Aufrufe
vor 1 Jahr

Zukunft Banking: Best-of Digital Movers and Shakers

02 EDITORIAL

02 EDITORIAL Zukunft Banking 26. Mai 2019 | netzwoche.ch/ZukunftBanking & IMPRESSUM Ueli Maurer Bundespräsident 2019, Vorsteher des Eid genössischen Finanz departements EFD Blockchain: Die Schweiz ist ein attraktiver Standort IMPRESSUM « ZUKUNFT BANKING » ist eine gemeinsame Branchen-Kampagne von Brand Relations und Netzmedien. Die Publikation erscheint als Sonderbund in der Sonntagszeitung am 26. Mai 2019 und via Netzwoche am 5. Juni 2019 sowie online unter www.netzwoche.ch/zukunftbanking. Herausgeberin Brand Relations GmbH Inhaberin: Sarah Schlagenhauf Bahnhofstrasse 21 | CH-6300 Zug Tel. 041 729 71 87 schlagenhauf @ brandrelations.ch Verlag Netzmedien AG CEO & Verleger : Dr. Heinrich Meyer Heinrichstasse 235 | CH-8005 Zürich Tel. 044 355 63 63 | info @ netzmedien.ch Namhafte Beteiligungen nach Art. 322 Abs. 2 StGB : Best of Swiss Web GmbH Als offene, aber gleichzeitig rohstoffarme Volkswirtschaft ist die Schweiz auf permanente Innovationen angewiesen, will sie Arbeitsplätze und Wohlstand sichern. Seit mehreren Jahren birgt insbesondere die Digitalisierung ein grosses Innovationspotenzial, das es in allen Bereichen zu nutzen gilt. Dies gilt ganz speziell auch für den Finanzbereich. Die Digitalisierung ermöglicht neue, innovative Geschäftsmodelle. Gefördert werden diese Entwicklungen unter anderem durch leistungsfähigere mobile Endgeräte, besser verfüg- und auswertbare Datenmengen (Big Data) oder die Blockchain-Technologie. Fintech-Start-ups und ITaffine Unternehmen pushen diese Technologien weiter. Traditionelle Finanzintermediäre wie Banken und Versicherungen ihrerseits integrieren digitale Innovationen zunehmend in ihre Geschäftsmodelle. Dies eröffnet aussichtsreiche Möglichkeiten. Doch die Finanzintermediäre stehen damit auch vor gewaltigen Herausforderungen: Prozesse, Produkte und Strukturen werden auf den Kopf gestellt und erfordern von Mitarbeitenden auf allen Stufen neues Wissen und neue Fertigkeiten. Die Blockchain-Technologie und generell die Distributed-Ledger-Technologie (DLT) zählen zu den vielversprechenden Entwicklungen der Digitalisierung. Ihnen wird sowohl im Finanzsektor als auch in anderen Wirtschaftsbereichen ein erhebliches Potenzial vorausgesagt. Beispielsweise kann diese Technologie zur besseren und bedarfsgerechten Finanzierung von kleinen und mittleren Unternehmen beitragen. Namentlich im Finanzbereich hat sich in den letzten Jahren hierzulande ein wachsendes Fintech- und DLT-Ökosystem entwickelt. Aber auch im Transportsektor, im Gesundheitswesen oder im Energiesektor ist die DLT vielversprechend. Die Schweiz zählt heute im Bereich DLT zu den führenden Standorten. Gefordert ist auch der Staat. Der Bundesrat will die Schweiz als einen führenden, innovativen und nachhaltigen Standort für Fintech- und DLT-Unternehmen etablieren und weiterentwickeln. Erste Schritte im Finanzmarktbereich sind gemacht: Im Sommer 2017 senkte der Bundesrat die Hürden für den Markteintritt von Fintech- Unternehmen, und ein Jahr später verabschiedete das Parlament eine auf Fintech zugeschnittene Bewilligungskategorie im Bankenrecht. Diese Massnahme trat im Januar 2019 in Kraft. Im März 2019 hat der Bundesrat eine Vernehmlassung zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für Blockchain/DLT eröffnet. Die vorgeschlagenen Massnahmen zielen darauf ab, das Bundesrecht punktuell anzupassen. Diese Massnahmen basieren auf einem im Dezember 2018 vom Bundesrat verabschiedeten Bericht, der die rechtlichen Rahmenbedingungen für finanz sektorspezifische Blockchain/DLT-Anwendungen