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Zukunft Banking: Best-of Swiss Fintech

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18 Zukunft Banking 02. Dezember 18 | netzwoche.ch/ZukunftBanking Expertenkolumnen Movers and Shakers Wer in der Schweiz an FinTech denkt, kommt an Andreas Kubli, Thomas Puschmann, Oliver Bussmann, Christina Kehl, Rino Borini und Daniel Gasteiger nicht vorbei. Sie sind die « Movers and Shakers » der Schweizer FinTech-Szene und erklären, wie sie die Digitalisierung des Bankings sehen. Zusammenspannen für den Kunden Andreas Kubli Head Multichannel Management & Digitization, UBS Switzerland AG Unsere führende Stellung im Bereich Digitalisierung verdanken wir auch unserem kooperativen Ansatz. Wir werden weiterhin darauf setzen, um unseren Kunden das bestmögliche Erlebnis zu bieten. Es war mutig, als wir vor rund fünf Jahren gesagt haben, wir müssen nicht alles selbst machen, was wir unseren Kunden anbieten. Damals gingen wir mit dem deutschen Start-up SumUp eine Kooperation ein und übernahmen deren Vertrieb in der Schweiz für ein mobiles Kartenterminal, das jedes Smartphone zu einem Kassengerät macht. Heute ist dieses Angebot Teil einer umfassenden Palette an digitalen Produkten und Dienstleistungen, die wir für Kleinunternehmen anbieten. Dieses Ökosystem aus eigenen und dritten Dienstleistungen umfasst beispielsweise auch die Liquiditätsplanung. Wir arbeiten mit dem Schweizer Softwareentwickler Bexio zusammen, damit unsere Firmenkunden die Liquidität über Monate vorausplanen können. Und nicht nur das: Buchhaltungssoftware und E-Banking arbeiten Hand in Hand zusammen, damit erspart sich der Unternehmer die Zeit, um alle offenen Kundenrechnungen mit der Buchhaltung abzugleichen. Solche Kooperationen sind für uns besonders interessant, weispapiere unserer zukünftigen Privat- und Firmenkunden. Wir dürfen jedes Jahr rund 200 000 Neukunden begrüssen, viele davon via digitale Kontoeröffnung. Hätten wir diese Technologie selbst bauen müssen, wären wir nicht die erste Bank gewesen, die ihren Kunden für die Kontoeröffnung den Gang in die Filiale ersparen konnte. Die Technologie wurde in Rekordzeit nahtlos in unsere App integriert. Damit wir unsere Rolle als führende Digitalbank weiter ausbauen können, ist Technologie entscheidend. Eine neue Zusammenarbeit mit dem Swiss AI Lab IDSIA ( Istituto Dalle Molle di Studi sull‘Intelligenza Artificiale ) im Bereich der künstlichen Intelligenz soll uns den Vorsprung auf die Konkurrenz sichern. In Manno arbeiten wir an verschiedenen Projekten unter der Prämisse, durch künstliche Intelligenz unseren Kunden das bestmögliche Kundenerlebnis zu bieten. Ich bin überzeugt, dass weitere Kooperationen folgen werden, denn sie sind ein wichtiges Puzzleteil, um unsere führende Position im Bereich Digitalisierung zu erhalten. Thomas Puschmann Head of Swiss FinTech Innovation Lab Universität Zürich In den letzten Jahren hat sich parallel zum bestehenden Finanzsystem ein vollständig neues Finanzsystem entwickelt, das, gemessen am Volumen noch relativ klein ist und kaum Berührungspunkte zum bestehenden hat ( z.B. sind derzeit nur ca. 3 Mio. Nutzer in Kryptowährungstransaktionen involviert; das Gesamtvolumen ist mit weniger als 1 % gemessen am weltweiten Volumen des Finanzsystems ebenfalls noch sehr klein ). Die Anbieter dieses neuen Systems sind häufig noch unbekannt. Beispiele sind etwa die Kryptowährungsbörsen Bitfinex oder Coinbase oder Wallet-Anbieter wie Uphold oder Ledger. Neue Technologien Einen