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Professional AV & Digital Signage

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INTEGRATED SYSTEMS EUROPE Der Vortex von Epson lockte die Besucher auf den Stand des Herstellers. Die ISE wächst und wächst – und entwächst ihrer Heimat Die ISE, die Fachmesse für Digital Signage und Professional AV, hat die Branche in Amsterdam zusammengebracht. Dort zeigten Panasonic und Epson, was mit Projection Mapping möglich ist, Samsung kitzelte noch mehr Auflösung aus «The Wall» heraus, LG krümmte LED-Signage-Walls und Ricoh demonstrierte, wie ein Whiteboard Besucher begrüssen kann. Autor: Coen Kaat «Ich weiss, das sage ich jedes Jahr, aber die ISE 2019 ist wirklich die bisher grösste ISE!» Mit diesen Worten hatte Mike Blackman, Managing Director der ISE, die Journalisten begrüsst – nur eine Stunde bevor er die diesjährige Ausgabe der ISE, die Leitmesse im Bereich Digital Signage und AV, eröffnete. Jedes Jahr legt die Messe zu – mehr Besucher, mehr Aussteller, mehr Ausstellungsfläche. Dass die ISE den Rahmen des Veranstaltungsortes sprengt, ist auch nichts Neues. Der Branchentreff ist dem Messezentrum RAI in der niederländischen Hauptstadt Amsterdam bereits seit einigen Jahren entwachsen. 2018 hatte die ISE deswegen erstmals eine temporäre Ausstellungshalle auf dem Vorhof des Messezentrums aufgebaut: die Halle 15. Für dieses Jahr wurde sie aufgrund des Besucherandrangs erneut um etwa ein Drittel vergrössert. Die gesamte Ausstellungsfläche wuchs damit auf knapp 57 000 Quadratmeter. Mehr als 1300 Aussteller präsentierten auf dem Messegelände, was sie der Branche zu bieten haben. Auch Unternehmen aus nicht europäischen Ländern zeigen zunehmend Interesse an der ISE. Für die diesjährige Show reisten etwa 218 Unternehmen aus China an. Somit war laut Veranstalter China erstmals das Land mit den meisten Ausstellern an der ISE. Gefolgt von den USA mit 165 Ausstellern. Dass die ISE ein «wahrlich internationaler Anlass» ist, zeigt sich laut dem Managing Director nicht nur an den Ausstellern, sondern auch an den Besuchern. Dieses Jahr hatten sich im Vorfeld der Messe bereits 73 430 Besucher registriert. «Damit sind wir leicht über dem Vergleichswert im Vorjahr», sagte Blackman. 2 Prozent dieser Besucher – also rund 1468 Personen – reisten aus der Schweiz an. Eine andere Prozentzahl machte Blackman aber besonders stolz: 40 Prozent. So viele der vorab registrierten Besucher kamen nämlich zum ersten Mal an die ISE. Das mache die Messe für Aussteller so attraktiv, denn jedes Jahr sehen sie wieder neue Besucher. Panasonic stoppte die Massen mit Kleidern, die nicht da sind Eines der grossen Themen unter den Ausstellern der diesjährigen Messe war Projection Mapping, wie Blackman sagte. Beim Projection Mapping werden Beamer genutzt, um dreidimensionale Objekte zu beleuchten. Die projizierten Bilder passen sich dabei der Oberfläche der beleuchteten Objekte an. Auf diese Weise werden etwa Gebäude, Personen oder Skulpturen dekoriert. Eine solche beleuchtete Skulptur stand ab dem ersten Tag der ISE vor dem RAI in Amsterdam. Die Skulptur wurde vom Projektionskünstler Bart Kresa erschaffen. Sie soll «den Besuchern und der Stadt Amsterdam selbst zeigen, was mit Digital Signage möglich ist», sagte Blackman. Auch am eigenen Stand an der ISE zeigte Panasonic, was es in Sachen Projektion zu bieten hat. Wie in den vergangenen Jahren brachte der japanische Hersteller auch dieses Jahr einen 16 Professional AV & Digital Signage

