Aufrufe
vor 1 Jahr

Netzwoche 3/2019

34 XXXXXXXXXXX

34 XXXXXXXXXXX XXXXXXXXXXXX Entwicklung, Bugfixing und EU-DSGVO-Compliance aus der Cloud Die Start-ups Platform.sh, Mabl und Odaseva wollen ihren Kunden mit Cloud-Services neue Methoden der Softwareentwicklung und Datenverwaltung anbieten. Die drei Firmen haben den Teilnehmern der IT Press Tour in San Francisco ihre Lösungen vorgestellt. Autor: Oliver Schneider Artikel online auf www.netzwoche.ch Webcode DPF8_115112 «Today, every Company is a Software Company.» Dieser Satz war auf der IT Press Tour durch San Francisco und das Silicon Valley mehr als einmal zu hören. Gemeint ist damit, dass viele Unternehmen heute eigene digitale Lösungen entwickeln müssen, auch wenn sie selbst eigentlich gar keine IT-Firmen sind. Platform.sh und Mabl wollen solchen Softwareprojekten unter die Arme greifen, indem sie Tools zur Entwicklung und zur Fehlersuche auf Cloud-Basis anbieten. Odaseva fokussiert sich dagegen auf das Management von Kundendaten. Mit der Lösung sollen Firmen die neuen Datenschutzregeln der EU-DSGVO einhalten können. Platform.sh: Von der Idee zur Webapplikation Am Ende des zweiten Tages der IT Press Tour gab es eine Präsentation von Platform.sh. Die Firma mit Hauptsitzen in Paris und San Francisco bietet eine Cloud-Plattform zur Entwicklung von Webapplikationen und Mobile-Backends an. Die Entwicklung von Cloud-Apps sei in der letzten Zeit immer komplexer geworden, sagte Fred Plais, CEO von Platform.sh. Verschiedene Programmiersprachen, Infrastrukturen, Tools und Schnittstellen stellten Coder vor Herausforderungen. Die Lösung von Platform.sh erlaube es Entwicklern, sich ganz auf den Code und die Anwendung konzentrieren zu können, versprach Plais. Um die Details hinter den Kulissen kümmere sich Platform.sh. So könnten etwa auch Container-Umgebungen aufgebaut werden, ohne dass die Firma gleich einen Kubernetes-Experten einstellen müsse. Ausserdem liessen sich auf der Plattform neue Features schnell testen und in die fertige Anwendung integrieren. Als neues Angebot stellte Plais die «White Label SaaS- Factory» vor. Mit der Lösung könnten Softwarehersteller und Cloud-Service-Provider ihren Kunden eine Plattform zur Entwicklung von Software-as-a-Service-Produkten zur Verfügung stellen. Sie laufe in den Clouds von AWS, Azure und Orange. Mabl: Mit Machine Learing auf Bug-Jagd In Palo Alto steht nicht nur ein mehr als 1000 Jahre alter Mammutbaum, nach dem die Stadt im Silicon Valley benannt wurde. Hier stand auch ein Besuch bei Mabl auf dem Programm. Das Start-up stellt einen gleichnamigen Cloud-Service her, der Webapplikationen auf Fehler und Schwachstellen untersucht, wie Izzy Azeri, einer der Gründer, sagte. Das Testen neuer Software durch QA-Teams brauche heute immer noch sehr lange. Gleichzeitig seien die Entwicklungszyklen durch DevOps-Methoden immer kürzer geworden. Somit hinkten die Test-Teams der Entwicklung zunehmend hinterher. Mabl – der Name einer KI-Persona – könne den Software-Test-Prozess automatisieren und somit stark beschleunigen. «DevTestOps» nannte Azeri das. Die Lösung brauche keine Scripts für Tests und lerne durch Machine- Learning-Algorithmen von Google hinzu. Als As-a-Service-Angebot müsse sich der Kunde nicht um die Wartung oder die Infrastruktur kümmern, das übernehme Mabl, beziehungsweise die Google-Cloud, auf der die Anwendung laufe. Menschliche Tester könnten sich dadurch auf die schwierigen Probleme konzentrieren. Sie würden auch 03 / 2019 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Technology Event 35 in Zukunft nicht überflüssig, sagte Azeri. «Eher müssen sich die Entwickler Gedanken machen, ob nicht irgendwann Computer ihre Jobs übernehmen.» Wie das in der Praxis funktioniert, demonstrierte Azeri anhand der Analyse einer Website. Indem es alle Funktionen des Webauftritts durchprobierte, fand Mabl darin eine Reihe toter Links, Java-Script-Fehler und lange Ladezeiten. Die Lösung analysiere also nicht den Source Code selbst, sondern wie die Website im Alltag funktioniere. Als ob ein Mensch sie nutzen würde. Und sie schlage dann Verbesserungen vor, die der Entwickler umsetzen oder ablehnen könne. In Zukunft werde Mabl auch Mobile- Apps sowie Tests mit hoher Last unterstützen, kündigte Azeri an. Interessierte könnten die Lösung während dreier Wochen kostenlos ausprobieren. Odaseva: Data-Management-as-a-Service Unternehmen das Management ihrer Daten einfacher machen, das hat sich das Start-up Odaseva aus San Francisco auf die Fahnen geschrieben. Durch diverse Cloud-Angebote hätten Unternehmen zwar bereits viele Teile ihrer IT an Dienstleister ausgelagert, die Daten selbst blieben aber weiterhin in der Verantwortlichkeit des Unternehmens. Wenn diese etwa durch einen Hackerangriff korrumpiert würden, könne der Plattform-Betreiber nicht weiterhelfen, sagte CEO Sovan Bin. Früher hätten Unternehmen ihre Daten ausserdem On Premise gespeichert. Dadurch sei der direkte Zugang im Notfall möglich gewesen. Auf viele Cloud-Datenbanken könne man dagegen nur noch über APIs zugreifen. Entsprechend sei API-Datenmanagement das neue Paradigma der Branche. Odaseva biete Data-Management-as-a-Service (DMaaS) an, um diese Lücke zu schliessen. Das Angebot umfasse die Speicherung und das Back-up von Daten, aber auch weitere Aspekte wie Business Continuity oder Compliance. Letztere illustrierte Bin anhand verschiedener Tools, welche die Einhaltung der EU-DSGVO bei der Verwaltung von Kundendaten sicherstellen sollen. Indem Odaseva alle Personendaten in einer Datenbank erfasse, könne etwa das Recht auf Auskunft oder das Recht auf Löschung mit wenigen Klicks umgesetzt werden, versprach Bin. Odaseva biete sein Datenmanagement vor allem für Salesforce- Kunden an, unterstütze aber auch andere Cloud-Plattformen. Kunden seien Unternehmen wie Schneider Electric oder Toyota, die viele Nutzer und Daten verwalten müssten und hohe Anforderungen an die IT-Sicherheit stellten. « Today, every Company is a Software Company. » Fred Plais, CEO, Platform.sh Chris Yates (VP Marketing) und Fred Plais (CEO) stellen die Entwicklungsumgebung Platform.sh vor. Odaseva-CEO Sovan Bin. Odaseva fokussiert sich auf das Management von Kundendaten. Chris Yates, VP Marketing von Platform.sh. Izzy Azeri, Mitgründer von Mabl, reiste für die Präsentation aus Boston an. www.netzwoche.ch © netzmedien ag 03 / 2019

Archiv