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Netzwoche 3/2019

Grafik: OstapenkoOlena /

Grafik: OstapenkoOlena / iStock.com FOCUS UNIFIED COMMUNICATIONS & COLLABORATION UCC – der eine Kanal, der alles vereint jor. Messaging, Video-Chats und Telefonie – alles aus einem Guss. Dazu noch mit Präsenzanzeige. In Echtzeit. Etwa so sprechen Marketingleute über «Unified Communications and Collaboration» – kurz: UCC. So heissen die Produkte, die Kommunikationsdienste zusammenführen, die Zusammenarbeit optimieren und geschäftliche Abläufe beschleunigen sollen. Wer sich heute für so eine Lösung entscheidet, steht vor einer grossen Auswahl. Da gibt es etwa den ehemaligen Senkrechtstarter Slack oder das Zürcher Start-up Beekeeper. Netzwerkausrüster wie Cisco und Telkos wie die Swisscom tummeln sich ebenfalls am Markt. Und auch Microsoft mischt mit. Doch egal, welcher Anbieter zum Zug kommt: Zuerst gilt es, sich einen Überblick über die eigene IT-Umgebung zu verschaffen, wie Drazen-Ivan Andjelic von Unify auf Seite 29 schreibt. Nach der Auswahl einer Lösung fängt die Arbeit erst richtig an. Denn UCC-Lösungen funktionieren nicht gerade nach dem Plug-and-Play-Prinzip. Was von der Strategie bis zur Einführung zu beachten ist, erläutern Lorenz Uebelhart und Michael Kaufmann von At Rete auf Seite 30. Und dann folgt das Chaos – wenn sich herausstellt, dass die Realität mit den Marketing-Slogans nichts gemein hat. Tatsächlich sei die heutige UCC- Landschaft nichts weiter als ein Wildwuchs, schreibt Mattias Oswald von iWay auf Seite 31. Das sei allerdings halb so wild, solange man Aufwand und Ertrag abwäge sowie die Sicherheitsrisiken bedenke. Wie kompliziert so eine Kosten-Nutzen-Rechnung sein kann, erklärt Brigitte Gerber, Programmleiterin UCC bei der Bundesverwaltung, im Interview ab Seite 32. Die Einführung von UCC in der Bundesverwaltung war ein Mammutprojekt. Gerber spricht darüber, wo Fallstricke lagen, ob sich die Umstellung auszahlt und was sie rückblickend anders machen würde. 03 / 2019 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Technology Focus 29 Kollaborationsplattformen: Darauf sollten Unternehmen bei der Auswahl achten Der Austausch per E-Mail, Telefon, Intranet und Videokonferenz raubt viel Zeit, wenn Mitarbeiter dazu unterschiedliche Tools nutzen. Hier setzen Kollaborationsplattformen an. Sie führen alle Kanäle zusammen und sorgen für einheitliche, effiziente und sichere Kommunikation. DER AUTOR Drazen-Ivan Andjelic Vice President Channel Central Eastern Europe und Managing Director Switzerland, Unify Ein digitaler Arbeitsplatz setzt heute eine Plattform voraus, die Voice, Video, Screen-Sharing, Messaging und Filesharing auf einer Oberfläche vereint und sich intuitiv bedienen lässt – auf allen Endgeräten. Medienbrüche, verursacht durch das Wechseln zwischen Anwendungsfenstern, fallen weg. Nutzer profitieren, indem sie einfacher auf Daten zugreifen, diese austauschen und teilen können. Planung und Koordination lassen sich so effizienter gestalten. Zudem bleiben Kommunikationsverläufe nachvollziehbar, sind einfach zu durchsuchen und zu belegen. Mitarbeiter, und zwar nicht nur die Millennials, erwarten zunehmend ein hohes Mass an Mobilität und Kollaborationsmöglichkeiten über physische Grenzen hinweg. Es gilt, ihnen eine komplette Collaboration-Suite auf Smartphone, Tablet, Laptop oder Smartwatch zur Verfügung zu stellen. Über die Cloud werden die Inhalte über alle Endgeräte hinweg synchronisiert, sodass Mitarbeiter stets auf dem aktuellen Stand bleiben. Zusammenarbeit und Kommunikation verlaufen dynamisch über Instant-Messaging- Chats, in denen sich Nachrichten und Dateien austauschen lassen. Dieser schnelle Informationsaustausch zwischen internen und firmenübergreifenden Teams minimiert den Koordinations- und Abstimmungsaufwand. Mobile-only- Mitarbeiter, die ständig unterwegs sind und keinen Telefonanschluss mehr haben, profitieren von einem Feature, mit dem sich Browser und Smartphone für Mobilfunkanrufe direkt aus der Weboberfläche koppeln lassen. Mitarbeiter erwarten zunehmend ein hohes Mass an Mobilität und Kollaborationsmöglichkeiten über physische Grenzen hinweg. Integration in bestehende Applikationen Ideal sind flexible API-Strukturen, in denen sich einzelne UCC-Elemente in eine Vielzahl bestehender Systeme integrieren lassen – etwa in gängige CRM- und ERP-Applikationen wie Salesforce oder SAP sowie in Google G-Suite oder Microsoft Office. Die einfache Anpassung und Integration der API fördert wechselseitige Innovation und ist ein enormer Vorteil für alle Mitarbeiter – vom Support- Team mit Multitasking-Anspruch bis zum Programmierer. Ausserdem lassen sich mithilfe von Chatbots oder der Interaktion unterschiedlicher Applikationen – etwa durch Zapier – ausgewählte Prozesse automatisieren. Kollaboration und der Datenschutz Wenn personenbezogene Daten ein UCC-System verlassen oder Nutzer auf sie zugreifen, muss sich verlässlich nachvollziehen lassen, was mit diesen geschieht. Eine UCC- Lösung sollte deshalb auf bestehende IAM-Systeme (Identity and Access Management) zugreifen können oder über plattformeigenes IAM verfügen. Mit einem IAM-System lassen sich auch die Anforderungen der EU-DSGVO erfüllen. Die Richtlinie ist für Schweizer Unternehmen dann relevant, wenn sie mit Daten von EU-Bürgern umgehen. Zudem sollten Unternehmen bei der Wahl ihrer cloudbasierten Kollaborationslösung neben Datenexport-Optionen auf eine ausreichende Datenverschlüsselung achten – auf dem Server selbst und beim Datentransport. www.netzwoche.ch © netzmedien ag 03 / 2019

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