Showstopper an die Messe – eine AV-Installation, welche die Besucher dazu bringen soll, vor dem Stand von Panasonic stehen zu bleiben. Was 2019 hervorragend funktionierte. Das Unternehmen verschmolz dieses Jahr für den Showstopper reale Tänzer mit projizierten Bildern – während eine Dome- Projektion die Szenerie für die Showeinlage darstellte. Die Tänzer waren ganz in Weiss gekleidet, sodass die Beamer Kleidung direkt auf ihre Körper projizieren konnten. Im ISE-Gepäck hatte Panasonic auch einige Produktneuheiten. Darunter den nach eigenen Angaben ersten 4k-Laserprojektor mit einer Helligkeit von 50000 Lumen – den PT-RQ50K. Das Drei-Chip-Gerät sei jedoch nicht grösser als die bisherigen 30000-Lumen-Modelle. So bräuchten Anwender deutlich weniger Beamer und Aufwand, um ihre Installationen zu verwirklichen. «Das ist der neue Referenzwert, wenn es um High Brightness Projection geht», sagte Hartmut Kulessa, Marketing Manager bei Panasonic Europe. Epson zieht Besucher durch ein «Wurmloch» in die Vergangenheit Auch Epson hatte sich dem Projection Mapping verschrieben. Wer Epsons Stand besuchen wollte, ging dafür wahrscheinlich durch den Epson Vortex. Dabei handelte es sich nicht etwa um ein Wurmloch – auch wenn die Installation wohl nicht nur «Star Trek»-Fans auf den ersten Blick an eine Einstein-Rosen-Brücke erinnert. Stattdessen war der Vortex Epsons Weg, den Besuchern aufzuzeigen, was mit Projection Mapping möglich ist. 16 Laserprojektoren bestrahlten einen Tunnel, der zum Stand des Herstellers führte. Die Besucher wurden dabei von Laserscannern erfasst und ihre Bewegungen in die Projektion eingebunden. So soll der Besucher Teil der Installation werden. Am anderen Ende des Tunnels warteten die Produktneuheiten von Epson. Epsons ganzer Stolz an der diesjährigen ISE war der EB-L30000U. Der Beamer hat eine Leuchtkraft von bis zu 30000 Lumen. Eine neue Kategorie für Epson und gemäss dem Hersteller eine Reaktion auf Kundenanfragen. Epsons neuer Projektor nutzt das Chassis der bisherigen Modelle und ist auch mit den Linsen für diese kompatibel. Eine integrierte Bildkorrektur soll für eine stets optimale Bildqualität sorgen. Der Projektor wird nach Herstellerangaben voraussichtlich im Jahr 2020 auf den Markt kommen. Was den Epson-Stand von vielen anderen unterschied, war der Einsatz von Augmented Reality (AR). Der Hersteller widmete einen grossen Teil seiner Ausstellungsfläche seiner AR-Brille Moverio und zeigte auf, wie Digital Signage auch ohne Projektoren und Displays aussehen könnte. Der Hersteller präsentierte unter anderem eine Lösung, die in Zusammenarbeit mit dem in London ansässigen Royal National Theatre entstand. Das Theater setzt die Datenbrillen von Epson bereits ein, um live Untertitel einzublenden. So könnten etwa auch Zuschauer, die unter Hörverlust leiden, den Dialogen und Handlungen folgen – ohne den Blick von der Bühne abwenden zu müssen. Geht es nach Epson, soll die Datenbrille demnächst auch im Kino zum Einsatz kommen. Samsung bringt Line-up auf den neuesten Stand Ein wenig losgelöst vom ganzen Tumult der Messe war der Stand von Samsung. Der südkoreanische Hersteller war wie in den Jahren zuvor in einer eigenen kleinen Halle vertreten. Auf den ersten Blick konnte man meinen, Samsung hätte an der ISE 2019 wieder den gleichen Stand aufgebaut wie im Vorjahr. Denn die diesjährigen Produkt-Highlights, «The Wall», QLED- Displays und auch der digitale Flipchart «Flip», waren bereits 2018 prominent am Stand von Samsung vertreten. «Rein äusserlich betrachtet, mögen unsere aktuellen Produkte unverändert aussehen», erklärte Daniel Périsset, Head of B2B bei Samsung Schweiz. Der grosse Unterschied zum Vorjahr sei das, was die Displays zeigten. Seit dem Vorjahr habe Samsung intensiv am Innenleben seiner Lösungen gearbeitet. «The Wall» etwa wie auch einige andere Displays am Stand glänzten mit einer deutlich verbesserten Bild- und Farbqualität. Der Unterschied sei in der Software zu finden, sagte Périsset. Die einzelnen LEDs hätten noch immer denselben Abstand von 0,8 Millimeter zueinander. Der südkoreanische Hersteller hatte die Micro-LED-Lösung bereits an der CES 2018 in Las Vegas gezeigt. Dieses Jahr will der Hersteller noch eine bis zu 292 Zoll (7,4 Meter) grosse 8k-Ausführung lancieren. Samsungs «Flip» erhielt derweil ein Firmware-Update. Dieses beinhaltete einige Sicherheitsfeatures. So ist die WLAN- Verbindung neu durch WPA2 geschützt – ein gemäss Périsset bei Firmenkunden stark gefragtes Feature. Samsung zeigte doppelseitige Retail-Displays (oben) und die modulare Lösung «The Wall». INTEGRATED SYSTEMS EUROPE Professional AV & Digital Signage 17

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