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Zukunft Banking: Best-of Swiss Fintech

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4 Zukunft Banking 02. Dezember 18 | netzwoche.ch/ZukunftBanking Banking Innovation In der Digital Factory entwickelt die UBS die Bank der Zukunft In der Digital Factory arbeitet die Grossbank UBS am Digital Banking von morgen. Um neue Produkte noch schneller zur Marktreife zu bringen, werden hier mit agilen Arbeitsmethoden sogenannte «Minimal Viable Products» entwickelt – insbesondere auch für KMUs. Autor: Marc Landis Mit dem Siegeszug von Smartphones und der rasanten Entwicklung von Onlinediensten haben sich die Kundenbedürfnisse verändert. Heutzutage gestalten nicht nur die Digital Natives und Millennials ihr Leben digital, sondern auch die älteren Generationen erkennen und schätzen den Wert von digitalen Produkten und Dienstleistungen. Sie erwarten von Handel und Wirtschaft je länger je mehr Services, die vom Anfang bis zum Schluss digitalisiert sind, sogenannte End-to-End-Lösungen. Dieses Umdenken auf Kundenseite wird durch Anbieter wie Amazon und Zalando befeuert. Sie machen vor, wie man Kunden so zufriedenstellt, dass sie « vor Glück schreien », wie es etwa Zalando versprach. Die Kunden erwarten ein möglichst einfaches und unkompliziertes digitales Einkaufserlebnis, und dies überträgt sich zwangsläufig auch auf andere Bereiche ausserhalb des Onlineshoppings. So wollen Kundinnen und Kunden auch mit ihrer Hausbank möglichst unkompliziert und intuitiv in Kontakt treten. Aber Kunde etwa von Zalando zu werden, ist viel einfacher, als Kunde einer Bank zu werden. Warum ? Finma-Vorschriften im Zusammenhang mit KYC ( know your customer ) und AML ( anti money laundering ) hinderten Banken bis vor Kurzem daran, etwa den Prozess der Kontoeröffnung zu digitalisieren. In der analogen Welt bedeutete eine Kontoeröffnung, einen halben Tag freizunehmen, um in die Geschäftsstelle zu gehen, dort verschiedene Papiere zu unterschreiben und dann drei Wochen zu warten, bis man Karten und PIN erhält. Das grosse Potenzial der digitalen Kontoeröffnung erkannte UBS bereits früh und lancierte 2016 als erste Bank im Schweizer Markt eine Videoidentifikationslösung, kurz nachdem die Finma die entsprechenden Grundlagen dafür geschaffen hatte. Heute geht die Kontoeröffnung bei der UBS so : App herunterladen, Videoidentifikation am Mobiltelefon durchführen – völlig papierlos – und nach vier Tagen hat man Passwörter, Konten und Karten. Ab dem ersten Quartal 2019 dürfte der Vorgang mit der neuen elektronischen Identität noch schneller gehen. « In der Digital Factory bauen rund 500 Mitarbeitende direkt nutzbare, auf Kundenbedürfnisse zugeschnittene Produkte und Lösungen, die schnell im Markt lanciert werden. » Digital Factory als elementares Gefäss für Innovation Diese und weitere digitale Innovationen entstehen bei der UBS in der sogenannten Digital Factory, einer Art kreativem Co-Working Space. In diesem Raum für digitale Innovation am Zürcher Paradeplatz und in Zürich-Altstetten entwickelt die Bank in interdisziplinären Teams digitale Banklösungen von heute und morgen. Im Gegensatz zu Think Tanks und Labors bauen die aktuell rund 500 Mitarbeitenden in der Factory konkrete, nutzbare Produkte und Lösungen, die schnell im Markt lanciert werden und auf die Bedürfnisse der Kunden zugeschnitten sind. In der Factory entwickeln die Mitarbeitenden aber nicht alles selbst. Im Falle der Videoidentifikationslösung setzt UBS auf eine Kooperation mit einem Start-up, das führend ist in dieser Technologie. « Minimal Viable Products » und agile Entwicklung UBS setzt bei der Entwicklung in der Digital Factory auf agile Arbeitsmethoden und entwickelt in einem ersten Schritt hin zur Marktreife sogenannte «Minimum Viable Products», also Piloten mit beschränktem Funktionsumfang, die in Tests mit Kunden erprobt werden. So können die Kundenbedürfnisse noch genauer ermittelt werden. Dieses Vorgehen wählt UBS, weil die Integration neuer digitaler Produkte in die Prozess- und IT-Architektur für eine grosse, gewachsene Organisation wie UBS aufwändig ist. Die Integration ins Back-End beträgt typischerweise rund 80 Prozent des Entwicklungsaufwands, während die Entwicklung des Front-Ends nur mit 20 Prozent zu Buche schlägt. Im Gegensatz zu Start-ups, die quasi « auf der grünen Wiese » entwickeln können, gibt es bei etablierten Organisationen eine bestehende, komplexe IT-Infrastruktur. Die Mitarbeitenden