evaluiert. Gemäss Bericht drängen sich keine grundlegenden Anpassungen des Schweizer Rechtsrahmens auf. Der prinzipienbasierte und flexible bestehende Rahmen hat sich bewährt und erfordert kein spezifisches Blockchain-Gesetz. Gleichzeitig sieht der Bundesrat jedoch punktuellen Handlungsbedarf, der mit einer Änderung von bestehenden Gesetzen aufgefangen werden kann. Der Bundesrat will mit einer effizienten, technologieneutralen und ausgewogenen Regulierung Rechtssicherheit und bestmögliche Rahmenbedingungen für Innovationen schaffen. Die Branche soll Lösungen entwickeln, und der Markt soll entscheiden, welche Geschäftsmodelle und Technologien sich durchsetzen. Der Bundesrat legt ferner Wert auf einen regelmässigen Austausch mit der Branche und will dafür sorgen, dass die Integrität und die gute Reputation des Finanz- und Wirtschaftsplatzes gewährleistet sind. Mit diesen Grundsätzen stellt der Bundesrat sicher, dass der Finanzplatz Schweiz auch im digitalen Zeitalter erfolgreich sein wird. Bundespräsident Ueli Maurer Redaktion Netzwoche Marc Landis, Chefredaktor Elsbeth Bruderer, Redaktorin David Klier, Redaktor Marcel Urech, Redaktor Fabian Vogt, Redaktor Tel. 044 355 63 36 | desk @ netzmedien.ch Art Direction Christian Vetterli Korrektorat Susanne Löbe Titelbild-Illustration Fabrice Spahn | www.fbrc.ch Online-Management Julia Ostermann Sonderbund «ZUKUNFT BANKING» Druckauflage: 190 000 Ex. Bildquellen Sofern nicht anders vermerkt, stammen die Bilder von den beschriebenen Unternehmen oder wurden von den interviewten Personen zur Verfügung gestellt. Druck DZZ Druckzentrum Zürich AG Bubenbergstrasse 1 | 8021 Zürich Alle Inhalte erstellte die Fachredaktion der Netzwoche für die beschriebenen Unternehmen. Die Inhalte von Unternehmensbeiträgen, Interviews und Gastbeiträgen geben die Meinung der beschriebenen Unternehmen wieder. Die Redaktion ist für die Richtigkeit der Beiträge nicht verantwortlich. Die rechtliche Haftung liegt bei den beschriebenen Unternehmen. © 2019 BRAND RELATIONS GMBH UND NETZMEDIEN AG Die Wiedergabe von Artikeln, Bildern und Inseraten, auch auszugsweise oder in Ausschnitten, ist nur mit Genehmigung von Brand Relations, Inhaberin Sarah Schlagenhauf, und der Netzmedien AG erlaubt. Anzeige

26. Mai 2019 | netzwoche.ch/ZukunftBanking Zukunft Banking DIGITALISIERUNG IST CHEFSACHE 03 «Statisten im eigenen Theater? Banken müssen sich bewegen» Die Finanzbranche steht vor substanziellen Umwälzungen. Denn der Druck auf Erträge nimmt durch die Digitalisierung weiter zu. Die PwC-Banking-Experten Frederik Gregaard und Marcel Tschanz sehen aber durchaus Chancen für die Zukunft des Bankings in der Schweiz – nicht zuletzt aufgrund der strengen Regulierung des Marktes. Autor: Marc Landis Die Schweizer Finanzindustrie ist im Umbruch. Zwangsläufig. Denn sie steht von vielen Seiten her unter Druck. Die Finanzmarktregulierung in der Schweiz stellt durch neue oder erweiterte Regelwerke hohe Anforderungen an die Compliance. Und auch internationale Entwicklungen bei den Regulatorien müssen in der Schweiz oft mitberücksichtigt werden. Wie der CEO Survey 2019 von PwC besagt, nennen denn auch 30 Prozent der befragten Schweizer CEOs Überregulierung als grösste Gefahr für das Wachstum ihrer Unternehmen. Aber stimmt das wirklich? Frederik Gregaard, Leader von PwCs Experience Center und Head of Digital in der Financial Services Advisory bei PwC Schweiz, findet nicht: «Genau das Gegenteil ist der Fall. Regulierung kann ein wichtiger Treiber von Innovation sein, wie zum Beispiel im Bereich der Krypto-Assets. Die Regulation hierzulande ermöglicht Geschäftsmodelle, die