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Netzwoche 9/2020

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12 Business Focus SAP

12 Business Focus SAP zieht in die Cloud – Ratgeber zum erfolgreichen Umzug Technologische und prozessuale Anforderungen an den Betrieb von SAP-Systemen steigen stetig. Gefragt sind skalierbare, sichere Infrastrukturen mit hoher Verfügbarkeit zur Unterstützung der digitalen Transformation. Eine mögliche Antwort ist die Cloud. Doch was ist bei der Überführung zu beachten? DER AUTOR Markus Thomann SAP Product Manager, Avectris Im Rahmen der Digitalisierung steigt der Bedarf, Geschäftsanwendungen in die Cloud zu migrieren. Die Cloud- Lösungen stellen dabei neue Ansprüche an die Infrastruktur. Was bisher häufig im eigenen Rechenzentrum betrieben wurde, kann auch als Infrastructure-as-a-Service (IaaS) bezogen werden. Ein Vorteil des IaaS-Betriebs ist, dass die SAP-Infrastruktur in kürzester Zeit, ohne vorherige Investitionskosten bereitgestellt werden kann. Das ist insbesondere bei einem Umstieg auf SAP S/4 Hana zu berücksichtigen, da durch die erhöhten Ressourcenanforderungen die Anschaffung neuer Hardware notwendig wird. Der Basisbetrieb wird bei diesem Modell selbst übernommen oder als PaaS-Service bei einem erfahrenen Cloud- Solution-Provider bezogen. Wie ist die Kostentransparenz über den Wolken? Bei Cloud-Lösungen können die Kosten aktiv gesteuert werden. So hat beispielsweise der Standort des Rechenzentrums Einfluss auf die Betriebskosten. Sandbox- und Projektsysteme werden vielfach nur temporär genutzt und anschliessend stillgelegt. Für solche Fälle bietet sich eine nutzungsbasierte Bezahlung ohne langfristige Verpflichtung an. Bei Systemen mit konstanter Nutzung hat sich hingegen die Reservation der Infrastruktur-Ressourcen mit einer festen Laufzeit bewährt, da so hohe Rabatte realisiert werden können. gilt es zu kennen und umfassend zu bewerten. Die Etablierung einer Cloud-Strategie, Cloud Governance und Cloud- Kernarchitektur sind unabdingbare Voraussetzungen für den geordneten, sicheren und compliance-konformen Betrieb von Cloud-Services. Sollte das notwendige Fachwissen intern fehlen, lohnt es sich, einen externen Partner beizuziehen, der die optimale Nutzung der zahlreichen technischen Features der gewählten Lösung sicherstellen kann. Die Planung entscheidet über den Erfolg Abhängig von der Ausgangslage und den Zielen kann anschliessend die unternehmensspezifische Roadmap definiert werden. In einfachen Fällen erfolgt der Umzug bestehender SAP-Systeme mittels «Lift and shift»-Vorgehen in die Cloud. Unter Berücksichtigung punktueller Optimierungen ergibt sich so kein weiterer Anpassungsbedarf an den Systemen. Eine weitere Option ist die Verbindung der Transformation mit einem Wechsel auf die Hana-Datenbank oder mit einem S/4-Hana-Migrationsprojekt. Schritt für Schritt in die Zukunft: Die Erfahrung zeigt, dass Unternehmen ihre ersten «SAP on Cloud»-Erfahrungen mit einem nicht produktiven SAP-Sandbox- oder -Projektsystem sammeln. Diese Kenntnisse können für die zeitliche wie auch inhaltliche Planung der Überführung in die Cloud sehr wertvoll sein. Daraus resultiert eine Vorgehensweise in sorgfältig geplanten, einzelnen Schritten. Den Beitrag f inden Sie auch online www.netzwoche.ch Wie überführt man SAP erfolgreich in die Cloud? Zur Implementierung der optimalen SAP-Cloud-Lösung sind verschiedene Fragen im Vorfeld detailliert zu klären: ·· Welche Anforderungen bezüglich Verfügbarkeit und Skalierbarkeit sind vorhanden? ·· Gibt es rechtliche Anforderungen, beispielsweise bezüglich Datenschutz oder Security? ·· Welcher SAP-Release-Stand dient als Ausgangsbasis, oder sind Applikationen vorhanden, die