sind also gefordert, den laufenden Betrieb sicherzustellen und gleichzeitig neue digitale Prozesse zu etablieren. Diese Art zu arbeiten erfordert von den Mitarbeitenden auch eine neue Weise der Zusammenarbeit. In der Digital Factory arbeiten Fachleute aus unterschiedlichsten Bereichen in interdisziplinären Projekt-Teams zusammen. Im April 2019 bezieht die Digital Factory neue Räumlichkeiten im trendigen Kreis 5 in Zürich und ist dort in bester Gesellschaft von Start-ups und Kreativ-Firmen. Die Arbeitsplätze am neuen Standort sind optimal auf die agile Arbeitsweise in der Digital Factory ausgerichtet. Digitalisierung und Technologie sind wichtige Prioritäten, und UBS investiert viel in die Entwicklung neuer Produkte, in die Aus- und Weiterbildung von Mitarbeitenden und die kontinuierliche Erweiterung des Know-hows. Man darf gespannt sein, welche weiteren Entwicklungen die Digital Factory hervorbringt. UBS Digital Business für KMUs auf einen Blick : Bilder: UBS E-Banking und Mobile Banking Schnell, einfach und 7x24 Stunden Support SumUp macht das Smartphone zum Kartenzahlterminal E-Commerce EASY Kreditkartenzahlungen im Webshop akzeptieren Spesenmanagement Geschäftsausgaben mit Firmenkreditkarten tätigen Access App Sicheres Log-in leicht gemacht Buchhaltung verknüpft mit E-Banking Buchhaltung leicht gemacht Liquidity Cockpit Liquiditätsplanung direkt im E-Banking KMU Kredit Online In 15 Minuten bis 500 000 Franken Finanzierung online beantragen Videogespräch Die persönliche Identifikation einfach via App erledigen ubs.com/DigitalBusiness UBS Digital Business für kleine Unternehmen Kleine Unternehmen haben oft wenig Zeit für Administration und die Erledigung ihres Bankgeschäfts. Stattdessen konzentrieren sie sich lieber auf ihr Kerngeschäft. Eine Bank muss deshalb alles daransetzen, ihre Lösungen so einfach und nützlich wie möglich für den User zu gestalten. In der Digital Factory arbeitet UBS deshalb auch an neuen digitalen Angeboten für KMUs. Der Nutzen liegt aber nicht allein im Angebot vieler innovativer Lösungen, sondern die Systeme müssen gleichzeitig den höchsten Sicherheitsstandards entsprechen. Nützliche Tools Mit UBS Digital Business können kleine Unternehmen von einem Bankpaket mit vielen nützlichen Tools profitieren. E- und Mobile Banking gehören inzwischen zum Standardangebot von Banken. Das breite Angebot nützlicher Funktionalitäten macht jedoch den Unterschied bei UBS. KMUs unterschätzen oft das Risikopotenzial, das von Cyberkriminalität ausgeht. Sie werden immer häufiger Opfer gezielter Attacken. Gut also, wenn die Bank darüber aufklärt, wie man das individuelle Gefahrenpotenzial eruieren und sich wirksam schützen kann. Für Unternehmer ist es wichtig, immer genügend liquide zu sein, um Löhne von Mitarbeitenden und Rechnungen zahlen oder geplante Investitionen tätigen zu können. Mit UBS E-Banking ist nicht nur eine vorausschauende Liquiditätsplanung auf ein Jahr möglich, sondern dank Schnittstellen zur Buchhaltungssoftware spart der automatische Datenabgleich enorm viel Zeit und Nerven. Und wenn gerade mal die Mittel fehlen, kann in einem erleichterten Verfahren ein Kredit von bis zu 500 000 Franken online beantragt werden, der innert zwei Tagen beantwortet wird. Je nach Geschäftsmodell einer Firma werden unterschiedliche Bezahlsysteme benötigt. Sei es für den Webshop, sei es im Einzelhandel – integrierte Lösungen mit anderen Anbietern erlauben die Annahme der gängigsten Zahlungsmittel. Vereinfachte Kontoeröffnung Neukunden profitieren von Anfang an dank einer stark vereinfachten Kontoeröffnung. In wenigen Minuten können die wesentlichen Angaben bequem online erfasst und ein individuelles Bankpaket zusammengestellt werden. Die Dokumente werden innert wenigen Tagen zwar immer noch physisch zur Unterschrift zugeschickt, aber die Identifikation erfolgt ganz einfach mittels Videokonferenz. Der grosse Vorteil: Der Unternehmer muss für die Kontoeröffnung keine Bankfiliale mehr aufsuchen – auch da bleibt mehr Zeit fürs Tagesgeschäft. Bei aller Vereinfachung und Automatisierung dank neuer Technologien – manchmal braucht man einfach einen Menschen, der bei einem ganz konkreten Anliegen weiterhilft. UBS bietet Beratung und Support rund um die Uhr. Dies sind nur einige praktische Vorteile von UBS Digital Business. Das Angebot wird auch in Zukunft kontinuierlich erweitert, damit KMUs vom umfassenden Know-how und der gebündelten Erfahrung einer Universalbank profitieren können.