zurzeit in keinem anderen Land möglich sind.» Das habe der Schweiz einen Vorsprung verschafft. Aber für Gregaard ist auch klar, dass Regulierung Kosten verursacht. «Und niemand mag Kosten.» Doch trifft die Regulierung alle Marktteilnehmer in einem Land gleichermassen und sorgt für gleich lange Spiesse. Zudem schützt sie oft den Heimmarkt. Aber «gleichzeitig schafft sie Sicherheit und diese ist ein wichtiges Exportgut, das Vertrauen auf dem internationalen Markt für die hiesige Industrie schafft.» Das sieht Marcel Tschanz ähnlich, der bei PwC Schweiz als Leader Wealth Management Consulting Banken bei der digitalen Transformation unterstützt: «Die Regulierung hat in den vergangenen 10 bis 15 Jahren massiv zugenommen.» Das Problem an der Regulierung sei aber nicht unbedingt die Regulierung selbst, sondern der Umgang der Banken damit. «Die Banken haben in der Vergangenheit für jede neue Regulierung ein neues Silo gebaut, was zu einer ungeheuren Komplexität führte. Die Silos waren nicht integriert – weder entlang der Geschäftsprozesse noch entlang der Customer Journey», sagt Tschanz. Es scheint also, als wäre nicht die Regulierung an sich die grösste Bedrohung, sondern vor allem die mangelnde Fähigkeit der Unternehmen, mit der zunehmenden Regulierung umzugehen. Weitere Herausforderungen stellen sich den Banken von Kundenseite. Die Kunden haben hohe Ansprüche an Beratungsqualität und Usability von Bank-Applikationen. Kommt hinzu, dass Fintech-Start-ups in die Wertschöpfungsketten der Banken eingreifen und Teile davon übernehmen. In ferner Zukunft wäre sogar vorstellbar, dass es die Banken, wie sie heute existieren, in der neuen Value Chain nicht mehr braucht. Auch die Blockchain hat weiteres disruptives Potenzial für die angestammten Geschäftsfelder von Banken. Damit die traditionellen Banken die kommenden 5, 10, 15 Jahre überstehen und nicht zu Statisten in ihrem eigenen Theater werden, müssen sie sich bewegen. Sie müssen neue Geschäftsmodelle entwickeln, ja ihr Ökosystem neu denken und auch neue Player in ihre Ökosysteme integrieren oder selbst an andere Ökosysteme andocken. Aber worin besteht denn heutzutage das «Business» einer Retailbank überhaupt noch? «Das ist ein schwieriges Geschäft geworden», sagt Gregaard. Denn mit den traditionellen Zinsdifferenzgeschäften verdienen Banken heute kein Geld mehr. Da die Zinsen negativ sind, verlieren sie Geld. Gregaard proklamiert denn auch den Ökosystem-Ansatz oder die Konvergenz von Finanzdienstleistungen mit anderen Industrien. «Bislang agierten Kernbankensysteme vor allem als Schnittstellen zur Infrastruktur der Finanzindustrie. Die Kernbankensysteme der neuesten, dritten Generation sind stärker in die Geschäftsmodelle anderer Branchen integriert und gehen vermehrt sogenannte Joint Business Relationships ein. Dazu gehören kombinierte Technologie-Stacks, das heisst technisch integrierte Lösungen mit gemeinsamen Ertragsmodell und vorab genehmigten Rechtsgutachten.» Innovation aus PwCs Experience Center Im Experience Center des Beratungs- und Wirtschaftsprüfungskonzerns PwC Schweiz, das im März 2018 eröffnet wurde, arbeiten Experten an neuen Strategien – auch für die Finanz industrie. Und zwar nicht nur in interdisziplinären Teams. Hier werden aber auch Teams vollständig aufgebrochen und internationale Experten sowie lokale Anwälte und Wirtschaftsprüfer direkt in den Ideenprozess integriert. Das schafft nicht nur Möglichkeiten zur Validierung in Echtzeit, sondern auch zur direkten Umsetzung. Ein für die Schweizer Finanzbranche wichtiges Projekt, das im Experience Center seinen Anfang nahm, ist etwa die neue Swiss