wesentlichen Treiber der skizzierten Entwicklungen bildet dabei die IT. So entsteht etwa derzeit mit sogenannten « distributed Apps » ( dApps ) eine ganz neue Kategorie an Softwaresystemen für Distributed Ledger ( DLT ) -basierte Lösungen wie z.B. dezentrale Börsen. Obwohl diese noch in den Kinderschuhen stecken, könnte diese Entwicklung schon bald grosse Veränderungen in der Finanzindustrie bewirken. Finanzplatz 2025 Denn in diesen Systemen kommt digitalem Geld eine wichtige Funktion zu. So kann digitales Geld z.B. die Auslösung eines Prozesses automatisch anstossen, was zu neuen Fragestellungen führt: Wir kennen die Kriterien bei der Vergabe von Krediten an Menschen, nicht aber, wie diese bei der Vergabe an digitale Dienste oder Maschinen ausgestaltet sein sollten ? Dadurch entsteht ein komplexes Netzwerk automatisierter Rechte und Pflichten zwischen Softwaresystemen, Konsumenten und Institutionen. Neue Regulierung In komplexen digitalen Ökosystemen ist die Regulierung ein entscheidender kritischer Erfolgsfaktor, sowohl aus nationaler Sicht, aber auch bezüglich seiner Wettbewerbsfähigkeit im internationalen Kontext. Aus Regulierungssicht erscheinen vier Bereiche relevant. Erstens eine umfassende Sicht auf das globale Finanzsystem, das den Einbezug aller Eckpfeiler des neu entstehenden Finanzsystems berücksichtigt. Zweitens zielt eine harmonisierte Regulierung auf eine im internationalen Kontext abgestimmte Sicht, wie sie etwa von IWF oder einer internationalen Sandbox angestrebt wird. Den dritten Eckpfeiler bildet eine angemessene Regulierung, die eine Abwägung von Risiko und Innovation erfordert, was zugleich ein tiefes Verständnis neuer Technologien erfordert ( zum Beispiel Innovationslabor der Bank of England ). Schliesslich bedarf es viertens, einer Zunahme digitalisierter Regulierungen. Der Regulator wird damit zum Überwacher von Algorithmen. Der Finanzplatz 2025 steht vor einem grossen Umbruch und aus Sicht der Schweiz bietet sich die einmalige Chance, diesen international mitzugestalten. Forschung und Industrie sollten dies Hand in Hand angehen. Crypto Valley im Aufstieg Auf den Gebieten Blockchain und kryptografische Technologie hat sich das Crypto Valley der Schweiz weltweit als die Wiege der Innovation etabliert. Die Attraktivität des Standortes ist eng verbunden mit der tief verwurzelten Tradition der Schweiz im Sektor der Bank- und Finanzdienstleistungen wie auch dem Ideenreichtum des Landes. Dies hat massgeblich zum Entstehen eines starken und gut vernetzten Ökosystems aus innovativen Start-ups und zukunftsorientierten Akteuren der Industrie beigetragen, die das Potenzial neuer Herangehensweisen als Entwicklung erkennen. Die Crypto Valley Association ( CVA ), zu deren Mitgliedern über 1200 Einzelpersonen, Startups wie auch bekannte Unternehmen zählen, hat massgeblich zum Entstehen dieses Ökosystems beigetragen. Die daraus resultierenden Erfolge schlagen sich nieder in Wachstum mit erheblichen wirtschaftlichen Auswirkungen : Laut einer kürzlich von CVA-Mitgliedern, PwC und CV VC durchgeführten Umfrage gibt es in der Schweiz mehr als 600 Unternehmen, die direkt oder indirekt mit Blockchain-Technologie arbeiten, womit bereits an die 3000 Personen in diesem Arbeitsumfeld beschäftigt sind. Dieser Aufschwung kommt nicht ohne Herausforderungen aus und erfordert Regulierungsund Aufsichtsbehörden, welche die Auswirkungen und Grenzen dieser neuen Technologie verstehen. Die Crypto Valley Association hat daher eine führende Rolle übernommen beim Aufbau von Brücken