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IT for Health 02/2017

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Bild: macrovector / iStock.com E-HEALTH KONKRET aber unseren Patienten nicht vorenthalten.» Das Spital teile sich darum einen Roboter mit zwei anderen Spitälern. «Operationsroboter sind in der Tat sehr teuer», schreibt das St. Claraspital. Mit genug Übung würden die Operationszeiten wieder an die der konventionellen Chirurgie herankommen, was Mitarbeiter einsparen könne. «Wir sind der Meinung, dass sich die Anschaffung im Hinblick auf das Patientenwohl durchaus rechnet.» Die Anschaffung und die Verbrauchsmaterialien seien teuer, sagt auch das Kantonsspital Baselland. «Leider gibt es ein faktisches Monopol der Firma, sodass sich die Preise nicht nach unten bewegen.» Für das Spital lohne es sich wahrscheinlich nicht, für das Gesamtsystem Gesundheitswesen vermutlich aber schon. Roboter sind für Ärzte attraktiv Es sei die Aufgabe eines Universitätsspitals, neue Technologien zu entwickeln, ihre Effektivität zu evaluieren und entsprechende Ausbildungen anzubieten, schreibt das Universitätsspital Zürich. «Diese Aufgaben haben einen Preis, wobei wir unsere Tätigkeit regelmässig auch auf Wirtschaftlichkeit überprüfen.» Das Kantonsspital Baden lässt verlauten, dass eine Kosten- Nutzen-Analyse vor der Anschaffung eines Operationsroboters zwingend notwendig sei. «Wenn dank eines Robotereinsatzes ein Bauchschnitt vermieden wird, kann dies zu Kosteneinsparungen bei der Wundversorgung, beim Arzneimittelbedarf und der Pflege im Allgemeinen führen“, sagt Heubner. «Auch bei Tumoroperationen kann der Einsatz durchaus ökonomisch sinnvoll sein.» Ein Spital müsse in der Lage sein, moderne Behandlungsverfahren anzubieten, um wettbewerbsfähig zu sein. «Um auf der Höhe der Zeit zu bleiben, ist es sinnvoll, sich mit dieser Technik auseinanderzusetzen und seine Teams entsprechend auszubilden», sagt Heubner. Ein modern ausgestattetes Spital sei auch für die Ärzte interessant. Diese wünschten sich erfahrungsgemäss Schulungen mit modernen, innovativen Verfahren. Augmented und Virtual Reality im Spital Nutzen die Spitäler auch Augmented und Virtual Reality (AR und VR)? Für die Behandlung von Patienten noch nicht, schreiben das Luzerner Kantonsspital, das Spital STS und das Kantonsspital Winterthur. Es seien aber Technologien für die Zukunft, so das Kantonsspital Winterthur. Das Spital Limmattal gibt an, AR/VR im medizinischen Bereich noch nicht zu verwenden. VR werde aber für den Neubau des Spitals genutzt, der in einem Jahr einzugsbereit sein soll. Auch das Kantonsspital Baselland geht davon aus, dass AR/VR immer wichtiger wird. Der Spital nutze die Technologien im Bereich Nierentumore, wenn auch «noch sehr beschränkt». «Wir lesen schon heute Ultraschall und Röntgenbilder in die Operationskonsole ein», teilt das Kantonsspital Winterthur mit. Ausserdem sei es möglich, Prostata- Magnetresonanztomographien mit einer Software automatisch auszuwerten, 3-D-Tumorkarten zu entwerfen und diese in die Operationskonsole einzuspeisen. Auch der Tessiner Spitalverbund Ente Ospedaliero Cantonale äusserte sich zu Augmented und Virtual Reality. Das Interesse an den Technologien im medizinischen Bereich steige mit der Verbreitung in der Unterhaltungselektronik. Einige Verfahren würden in der Medizin aber schon lange genutzt. Etwa die Ma- 18