Digital Exchange SDX von der Bankeninfrastrukturdienstleisterin SIX, die im zweiten Halbjahr 2019 an den Start geht. Die SDX dürfte als Leuchtturm-Projekt für das Potenzial der Blockchain nicht nur nationale, sondern auch internationale Beachtung erlangen (mehr dazu im Interview mit SDX- CEO Martin Halblaub auf Seite 5). Hier sollen dereinst tokenisierte Wertpapiere sowie sogenannte non-bankable Assets digital gehandelt werden. Ein Projekt dieser Dimension stellt aber in der hiesigen Finanzindustrie eher die Ausnahme dar. Denn selten kann eine Bank oder ein Finanzdienstleister auf der grünen Wiese anfangen. Das sieht auch Marcel Tschanz so: «Die grosse Disruption wird wohl nicht aus der aktuellen Bankenwelt kommen, denn die Banken leben auf Legacy-IT-Systemen, teilweise aus den 80er- Jahren, die nicht flexibel integrierbar sind. Zudem haben sie auch eine Legacy, was ihre Kundenbasis betrifft.» Wenn bestehende Banken ihre Geschäftsmodelle transformieren müssen, bedeutet das quasi einen «Umbau des Flugzeugs während des Fluges». Das oft von Start-up-Enthusiasten proklamierte «Fail-fast»-Mantra ist für eine etablierte Bank keine Option; schliesslich hat man einen Ruf zu verlieren und was noch schlimmer wiegt: das Vertrauen der Kunden. Anders sieht das freilich bei den gerade aufkommenden Smartphone-Banken aus. «Revolut, N26 oder auch die Neon und andere können mit einem coolen und fancy Business-Case schnell neue Kunden anziehen.» Tschanz sieht aber auch das Problem, dass es schwierig ist, die Attraktivität von Mobile-only-Banken in umfassendes Bankenbusiness umzumünzen, etwa eine Neu- Hypothek end-to-end über eine App abzuschliessen. «Bis dahin ist es noch ein weiter Weg.» In diesem Zusammenhang wird es interessant sein, den Weg von Bank Cler mit Zak weiter zu beobachten. Frederik Gregaard ist Leader von PwCs Experience Center und Head of Digital in der Financial Services Advisory bei PwC Schweiz. «ES WIRD IN ZUKUNFT KEINE UNIVERSALBANK MEHR GEBEN, DIE ALLEN ALLES BIETET » Die traditionellen Geschäftsmodelle von Banken sind unter Druck. Nun sollen sie als Teil von Ökosystemen Geld verdienen. Wie muss man sich das vorstellen? Frederik Gregaard: Stellen Sie sich vor, Sie möchten Geld aus der Schweiz nach Grossbritannien überweisen. Es ist keine SEPA-Transaktion, also kostet Sie das 5 Franken. Statt diese 5 Franken zu bezahlen, haben Sie aber die Wahl, einen 20-sekündigen Werbespot für den neuesten SUV eines deutschen Autoherstellers zu sehen. Wenn Sie sich den Spot ansehen, bezahlt der Autohersteller an die Bank, die Ihnen den Spot anzeigt, sagen wir, 50 bis 300 Franken. Das funktioniert so, dass eine Marketing- Cloud direkt am Onlinebanking angeschlossen ist, die das Profil des Nutzers erkennt und so nur Werbung ausspielt, die auf das Profil passen. Natürlich unter Einhaltung der Datenschutzgesetze wie EU- DSGVO etc., ohne dass Daten über den Nutzer an den Autohersteller flies sen. Zumindest noch nicht. Falls ich mir den Spot angesehen habe, werde ich am Ende gefragt, ob ich das Auto, wofür ich Werbung gesehen habe, Probe fahren möchte. Und erst dann gebe ich persönliche Daten von mir bekannt, um einen Termin zu vereinbaren. Welche Arten von Banken wird es in Zukunft noch geben? Marcel Tschanz: Es wird in Zukunft keine Universalbank mehr geben, die allen alles bietet. Wir glauben sehr stark daran, dass sich die Geschäftstätigkeit von Banken in den kommenden Jahren auf zwei – wir nennen sie «Normal-Nischen» konzentrieren werden: eine für das lokale (oder nationale) Vermögen und eine für die Superreichen auf internationaler Ebene. Diese Transformation erfordert