zwischen der Start-up- Community einerseits und den Aufsichtsbehörden wie der Finma oder auch Industrieorganisa- Oliver Bussmann Präsident, Crypto Valley Association weil sie unsere Kernkompetenz erweitern und wir das Leben für unsere Kunden einfacher und bequemer gestalten können. So beispielsweise auch, wenn ein Privatkunde auf ImmoScout24 oder Homegate eine Immobilie sucht. Er kann mit dem UBS Immo-Check sein Wunschobjekt direkt von uns bewerten lassen. Eine Dienstleistung auf einem Immobiliensuchportal, die man so von seiner Bank wohl nicht erwartet hätte. Trotz vieler erfolgreicher Beispiele ist es alles andere als selbstverständlich, dass die Zusammenarbeit zwischen Start-up und Grossbank gelingt. So mussten wir Wege finden, um innovative Jungunternehmen mit agiler Organisationsstruktur nicht durch die komplexen Strukturen und Prozessen eines Konzerns zu «erdrücken». Start-ups sollen von Sicherheit, Know-how, einem wertvollen Netzwerk und der breiten Kundenbasis profitieren, auch wenn deren Lösungen soweit in unsere Systeme integriert werden, dass sie nach aussen nicht mehr sichtbar sind. Ein gutes Beispiel hierfür ist das deutsche Start-up IDnow. Deren Technologie überprüft mittels Smartphone-Kamera die Austionen wie der Schweizerischen Bankiervereinigung andererseits. Die Ergebnisse werden nicht nur durch die kontinuierliche Zunahme von Unternehmen verdeutlicht, die sich in der Schweiz ansiedeln, um Blockchain-Aktivitäten aufzunehmen, sondern auch durch die wachsende Zusammenarbeit zwischen Start-ups, Universitäten und Unternehmen. Die Schweiz wird zweifellos auch in Zukunft zu den Protagonisten der Finanz- und Industriewelt zählen, was nicht zuletzt auch dem starken Motor der Innovation zu verdanken ist, an der das Crypto Valley erheblich beteiligt ist.

netzwoche.ch/ZukunftBanking | 02. Dezember 18 Zukunft Banking 19 InsurTech : die Bottom-up Revolution Die Versicherungswelt spricht von der Digitalisierung – von Insur- Tech. Darüber, wie Innovationen und Technologisierung eine ganze Branche verändern. Ist Innovation tatsächlich der Motor für Veränderungen ? Oder sind es Veränderungen, die zur Innovation treiben ? Für Vor- und Nachkriegsgenerationen lag die höchste Priorität auf Absicherung. Dieser Wunsch wurde in hochkomplexe Versicherungsprodukte übersetzt, die den Kunden in die Abhängigkeit des Vertriebs gestellt haben. Dadurch war nicht der Kunde König, sondern der Anbieter. Die gesamte Versicherungswirtschaft baute auf diesem Topdown-Prinzip auf, Versicherungsunternehmen dominierten die Wertschöpfungskette von A bis Z. Doch heutige Kunden unterscheiden sich von denen vorangegangener Generationen. Sie sind aufgewachsen in einer Welt, in der Grenzen fielen und Chancen sich auftaten. Veränderung nehmen sie nicht mehr allein als Bedrohung wahr, sondern auch als Chance. Viele von uns verbringen kaum ihr ganzes Berufsleben in ein und derselben Firma. Wir wechseln Jobs, Wohn- und Arbeitsorte, Partner. Wir nennen dies nicht mehr Unbeständigkeit, sondern Freiheit. Und Freiheit ist zu einer der höchsten Prioritäten geworden. Für Versicherer ist dies eine schlechte Nachricht – Versicherungsprodukte verlieren an Attraktivität. Die Digital Natives suchen nach transparenten Lösungen – simpel und schnell. Sie wollen selbst ans Ruder, anstatt von Versicherungsvertretern abhängig zu sein. Moderne Produkte und Kanäle müssen intuitiv bis hin zu vollautomatisch sein. Wenn Kunden solche Angebote nicht offeriert bekommen, verzichten sie auf die eine oder andere