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Netzwoche 01/2021

16 Business Focus Wie

16 Business Focus Wie erlebten Sie am Coachingzentrum Olten die plötzliche « Die digitalen Tools sollten regelmässig beiseite gelassen werden » Die plötzliche Umstellung auf Homeoffice hat Unternehmen und Mitarbeitende gleichsam vor neue Herausforderungen gestellt. Karin Sidler, Geschäftsführerin des Coachingzentrums Olten, sagt im Interview, wie ein Team auch im Homeoffice erfolgreich zusammenarbeitet. Interview: René Jaun « Jeder Einzelne sollte sich eine Struktur geben hinsichtlich der investierten Zeit und der zu erledigenden Aufgaben. » Karin Sidler, Geschäftsführerung des Coachingzentrums Olten Den vollständigen Artikel finden Sie online www.netzwoche.ch Umstellung auf Homeoffice im vergangenen März? Karin Sidler: Einerseits galt es, die technischen Voraussetzungen zu schaffen, um den Mitarbeitenden der Geschäftsstelle das Arbeiten von zuhause aus zu ermöglichen. Andererseits ging es aber auch darum, alle auf diesem Umstellungsprozess mitzunehmen, sodass sich alle wohlfühlten. Für uns als Bildungsinstitution kam noch dazu, dass wir aufgrund des Verbots von Präsenzunterricht vom einen auf den anderen Tag auf digitale Lehrsequenzen umgestellt haben. Diesen Prozess erlebten wir als sehr herausfordernd, aber auch als spannend, lebendig und lehrreich. Sie bilden Menschen zu Coaches, betrieblichen Mentoren und Resilienztrainern aus. Wie verändert sich die Arbeit eines Coaches, wenn er mit einem Homeoffice-Team arbeitet? Auch unsere Coaches stellten natürlich im März auf digitale Angebote um, was eine hohe Flexibilität erforderte. In unseren Lehrsequenzen arbeiten wir oft mit dem Körper, mit dem Raum oder wir führen Gruppenarbeiten durch. All dies lässt sich auch digital umsetzen, jedoch in einem angepassten Rahmen. Ein digitaler Workshop muss anders geplant sein, damit er genug Kraft hat und die Aufmerksamkeit der Teilnehmenden wachhält. Die Veränderungen führen zu einer Generation von Coaches, betrieblicher Mentoren und Resilienztrainern, die Online Coaching zu einem Standardangebot machen – etwas, was vorher eher untergeordnet war. Starre Strukturen und Erwartungen in Bezug auf Onlinebegegnungen wurden durch den Lockdown und die Homeoffice-Pflicht langfristig aufgeweicht. Was ist eine der grössten Herausforderungen für Teams im Homeoffice? Für Teams ist es besonders herausfordernd, als Gruppe weiterhin zielgerichtet unterwegs zu sein – also eine Ausrichtung auf das Gemeinsame zu behalten. Die Gefahr ist gross, dass sich jedes Mitglied nun darum kümmert, quasi seinen eigenen Garten zu pflegen, also die Zeit nutzt, seine eigenen Aufgaben zu erledigen. Das wird zwar sehr geschätzt und führt auch zum Eindruck, zuhause viel effizienter zu sein. Aber es birgt auch die Gefahr, dass man Schnittstellen weniger pflegt und man längerfristig eher als einzelne Säule unterwegs ist, denn als organisches Ganzes. Wie kann ein einzelnes Teammitglied dies verhindern? Hier geht es um das Thema des Selbstmanagements. Jeder Einzelne sollte sich eine Struktur geben hinsichtlich der investierten Zeit und der zu erledigenden Aufgaben. Es sollte auch klarer geplant werden, mit wem man sich austauschen sollte und wann. Was gehört sonst noch zum Selbstmanagement? Dazu gehört nicht nur das Planen von Aufgaben, sondern auch das gezielte Einlegen digitaler Pausen. Es reicht nicht, seine Arbeit zu unterbrechen, um bei einem Kaffee seine privaten E-Mails zu checken. Vielmehr sollten regelmässig die digitalen Tools beiseite gelassen werden, um seine eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen. Schauen Sie nach draussen, schütteln Sie die Beine, dehnen Sie Ihre Schultern. Empfehlenswert sind auch kurze Atemübungen, um den Fokus neu zu erlangen – kurz: Nehmen Sie sich mehrmals täglich drei, vier Minuten Zeit, um dem Geist die Möglichkeit zu geben, die Betriebstemperatur etwas zu senken. 