netzwoche.ch/ZukunftBanking | 02. Dezember 18 Zukunft Banking 5 Digitalisierung ist Chefsache « Wir verschmelzen Tradition mit Innovation und gestalten das Private Banking der Zukunft » Die Falcon Private Bank wagt unter CEO Martin Keller den Neustart. Mit einer ambitionierten Wachstumsstrategie, einer neuen Crew und einem Ausbau des Advisory- und Blockchain-Angebots will Keller den Turnaround schaffen. Interview: Marc Landis Redaktion: Fabian Vogt Was haben Sie für ein Jahr als CEO hinter sich? Martin Keller: Ein spannendes Jahr, aber auch ein aufwühlendes. Seit dem Wechsel von Walter Berchtold zu mir im Herbst 2017 ist einiges passiert. Wir haben viel Zeit in die Ausarbeitung einer neuen Strategie investiert. Dafür haben wir sämtliche Stakeholder involviert und uns gefragt, wo wir eigentlich hinwollen. Die Geschäftsleitung hat gemeinsam mit dem Shareholder und dem Verwaltungsrat einen detaillierten Plan für die nächsten Jahre ausgearbeitet. Das klingt nach einem aufwändigen Prozess. Ja, aber das war nötig. Es war auch eine Art Bereinigungsprozess, den es brauchte, um die Themen der Vergangenheit zu verarbeiten. Besonders beim Aktionär musste Klarheit geschaffen werden, damit sich gewisse Dinge nicht mehr wiederholen. Vor rund zwei Monaten ist uns eine Punktlandung gelungen und nun setzen wir den klar definierten Plan um. Was hat sich im operativen Bereich getan? Wir haben uns auf der digitalen Asset- Management-Seite weiterentwickelt. Im Krypto-Bereich sind wir führend und differenzieren uns klar von der Konkurrenz. Im technologischen und operativen Bereich haben wir sehr viel erreicht und können nächstes Jahr anfangen, Lösungen zu implementieren, die auf dem Kerngeschäft aufbauen und unseren Kunden direkten Zusatznutzen bringen. Sind Sie auf Kurs oder so weit, wie Sie sein wollten? Wir sind auf Kurs. Die Strategiefindung hätte für mich etwas schneller gehen können, was hauptsächlich an meiner intrinsischen Unruhe liegt. Aber das war nicht realistisch, wenn man sieht, welche Dimension die Entscheide hatten, die wir fällen mussten. Unter anderem haben wir den Sommer genutzt, um mit Unterstützung einer Beratungsfirma an jeder Stellschraube zu drehen, sämtliche Kosten, Ertragstreiber und alle strategischen Optionen auszuloten. Wir wollten herausfinden, welche Chancen wir mit der Bank haben und eine passende Strategie definieren ; das braucht einfach Zeit. Wie sieht die Neupositionierung der Bank nun aus ? Falcon bleibt auch in Zukunft eine agile und unternehmerische Private-Banking-Boutique. Wir verschmelzen Tradition mit Innovation und gestalten das Private Banking der Zukunft. Es gilt, Trends frühzeitig zu erkennen und unsere marktführende Kompetenz bei der Verwaltung digitaler Vermögenswerte weiter auszubauen. Und wie kommen Sie dorthin ? Unser Plan basiert auf drei Säulen. Erstens schauen wir die gesamte operative Plattform an : Wo haben wir Optimierungspotenzial, welche Kosten können und müssen reduziert werden ? Zweitens fokussieren wir auf Kernmärkte und der dritte und wichtigste Punkt ist eine Reihe von Wachstumsinitiativen, die wir aktuell implementieren. Werden diese Initiativen hauptsächlich interne oder externe Bereiche betreffen? Die Wachstumsstrategie geschieht in erster Linie an der Kundenfront. Wir sind daran, zusätzliche Relationship Manager zu rekrutieren, um an der Front auszubauen. Parallel dazu soll die Beratung zunehmend digital