 % 31 % 27 % 25 % 20 % 16 % 8 % Artikel online auf www.netzwoche.ch Webcode DPF8_125561 www.netzwoche.ch © netzmedien ag 03 / 2019

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