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Cybersecurity 2021

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« Wir müssen

« Wir müssen akzeptieren, dass jedes Business im Grunde ein Tech-Business ist. » Nicolas Mayencourt, CEO, Dreamlabs SCSD umgesetzte Cybersicherheit unter Umständen lebensbedrohliche Folgen haben kann, zumal auch kritische Infrastruktur – Spitäler oder Elektrizitätswerke – ans Internet angeschlossen sind. Er präsentierte eine Studie seines Unternehmens, in der öffentliche Schweizer Server auf offene Sicherheitslücken abgeklopft wurden. Das Resultat war ernüchternd: 54000 Schwachstellen offenbarte der Scan. Darunter war etwa ein Spital, das einen Windows-2000-Server betreibt – ein Produkt, das schon seit Jahren keine Sicherheitsupdates mehr erhält. Bei einem Wasser- und Elektrizitätswerk sei man auf eine Bluekey-Schwachstelle gestossen, über die ein Hacker vollen Zugriff auf das System erhalten könne. Für Lacher sorgte der Fund in einem kantonalen Gesundheitsdepartement: Dieses habe Benutzernamen und Passwörter so abgespeichert, dass man sie mit einer einfachen Google-Suche finden konnte. «Warum sagt niemand ‹Nein› dazu?» fragte Mayencourt immer wieder. Und er befahl der Schweiz und ihrer IT-Branche: «Hören Sie auf, naiv zu sein!» Jahrelang habe man dem technologischen Wandel zugesehen. Die IT sei binnen kürzester Zeit um ein Vielfaches komplexer geworden. Obwohl man heute täglich von neuen, immer grösseren Cyberattacken höre, mache die Branche weiter wie bisher. «Wir müssen akzeptieren, dass jedes Business auf der Welt im Grunde ein Tech-Business ist», sagte er weiter. Die Unternehmen müssten dringend ihre Verantwortung wahrnehmen und nicht darauf warten, dass irgendwer das für sie entscheide. Nicolas Mayencourt, CEO, Dreamlabs. « Wir haben gelernt, dass es gut ist, persönliche Daten weiterzugeben. » Nicolas Mayencourt, CEO, Dreamlabs Armeechef Thomas Süssli. Angebote nutzen und umdenken Derweil ist die Schweiz durchaus gut aufgestellt, wenn es um Dienstleistungen im Bereich der Cybersicherheit geht. Ein Rundgang durch die Ausstellung im Forum Fribourg machte dies deutlich. Tatsächlich stelle er fest, dass immer mehr Unternehmen ihre IT mittels Pentesting auf Schwachstellen abklopfen lassen, sagte Dreamlabs-Gründer Mayencourt in einem Diskussionspanel. Wichtig sei aber auch, immer auf dem neuesten Stand zu bleiben. Er appellierte an die Policy Makers und forderte sie auf, für genug Weiterbildung im Unternehmen zu sorgen. Doch auch die Grundausbildung müsse sich verändern: Schon im Kindergarten sollte ein verantwortungsbewusster Umgang mit Cyber gelehrt werden. Auch von der Gesellschaft sei ein Umdenken gefragt. «In den letzten 15 Jahren haben wir gelernt, dass es gut ist, seine persönlichen Daten weiterzugeben», sagte Mayencourt im Panel. Es sei an der Zeit, dass wir das wieder «verlernen». Wie viele Schwachstellen die Schweizer IT in diesem Jahr schliessen kann, will er an den kommenden Swiss Cyber Security Days am 10. und 11. März 2021 zeigen. Den Artikel finden Sie auch online www.swisscybersecurity.net 36