unterstützt werden. Ausserdem fahren wir einen Multi-Custody-Ansatz und erweitern unser Krypto-Angebot. Ein weiterer Bereich ist der Aktionär, der unheimlich viele Ressourcen hat, die wir nutzen wollen. Sei das zum Beispiel in Form von Co-Investments mit unseren Kunden und unserem Eigentümer Mubadala. Oder indem wir Synergien im Direktkundengeschäft nutzen oder mit anderen Banken, bei denen wir als eine Art « Wealth Management Boutique of Choice » auftreten können. Wie sieht die Roadmap für die nächsten zwölf Monate aus ? Dieses Jahr war und auch 2019 wird ein Transformationsjahr. Da werden wir operative Themen auf Kosten-, Ertrags- und Investitionsseite angehen, was wir teilweise dieses Jahr bereits begonnen haben. Zudem haben wir seit September einen neuen CFO, einen neuen COO und einen neuen Head of HR. Wie sehen Ihre Pläne in der Beratung aus? Hier kommt der erwähnte Multi-Custody-Ansatz zum Tragen. Unabhängig davon, bei welcher Bank der Kunde sein Geld gebucht hat, wollen wir ihm unsere umfassende Beratung, mit einer konsolidierten Vermögensabbildung, anbieten. « Wir haben uns digitale Kompetenz erarbeitet, während viele Banken gegenüber dem Thema ‹Digital Assets› Ablehnung zeigten. » Sie verfolgen demnach einen klaren Plattformgedanken. Genau. Wir wollen eine Bank bleiben, gleichzeitig aber auch als unabhängiger Asset Manager agieren und die besten Komponenten in einer Banking-Plattform zusammenbringen. Das Beste aus zwei Welten sozusagen. Eine Welt, in die auch die Investition in Krypto-Währungen hineingehört, wie Sie vorhin sagten. Wie lief das an ? Wir sind gut gestartet. Falcon war die erste Privatbank, die das Thema anging und ihren Kunden entsprechende Dienstleistungen anbot. Wir glauben an die Technologie und diese – nennen wir sie mal Technologie-Anlageklasse. Wir bearbeiten das Thema auch, weil wir innovativer sein wollen, sein müssen, als unsere grösseren Konkurrenten. Die Resonanz ist bisher sehr positiv. Martin Keller, CEO, Falcon Private Bank Welche Anlagemöglichkeiten schaffen Sie konkret im Bereich Krypto- Währungen? Stellen Sie Portfolios für die Kunden zusammen ? Wir bieten den Kunden einen einfachen Zugang zur Aufbewahrung und zum Handel von Krypto-Währungen. Je nach Risikoprofil können die Kunden ihr Portfolio mit einem kleinen Anteil dieser Anlageklasse diversifizieren. Investitions- oder Fondsprodukte gibt es bei uns keine, aber wir bauen unser Krypto-Angebot weiter aus. Sie arbeiten dafür unter anderem mit Bitcoin Suisse zusammen, können Sie mehr darüber erzählen? Das ist vor allem eine funktional getriebene Zusammenarbeit. Bitcoin Suisse macht die Umwandlung von Krypto-Währungen in Fiat-Geld und umgekehrt. Wir kümmern uns um das gesamte Reporting und die Aufbewahrung. Als erste und bisher einzige Bank haben wir einen Prozess implementiert – der übrigens vom Wirtschaftsprüfer abgesegnet ist –, um die im Krypto-Bereich gemachten Vermögen unter gewissen Bedingungen annehmen zu können. Sind Initial Coin Offerings für Falcon ein Thema? Ja, das ist ein wichtiger Teil der Strategie im Krypto-Bereich. Aber da müssen wir mit Partnern extrem selektiv abklären, welche ICOs unterstützt werden sollen. ICO und Krypto sind Hochrisikogeschäfte. Haben Sie keine Angst, sich die Finger zu verbrennen ? Mit unserer Vergangenheit können wir uns das nicht erlauben. Wir haben uns eine Kompetenz erarbeitet, während viele Banken gegenüber dem Thema