01 / 2021 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Die Wahl der Internet-Endung ist ein wichtiger strategischer Entscheid Seit Domainnamen frei wählbar sind, lohnt sich eine bewusste Entscheidung für eine passende Internet-Endung. Für Schweizer Unternehmen und Organisationen gibt es die geschützte nationale Domain .swiss. «Mit ‹.ch› anstatt mit ‹.swiss› könnte man meinen, wir seien aus China», sagte Cutiss-CEO Daniela Marino im Rahmen des «Top 100 Swiss Startup Award». Damit steht sie stellvertretend für viele Pioniere, die den Zusammenhang erkannt haben und sich mit der Endung .swiss zu Swiss Made bekennen. «Glokales» Marketinginstrument Die erste Wahrnehmung von .swiss als Instrument für Tourismus und Export ist überholt. Heute kommunizieren auch lokale Bäcker, Metzger, Schreiner, Bauunternehmen, Mittelständische, Start-ups, der führende Schnellladeanbieter für E-Autos, selbst börsenkotierte Unternehmen und natürlich viele «Hidden Champions» mit .swiss. Weitere Entwicklungsschwerpunkte sind die Portale des Bundes, die ausserhalb des CD Bund laufen, sowie Branchenportale mit den dafür reservierten generischen Bezeichnungen. Erstere nehmen stetig zu (als Beispiele alert.swiss, easygov.swiss, zuletzt im Dezember 2020 finance.swiss). Für Letztere wurden mit der neuen Verordnung über Internet-Domains auf Januar 2021 die Prozesse vereinfacht und die Prüfungsgebühren gesenkt. Schon heute kommunizieren die Anbieter von Gruppenunterkünften, die Dentalhygieniker, die private Spitex, die Konservatoren, die Podologen, die Bier- und die Mineralwasserverbände, die Natursteinbranche, die Fassadenbauer, die Kunststoffindustrie, die Autoindustrie und die Uhrenindustrie mit einer generischen .swiss-Endung – und die nächste grosse Einführung steht kurz bevor. Auch für Agenturen relevant «Die überlegte Wahl der Internet-Endung steht am Anfang jedes Auftrittsprojekts», meinte kürzlich der CEO einer führenden Agentur – ein anderer hat schon länger festgestellt: «Die Verwendung der Internet-Endung .swiss muss so selbstverständlich geprüft werden wie die von .com oder .ch». Und das mit gutem Grund. Vom Bund geschützt und geprüft Um die Herkunftsbezeichnung und den damit verbundenen Qualitätsanspruch zu schützen, hat der Bundesrat 2012 entschieden, die Endung .swiss selbst zu reservieren. In der Folge hat er das Bundesamt für Kommunikation (Bakom) beauftragt, .swiss ab Herbst 2015 kontrolliert anzubieten. Für alle Berechtigten eine passende Bezeichnung Gerade die Prüfung jedes Gesuchs auf Grundlage von Registern oder Nachweisen macht .swiss zu einer sehr sicheren Domain mit einer hohen Reputation. Die Wahl einer zulässigen Bezeichnung erfordert eine kurze Auseinandersetzung mit den Kriterien auf www.dot.swiss – es gibt aber für alle Berechtigten eine passende Bezeichnung – und bei Fehlern eine Rückmeldung des Bakom, sodass ein verbessertes Gesuch zum Ziel führt. Fokussierte grosse Kooperationen 2021 Diese Vorteile werden immer bekannter und sichtbarer. Um sie noch besser zu denen zu bringen, die sich tatsächlich aktuell mit einem Neuauftritt oder einem Relaunch befassen, wurden 2019 grosse Kooperationen gesucht und mit Best of Swiss Web und «Top 100 Startup Award» auch in sehr engagierter Form gefunden. Anlässlich des 20-jährigen Jubiläums von Best of Swiss Web wurde 2020 die erste Boje «Best of .swiss» in eidgenössischem Rot an swissmilk.swiss verliehen. Beim «Top 100 Startup Award» treten nicht nur der Award und das 2020 siegende Life-Science-Start-up Cutiss, sondern auch die Presenting Partner Swiss Prime Site und Swiss Venture Club unter .swiss auf. Beide Kooperationen gehen 2021 weiter – die zweite eidgenössisch rote «Best of .swiss»-Boje ist bereits ausgeschrieben. DER AUTOR Rolf Boesch Bundesamt für Kommunikation, Domain .swiss www.netzwoche.ch © netzmedien ag 01 / 2021

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