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Digital Transformation 2016

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Bild: Fotolia XXXXXXXXXXXX Digitale Transformation als Dauerzustand mla. Die digitale Transformation betrifft die Gesamtwirtschaft. Organisationen, die nicht digitalisieren, haben je nach Branche schlechte Karten, die nächsten drei, fünf oder gar die nächsten zehn Jahre zu überleben. Denn das neue Paradigma der modernen, digitalisierten Wirtschaft lautet nicht, dass der Stärkere den Schwächeren frisst, sondern dass der Schnellere den Langsameren überholt – und der Langsamere damit obsolet wird. Insbesondere Dienstleistungsunternehmen sind in diesem Spannungsfeld gefangen. Denn sie müssen noch schneller als etwa die fertigende Industrie digitalisieren, da ihre Dienstleistungen oft im Umfeld der Informationsverarbeitung im weitesten Sinne stattfinden. Dazu gehört auch der Bankenbereich. Hier kann die Automatisierung beziehungsweise Work Automation helfen, Prozesse zu beschleunigen. Im Appway-Dossier erklären Martin Spengler und Jürg Truniger, warum Work Automation nicht nur im Bankensektor die digitale Transformation unterstützt. 40 Digital Transformation

Schlüsselfaktor Work Automation Die digitale Transformation entwickelt sich zusehends zu einem Dauerzustand, in dem heutige Dienstleistungsunternehmen regelrecht gefangen sind. Work Automation bietet neue Ansätze und Impulse, um in einem Zustand fortwährender Veränderung zu bestehen. Dossier Work AutomATion Ist heute von digitaler Transformation die Rede, wird diese – gerade im Dienstleistungssektor – gerne noch mit computergestütztem Geschäftsprozessmanagement oder aber digitalen Angeboten und Interaktionsformen gleichgesetzt. Nach wie vor ist die Idee der «Transformation in ein modernes Unternehmen», die nun endlich auch im digitalen Zeitalter angekommen ist, vorherrschend. Onlinedienstleistungen und digitale Vertriebskanäle stehen im Vordergrund der Bemühungen genauso wie Social-Media-Auftritte und Mobile-Applikationen. Dabei wird ausser Acht gelassen, dass der digitalen Transformation eine sehr viel umfassendere Idee zugrunde liegt, die weit über den profanen Einsatz moderner Technologien hinausgeht: Im Kern der digitalen Transformation liegt die Einsicht, dass durch den Eintritt ins digitale Zeitalter eine Situation entstanden ist, in der stabile Zustände und Organisationsformen nicht mehr die Regel, sondern die Ausnahme darstellen. Unsere Realität ist geprägt von einer immer schneller werdenden Abfolge von Technologieinnovationen und deren Assimilation durch die Gesellschaft. Will ein Unternehmen in diesem sich kontinuierlich verändernden Umfeld auch längerfristig bestehen, darf es die digitale Technologie nicht mehr nur als Mittel zum Zweck betrachten, sondern als Voraussetzung, diese Veränderung überhaupt bewältigen zu können. Die digitale Transformation ist für ein Unternehmen nicht mehr ein einmaliger Schritt, um letztlich wieder in eine Phase der Stabilität zu gelangen, sondern ein andauernder Zustand der Veränderung, dessen Ende heute weniger denn je absehbar ist. Der Autor Martin Spengler, Domain Lead Work Automation, Appway Industrialisierung als Auslaufmodell im Dienstleistungssektor Die heutige Dienstleistungsindustrie ist allerdings nach wie vor stark von der Idee stabiler und strukturierter Prozesse geprägt, die dank Standardisierung positive Skaleneffekte hervorrufen würden. Gerne wird in diesem Zusammenhang auch von einer Industrialisierung gesprochen und Analogien zur Fertigungsindustrie gezogen, wo hochoptimierte Herstellungsprozesse und Produktionsstrassen ein wesentlicher Aspekt des Erfolgs waren. Dabei gerät der Umstand in Vergessenheit, dass die klassische Fliessbandproduktion in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts seine Blütezeit hatte und zunehmend durch Just-in-Time-Ansätze (JIT) verdrängt wurde. Besteht der Nutzen der Fliessbandverarbeitung im Sinne von Henry Ford in erster Linie aus den damit realisierbaren Skaleneffekten, versucht die JIT-Produktion ausser der reinen Prozesseffizienz auch Flexibilität zu bieten. Es kann kurzfristig auf sich ändernde Bedingungen und Anforderungen reagiert werden – und dies ohne den Gesamtablauf nachhaltig zu stören. Standardisierte Geschäftsprozesse haben in der Dienstleistungsindustrie unbestritten ihren Platz und werden diesen auch weiterhin haben. Auch in dieser Branche findet jedoch zusehends ein Umdenken statt, da nur selten die notwendigen «Stückzahlen» erreicht werden, welche die klassische Prozessimplementation zum Erfolgsmodell machen. Reine Geschäftsprozesslösungen im traditionellen Sinne bieten in der Regel schlicht nicht die notwendige Flexibilität, um schnell und häufig Änderungen am Prozess vornehmen zu können. Aber genau dies ist erforderlich, um in einem andauernden Zustand der digitalen Transformation bestehen zu können: Prozesse müssen unkompliziert den sich laufend ändernden Anforderungen angepasst werden können und ein hoher Grad der Individualisierung muss möglich sein. Dies jedoch ohne dass die Kosten explodieren. Und trotzdem muss auch sichergestellt werden, dass die steigende Anzahl von Regeln und Regulatorien jederzeit eingehalten werden. Kollaboration anstelle von Automation Hier bieten unserer Ansicht nach die Konzepte und Ideen hinter der sogenannten Work Automation eine vielversprechende Alternative. Wobei der Begriff Work Automation etwas irreführend ist, da dessen klassische Interpretation im Sinne der industriellen Fliessbandproduktion und der Geisterschichten zunehmend an Bedeutung verliert. Ersetzt wird diese mit einer neuen Form der Automatisierung, die einen kollaborativen Ansatz zwischen Mensch und Maschine verfolgt: Dank intelligenter und – im Idealfall – adaptiver, das heisst lernfähiger Algorithmen, ist die Maschine in der Lage, Fakten und Zusammenhänge automatisch und kontinuierlich aus Daten zu extrahieren. Entsprechend aufbereitet, erlaubt dies dem Menschen, schnellere, fundiertere und vor allem nachhaltigere Entscheide zu treffen – und dies ohne sich mit den Details der Informationsbeschaffung herumschlagen zu müssen. Das Entscheiden rückt also wieder ins Zentrum der menschlichen Tätigkeiten, wogegen die reine Informationsbeschaffung und -aufbereitung zunehmend den Maschinen überlassen wird. Digital Transformation 41

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