neue Geschäftsmodelle und eine Überprüfung der Wertschöpfungskette. Hat das Retailbanking für Schweizer Banken eine Zukunft? Gregaard: Für mich ist die Zukunft von Retailbanking abhängig vom Vertrauen, das die Kunden in die Marke der jeweiligen Anbieter haben. Und natürlich kommt es darauf an, wem die Kundenschnittstelle gehört. Wer beides hat, also die Kundenschnittstelle und das Vertrauen der Kunden in die angebotenen Dienstleistungen, der kann die Branche beherrschen. Zurzeit sieht es nicht so aus, als würden die Technologiekonzerne das uneingeschränkte Vertrauen der Kunden geniessen. Viele Sicherheitsvorfälle haben in der jüngsten Vergangenheit das Vertrauen beschädigt. Welche Zukunft sehen Sie für das Private Banking? Tschanz: Wir sehen den Trend «Wealth Management goes Retail». Das Private Banking wird also weiter demokratisiert werden. Das heisst, es werden einer breiteren Masse von Kunden mehr Tools für ihr Wealth Management zur Verfügung stehen. Die Digitalisierung der Wealth-Management-Funktionen wie Vermögensverwaltung, Vermögensplanung, Einbezug von Vorsorge- und Versicherungslösungen wird dem Retail-Kunden über digitale Kanäle angeboten werden und diesen befähigen, sein eigenes Private Banking ohne zusätzliche Kosten zu nutzen. Marcel Tschanz ist Leader Wealth Management Consulting bei PwC Schweiz und unterstützt Banken bei der digitalen Transformation. « Die Banken werden sich auf zwei ‹Normal-Nischen› konzentrieren. » Marcel Tschanz, Leader Wealth Management Consulting, PwC Schweiz Wie sieht die Zukunft von Blockchain aus? Gregaard: Wir werden die Blockchain als Infrastruktur-Layer benutzen, wie wir Strom oder das Internet verwenden. Zudem wird die Blockchain jegliche Art von Validierung durch Dritte obsolet machen. Die Blockchain wird die Art und Weise verändern, wie wir Anbietern von Produkten und Dienstleistungen vertrauen. Das Vertrauen in die Geschäftsbeziehung zwischen Vertragspartnern wird auf der Blockchain abgebildet sein. Das senkt das Risiko und dürfte einen deutlichen Wettbewerbsvorteil bieten. All die Unternehmen, die heutzutage das Vertrauen validieren, werden das in Zukunft nicht mehr tun. Von der Motorfahrzeugkontrolle über das Grundbuchamt bis hin zu Notaren und auch Consulting-Unternehmen wie PwC werden in Zukunft kein Vertrauen mehr validieren müssen, weil dieses mit einer Blockchain abgebildet werden kann. Das bedeutet auch für die Banken, dass ein Grossteil ihrer Arbeit in Zukunft irrelevant sein wird. Wir werden dafür eine neue Art von Unternehmen aufkommen sehen, sogenannte Trust Companies, also Vertrauens-Unternehmen wie etwa Banken, deren Geschäftsmodell es sein wird, Private Keys für Krypto-Währungen und andere Tokens aufzubewahren. Und was werden dann all die Anwälte und Consulting-Unternehmen stattdessen tun? Gregaard: Wir werden nicht mehr das Vertrauen validieren, sondern überprüfen, ob die Blockchains so gebaut sind, dass sie in der Lage sind, Vertrauen abzubilden. Die Frage wird auch sein, wie schnell sich unsere Kultur dahingehend verändern wird, dass wir einer Software – also der Blockchain – so sehr vertrauen wie einer Bank oder der Arbeit von PwC. ÜBER PWC PwC besteht aus einem Netzwerk von Mitgliedsfirmen in 158 Ländern mit über 250 000 Mitarbeitern. Diese setzen sich dafür ein, mit Dienstleistungen in den Bereichen Wirtschaftsprüfung, Rechts- und Steuerberatung, Wirtschaftsberatung sowie Digital Services einen Mehrwert für die Wirtschaft und insbesondere für die Unternehmen zu bieten. Bei PwC Schweiz arbeiten daran über 3200 Mitarbeiter und Partner an 14 verschiedenen Standorten. (Quelle: PwC)

Archiv