Police. Oder es werden Lösungen auf eigene Faust entwickelt. Aus einer solchen Motivation heraus entstehen Start-ups. Lange Zeit fühlten sich Versicherungen unantastbar. Taxiunternehmen, Reise, Handel, alles lässt sich digitalisieren, aber doch nicht sie ! Viel zu anspruchsvoll, zu komplex, kein Aussenstehender würde sich heranwagen. Heute ist das Gegenteil bewiesen. Tech-versierte Digital Natives, welche die verworrenen Strukturen des Versicherungswesens und die Komplexität von Versicherungsprodukten nicht kennen – und sich auch nicht darum scheren –, stellen das Christina Kehl Geschäftsführerin von Swiss Finance Startups (SFS) und Studiengangsleiterin CAS Digital Insurance an der HWZ Hochschule für Wirtschaft Zürich System auf den Kopf. Top-down-Strukturen erfahren nun die Bottom-up-Revolution. Die Kundenperspektive ist wichtig. Innovatoren von aussen scheuen sich nicht, radikal zu vereinfachen. Das haben Versicherungskonzerne erkannt und reagieren mit eigenen Innovationsteams, Labs, Accelerator- und Inkubatorenprogrammen. Am Ende wird sich zeigen, ob die Innovatoren oder die « Incumbents » das Rennen machen. Der Wettbewerb um den digitalen Versicherungskunden ist eröffnet. So wird Banking sexy Rino Borini Gründer financialmedia AG & Finance 2.0 ; HWZ-Studiengansgleiter Die Digitalisierung ist inzwischen bei sämtlichen Banken in die Teppichetage durchgedrungen. Es wird viel über sie gesprochen – aber kaum über digitale Transformation. Fälschlicherweise werden die Begriffe oft als Synonyme verwendet. Bei den meisten Aktivitäten, die in ihrem Namen geschehen, stehen Effizienz- und Produktivitätsverbesserungen im Zentrum. Und die sind für jedes Unternehmen, immer schon, letztlich Pflicht. Bei der digitalen Transformation hingegen – der Kür – sollen auch neue Geschäftsmodelle erschlossen werden. Das tun viele Banken nicht und halten stattdessen an ihren bestehenden Modellen aus dem 20. Jahrhundert fest. Es fehlt der Mut zur Kannibalisierung, obwohl das Wachstumspotenzial der bestehenden Ertragsmodelle beschränkt ist. Die grosse Gefahr ist, dass Banken invisibel und im schlimmsten Fall obsolet werden, während die Grundbedürfnisse der Konsumenten weiterhin bedient werden müssen: Sie wollen zahlen, sparen, anlegen und vorsorgen. Verändert hat sich die Erwartung, wie auf diese Dienstleistungen zugegriffen werden kann. FinTech-Start-ups reagieren auf diese Veränderungen, indem sie lukrative Teilbereiche des Bankings angreifen. Sie bieten ein zeitgemässes Kundenerlebnis, und das zu oft niedrigeren Kosten. Die jungen Wilden geben vor, wie Kundenerwartungen erfüllt werden können. Doch die wirkliche Gefahr für die arrivierten Banken sind die Tech-Giganten dieser Welt, die sich nun auch die letzte Meile der Kundendaten sichern wollen: den Zahlungsprozess. Auch anderswo bauen sie ihr Angebot stetig aus. So gewährt Amazon Firmen und Privaten Kredite, auch ins Hypothekengeschäft will man bald einzusteigen. Die Giganten haben zwei grosse Vorteile: jede Menge Cash und eine riesengrosse Nutzerbasis. Was die jungen FinTechs und die Tech-Giganten verbindet: Beide sind im Onlinegeschäft gross geworden. Sie sprechen die Sprache des Internets, Kundenzentriertheit ist tief in ihrer DNA verankert. Banken dagegen agieren immer noch meist produktzentriert. Wenn sie weiterhin Herr über die Kundenschnittstelle bleiben wollen, dann müssen sie ihre institutionellen Denkweisen und Strukturen ablegen und stattdessen in digitalen Plattformen und Ökosystemen denken. Technolo- gie ist dabei nur ein