konsolidiert werden können? Aus diesen Antworten resultiert eine individuelle SAP- Cloud-Architektur und die Grösse der Systemlandschaft. Mögliche Stolpersteine von Cloud-Vorhaben sind technologische Abhängigkeiten zwischen Cloud-Provider, Unternehmen und den damit verbundenen Subsystemen. Diese Bild: NicoElNino / AdobeStock 09 / 2020 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Business Focus 13 « Die BKW machte kein Upgrade, sondern setzte auf einen Greenfield-Ansatz » Vielen Unternehmen steht er noch bevor, die BKW hat ihn schon hinter sich: den Umstieg auf S/4 Hana. Thomas Zinniker, CIO der BKW, spricht über das Projekt. Interview: Oliver Schneider Wo steht die BKW heute bei der Migration auf S/4 Hana? Thomas Zinniker: Die BKW ging am 1.1.2017 mit der S/4- Version 1511 live, und hat damit das bestehende ECC 6.0 für die branchenunabhängigen Businessprozesse vollständig abgelöst. Eine Konzerngesellschaft der BKW, die CC Energie, betreibt für die Energieabrechnung der rund 400 000 BKW-Kunden ein weiteres SAP-ECC-6.0-System mit der Branchenlösung IS-U. Die Ablösung dieses Systems steht noch bevor. « Der Wandel der BKW vom Energieunternehmen zur In frastrukturdienstleisterin erforderte neue Führungsinstrumente. » Thomas Zinniker, CIO, BKW Wann sind Sie mit dem Migrationsprojekt gestartet? Die Konzeptphase wurde im August 2015 gestartet. Im Februar 2016 wurde mit der Implementierung des neuen Systems auf der Basis von S/4 rel 1511 begonnen. Was gab damals den Ausschlag, auf ein neues ERP-System zu wechseln? Der grosse Wandel der BKW vom Energieunternehmen hin zur Infrastrukturdienstleisterin erforderte neue Führungsinstrumente. Hinzu kam der Wunsch, die Unternehmensprozesse zu modernisieren und die Digitalisierung voranzutreiben. Das bestehende System war mittlerweile seit rund 20 Jahren im Einsatz. Der notwendige Umbau des bestehenden ERP-Systems wäre ähnlich teuer gewesen, wie eine Neuimplementierung. Gemeinsam mit der ERP- Implementierung wurden auch viele Führungsprozesse neu gestaltet und in zentrale Shared Services überführt. Das neue ERP-System war die Basis, damit diese Prozesse effektiv implementiert werden konnten. Wie lief das Upgrade ab? Die BKW machte kein Upgrade, sondern setzte auf einen Greenfield-Ansatz. Wir haben das System von Grund auf neu konzipiert und auch auf eine Alt-Datenübernahme verzichtet. In diesem Sinne haben wir einen kompletten Reboot der Unternehmenssteuerung gemacht. Dabei hatten wir mit drei Prämissen gearbeitet. Wie lauten diese Prämissen? Erstens: Wir wollen 100 Prozent SAP-Standard. Dort, wo SAP nicht passt, passt sich die BKW an. Zweitens: Der 1.1.2017 ist Go-Live, notfalls passen wir den Scope an. Mit dem neuen System wurde der bestehende Scope wesentlich vergrössert. Und Drittens: 100 Prozent Top-Management-Support, die Konzernleitung ist der Steuerungsausschuss. Die BKW war in einem Early-Adopter-Programm der SAP und hatte fast täglichen Kontakt mit Walldorf. Diese Unterstützung war notwendig, da das vorliegende Release noch sehr viele Bugs hatte. Andererseits konnten wir uns voll auf die Unternehmensprozesse konzentrieren, da wir uns darauf verlassen konnten: Solange wir im SAP- Standard bleiben, funktioniert das System. Wie geht es nach der Implementierung weiter? Da wir auf einem sehr frühen Release aufgesetzt haben, mussten wir schon früh Release-Wechsel durchführen, um somit die Stabilität des Systems zu erhöhen. Bis heute haben wir zwei solcher Wechsel vollzogen. Weiter fokussieren wird nun auf laufende Erweiterungen und die Usability. Das vollständige Interview finden Sie online www.netzwoche.ch www.netzwoche.ch © netzmedien ag 09 / 2020

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