« Die SCSD sind die wichtigste Plattform für Cybersicherheit in der Schweiz » Am 10. und 11. März gehen die Swiss Cyber Security Days (SCSD) in die dritte Runde. Dieses Jahr startet der Anlass in einem digitalen Format mit der interaktiven Plattform «SCSD 365». Was die Besucher erwartet, sagt Béat Kunz, CEO der SCSD. Interview: Coen Kaat SCSD Wie sieht das Konzept für die SCSD aus? Béat Kunz: Die dritten Swiss Cyber Security Days (SCSD) werden im März 2021 online in einem digitalen Format stattfinden. Wir haben uns den aktuellen Vorgaben des Bundes angepasst. Die Keynotes werden entweder vor Ort gehalten oder über audiovisuelle Technologien eingespielt. Lanciert wird parallel dazu die globale, interaktive Plattform «SCSD 365», auf der die komplette Konferenz live übertragen wird. Die neue Plattform erlaubt es, allen an Cybersicherheit Interessierten an der Veranstaltung teilzunehmen. Ausser dem Haupt event in Freiburg sind ab Herbst 2021 noch zwei weitere Side Events in Zürich und Genf geplant. Was ist bewusst genauso geblieben wie im Vorjahr? Die SCSD sind die wichtigste Plattform für Cybersicherheit in der Schweiz. Wir bemühen uns weiterhin, unsere Position auszubauen, neue, interaktive Lösungen für den Markt zu schaffen und wiederum mit einzigartigen und einmaligen Referentinnen und Referenten aufzutreten. Béat Kunz, CEO, Swiss Cyber Security Days DIE SWISS CYBER SECURITY DAYS 2021 Die Swiss Cyber Security Days 2021 finden am 10. und 11. März statt. Die dritte, erstmals virtuelle Ausgabe des Events dreht sich um die Themen Global Hacking und nationale Souveränität. Aber auch KMUs sollen nicht zu kurz kommen: Der zweite Eventtag widmet sich ganz ihrer Sicherheit. Das Programm sieht über 60 Vorträge, Podiumsdiskussionen und Best-Practice-Präsentationen vor. Unter den Referenten finden sich einige prominente Namen, wie etwa Bundesrat Ueli Maurer, Armee-Chef Thomas Süssli, der Delegierte des Bundes für Cybersicherheit, Florian Schütz, der französische Cyber Defence Commander Didier Tisseyre, EPFL-Präsident Martin Vetterli sowie zahlreiche Organisationen wie Interpol, das WEF und das Genfer Zentrum für Sicherheitspolitik. Das vollständige Interview finden Sie online www.swisscybersecurity.net Was erwartet die Teilnehmer an den SCSD 2021? Ein spannendes und einzigartiges Programm. Unser Publikum darf auf hervorragende Referentinnen und Referenten gespannt sein. Und, natürlich sofern es die Bedingungen erlauben, einmalige digitale Networking-Möglichkeiten: persönliche Kontakte mit unseren Experten, Ausstellern und Sponsoren. Was ist Ihr persönliches Highlight? Ich freue mich auf den KMU-Tag am 11. März 2021. Dieser Tag mit einem integrierten Sonderprogramm ist auf KMUs und ihre speziellen Bedürfnisse im Bereich Cybersecurity ausgerichtet. Mit einer auf die kleinen und mittleren Unternehmen ausgerichteten Sensibilisierung sollen die Cyberrisiken bewusst gemacht werden. Dabei werden auch konkrete Fälle von Angriffen auf Schweizer Unternehmen und deren Folgen diskutiert. Welche thematischen Schwerpunkte setzen Sie? Die Kernthemen sind «nationale Sicherheit», «Industry and KMU» mit Technologien, Datenschutz, IoT, künstliche Intelligenz oder 5G sowie «Identity» mit Privatsphäre, Gesichtserkennungstechnologien und der Einfluss auf die physische Sicherheit. Im Hauptkonferenzteil der SCSD 2021 stehen neben laufenden Aktualitäten vor allem Themen im Vordergrund, die Sinn und Zweck in den Cyberraum zurückbringen sowie der gegenwärtig in erster Linie auf Profit ausgerichtete Einfluss der Digitalisierung auf Gesellschaft, Gesundheit, Politik, Wirtschaft und Individuen. 37

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