Digital Assets Ablehnung zeigten. Solche Geschäfte machen bisher auch kaum andere Banken ( nur die Hypothekarbank Lenzburg und die Bank Frick bieten auch Krypto-Geschäfte an, Anm. d. Red. ). Wie können Sie diese Angaben bekommen? Interessant ist ja, dass gerade die Blockchain dafür gemacht ist, die gesamte KYC-Kette ( know your customer, eine Legitimitätsprüfung, Anm. d. Red. ), zu durchleuchten. Wir arbeiten dafür mit unseren eigenen Ressourcen sowie spezialisierten Partnern, die international tätig sind. Zudem stimmen wir uns laufend mit unserem Revisor und der Finma ab. Wir fühlen uns kompetent genug und dringen nur in Gebiete vor, die wir verstehen. Zudem haben wir kein Marktrisiko an Krypto-Währungen. Wir betreiben weder Eigenhandel noch haben wir eine Verantwortung im Beratungsbereich. Trotzdem haben Sie Risiken erwähnt. Welche bleiben? Möglicherweise Reputationsrisiken, wenn entweder wir oder der Kunde gehackt würden. Wie garantieren Sie, dass das nicht passiert? Falcon betreibt seit Sommer 2017 eine eigene Custody-Lösung für Krypto- Währungen. Diese wurde vom Auditor geprüft und nutzt eine mehrfach geschützte « Cold-Storage-Lösung », die nicht mit dem Internet verbunden und somit gegen Hacker-Angriffe geschützt ist. Die Prozesse beinhalten mehrfache unabhängige Kontrollen, die das Risiko einer unerlaubten Transaktion reduzieren. Gewisse Schritte können nur von mehreren Personen gemeinsam durchgeführt werden - Stichwort: Multi-Signature. Weshalb arbeiten Sie bei der Falcon Bank ? Sie hatten sich ja aus Ihrer operativen Tätigkeit zurückgezogen und waren hauptsächlich noch in Verwaltungsräten tätig. Mich hat die Herausforderung interessiert, unternehmerisch und intellektuell etwas zu übernehmen, das eine schwierige Vergangenheit hat. Und Falcon nachhaltig erfolgreich zu machen. Das haben alle Mitarbeitenden und die Kunden verdient, die uns auch in schwierigen Zeiten die Treue hielten. Dabei trifft man natürlich auf Schwierigkeiten in der Umsetzung, was unter anderem kulturbedingt ist. Das ist nicht immer nur eine ‹ lässige› Aufgabe. Apropos Aufgaben : Was steht als Nächstes an ? Die Kostenoptimierungen umsetzen, das Geschäftsmodell optimieren und vor allem im Wachstumsbereich all die Dutzenden Initiativen zum Laufen zu bringen. Wie gesagt, 2019 soll ein Umbaujahr werden, ab 2020 / 2021 wollen wir die Früchte unseres Erfolgs ernten. Wie sieht Ihr eigener Zeithorizont bei der Falcon Private Bank aus? Mein Engagement dauert mindestens fünf Jahre, darüber hinaus kann ich noch nichts sagen. Das Letzte, was diese Bank nach all den Phasen der Unsicherheit brauchen kann, ist weitere Instabilität. Meine Ambitionen sind klipp und klar, dass ich der Bank zurück zum Erfolg verhelfen will und mich dann in vielen Jahren auf meine VR-Mandate zurückziehen kann. Dieser CEO-Posten wäre dann der Höhepunkt Ihrer Karriere gewesen. Ich hoffe, dass das so kommen wird. Digitale Fitness Auf einer Skala von 1 bis 10, als wie « digital fit » bezeichnen Sie … 5 4 sich selbst ? die Finanzbranche ? 8 8 die Schweiz ? Falcon Private Bank ? Über Falcon Private Bank Falcon Private Bank verfügt über mehr als 50 Jahre Erfahrung im Private Banking und bietet eine umfassende Vermögensverwaltung mit Krypto-Fokus an. Falcon hat den Hauptsitz in Zürich sowie Niederlassungen in Dubai, London und Luxemburg. (Quelle: Falcon Private Bank)

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