Hilfsmittel (und zugleich eine Gefahr, wenn man sie unterschätzt). Die Blockchain beispielsweise kann Vertrauen zwischen Parteien schaffen, die sich nicht kennen – eine Rolle, die früher den Banken vorbehalten war. Ein weiterer Game-Changer heisst «Open Banking». Banken sollen die Daten ihrer Kunden auf deren Wunsch hin mit anderen Anbietern teilen. Das heisst aber nicht, dass am Tag darauf sämtliche Kunden abwandern werden. Denn Banken haben einen wichtigen Trumpf in der Hand: Vertrauen und (Daten-)Sicherheit. Die Synthese der beiden Bereiche – kundenorientierte, dynamische, logarithmusgetriebene Tech-Welt und sichere und vertrauenswürdige Banking-Welt – kann nur gelingen, wenn sie den gleichen Prinzipien folgt wie der Onlinehandel. Banking muss einfach, kosteneffizient, bequem und allgegenwärtig werden. Es muss in der Hosentasche auf dem Smartphone stattfinden, 24/7. So kann Banking dereinst «sexy» werden. Oder zumindest «easy to use». Eine Frage des Vertrauens Vertrauen steht im Zentrum eines durch die Blockchain-Technologie befeuerten gesellschaftlichen Umbruchs. Das damit verbundene Innovationspotenzial wird nicht zuletzt durch die zahlreichen in der Schweiz stattfindenden Entwicklungen auf diesem Gebiet immer greifbarer. Ironischerweise fällt die Geburtsstunde von Blockchain genau in jene Zeit, als das Vertrauen in unser Finanzsystem mit dem Kollaps von Lehman Brothers 2008 den absoluten Tiefpunkt erreicht hat. Vielleicht war es aber auch gerade diese tiefgreifende Vertrauenskrise, die als Katalysator der Entwicklung von Bitcoin und Co. den entscheidenden Schub verliehen hat. Eines ist klar : Ohne Vertrauen funktioniert unser wirtschaftliches System nicht. Und nicht nur die Wirtschaft, auch das öffentliche und politische Leben, und damit letztlich der demokratische Staat, sind ohne Vertrauen nicht denkbar. Die Frage ist nur: Was sind die vertrauensstiftenden Elemente, die unserem System als Fundament dienen und sichere Transaktionen zwischen einander unbekannten Parteien ermöglichen ? Im Finanzbereich waren es über lange Zeit Institutionen wie die Banken in ihrer Rolle als vertrauenswürdige Mittler. Dieses Vertrauen haben die entsprechenden Akteure im Zuge der Finanzkrise zu einem grossen Teil verspielt. Selbst das Vertrauen in die Nationalbanken als Hüterinnen der nationalen Währungen hat aufgrund geldpolitischer Experimente im Zuge der Krisenbewältigung vielerorts gelitten. Mit dem unveränderbaren, manipulationssicheren Abspeichern von Informationen in dezentral organisierten Datenbankstrukturen wie der Blockchain kann Vertrauen auf technologischer Ebene geschaffen werden. Wenn wir uns heute den Zustand des Internets anschauen, so stellt das Fehlen von Vertrauen den eklatantesten Mangel dar. Blockchain-Technologie bietet Wege, diese gravierende Lücke zu schliessen und damit das Potenzial des Internets für Transaktionen jeglicher Art, und insbesondere finanzieller Natur, vollständig zu erschliessen. Das Vertrauen in Institutionen und Mittler tritt Daniel Gasteiger Mitgründer von Trust Square und CEO Procivis in den Hintergrund und ist in vielen Fällen schlicht nicht mehr nötig. Die Schweiz hat eine lange Tradition als vertrauenswürdiger Wirtschaftsstandort. Als Hub für aufstrebende Blockchain-Forschung und davon abgeleitete Geschäftsmodelle hat unser Land die Chance, das Vertrauen innerhalb unserer digitalen Gesellschaft entscheidend zu fördern und international erneut eine führende Rolle zu spielen.

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