ximumintensitätsprojektion, ein Verfahren aus der Bildverarbeitung in der medizinischen Diagnostik. Oder die multiplanare Reformatierung, eine zweidimensionale Bildrekonstruktion in der Computertomographie, Nuklearmedizin und der Kernspintomographie. Der Spitalverbund erwähnt zudem die 4-D-Ultrasound-Technologie und chirurgische Navigationssysteme. Trainieren mit Virtual Reality Das Universitätsspital Zürich verwendet Virtual Reality für Si mulatoren und das Training von Fertigkeiten. Einzelne Facharztausbildungen würden VR-Anwendungen für die Bronchoskopie (Lungenspiegelung) nutzen, besonders interventionelle Fächer. Auf der Stufe Ausbildung/Studium komme VR aber noch wenig zum Einsatz. Die Technologie werde aber sicher auch auf dieser Stufe Einzug halten, schreibt das Universitätsspital Zürich. VR werde vor allem bei Schulungen für die roboterassistierte Chirurgie eingesetzt, schreibt hingegen das Kantonsspital Baden. Programme könnten Operationsschritte und Geschicklichkeitsübungen simulieren. So sei es möglich, die Zeit, die Präzision der Bewegungen und die Fortschritte im Training objektiv zu messen. «Es ist gut vorstellbar, das Virtual Reality Relevanz in der medizinischen Ausbildung erlangen wird», sagt Heubner. «Auch im Bereich der Patientenaufklärung ist ein Einsatz vorstellbar.» Das Spital Limmattal führt Mitarbeiterschulungen für seinen Neubau durch. In diesen setzt er für einzelne Berufsgruppen gezielt VR ein. «Wir sehen in AR/VR grosse Potenziale für die Medizin, sei es in Diagnostik, Operationsplanung oder Behandlung», schreibt auch das St. Claraspital. Die Ausbildung profitiere. Simulatoren und Live-Vorführungen könnten helfen, in einer risikofreien Umgebung neue Fähigkeiten zu erwerben. Das Luzerner Kantonsspital gibt an, für die Ausbildung von Chirurgen seit 14 Jahren mit Virtual-Reality-Trainern zu arbeiten. Diese würden es erlauben, Abläufe wie eine Gallenblasenoperation am Trainer zu perfektionieren, bevor man unter Anleitung den ersten «echten» Patienten operiere. E-HEALTH KONKRET Virtuelle Wohlfühlatmosphäre «AR ist im Bereich roboterassistierter Verfahren nicht mehr fern», sagt Heubner vom Kantonsspital Baden. Als Beispiel nennt er die Hybrid-Bildgebung. Mit ihr könne ein Arzt präoperativ angefertigte Bilder (etwa Gefässdarstellungen) intraoperativ auf Organe projizieren, um Strukturen zu schonen oder abzusetzen. Erwähnenswert sei auch eine Videobrille mit Kopfhörern, die das Kantonsspital Baden Patienten während einer Operation zur Verfügung stelle. So könnten (teilnarkotisierte) Patienten einen Film schauen, während der Chirurg den Eingriff vornehme. Das Angebot sei vor allem bei Kindern und Jugendlichen beliebt. «Die Videobrille hilft den kleinen Patienten, den Eingriff entspannter zu erleben», sagt Janine Streich, leitende Ärztin Anästhesie am Kantonsspital Baden. «Das kann so weit gehen, dass wir weniger Schmerzmittel und Sedative verabreichen müssen.» «Wir setzen heute zum Beispiel im Bereich der virtuellen Colonoskopie (Darmspiegelung im CT) auf Augmented Reality», schreibt das St. Claraspital. Die generierten 3-D-Ansichten könnten sowohl die Diagnostik als auch die operativen Eingriffe unterstützen. Bei Untersuchungen mit dem Dual-Layer-Detektor-CT, dem Iqon Spectral CT, komme auch VR zum Einsatz. Das Spital biete eine massgeschneiderte Ambient-Experience-Lösung mit dynamischer Beleuchtung, Video und Musik. Das schaffe eine entspannte Umgebung für den Patienten bei CT-Verfahren. Erste Pilotprojekte Auch das Luzerner Kantonsspital sieht Potenzial in Augmented Reality. Die Technologie könne Chirurgen führen, ähnlich wie ein Instrumentenflugverfahren in der Luftfahrt. Die Systeme würden vor Gefahren warnen, die mit blossem Auge oder für herkömmliche Kameras nicht sichtbar seien. Operationsroboter seien besonders geeignet, um solche Techniken zu integrieren. In kleinem Masse finde das auch schon statt. Durchblutungsverhältnisse etwa könnten bereits heute mit der Fluoreszenzmethode mit Indocyaningrün und der Near-Infrared-Technologie geprüft werden. Das Kantonsspital Baselland erhofft sich durch AR/VR eine höhere Sicherheit und eine bessere Planbarkeit der Eingriffe. Das Spital gibt an, Pilotprojekte in der Forschung durchzuführen. Auch das Universitätsspital Zürich experimentiert mit den Technologien. Im Bereich der Hygiene gebe es ein Pilotprojekt, mit dem das Spital das Risikoverhalten und die Risikowahrnehmung unsichtbarer infektiöser Risiken erfassen will, etwa die Händehygiene. «Visionäres Ziel ist es, mit Augmented Reality diese Risiken erlebbar zu machen», teilt das Spital mit. 19

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